Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Adios Amigos !



Seiten : 1 [2]

Ghoose
27.08.2003, 09:31
Original geschrieben von Schädelspalter
:confused: :rolleyes: :eek:
Knecht? Ich bin doch längst kein Zivi mehr :D , sondern ein aus dem Famulaturlaub braungebrannter Studi :D ;) :-p

Ich kann ja auch nichts dafür, das Famulus "Knecht" heisst...auch wenn es da scheinbar andere Auffassungen von Arbeitsmoral gibt.

RS-USER-Schädelspalter
27.08.2003, 20:08
Jaja, dieser Zeitgeist. Aktuell ist diese Bezeichnung nicht mehr ;) , denn "knechten" mußte ich (zumindest in dieser Famulatur) nicht. Ich hatte genügend Zeit, die Stadt anzusehen - morgen sind die Bilder fertig, mal sehen, ob ich welche hier poste.
Aber zurück zu Berufsbezeichnungen im geschichtlichen Kontext:
Als mein Chef ein englisches Empfehlungsschreiben für mich verfaßte, hatte er aus einem recht alten und sehr dicken Pathologiebuch die aus dem Deutschen entlehnte Bezeichnung "Diener" für "Sektionsgehilfe" gefunden. Weiß jemand, ob das aktuell ist, oder noch aus Shakespeares Zeiten stammt? ;)

der Irritator
27.08.2003, 20:29
Ich weiß, dass es bis vor einigen Jahren in der Schweiz die Berufsbezeichnung "Sektionsdiener" gab. Ob sie noch aktuell ist und ob es sich dabei um einen echten Ausbildungsberuf handelt, kann ich dir leider nicht sagen. ;)

nefgeländefahrer
28.08.2003, 09:08
den beruf gib immer noch ...wird glaube ich nur noch in berlin ausgebildet....aber mangels azubis schon lange nicht mehr ausgebildet....

RS-USER-schmoelzi
28.08.2003, 09:33
Ist sicher eine super Stellenanzeige:

Gesucht wird:

Sektionsdiener-Lehrling

Wir bieten:

Sicheren Arbeitsplatz
Geregelte Arbeitszeiten
Sozialleistungen wie: gratis Obduktion für die ganze Familie und nette Familiengruft am Friedhof ihrer Wahl

Anforderungsprofil:

Abgeschlosse Schulbildung
starker Magen
Vorliebe für Horror- und Splattermovie

nefgeländefahrer
28.08.2003, 10:55
achja...hab mal nachgesehen der beruf heißt jetzt anders...
Medizinische/r Sektions- und Präparationsassistent/in: Kurzbeschreibung


Bilder zur Ausbildung
Bilder zur Tätigkeit


Aufgaben und Tätigkeiten im Überblick

Medizinische Sektions- und Präparationsassistenten/-assistentinnen assistieren Ärzten in pathologischen Instituten. Sie wirken bei Obduktionen, Konservierungsverfahren verschiedener Art einschließlich Einbalsamierung, bei anatomischen Präparationen und der Desinfektion und Sterilisation mit. Dabei sind sie für den ordnungsgemäßen Zustand der Arbeitsräume, der Instrumente und Geräte sowie für die Einhaltung der Hygienevorschriften zuständig.

Im Allgemeinen sind medizinische Sektions- und Präparationsassistenten/-assistentinnen in Krankenhäusern und Kliniken tätig. Insbesondere arbeiten sie dort in den Räumlichkeiten von anatomischen Instituten oder im Obduktionsbereich von pathologischen bzw. rechtsmedizinischen Instituten.

Die Ausbildung im Überblick

Bei dem Ausbildungsgang Medizinische/r Sektions- und Präparationsassistent/in handelt es sich um eine landesrechtlich geregelte schulische Ausbildung an der Lehranstalt für medizinische Sektions- und Präparationsassistenten in Berlin.

