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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Propofol oder Trapanal?



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RS-USER-Katja
20.10.2003, 16:34
Ist Trapanal überhaupt zugelassen als Dauermedikament?

Ja, aber die Gesamtdosis während der Narkose soll 1000mg nicht überschreiten. Das ist nichts für einen sechsstündigen Eingriff ;) Sagen wir's so: Ich habe es noch nie gesehen. Bei uns zumindest wird es nicht gemacht.



Noch eine Frage was haltet ihr von Dormicum hochdosiert mit Fenta kombiniert?
Wie lange willst Du den Patienten postOP schlafen lassen? Tage oder Stunden? Bei der HWZ von Dormicum kannst Du ein Intensivbett über mehrere Tage "blockieren", weil die Patienten auch nach Tagen noch schläfrig und teils ateminsuffizient sind, was durch Fenty eher verstärkt wird.

Reanimator
21.10.2003, 18:30
Original geschrieben von Katja


Wie lange willst Du den Patienten postOP schlafen lassen? Tage oder Stunden? Bei der HWZ von Dormicum kannst Du ein Intensivbett über mehrere Tage "blockieren", weil die Patienten auch nach Tagen noch schläfrig und teils ateminsuffizient sind, was durch Fenty eher verstärkt wird.


Ich dachte immer, Dormicum hätte eine HWZ von 30-40min, im Gegensatz zu Diazepam mit ~24h.
Aber in will ja nicht in den Affären von Anästhesisten meddlen... :D :cool: :D

RS-USER-Katja
22.10.2003, 08:21
Original geschrieben von Trekker
Ich dachte immer, Dormicum hätte eine HWZ von 30-40min, im Gegensatz zu Diazepam mit ~24h.

Denken ist immer gut :)
Die HWZ einer EInzeldosis Midazolam liegt zwischen 30 und 60 Minuten und es gilt damit als einziges kurzwirksames Benzo. Konkret krass korrekt :D
Willst Du es kontinuierlich geben (und da ist es definitiv das beste Benzo, das sich eignet, wenn man nicht Jahre auf das Wachwerden des Patienten warten möchte...), kommt die kontext-sensitive Halbwertszeit ins Spiel. Und die liegt bei etwa 90 Minuten. Wenn man den Patienten wieder wachmachen will am Ende, muß man die Infusionsrate während der OP-Zeit also kontinuierlich wieder absenken - und Hubi fragte nach HOCHDOSIS Dormicum mit Fentanyl.
Wobei es bei Patienten mit Langzeitsedierung oder entsprechend "vorgearbeitetem" Metabolismus erstaunliche Mengen sein können, die die wegschlucken und trotzdem glockenwach sind ;)

Hubschrauberfanatiker
22.10.2003, 11:19
Katja ich meinte nicht während der OP sondern hochdosiert als Intibationsdosis.

Reanimator
22.10.2003, 16:55
Danke Katja, wieder was dazugelernt!:)

Aber mit Langzeitbehandlung kenne ich mich nicht aus, damit habe ich ja auch im Allgemeinen nichts zu tun...

Das, was mir noch ein bisschen Kopfzerbrechen bereitet ist (manchmal) die Entscheidung zwischen

'Stay-and-play'
und
'Scoop-and-run'
:confused:
Aber ich befürchte/denke, dabei wird es bleiben - es ist bei Einsätzen in der "Grauzone dazwischen" immer eine Einzelfallentscheidung.
Aber je besser ich mich in der Frage "Wie geht es im Krankenhaus weiter" auskenne, desto leichter wirds. :cool:

RS-USER-Katja
22.10.2003, 21:14
@Hubi: Entschuldige, das hatte ich falsch verstanden. Das ist total problemlos (unter den üblichen Vorbedingungen: Keine Abhängigkeit, keine Allergie, am besten vorher Volumen aufgefüllt...)-


Original geschrieben von Trekker
die Entscheidung zwischen
'Stay-and-play'
und
'Scoop-and-run'
:confused:
Aber ich befürchte/denke, dabei wird es bleiben - es ist bei Einsätzen in der "Grauzone dazwischen" immer eine Einzelfallentscheidung.
Ja, auf jeden Fall. Wobei der Einzelfall sowohl vom Patient als auch vom Rettungspersonal (Arzt incl.) als auch von der Struktur der krankenhäuslichen Versorgung abhängt. Bei uns ist man eigentlich innehalb einer Viertelstunde immer in einem Krankenhaus (wenn's wirklich brennt halt per Hubschrauber) und eigetlich immer erstmal an der richtigen Adresse weil Krankenhaus der Maximalversorgung - wenn Du irgendwo auf dem platten Land einen Koronarsyndrompatienten hast und kein Krankenhaus mit PTCA-Platz/Thoraxchirurgie in der Nähe, wird Dein Behandlungsschema wahrscheinlich anders aussehen. Bei uns wird in der Regel auf dem Wagen keine Lyse gemacht - bei langen Anfahrten dagegen wäre es u.U. Mittel der Wahl.
Mit Stay&Play kannst Du eher mal eine Chance kaputtwarten....


