Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pflegeplanung
Kontrolletti
06.12.2003, 10:15
stundenlang rumknuddeln und dann keine Zeit für die Pflegeplanung haben. Wie im richtigen Leben. :D:D
Nein - ist nicht böse gemeint. ;)
Aber meine Freundin (der ich das Fallbeispiel mal unter die Nase gehalten hab) meinte, das es sich bei dem Fallbeispiel um ein ganz "normales" 0815 - Beispiel für die Chirurgie handelt (in verschiedenen Büchern mit leicht geänderten Details nachlesbar), und das es da mit Sicherheit irgendwo die Lösung in schriftlicher Form gibt. Es würde ja reichen, diese zu veröffentlichen. ;)
RS-USER-Frollein
08.12.2003, 16:27
ich glaub, der Patient ist inzwischen entlassen worden. :D :-p
genau wie in der praxis...
Hallo? Wann gibt es denn nun die Auflösung?
Haallooooooooooooo
Es ist nicht sehr nett erst diese Aufgabe zu stellen und sich nicht weiter darum zu kümmern. ;) Menschen, die sich Gedanken gemacht haben, könnten sich vereimert fühlen.
Oder wartet da jemand auf eine geschriebene Klausur, die noch nicht zurück gegeben wurde? :D :D
RS-USER-rettungshamster
19.12.2003, 17:15
Info: Darüber hab ich keine Klausur geschrieben
war ja auch nur Spaß ;) - zu erkennen an den dicken Smilies.
Aber man kommt schon ins Spekulieren, wenn die Lösung so lange auf sich warten läßt. ;)
Vor allem, weil ich zumindest davon ausgehen würde, dass jemand, der eine Aufgabe stellt auch die Lösung dazu parat hat. ;)
Und wann gibt es jetzt die Lösung ?? :)
RS-USER-rettungshamster
19.12.2003, 18:07
....trommelwirbel....jetzt wirds spannend......;) .......
DIE AUFLÖSUNG :D
Probleme / Ressourcen (P oder R):
P: Pat. hat einen Sigmatumor; Anlage eines Colostomas
P: Pat. ist nervös
R: stabiles und intaktes Familienumfeld
R: Pat. zeigt Compliance
Ziel:
- selbstständiger und sicherer Umgang mit Colostoma
- Nervosität abbauen / Ängste nehmen
Maßnahme:
- Aufklärungsgespräch
- präoperative Unterweisung im Umgang mit Colostoma durch Pflegekräfte und Stomabeauftragte(r) des Hauses
- Einbeziehen der Ehefrau in Gespräche zu Nervositätsreduzierung des Patienten
P: Pat. bevorzugt fettreiche Ernährung
P: Pat. trinkt viel Kaffee
P: Pat. mag keinen Pfefferminztee
R: Pat. kann Wünsche äußern
R: Pat. zeigt Compliance
Ziel:
- fettarme und ausgewogene Ernährung herstellen
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Wohlbefinden des Pat. erreichen
Maßnahme:
- Aufklärungsgespräch über Notwendigkeit zur Veränderung der Essgewohnheiten durch Diätassistent(in)
- andere Teesorten oder Alternativen anbieten
- fettarme und ausgewogene Ernährung anbieten
- Flüssigkeitsbilanzierung
P: Pat. raucht eine Schatel Zigaretten am Tag
R: Pat. zeigt Compliance
Ziel:
- Reduktion des Tabakkonsumes auf x-Zigaretten/Tag
- Bedürfnis des Rauchens und dessen Notwendigkeit für den Pat. wahrnehmen
Maßnahme:
- Aufklärungsgespräch durch PK in Bezug auf Zigarettenreduktion
- tägl. kontrollierte Zigarettenabgabe
P: Pat. hat trockenen Hautzustand an beiden Händen
R: kann selbstständig Körperpflege durchführen
Ziel:
- normodermatologischer Hautzustand an beiden Händen erreichen
- Wohlbefinden des Pat. herstellen
Maßnahme:
- bereitstellen von W/Ö-Emulsionen zur Hautpflege
- Anleitung über Dauer und Häufigkeit der Einreibung
- Dokumentation des Hautzustandes
P: Pat. neigt zu Obstipation
R: Pat. ist mobil
R: zeigt Compliance
