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RS-USER-Peter Artz
29.09.2003, 09:58
Hallo ihrs,

mal eine Frage zum diskutieren.
Wenn ein Kind Windpocken hat kann er ja auch Überträger sein, klar. Wenn das Kind aber an einen Erwachsenen überträgt, der aber aufgrund einer bereits abgelaufenen Windpockenkrankheit immun ist, kann dieser Erwachsene trotzdem noch Überträger sein?

Wenn ja wie hoch ist das Risiko?

Die Problematik: Mein kleiner Neffe (6. Jahre) hat die Windpocken, ich selber hatte sie schon. Da ich aber am Mittwoch auf einer Neugeborenen-Station inkl. Kreissaal arbeiten werde, stellt sich bei mir die Frage ob ich den Erreger potentiell weiter geben kann - ich denke mal ein Neugeborenes wird nicht sehr erfreut sein über eine Windpockeninfektion...

:confused:

Die Führungsnull
29.09.2003, 10:15
Wenn mich mein Gedächtnis nicht ganz täuscht, erkrankt man zwar nicht, ist aber trotzdem Überträger. Ähnlich wie bei Salmonellen oder dem HIV

RS-USER-Peter Artz
29.09.2003, 10:20
Das ist auch meine Vermutung! Gibt es jemand der es sicher weiß?

Die Führungsnull
29.09.2003, 10:37
Robert-Koch-Institut? Infektionsabteilungen in Uni-Kliniken? 11833? ;)

RS-USER-Peter Artz
29.09.2003, 10:44
Original geschrieben von Die Führungsnull
Robert-Koch-Institut? Infektionsabteilungen in Uni-Kliniken? 11833? ;)

RKI - gar kein so schlechter Gedanke

RS-USER-DoktorW
29.09.2003, 10:50
Ich habe dummerweise kein Buch hier nach Frankreich mitgenommen aber ich weiß auch noch was aus dem Kopf *fg*

Der Erreger persisitiert sowieso in jedem, der die Windpocken schon einmal hatte. Daher kommt dann auch die Gürtelrose!

Neugeborene müssten eigentlich noch einen Nestschutz von der Mutter haben und dürften somit nicht erkranken.

Die beste Lösung finde ich wäre den entsprechenden Arzt am Mi zu fragen was er davon hält!

gruß
W

RS-USER-Peter Artz
29.09.2003, 10:53
Original geschrieben von DoktorW
Ich habe dummerweise kein Buch hier nach Frankreich mitgenommen aber ich weiß auch noch was aus dem Kopf *fg*

Der Erreger persisitiert sowieso in jedem, der die Windpocken schon einmal hatte. Daher kommt dann auch die Gürtelrose!

Neugeborene müssten eigentlich noch einen Nestschutz von der Mutter haben und dürften somit nicht erkranken.

Die beste Lösung finde ich wäre den entsprechenden Arzt am Mi zu fragen was er davon hält!

gruß
W
hm ich denke das is das klügste...

DerBlinde
29.09.2003, 12:12
Ja, HS-Viren "überwintern" im Körper, wie der W schon gesagt hat. Infektiös ist man aber nur beim Vorhandensein von Effloreszenzen. Also, wenn das Kind die Windpocken hat oder eben die Oma ihre aktive Gürtelrose. Man selber ist nicht so ohne Weiteres Überträger (sonst wäre es der Kollege auf der Station sicher auch ;)).
Dem IMPP beliebte es früher ganz viele Fragen zu genau der Problematik zu stellen ;) ... Meist nicht in Päd, sondern in Arbeits- oder eben Allgemeinmedizin :D :D :D

RS-USER-Peter Artz
29.09.2003, 12:14
Original geschrieben von DerBlinde
Ja, HS-Viren "überwintern" im Körper, wie der W schon gesagt hat. Infektiös ist man aber nur beim Vorhandensein von Effloreszenzen. Also, wenn das Kind die Windpocken hat oder eben die Oma ihre aktive Gürtelrose. Man selber ist nicht so ohne Weiteres Überträger (sonst wäre es der Kollege auf der Station sicher auch ;)).
Dem IMPP beliebte es früher ganz viele Fragen zu genau der Problematik zu stellen ;) ... Meist nicht in Päd, sondern in Arbeits- oder eben Allgemeinmedizin :D :D :D

Danke - auch für den IMPP-Hinweis ... wird irgendwann für mich mal relevant sein zu wissen wonach das IMPP fragt :D

DerBlinde
29.09.2003, 12:21
Original geschrieben von Peter Artz
Danke - auch für den IMPP-Hinweis ... wird irgendwann für mich mal relevant sein zu wissen wonach das IMPP fragt :D

NP :)
Das wird Dir dann aber auch die schwarze Reihe sehr detailliert sagen... ;) :D

RS-USER-DerDings
29.09.2003, 13:10
erklärt einem ösi doch mal was diese sagenumwobene "schwarze reihe" ist - ein fragenkatalog zur prüfungsvorbereitung etwa ???

