DerBlinde
29.05.2003, 20:04
Original gesschrieben von Abendstern
Du bist der Meinung das 80% von uns (ich gehöre ja auch zur deutschen Bevölkerung) abgrundtief verblödet sind...................
Wer bildet dann deiner Meinung nach die 20% der Führungschicht?
Ersteinmal, ich gehöre auch zur deutschen Bevölkerung ;) Zumindest bin ich davon überzeugt.
Ich habe gesagt, daß es meine Ansicht ist, daß ein Großteil (von mir aus gerne 80% ;)) der deutschen Bevölkerung verblödet sind oder aus mangelndem Interesse an jeglichen Dingen den Anschein erwecken.
Ich stütze mich in meiner Ansicht zu einen auf das TV-Programm. Besonders die rasche Popularität der Talk-Shows und deren Akteure (in Kombination mit einer Fülle an anderen populären Shows) sind für mich ein starkes Indiz. Aber wer auch aufmerksam Zeitung liest, insbesondere die Fülle an Leserbriefen, kann sich nur schwer des Eindrucks verwehren. Sicher ist die Aussage der Verblödung äußerst provokativ. Weiterhin muß man sich doch nur die Bestseller in den Buchhandlungen und die Erfolge popular-wisssenschaftlicher Veröffentlichungen vor Augen halten, bei denen jeder mit einem „gesunden Menschenverstand“ sich nur kopfschüttelnd an die Stirn greift. Sollte aber die „geistige Verfassung“ auf ein Übermaß an Lethargie zurück zu führen sein, sind vielleicht solch provokativen Aussagen besonders nötig. Allerdings bleibt nach wie vor die Frage zu klären, ob nicht ein solches Maß an Desinteresse, Lethargie, Bequemlichkeit oder wie man es auch immer nennen mag, nicht mit Verblödung gleichzusetzen, diese bedingt oder eine Folge dieser ist.
Das hat aber nichts mit dem Begriff der „Elite“ zu tun. „Elite“ wird sowieso seit dem Ende des Wirtschaftswunders in Deutschland ausschließlich negative verwendet. Zu Unrecht. Per definitionem bedeutet Elite nichts weiter als die Auswahl der Besten. Insofern hat es schon immer Eliten gegeben und wird es auch in Zukunft Eliten geben. Trotz vieler politischen und gesellschaftlichen Versuche der Gleichmacherei und des Totschweigens. Elite ist kein allumfassender Begriff, ist keine selektive Minderheit, die auf jedem nur erdenklichen Gebiet zu jeder Zeit glänzen kann und die Fäden in der Hand hält. Elite ist immer heterogen und jeder Bereich, jede Gesellschaft produziert ihre eigenen, vielseitigen Eliten für die entsprechenden Aufgaben. Das heutige Problem bei Diskussionen über Eliten oder elitäre Formen ist doch eine Vermischung empirischer und normativer Aussagen, die den Begriff in eine argumentationslose Grauzone drängen.
Doch zurück zu unserer „politischen Diskussion“: Ich denke nicht, daß es dem Dümmsten klar ist, „Das wir erst in unserem Land aufräumen sollten, bevor wir der ganzen Welt Hilfe anbieten“, wenn ich Dich zitieren darf. Nehmen wir die Wahl in Bremen als aktuelles Beispiel. Der vorherrschende Tenor der Umfragen nach der Wahl, besonders im Bezug auf die rekordverdächtig niedrige Wahlbeteiligung, war: „Ey, frag mich nicht! Politik weiß ich nicht. Keine Ahnung…“ Da ist niemandem klar gewesen, wo das Problem liegt. Eine andere zentrale Aussage ist seit einigen Jahren „Ist doch egal wen man wählt. Sind doch eh alle gleich…“ Aber zu den möglichen Ursachen der Politikverdrossenheit habe ich schon Stellung bezogen.
Ein anderes Beispiel für das Unvermögen kurz Nachzudenken sind die Beschwerden über die hohen Benzinpreise. Das stößt bei mir auf völliges Unverständnis. Die Anhebung des Benzinpreises auf 5DM/Liter war das zentrale Wahlkampfthema von Bündnis90/Die Grünen. Damals jubelten die Meisten der Führungsriege der Partei zu. Die Intention dieser Erhöhung lassen wir mal außen vor (ich bin überzeugt, daß nicht primär umweltpolitische Motive Pate standen). Mittlerweile jammert ein Großteil der Bevölkerung über die hohen Kosten, die die individuelle Mobilität fordert.
Ich freue mich auf weitere angeregte Diskussionen! Leider habe ich gerade nicht die Zeit noch ein paar andere Dinge auszuführen, die mir auf den Nägeln brennen, aber wie ich schon zu Daniel meinte: Wir haben ja Zeit ;)
Du bist der Meinung das 80% von uns (ich gehöre ja auch zur deutschen Bevölkerung) abgrundtief verblödet sind...................