Ziel:
- regelmäßige Defäkation
- Wohlbefinden des Pat. herstellen
Maßnahme:
- ballaststoffreiche Ernährung
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Mobilisation
- postoperative Frühmobilisation beachten
P: Pat. neigt zu einer Nykturie
R: kann selbstständig zur Toilette gehen
Ziel:
- weitere Störungen im Nachtrhythmus vermeiden
Maßnahme:
- Flüssigkeitszufuhr bilanzieren
- Auf Nacht nicht mehr soviel trinken lassen
- vor dem schlafen gehen den Pat. noch mal zur Miktion anhalten
P: Pat. schläft schlecht ein
R: liest bei Schlafstörungen oder sieht TV
Ziel:
- Normale Einschlafphase herstellen
Maßnahme:
- unruhige Umgebung vermeiden (Störquellen ausschalten)
- TV schauen und Bücher lesen lassen
- evtl. Entspannungsbäder anbieten
Und jetzt kanns zerpflückt werden ;) :-p
Original geschrieben von rettungshamster
Und jetzt kanns zerpflückt werden ;) :-p
Wieso? Ich denke das soll die Auflösung der Aufgabe sein. Außerdem wurde Pflegeliesls Lösungsansatz ja auch noch nicht ausgewertet.
Original geschrieben von rettungshamster
Maßnahme:
- Aufklärungsgespräch
hat doch schon statt gefunden. So stand es jedenfalls auf der ersten Seite.
Original geschrieben von rettungshamster
Maßnahme:
- präoperative Unterweisung im Umgang mit Colostoma durch Pflegekräfte und Stomabeauftragte(r) des Hauses
theorie und praxis....
Wann soll das denn bitte stattfinden? Als die Daten erhoben wurden ist bereits der Nachmittag vorbei. Die Op soll bereits am nächsten Tag erfolgen. Da mit Sicherheit noch eine orthograde Darmspülung ansteht (die von vielen Patienten als unglaublich schlauchend empfunden wird) würde ich den armen Mann nicht zwischen 2 "Sitzungen" noch mit der Colostoma-Unterweisung stressen. So etwas hat immer dann Sinn, wenn der Patient zur Op noch wenigstens 1-2 volle Tage Zeit hat.
Original geschrieben von rettungshamster
P: Pat. bevorzugt fettreiche Ernährung
P: Pat. trinkt viel Kaffee
P: Pat. mag keinen Pfefferminztee
R: Pat. kann Wünsche äußern
R: Pat. zeigt Compliance
Ziel:
- fettarme und ausgewogene Ernährung herstellen
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Wohlbefinden des Pat. erreichen
Maßnahme:
- Aufklärungsgespräch über Notwendigkeit zur Veränderung der Essgewohnheiten durch Diätassistent(in)
- andere Teesorten oder Alternativen anbieten
- fettarme und ausgewogene Ernährung anbieten
- Flüssigkeitsbilanzierung
Das wird doch wohl erst mehrere Tage postop. statt finden. Erst mal ist Kostaufbau angesagt.
Original geschrieben von rettungshamster
P: Pat. raucht eine Schatel Zigaretten am Tag
R: Pat. zeigt Compliance
Ziel:
- Reduktion des Tabakkonsumes auf x-Zigaretten/Tag
- Bedürfnis des Rauchens und dessen Notwendigkeit für den Pat. wahrnehmen
Maßnahme:
- Aufklärungsgespräch durch PK in Bezug auf Zigarettenreduktion
- tägl. kontrollierte Zigarettenabgabe
Der Patient zeigt Compliance. Tatsächlich? :D Bei Suchtverhalten ist es damit in den allermeisten Fällen vorbei. Es handelt sich hier um einen mündigen Bürger, der über sein Leben selbst entscheiden kann. Unsere Aufgabe besteht darin ihn über die Schädlichkeit des Rauchens aufzuklären und ggf. Hilfe bei der Entwöhnung anzubieten. Wenn dies der Patient wirklich möchte! Tgl. kontrollierte Zigarettenabgabe würde an eine Bevormundung grenzen. Zumal damit vielen "abhängigen" Rauchern nicht geholfen ist.