RS-USER-DoktorW
29.09.2003, 13:14
guckst du hier (http://www.thieme.de/titel/studium_humanmedizin_schwarze_reihe.html)

gruß
W

Hubschrauberfanatiker
29.09.2003, 17:23
Das ist der letzte scheiss, der auch noch eine Menge Kohle kostet:mad: :mad:
GK3 z.B. 350 Euro was für ein Wucher, aber was soll man gegen das Monopol machen.:mad: :mad:

Ropi
29.09.2003, 17:24
Hallo
würde auf jeden fall einen klinischen virologen fragen oder das RKI !

da nicht alle neugeborenen den Nestschutz haben
eine Erstinf. der Schw. in den letzten 6 SSW sehr gefährlich für das Neug. werden kann
Immun nur bedeutet, das du schon b-Zellen hast, die wissen wie der AK herzustellen ist - aber die müssen auch erst mal das bauen anfangen. - bis dahin kann sich der Virus vermehren und u:U auch ausgeschieden werden kann.


Original geschrieben von Peter Artz
Hallo ihrs,

mal eine Frage zum diskutieren.
Wenn ein Kind Windpocken hat kann er ja auch Überträger sein, klar. Wenn das Kind aber an einen Erwachsenen überträgt, der aber aufgrund einer bereits abgelaufenen Windpockenkrankheit immun ist, kann dieser Erwachsene trotzdem noch Überträger sein?

Wenn ja wie hoch ist das Risiko?

Die Problematik: Mein kleiner Neffe (6. Jahre) hat die Windpocken, ich selber hatte sie schon. Da ich aber am Mittwoch auf einer Neugeborenen-Station inkl. Kreissaal arbeiten werde, stellt sich bei mir die Frage ob ich den Erreger potentiell weiter geben kann - ich denke mal ein Neugeborenes wird nicht sehr erfreut sein über eine Windpockeninfektion...

:confused:

DerBlinde
29.09.2003, 17:27
Aber da er kein Überträger ist, ist auch keine Gefahr in Verzug. Völlig unabhängig von einem vorhandenen oder auch nicht vorhandenen Nestschutz.

RS-USER-Cypher
29.09.2003, 20:26
Ich hatte die Windpocken Anfang des Jahres ... irgendwie war das gar nicht lustig ...

Hubschrauberfanatiker
29.09.2003, 22:55
Wenn ich Windpocken höre, dann mache ich nen großen Bogen, weiß nämlcih nicht sicher ob ich die gehabt habe. Muss mal in der Mikrobio meinen Titer bestimmen lassen:D

RS-USER-Hoppla-Daisy
01.10.2003, 13:32
Ich bin damals ca. 2 Wochen vor der Geburt meiner Tochter mit einem Windpocken-Kind (zunächst unwissentlich selbstredend) zusammen gewesen. Als dann der Anruf kam, das Kind hätte definitiv die Windpocken, dachte ich zunächst "Ach, die haste ja schon als Zwerg gehabt". Aus einer komischen Ahnung heraus habe ich an jenem Freitagabend um 17.55 Uhr doch noch meinen Gyn angerufen, der flugs in meiner Akte nachsah und mit Schrecken feststellte, dass mein Schutz nicht ausreichend sei. Daraufhin habe ich nach seiner Aussage sofort am nächsten Tag den "teuersten Hintern von Krefeldund Umgebung" bekommen = einige Milliliter Varizellon (oder wie das hieß) aus allen Kliniken im Umkreis zusammen geklaubt.

Hätte ich nicht angerufen, wäre mein Kind heute wohl schwerstbehindert! Und wenn man dann auf der Station hört: "Machen sie sich mal keine Sorgen, wir treiben jeden erforderlichen Milliliter auf!" und im Nebenzimmer sagt jemand: "Verdammt, wo bekommen wir denn jetzt die restl. ml her???? Sch***.....", ohne zu wissen, dass die verängstigte werdende Mutter nebenan sitzt, also da geht einem schon ganz schön die Muffe, das kann ich Euch sagen!