Die Ausbildung dauert 1 Jahr (ein halbes Jahr schulischer Lehrgang mit anschließendem halbjährigen Berufspraktikum).

nefgeländefahrer
28.08.2003, 10:56
Medizinische/r Sektions- und Präparationsassistent/in: Inhalte/Ablauf/Abschluss


Ausbildungsaufbau

Lehrplan für die sechsmonatige theoretische und praktische Ausbildung zum/zur medizinischen Sektions- und Präparationsassistenten/-assistentin

Unterrichtsfach
Stundenzahl

Einführung in das Aufgabengebiet des Sektions- und Präparationsassistenten
2

Aufgabe und Bedeutung der Sektion in der modernen Medizin, Allgemeine Krankheitslehre, Berufskrankheiten
32

Grundlagen der Anatomie
62

Grundlagen der Physiologie
60

Hygiene, Mikrobiologie, Desinfektion
30

Tierpflege, Tierstallwartung
10

Einführung in das Aufgabengebiet der Gerichtsmedizin
24

Berufskunde, Einführung in das Gesundheitsrecht, Strafrecht, Bürgerliche Recht und das Verwaltungsrecht; Staatsbürgerkunde
38

Saal- und Kapellendienst, Umgang mit Bestattern und Leidtragenden
8

Instrumentenkunde, Schriftverkehr
8

Assistenz bei der Durchführung von Sektionen, Sektionsmethoden, Sektions- und Präparationsübungen
78

Präparationsübungen, Herrichten und Aufstellen von Sammlungspräparaten, Mazeration, Entfettung, Injektions- und Korrosionsmethoden, Konservieren ganzer Organe
78

Fotografie und Grundgebriffe der Optik
60

Unfallverhütung, erste Hilfe
10

Gesamtsumme der Unterrichtsstunden
500



(zum Seitenanfang)

Ausbildungsinhalte
In der theoretischen Ausbildung lernen die Schüler/innen beispielsweise:

welches die Aufgabe und Bedeutung der Sektion in der modernen Medizin ist

wie die häufigsten Krankheiten entstehen und wie man sie diagnostiziert

welche typischen Berufskrankheiten es gibt

wie der Mensch anatomisch aufgebaut ist

wie die physiologischen Vorgänge im Körper ablaufen

wie Mikroorganismen aufgebaut sind, wie ihr Stoffwechsel funktioniert und wo sie auftreten können

welche Maßnahmen zur Hygiene (z.B. Desinfektion und Sterilisation) man bei Sektions- und Präparationsarbeiten ergreifen sollte

wie man Tiere pflegt und ihre Ställe wartet

welches die Aufgaben der Gerichtsmedizin sind

welche gesundheits-, straf- und verwaltungsrechtlichen Vorschriften bei der Sektion und Präparation zu beachten sind

wie man den Saal- und Kapellendienst versieht

wie man mit Bestattern und Leidtragenden umgeht

wie man den berufsspezifischen Schriftverkehr führt

wie man Sektionen bzw. Obduktionen durchführt, welche Sektionsmethoden es gibt und welche Instrumente man dabei benutzt

wie man anatomische Präparate herstellt und eine Sammlung von Präparaten aufbaut

wie man Methoden der Mazeration, Entfettung, Injektion und Korrosion anwendet

wie man Körper und ganze Organe fixiert und konserviert (z.B. durch Einbalsamierung)

wie man Arbeiten fotografisch dokumentiert

wie man Unfälle vermeidet und in Notfällen erste Hilfe leistet

Praktische Übungen

ergänzen den theoretischen Unterricht. Dabei lernen die Schüler/innen Sektions- und Präparationsmethoden kennen, assistieren bei Sektionen und Präparationen und führen sie schließlich selber aus.

Während des Berufspraktikums

werden die im Unterricht erworbenen Kenntnisse vertieft und angewendet. Das Berufspraktikum findet an Instituten für Anatomie, Pathologie oder Gerichtsmedizin oder an pathologischen Instituten von Krankenhäusern unter ärztlicher Aufsicht statt und dauert 6 Monate.

Die Rechtsgrundlagen finden Sie in Rechtliche Regelungen.