Original geschrieben von rettungshamster
P: Pat. hat trockenen Hautzustand an beiden Händen
R: kann selbstständig Körperpflege durchführen
Ziel:
- normodermatologischer Hautzustand an beiden Händen erreichen
- Wohlbefinden des Pat. herstellen
Maßnahme:
- bereitstellen von W/Ö-Emulsionen zur Hautpflege
- Anleitung über Dauer und Häufigkeit der Einreibung
- Dokumentation des Hautzustandes
Also vielleicht sollte erst mal nach der Ursache geforscht werden. Wäscht er sich zu oft die Finger und womit? Liegt möglicherweise sogar eine Hauterkrankung vor?
Original geschrieben von rettungshamster
P: Pat. neigt zu Obstipation
R: Pat. ist mobil
R: zeigt Compliance
Ziel:
- regelmäßige Defäkation
- Wohlbefinden des Pat. herstellen
Maßnahme:
- ballaststoffreiche Ernährung
- ausreichende Flüssigkeitszufuhr
- Mobilisation
- postoperative Frühmobilisation beachten
Patient neigt zu Obstipation? Wo steht das? Es wurden Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang beschrieben, wobei auch schon mal 3-4 Tage nicht abgeführt wird. Man sollte erst mal abwarten, wie sich der Darm einige Wochen postop verhält, da diese "Unregelmäßigkeiten" (zumal sie erst seit kurzer Zeit auftreten) durchaus einfach nur Symptome der Grunderkrankung sein können. Ballaststoffreiche Kost gibts in den ersten postop Tagen eh nicht. Danach sollte der Patient essen, was ihm bekommt. Oft werden Nahrungsmittel, die man vorher gegessen hat nicht mehr vertragen. Ausprobieren ist also angesagt. Ausgewogene und einigermaßen vollwertige Kost vorausgesetzt. Viel wichtiger: 3-5 kleine Mahlzeiten am Tag, in Ruhe essen, gut kauen!
Original geschrieben von rettungshamster
P: Pat. neigt zu einer Nykturie
R: kann selbstständig zur Toilette gehen
Ziel:
- weitere Störungen im Nachtrhythmus vermeiden
Maßnahme:
- Flüssigkeitszufuhr bilanzieren
- Auf Nacht nicht mehr soviel trinken lassen
- vor dem schlafen gehen den Pat. noch mal zur Miktion anhalten
Ich würde auch hier erst einmal die Ursache genau erforschen.
Original geschrieben von rettungshamster
P: Pat. schläft schlecht ein
R: liest bei Schlafstörungen oder sieht TV
Ziel:
- Normale Einschlafphase herstellen
Maßnahme:
- unruhige Umgebung vermeiden (Störquellen ausschalten)
- TV schauen und Bücher lesen lassen
- evtl. Entspannungsbäder anbieten
Ziel: normale Einschlafphase herstellen?? Wie ist denn das gemeint? Ruhige Einschlafphase trifft es eher. Im Übrigen ist gerade TV-schauen kurz vor dem Schlafen der Einschlafkiller und Störfaktor überhaupt. Vielleicht einfach mal den Tag/Nachtrhythmus beobachten. Vielleicht schläft der Patient mehr, als er nötig hat.
Mir kommt bei der Lösung der psychische Faktor eindeutig zu kurz! Die zukünftige Situation mit einem Beutel zu leben ist für den Betroffenen meist sehr sehr schwierig! Er ist einer besonders hohen psychischen Belastung ausgesetzt! Einfühlsame und verständnisvolle Begegnung durch das Pflegepersonal ist hier ein absolutes Muss! Die Ansätze von Pflegeliesl fand ich da sehr gut.
A und O bei Stoma ist auch die postoperative Beobachtung und Überwachung des Stomas selbst und der Haut um das Stoma, da hier die häufigsten Komplikationen zu erwarten sind.