Wer bildet dann deiner Meinung nach die 20% der Führungschicht?
Ersteinmal, ich gehöre auch zur deutschen Bevölkerung ;) Zumindest bin ich davon überzeugt.
Ich habe gesagt, daß es meine Ansicht ist, daß ein Großteil (von mir aus gerne 80% ;)) der deutschen Bevölkerung verblödet sind oder aus mangelndem Interesse an jeglichen Dingen den Anschein erwecken.
Ich stütze mich in meiner Ansicht zu einen auf das TV-Programm. Besonders die rasche Popularität der Talk-Shows und deren Akteure (in Kombination mit einer Fülle an anderen populären Shows) sind für mich ein starkes Indiz. Aber wer auch aufmerksam Zeitung liest, insbesondere die Fülle an Leserbriefen, kann sich nur schwer des Eindrucks verwehren. Sicher ist die Aussage der Verblödung äußerst provokativ. Weiterhin muß man sich doch nur die Bestseller in den Buchhandlungen und die Erfolge popular-wisssenschaftlicher Veröffentlichungen vor Augen halten, bei denen jeder mit einem „gesunden Menschenverstand“ sich nur kopfschüttelnd an die Stirn greift. Sollte aber die „geistige Verfassung“ auf ein Übermaß an Lethargie zurück zu führen sein, sind vielleicht solch provokativen Aussagen besonders nötig. Allerdings bleibt nach wie vor die Frage zu klären, ob nicht ein solches Maß an Desinteresse, Lethargie, Bequemlichkeit oder wie man es auch immer nennen mag, nicht mit Verblödung gleichzusetzen, diese bedingt oder eine Folge dieser ist.
Das hat aber nichts mit dem Begriff der „Elite“ zu tun. „Elite“ wird sowieso seit dem Ende des Wirtschaftswunders in Deutschland ausschließlich negative verwendet. Zu Unrecht. Per definitionem bedeutet Elite nichts weiter als die Auswahl der Besten. Insofern hat es schon immer Eliten gegeben und wird es auch in Zukunft Eliten geben. Trotz vieler politischen und gesellschaftlichen Versuche der Gleichmacherei und des Totschweigens. Elite ist kein allumfassender Begriff, ist keine selektive Minderheit, die auf jedem nur erdenklichen Gebiet zu jeder Zeit glänzen kann und die Fäden in der Hand hält. Elite ist immer heterogen und jeder Bereich, jede Gesellschaft produziert ihre eigenen, vielseitigen Eliten für die entsprechenden Aufgaben. Das heutige Problem bei Diskussionen über Eliten oder elitäre Formen ist doch eine Vermischung empirischer und normativer Aussagen, die den Begriff in eine argumentationslose Grauzone drängen.
Doch zurück zu unserer „politischen Diskussion“: Ich denke nicht, daß es dem Dümmsten klar ist, „Das wir erst in unserem Land aufräumen sollten, bevor wir der ganzen Welt Hilfe anbieten“, wenn ich Dich zitieren darf. Nehmen wir die Wahl in Bremen als aktuelles Beispiel. Der vorherrschende Tenor der Umfragen nach der Wahl, besonders im Bezug auf die rekordverdächtig niedrige Wahlbeteiligung, war: „Ey, frag mich nicht! Politik weiß ich nicht. Keine Ahnung…“ Da ist niemandem klar gewesen, wo das Problem liegt. Eine andere zentrale Aussage ist seit einigen Jahren „Ist doch egal wen man wählt. Sind doch eh alle gleich…“ Aber zu den möglichen Ursachen der Politikverdrossenheit habe ich schon Stellung bezogen.
Ein anderes Beispiel für das Unvermögen kurz Nachzudenken sind die Beschwerden über die hohen Benzinpreise. Das stößt bei mir auf völliges Unverständnis. Die Anhebung des Benzinpreises auf 5DM/Liter war das zentrale Wahlkampfthema von Bündnis90/Die Grünen. Damals jubelten die Meisten der Führungsriege der Partei zu. Die Intention dieser Erhöhung lassen wir mal außen vor (ich bin überzeugt, daß nicht primär umweltpolitische Motive Pate standen). Mittlerweile jammert ein Großteil der Bevölkerung über die hohen Kosten, die die individuelle Mobilität fordert.
Ich freue mich auf weitere angeregte Diskussionen! Leider habe ich gerade nicht die Zeit noch ein paar andere Dinge auszuführen, die mir auf den Nägeln brennen, aber wie ich schon zu Daniel meinte: Wir haben ja Zeit ;)