Nun aber die Frage an die Damen/Herren Experten ;): Wie kann es sein, dass man zweimal im Leben die Windpocken bekommt? Wie einer meiner Vorschreiberlinge dachte ich auch immer, dass man dann in jedem Fall eine Gürtelrose entwickeln würde. Nun ja, heute weiß ich sicher, dass ich damals auch nochmal die Windpocken bekommen hätte, wenn ich nicht umgehend dieses Zeugs gespritzt bekommen hätte.....ich bekam sie nämlich dann einige Jahre später aus dem Kindergarten meiner Tochter mitgebracht (war gar nicht lustig...selten so krank gefühlt).

Wer es heute wagt, mit einem Windpocken-Kind auch nur kurz das Haus zu verlassen, und ich sollte das zufällig mitbekommen, der bekommt dermaßen einen Einlauf von mir, das könnt ihr mir glauben! Denn, weiß man, ob einem nicht eine werdende Mutter im ersten Schwangerschafts-Drittel oder den letzten 4-6 Wochen (naja, da ist es dann ja meist unübersehbar...) zufällig über den Weg läuft und dann unwissentlich richtig den "Segen" mitbekommt?!

Ich ereifere mich schon wieder *ommmmmmmmm zur Beruhigung*.... aber die Dummheit und Rücksichtslosigkeit mancher Zeitgenossen treibt mich einfach auf die Palme!

Grüße
Daisy

Back to life machine
01.10.2003, 18:48
Vielleicht ein paar Kommentare..


Original geschrieben von Hoppla-Daisy
Gyn angerufen, der flugs in meiner Akte nachsah und mit Schrecken feststellte, dass mein Schutz nicht ausreichend sei.


Hat der Gyni das routinemäßig untersucht? Meines Wissens wird das routinemäßig nicht gemacht.


Original geschrieben von Hoppla-Daisy


Nun aber die Frage an die Damen/Herren Experten ;): Wie kann es sein, dass man zweimal im Leben die Windpocken bekommt? Wie einer meiner Vorschreiberlinge dachte ich auch immer, dass man dann in jedem Fall eine Gürtelrose entwickeln würde. Nun ja, heute weiß ich sicher, dass ich damals auch nochmal die Windpocken bekommen hätte
Grüße
Daisy

Jemand, der schon mal Windpocken hatte, bekommt höchstens in immunsupprimiertem Zustand unter Umständen nochmal Windpocken. Auf keinen Fall hättest Du sicher die Windpocken bekommen. Allenfalls mit einem geringen Risiko (zur genaueren Einschätzung müsste ich deine Unterlagen gesehen haben)



Original geschrieben von Hoppla-Daisy
Wer es heute wagt, mit einem Windpocken-Kind auch nur kurz das Haus zu verlassen, und ich sollte das zufällig mitbekommen, der bekommt dermaßen einen Einlauf von mir, das könnt ihr mir glauben! Denn, weiß man, ob einem nicht eine werdende Mutter im ersten Schwangerschafts-Drittel oder den letzten 4-6 Wochen (naja, da ist es dann ja meist unübersehbar...) zufällig über den Weg läuft und dann unwissentlich richtig den "Segen" mitbekommt?!


Also die Windpocken sind ja gerade deshalb so relativ unproblematisch, weil eine so hoher Durchseuchungsgrad besteht
Ich bin zwar auch kein Fan von "Windpockenpartys", aber das geht mir doch ein bischen zu weit, zumal richtig gefärdet nur bisher nicht Windpockenerkrankte Mütter (bzw. deren Babys) um denGeburtstermin herum sind.

RS-USER-Hoppla-Daisy
01.10.2003, 20:26
Mein Gyn hat auf alle wichtigen Infektionskrankheiten routinemäßig untersucht, damit er völlig im Bilde ist, auch wenn er es laut eigener Aussage nicht bezahlt bekam.

War ein gewissenhafter, in jeder Beziehung guter Gyn, soweit ich das beurteilen kann. Auf jeden Fall war ich ihm für sein Engagement sehr, sehr dankbar!

Meine Aufregung war vielleicht in der Tat etwas "over the top", aber ich habe vor einiger Zeit eine Freundin auf einem Familientag der Pferderennbahn gesehen - mit ihren windpockenkranken Kindern im Schlepptau! Sowas muss nun wirklich nicht sein! Menschenmassen sollte man da meines Erachtens doch möglichst meiden.

Daisy

PS: Mir fällt gerade ein.... als ich vor zwei Jahren in die Praxis kam mit meinem eigenen Windpockenverdacht, war eine Angestellte meines Arztes im ersten Schwangerschaftsdrittel - was ich natürlich nicht wusste. Die durfte auch zum "Hinternpieksen" antreten. Scheint also doch öfters vorzukommen, gelle?! Und als werdende Mutter hast Du echt Panik, dass irgendetwas mit dem Kind passieren könnte, was außerhalb deiner Kontrolle liegt.