Auch ist zu bedenken, dass durch die Sakralwunde oft starke Beschwerden auftreten. Die Sakralnaht sollte also durch Hohllagerung (im Sitzen genauso wie im Liegen) unbedingt entlastet werden. Auch sollten dem Patienten Adressen von Selbsthilfegruppen nahegelegt werden. Und natürlich sollte dem armen Mann klar gemacht werden, dass gerade Schwimmen für Stomapatienten sehr sinnvoll (Bauchmuskeltraining) und mit Kurzzeitversorgungen (Minibeutel, Stomakappe) auch möglich ist. Ein Patient in der Situation freut sich über jeden Lichtblick.
Um es kurz zu machen: Ich finde diesen Lösungsvorschlag ziemlich unbefriedigend, auch wenn jetzt die Gefahr eines ironischen Tiefschlags einiger user hier unausweichlich ist. :-p
Intensivling
21.12.2003, 14:42
Original geschrieben von Brühfix
Mir kommt bei der Lösung der psychische Faktor eindeutig zu kurz! Die zukünftige Situation mit einem Beutel zu leben ist für den Betroffenen meist sehr sehr schwierig! Er ist einer besonders hohen psychischen Belastung ausgesetzt! Einfühlsame und verständnisvolle Begegnung durch das Pflegepersonal ist hier ein absolutes Muss! Die Ansätze von Pflegeliesl fand ich da sehr gut.
Nun ja, ich denke eine Pflegeplanung sollte in allem Maßen realistisch sein und es ist leider so, das psychische Faktoren nur sehr schwer vom Pflegepersonal aufgefangen werden können. Das liegt zum einen an dem geringen Zeitfaktor und zum anderen auch daran, das wir dafür unzureichend ausgebildet sind.
Natürlich sollten wir mit Einfühlungsvermögen und Angstnehmend mit dem Patienten umgehen, aber die adäquate psychische Betreuung sollte dann von einem Psychologen und / oder Selbsthilfegruppen etc. erfoglen.
Es scheint ziemlich Unreal diesen Aufwand der psychischen Betreuung durch das Pflegepersonal erfolgen zu lassen.
Intensivling
21.12.2003, 14:46
Original geschrieben von Brühfix
A und O bei Stoma ist auch die postoperative Beobachtung und Überwachung des Stomas selbst und der Haut um das Stoma, da hier die häufigsten Komplikationen zu erwarten sind.
Auch ist zu bedenken, dass durch die Sakralwunde oft starke Beschwerden auftreten. Die Sakralnaht sollte also durch Hohllagerung (im Sitzen genauso wie im Liegen) unbedingt entlastet werden. Auch sollten dem Patienten Adressen von Selbsthilfegruppen nahegelegt werden. Und natürlich sollte dem armen Mann klar gemacht werden, dass gerade Schwimmen für Stomapatienten sehr sinnvoll (Bauchmuskeltraining) und mit Kurzzeitversorgungen (Minibeutel, Stomakappe) auch möglich ist. Ein Patient in der Situation freut sich über jeden Lichtblick.
Um es kurz zu machen: Ich finde diesen Lösungsvorschlag ziemlich unbefriedigend, auch wenn jetzt die Gefahr eines ironischen Tiefschlags einiger user hier unausweichlich ist. :-p
Hmmmm....
Die postoperative Pflege eines Ileustomas kann erst postoperativ erhoben werden, da erst intraoperativ die Gesamtsituation des CA und die Auswirkungen der OP sichtbar werden. Deswegen ist eine Pflegeplanung des Stomas VOR der Operation nicht möglich, da man nicht weiß wie alles rund um das Stoma postoperativ aussieht.
Pflegeziele sollten nachvollziehbar, real und zeitlich bestimmt sein, was präoperativ tatsäächlich unmöglich ist. Aus diesem Grund ist Hamsters Ansatz schon sehr richtig finde ich, denn alle weiteren pflegerischen Tätigkeiten rund um das Stoma müssen nach der OP neu erstellt, angewendet und überprüft werden.