Aber je besser ich mich in der Frage "Wie geht es im Krankenhaus weiter" auskenne, desto leichter wirds. :cool:
Was denkst Du mal über ein Praktikum Intensiv oder so?

Reanimator
23.10.2003, 18:48
Ich habe schon (neben dem für meine Ausbildung) Praktikas im OP (Anästhesie), in der Notaufnahme und der Intensivstation gemacht, wobei es gerade bei letzterem hier in München ziemlich schwierig ist, da einen Platz zu bekommen wo du mehr machen darfst als in Weißzeug Kaffee zu trinken, da sie natürlich ihre ganzen Studis, AiPler usw. vorziehen.
Und dann muss ich neben dem Schichtdienst auch noch Zeit haben!
Aber kommt schon wieder, keine Sorge :D

Hubschrauberfanatiker
24.10.2003, 08:56
Hi Katja habe gestern gehört das es für Propofol neue Warnhinweise gibt. Und zwar soll es bei höherer längerer Dosierung Rhabdomyolysen triggern.
Hast du da auch schon was von gehört?

DerBlinde
24.10.2003, 13:23
Was sagt denn pubmed dazu?

RS-USER-Katja
24.10.2003, 14:23
Das ist das Propofol-Infusionssyndrom - das ist aber schon länger bekannt. Oder meinst Du noch was anderes?
Bei Kindern ist Propofol deshalb NICHT zur Langzeitsedierung zugelassen (bei uns ist auch schonmal ein Kind nach NCHI-OP daran verstorben :(), da sich gerade bei Kindern unter Propofol zur Langzeitsedierung diese Rhabdomyelysen gehäuft gezeigt haben. Die sind auch fast immer tödlich verlaufen.
Für Narkosen ist ein Auftreten des Propofol-Infusionssyndroms ganz ganz vereinzelt beschrieben, es sind aufgrund der geringen Fallzahlen keine "Warnkriterien" bekannt (bzgl. Grunderkrankungen etc. als Trigger). Auch bei einzelnen langzeitsedierten Erwachsenen soll es unter Propofol zu diesem Phänomen gekommen sein; das seien oft aber multimorbide Patienten gewesen, bei denen häufig nicht an das Propofol als Ursache gedacht wird - da mag es eine höhere Dunkelziffer geben.
Kosequenz ist bei uns, daß wir auch sehr lange Kindernarkosen nicht mehr ausschließlich mit Propofol machen (außer bei V.a. MH natürlich), sondern zwischendrin über einen gewissen Zeitraum Gas nehmen und, wenn die Kids hinterher wach werden sollen, mit Propofol wieder ausleiten, weil sie angenehmer wach werden.
Und es werden natürlich keine Kinder (mehr) mit Propofol langzeitsediert.

Reanimator
25.10.2003, 12:37
MH?

Morbus Hodgins?
Was hat das mit Prop zu tun?

DerBlinde
25.10.2003, 13:27
MH heißt in dem Fall nicht Morbus Hodgekin ;), sondern MALIGNE HYPERTHERMIE ;) :)
Der "kleine" Narkosezwischenfall, bei dem sogar mal die Gasmänner die Kaffeetasse wegstellen... ;)

RS-USER-Sani
25.10.2003, 17:20
mal kurz Offtopic:

in irgendeinem Thread, der zu Anfang des Forums eröffnet wurde, ging es darum, ob Diazepam eine weisslich-milchige Flüssigkeit ist.

Bestimmt gibt es Diazepam auch als klare Flüssigkeit. Aber ich habe nun mal unsern Medi-Schrank fotographiert und hier der Beweis, dass unser Diazepam mlichig aussieht:

Reanimator
25.10.2003, 18:35
Und wie es da auch draufsteht, handelt es sich um diazepam LIPURO. Das kam lange nach dem (durchsichtigen) diazepam und wurde wegen der mit der injektion verbundenen venenreizung entwickelt.
Lipuro von Lipide=Fette

Alles klar?