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Intensivling
08.11.2003, 15:03
Original geschrieben von Defi Brillator
Da er jetzt auch noch aus der Nase blutet, möchte ich ihm ganz gerne den Druck senken... ich denke Urapidil 25mg fraktioniert i.v. könnte da ganz gut klappen...
Zwar ist RR-Senkung bei intracraieller Druckerhöhung immer ein bißchen heikel, da ich aber den hochgradigen Verdacht auf eine arterielle Blutung habe muß er erstmal n Stück runter, sonst dehnt sich die Blutung weiter aus...

Du hast einen wunderbaren Ansatz gefunden !!!!!
Da ist eines der Problematiken bei solchen Fällen, den RR niemals mit aller Gewalt runterbügeln !

Intensivling
08.11.2003, 15:05
Abendstern,

hast es schon sehr gut ausgedrückt und OSMO ist eben das mittel der Wahl mit fraktioniert Glycerin.
Die Tachykardie ist in dem Bereich wo ich die Blutung mal hingestellt habe normal.
Hirnmassenblutung nach Aneurysma im PONS Bereich.

RS-USER-fruehgriller
08.11.2003, 17:51
@ Defi Brillator

Uns wurde in der FoBi vom Neurologen der Stroke Unit erklärt, das es bei allen Cerebralen Geschehnissen es von Vorteil ist, wenn der
Zufluß und Abfluß durch die Halsgefäße unbehindert von statten geht.
Das wird schon durch eine leichte Kopfschieflage massiv behindert.
Deshalb entweder einen nicht zu engen Stifneck, oder aber ein Kopffixierungssystem für die Trage. So wie beim Spineboard.
Haben damit recht gute Ergebnisse.

Das einzige Problem ist, das einige (Ober)ärzte anscheinend nicht wissen, was Ihre Neurologen lehren. Die wollen beim Anblick der "Schanzschen Krawatte" = Stifneck für arme, den Pat erstmal auf die Chirurgie abschieben. (Wie war das bei House of God??:rolleyes: )

Wenn man dann erklärt warum, wird mann blöd gefragt, wer das erzählt hat.:rolleyes: :mad:

Alle klarheiten beseitigt?

RS-USER-Defi Brillator
08.11.2003, 17:59
Hmm, ja, danke.
Wenn man das so hört, kann man den Sinn & Zweck der Maßnahme schon nachvollziehen. Ich hatte nur gelernt, daß Stifnecks z.B. bei Pat. mit Carotisstenose ziemlich lästige Probleme machen können...
Wobei, wenn beide Carotten dicht sind, steht die Blutung :D :D D:-)

Intensivling
08.11.2003, 18:11
Fruehgriller,

bei allen cerebralen Ereignissen wie Blutungen oder ähnliches muss UNBEDINGT darauf geachtet werden das achsengerechte Lagerung erfolgt, sei es auf der Trage oder bei der Erstversorgung.
Kopfschieflage oder überstrecken sind tabu, es sei denn das es keine wirklich keine andere Möglichkeit gibt.
Es gibt für neurologische Stationenen spezielle Kopffixierungen wo die Carotiden nicht mit eingespannt werden, die sind für die Rettung zu teuer aber man kann sich helfen.
Ne dicke feuchte Mullbinde um den Kopf und Kopfteil der Trage ist ne gute Lösung ... und billig !

RS-USER-fruehgriller
08.11.2003, 22:13
Sach ich doch!!!!!

Wir haben auf dem einen RTW ein Kopf fix set mit Klettbasis. Das Basisteil belibt immer dran, bei bedarf wird links und rechtsein Polster angeklettet, und der Kopf mit klettbändern fixiert.
Selbst die Augendeckel kann der Pat dann nur noch sehr schwer bewegen!!!;) :D

Ich sach ja, WIR wissen das, die Oberdocs anscheinend weniger.

DerBlinde
09.11.2003, 07:42
Original geschrieben von Defi Brillator
...
Wobei, wenn beide Carotten dicht sind, steht die Blutung :D :D D:-)

Nicht ganz :-p ;)
Denn aufgrund des Circulus Wilisii ist weiterhin ein Zufluss ueber die A. vertebralis und basilica denkbar. Allerdings muss ich zugeben, dass der Kollateralkreislauf nur in jungen Jahren (bis Mitte/Ende 20) suffizient genug ist. ;) Andererseits heisst das wiederum, wenn der Patient alt genug ist, steht die Blutung auch nach bereits einer kompromittierten Carotis... :D :D :D

Intensivling
27.11.2003, 09:56
Also zur Auflösung :

Angonmmen war das der Pat. eine Temporalblutung rechts hat.
Der erhöhte RR ergab sich aus der Erhöhung des ICP und dadurch die Autoregulation des MAP um den CPP aufrecht zu erhalten. RR-senkende Medikamente sind in dieser Phase kontraindiziert, ausgenommen das Ebrantil, da dies nicht auf die Vasodilatation der Gefäße wirkt.
Die Tachycardie ergab sich aus einer Funtkionsstörung durch die Blutung in den Regulationszentren.
Normale Hirndruckzeichen waren erkennbar, Erbrechen und Übelkeit sind die ersten Alarmzeichen die unbedingt zu beachten sind.

Therapie:

Hyperventilation sollte nur max. 6 Stunden bei einem Ziel pCO2 von 30 erfolgen, da nach dieser Zeit die Craniellen Gefäße sich autoregulieren und der Gefäßdurchfluss somit wieder steigt.
BZ Kontrollen sind sehr wichtig da Pat. unbedingt Normoglykämisch sein sollten da sonst das Outgoing verlangsamt wird.

RS-USER-DocMezzoMix
27.11.2003, 15:53
Schönes Fallbeispiel!
Hab viel dazu gelernt! Danke und mehr davon! :-p

RS-USER-gonzo
16.02.2004, 11:38
moin

habe das heute auf der arbeit erleben dürfen bei einem bew. von mir.:(

nur war er nicht tachykard.

symptome waren stärkste kopfschmerzen urplötzlich aufgetreten und ein rr von 235/125 p.76 keine erkennbare pupillen differenz.

diagnose erschwerend war eine schon vorhandene tetraplegie.

auch der na kam nicht darauf, initial behandlung war der druck und ein später erfolgter krampfanfall.