Original geschrieben von Intensivling
Es scheint ziemlich Unreal diesen Aufwand der psychischen Betreuung durch das Pflegepersonal erfolgen zu lassen.
unreal? Kann ich nicht sagen. Ich spreche nicht von einer psychotherapie sondern von Gesprächsbereitschaft und Einfühlungsvermögen. Betreut ihr eure Patienten nicht psychisch - zumindest, dass ihr "menschlich" mit ihnen umgeht? Sie tröstet, mit Rat und Tat zur Seite steht? Also bei uns wird das praktiziert und wenn es in so einem speziellen Fall jemand besondere Fürsorge braucht, bekommt er sie auch. Wenn natürlich professionelle Hilfe benötigt wird, kommen auch Fachkräfte zum Zuge. Aber ich sprach schon von der (wie ich finde) normalen psychosozialen Betreuung von Patienten in besonderen Situationen. In unserm Haus wird Pflegepersonal sogar geschult. Der Rest ist Berufserfahrung und einfach nur Menschlichkeit.
Schade, dass es offensichtlich woanders nicht so ist und die Patienten mit ihrer Situation allein gelassen werden.
Original geschrieben von Intensivling
Hmmmm....
Die postoperative Pflege eines Ileustomas kann erst postoperativ erhoben werden, da erst intraoperativ die Gesamtsituation des CA und die Auswirkungen der OP sichtbar werden. Deswegen ist eine Pflegeplanung des Stomas VOR der Operation nicht möglich, da man nicht weiß wie alles rund um das Stoma postoperativ aussieht.
Das hat Pflegeliesl ja auch schon gesagt aber leider keine Resonanz bekommen. Ich finde, dass auch in Rettungshamsters Lösungsvorschlag einige postoperative Punkte behandelt werden. "Kost, Raucherentwöhnung etc." Es läuft einiges durcheinander. Prä- und Postop. ;)
Intensivling
21.12.2003, 14:59
Original geschrieben von Brühfix
unreal? Kann ich nicht sagen. Ich spreche nicht von einer psychotherapie sondern von Gesprächsbereitschaft und Einfühlungsvermögen. Betreut ihr eure Patienten nicht psychisch - zumindest, dass ihr "menschlich" mit ihnen umgeht? Sie tröstet, mit Rat und Tat zur Seite steht? Also bei uns wird das praktiziert und wenn es in so einem speziellen Fall jemand besondere Fürsorge braucht, bekommt er sie auch. Wenn natürlich professionelle Hilfe benötigt wird, kommen auch Fachkräfte zum Zuge. Aber ich sprach schon von der (wie ich finde) normalen psychosozialen Betreuung von Patienten in besonderen Situationen. In unserm Haus wird Pflegepersonal sogar geschult. Der Rest ist Berufserfahrung und einfach nur Menschlichkeit.
Schade, dass es offensichtlich woanders nicht so ist und die Patienten mit ihrer Situation allein gelassen werden.
Immer diese Vorurteile ! :confused:
Ich habe nie geschrieben das wir das nicht tun / nicht können, es geht nur darum das es nicht alleine Aufgabe der Pflege ist und man deswegen in solchen Fällen immer professionelle Hilfe in Anspruch nehmen sollte.
Sorry, Intensivling. Dann hast du dich wohl etwas unklar ausgedrückt und ich mich vermutlich auch. ;) Ich habe ebenfalls nie behauptet, dass die komplette psychische Betreuung durch das Pflegepersonal erfolgt. Aber wir sind doch erster Ansprechpartner und sehr oft geht es ohne Fachkraft, wenn auch längst nicht immer. Es macht unglaublich viel aus, wenn man Patienten mit Einfühlungsvermögen begegnet, ihn spüren läßt, dass man sich um ihn kümmert, sich Zeit nimmt und ein offenes Ohr für seine Nöte hat. ;) Ich finde, das sollte in so einem speziellen Fall wie Stomapatient unbedingt mit in die Pflegeplanung. Ich halte diesen Punkt für sehr wichtig.
Intensivling
21.12.2003, 15:09
Nun da widerspreche ich dir nicht, aber :
Eine Pflegeplanung beinhaltet alle pflegerischen Tätigkeiten die greifbar, nachvollziehbar und überprüfbar sind. Psychische Betreuung in einer Pflegeplanung so zu intigrieren das man das später noch überprüfen kann ist eben kompliziert. Ausserdem finde ich gehört das immer mit dazu und kann unter dem Punkt Dokumentation eingegliedert werden, da ich eher in meine Pflege Doku über die psychische Verfassung des Pat. berichten kann als es in einer Pflegetätigkeit zu erfassen.