(zum Seitenanfang)

Ausbildungsabschluß, Nachweise und Prüfungen
Ausbildungsabschluss

Es handelt sich um eine staatliche Prüfung, die nur in Berlin auf der Grundlage der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Medizinische Sektions- und Präparationsassistenten durchgeführt wird.

Erforderliche Nachweise

Die Zulassung zur Abschlussprüfung setzt voraus, dass während der Ausbildung alle erforderlichen Leistungsnachweise erbracht wurden. Dazu stellt der Leiter der Lehranstalt eine Bescheinigung über die regelmäßige Teilnahme am Lehrgang aus. Während der praktischen Unterweisung muss ein Berichtsbuch geführt werden.

Erforderliche Prüfungen

Die Ausbildung wird mit einer mündlichen und praktischen Prüfung abgeschlossen. Im praktischen Teil der Prüfung muss der Prüfling Aufgaben zur Sektion und Organpräparation oder -konservierung lösen. Mündliche Prüfungsfächer sind alle berufsspezifischen Unterrichtsfächer.

Die Prüfung ist bestanden, wenn mindestens ausreichende Leistungen in allen Prüfungsfächern erreicht sind.

Nach der bestandenen Prüfung und dem ordnungsgemäß abgeleisteten Berufspraktikum (das innerhalb eines Jahres nach bestandener Prüfung durchgeführt werden muss) wird die staatliche Anerkennung erteilt.

Prüfungswiederholung

Jeder nicht bestandene Teil der praktischen und mündlichen Abschlussprüfung kann einmal innerhalb von 6 Monaten nach der Prüfung (frühestens nach 3 Monaten) wiederholt werden. Eine zweite Wiederholung ist mit Ausnahmegenehmigung der zuständigen Schulbehörde möglich.

Prüfende Stelle

Die Prüfung wird bei einem staatlichen Prüfungsausschuss abgelegt.

Die Rechtsgrundlagen finden Sie in Rechtliche Regelungen.

(zum Seitenanfang)

Abschlußbezeichnung

Die Abschlussbezeichnung lautet: Staatlich geprüfter medizinischer Sektions- und Präparationsassistent/Staatlich geprüfte medizinische Sektions- und Präparationsassistentin.

(zum Seitenanfang)

Ausbildungsform

Die Ausbildung findet nur in Berlin an der Lehranstalt zur Ausbildung von medizinischen Sektions- und Präparationsassistenten am Krankenhaus Neukölln in Zusammenarbeit mit anderen Lehranstalten, die zur Ausbildung von Medizinalhilfsberufen berechtigt sind, in Blockform statt. Sie besteht aus einem theoretischen und praktischen Lehrgangsteil und einem anschließenden Berufspraktikum an Instituten für Anatomie, Pathologie oder Gerichtsmedizin oder pathologischen Instituten von Krankenhäusern unter Aufsicht eines spezialisierten Arztes/einer spezialisierten Ärztin.

nefgeländefahrer
28.08.2003, 10:57
Medizinische/r Sektions- und Präparationsassistent/in: Eignung/Interessen


Interessen
Förderlich:

Interesse an Medizin, besonders der Anatomie

Interesse an Biologie
(z.B. Mikrobiologie)

Neigung zu feinmanueller Arbeit
(z.B. Gewebeproben entnehmen, mikroskopische Untersuchungen durchführen)

Neigung zu exakter, sauberer Arbeit
(z.B. genaues Einhalten der Hygienevorschriften)

Nachteilig:

Abneigung gegen Umgang mit Chemikalien
(z.B. zur Konservierung)

Abneigung gegen anhaltend konzentrierte Tätigkeit
(z.B. bei der Anwendung von verschiedenen Sektions- und Präparationsmethoden)

Abneigung gegen Gerüche
(Chemikalien, Verwesungsgerüche)

(zum Seitenanfang)

Fähigkeiten
Notwendig:

Von den folgenden Fähigkeiten ist für die Berufsausbildung und Berufsausübung jeweils ein bestimmter Mindestausprägungsgrad notwendig. Ein darüber hinausgehender (höherer) Ausprägungsgrad ist meist vorteilhaft.