Mag sein, dass es nicht einfach ist, die Psyche mit in die Pflegeplanung zu nehmen. Wir machen das i.d.R. schon. Ich erinnere mich an die Pflegeplanungen auf der Psychiatrie. Da gehts doch auch. ;)
Im Übrigen ist ein Pflegeproblem "Patient hat Angst" oder wie Rettungshamster beschrieb "Patient ist nervös" doch auch ein psychisches oder nicht? Ich finde nur, die Maßnahmen sollten umfangreicher sein. Auch wenn ich mich wiederhole: Ich fand den Ansatz von Pflegeliesl wirklich gut. So lassen sich auch Veränderungen besser erkennen und dokumentieren, wenn z. B. wirklich eine Fachkraft hinzugezogen werden muss.
Aber es wird mit Sicherheit sowieso in jedem Haus anders gehandhabt, mit der Pflegeplanung. Da kann man ohne Ende debatieren.
RS-USER-Frollein
21.12.2003, 15:43
Hm. Bei uns wurde zumindest bei den Krebspatienten meist auch die Psyche mit in die reguläre Pflegeplanung aufgenommen. Das ist halt eine individuelle und anspruchsvolle Angelegenheit, die man nicht mal eben so machen kann. ;) Für diejenigen, die sich da keine Vorstellung von machen können schreibe ich kurz einige Beispiele:
P: Patient hat Angst vor den Nebenwirkungen der Chemo
M: Maßnahmen und Prophylaxen aufzeigen, um diese so gering wie möglich zu halten
Ziel: Reduktion der Angst
P: Pat. hat Angst seinen Alltag zu Hause nicht mehr zu schaffen, vielleicht arbeitslos zu werden
M: ggf. Kontakt zum Sozialarbeiter
Ziel: Klärung offener Fragen, Sicherung der Situation
P: Pat. hat Angst vor dem Tod
M: Verständnis und Gesprächsbereitschaft zeigen, über seine Ängste sprechen, auf Wunsch Seelsorger
Ziel: Pat kann sich aussprechen
P: Pat hat Angst sein Leben nicht bewältigen zu können.
M: Verständnis zeigen, Problemanalyse
Ziel: Pat. kann die Situation akzeptieren.
Bitte keine Analyse jetzt. Ich wollte nur kurze 0815 Beispiele bringen, wie sich Psyche in den normalen Pflegeprozess dokumentieren läßt. Sowas sieht meist sehr viel umfangreicher aus.
Kontrolletti
21.12.2003, 16:14
zur ganzheitlichen Pflege gehört doch auch die Psyche, oder? ;)
Meine Freundin sagt, dass sogar das psychosoziale Zentrum in Münster Pflegeplanungen für die zu betreuenden psychisch Kranken macht.
Also wird es wohl möglich sein. Vielleicht sollte das Pflegepersonal selbst mehr Wert auf so etwas legen. Wie sollen sonst die Kostenträger kapieren, dass psychische Betreuung wichtig ist??
RS-USER-rettungshamster
22.12.2003, 08:45
Wenn es danach ginge den psychischen Pflegebedarf zu ermitteln, könnten wir uns in unseren Einrichtungen die Finger wund schreiben.....Psychische Gesamtverfassung und Auffälligkeiten werden bei uns im Bogen der Verhaltenbeobachtungen dokumentiert. Bei der Kostenbewilligung spielt die psychische Verfassung derzeit leider immer noch eine untergeordnete Rolle. Beispiele im Altheim zeigen es immer wieder wenn es um die Einstufungen geht.
Der eigentliche "normale pflegerische" Aufwand wäre noch nicht einmal so drastisch, aber den Bewohner dahingehend zu motivieren etc. ist def. zeitraubend.....aber leider bekommen wir diese Zeit nicht angerechnet. :rolleyes: ;)
RS-USER-fruehgriller
22.12.2003, 08:47
aha
RS-USER-Frollein
22.12.2003, 08:50
@ Rettungshamster: :-keks
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