Durchschnittliches allgemeines intellektuelles Leistungsvermögen
(Bezugsgruppe: Personen mit Hauptschulabschluss)

Durchschnittliche Wahrnehmungs- und Bearbeitungsgeschwindigkeit
(z.B. beim Mikroskopieren)
(Bezugsgruppe: Personen mit Hauptschulabschluss)

Handgeschicklichkeit
(Herstellen von anatomischen Präparaten, Durchführen von Desinfektions- und Sterilisationsmaßnahmen)

Durchschnittliche praktische Anstelligkeit
(Einbalsamierung, Umgang mit Geräten und Instrumenten)

Förderlich:

Keine Angaben

(zum Seitenanfang)

Kenntnisse und Fertigkeiten
Notwendig:

Von den folgenden Kenntnissen und Fertigkeiten ist für die Berufsausbildung jeweils ein bestimmter Mindestausprägungsgrad notwendig. Ein darüber hinausgehender (höherer) Ausprägungsgrad ist meist vorteilhaft.

Durchschnittliche Kenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern
(Bezugsgruppe: Personen mit Hauptschulabschluss)

Annähernd durchschnittliche Leistungen in Deutsch
(z.B. Praktikumsbericht erstellen)
(Bezugsgruppe: Personen mit Hauptschulabschluss)

Annähernd durchschnittliche Kenntnisse im Rechnen/ Mathematik
(Bezugsgruppe: Personen mit Hauptschulabschluss)

Förderlich:

Gute Kenntnisse in der Datenverarbeitung
(z.B. zur Dokumentation von Untersuchungsergebnissen)

(zum Seitenanfang)

Arbeitsverhalten
Notwendig:

Genaue, sorgfältige Arbeitsweise
(z.B. bei der Anfertigung einer Mikrofotografie)

Umsicht und Sorgfalt
(z.B. bei der Herstellung eines Handknochenpräparats)

Sinn für Sauberkeit, Hygienebewusstsein
(z.B. bei der Vorbereitung von Leichen für die Obduktion)

Einfühlungsvermögen, Taktgefühl, Geduld
(angemessener Umgang mit Angehörigen)

Befähigung zu selbstständigem Arbeiten, aber auch Bereitschaft zu zuarbeitender Tätigkeit
(z.B. Ärzten in pathologischen Instituten assistieren)

Förderlich:

Befähigung zu gleich bleibender Aufmerksamkeit,
(z.B. beim Durchführen von Sektionen, mikroskopischen Untersuchungen)

Nachteilig:

Keine Angaben

Ausschließend:

Starke und unüberwindliche Ekelreaktionen auf Fleisch- und Blutgeruch

RS-USER-Schädelspalter
28.08.2003, 14:51
@Ganskow: vielen Dank für die ausführliche Beschreibung. Jetzt weiß ich wenigstens, wem ich jahrelang den Job weggenommen habe :D
In dem kleinen pathol. Institut, in dem ich gearbeitet habe, teilen sich einige Medizinstudenten einige der Aufgaben eines/r "Medizinischen/r Sektions- und Präparationsassistenten/in" - wir sind also alle nur angelernt. Ach, was soll`s: ich war jung und ich brauchte das Geld :D

der Irritator
28.08.2003, 15:04
Original geschrieben von Schädelspalter
...
In dem kleinen pathol. Institut, in dem ich gearbeitet habe, teilen sich einige Medizinstudenten einige der Aufgaben eines/r "Medizinischen/r Sektions- und Präparationsassistenten/in" - wir sind also alle nur angelernt. Ach, was soll`s: ich war jung und ich brauchte das Geld :D
Aber das macht doch nichts, wenn man bedenkt, dass es sich hier um eine schulische Ausbildung handelt (d. h. die Azubis bekommen kein Geld - mehr noch, sie müssen dafür bezahlen, bzw. Schutzkleidung, Lehrmittel etc. müssen selbst gekauft werden.) ;)
Wieviel die Jungs/Mädels nach der Ausbildung verdienen, habe ich nicht rausfinden können.

nefgeländefahrer
28.08.2003, 17:39
wie so viele andere assistentenberufe..........