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Intensivling
04.01.2004, 15:38
Das ist meine Ausarbeitung für eine Fortbildung die ich gehalten habe. Möchte ich euch gerne zur Verfügung stellen.

Pflege bei Hirndrucksymptomatik!



Definition :
Der im Inneren des Schädels herrschende (intrakranielle) Druck resultiert aus dem Gewebsdruck des Gehirns und dem Druck der Blutgefäße. Er beträgt beim Gesunden 3 – 15 mm Hg und kann bei krankhaften Veränderungen, wie Hirnschwellung bzw. Blutung durch Verletzung oder Spontanblutung oder durch Tumoren pathologische Werte erreichen und seinerseits wieder zu einer Störung des Flüssigkeitskreislaufs des Gehirns, von Hirnzentren und der Hirnnerven führen.

Ursachen :
Eine Steigerung des Hirndruckes erfolgt im wesentlichen durch folgende Ursachen :
• Hirnödem
- Vasogenes Hirnödem ( z.B. SHT, Hirntumore )
- Interstitielles Hirnödem ( z.B. Hydrocephalus )
- Zytotoxisches Hirnödem ( z.B. Hypoxie )
• Blutungen ( SAB, ICB )
• Liquoransammlung verschiedener Ursachen

Symptome :
• Starke Kopfschmerzen
• Übelkeit, Erbrechen
• Bewusstseinseintrübung
• Hirnnervenstörungen
• Bradycardie
• Hypertonie
• Stauungspupille
• Cerebrale Krampfanfälle
• Störungen des Atmungssystems


Spezielle Pflege :
Die Pflege von Hirndruckpatienten richtet sich anfangs nach den Symptomen und verlangt eine genaue Patientenbeobachtung. Nach gesicherter Diagnostik durch das ärztliche Personal erfolgt dann die Therapie und Pflege zur Hirndrucksenkung, welche vorrangig aber mit „MINIMAL HANDLING“ zu bezeichnen ist :


Lagerung :

Patienten mit Hirndrucksymptomatik sind in 30° Oberkörperhochlage und achsengerecht zu lagern. Durch die 30° Oberkörperhochlage verbessert sich der cerebrale venöse Rückfluss ohne dabei den craniellen Perfusionsdruck stark zu senken. Wird der Oberkörper höher gelagert besteht die Gefahr das der Perfusionsdruck unter einen kritischen Wert ( mindestens 60 ) sinkt und somit eine Mangelversorgung des Gehirn eintritt. Die achsengerechte Lagerung ergibt sich daraus das durch abknicken des Kopfes der venöse Rückfluss vermindert wird und somit der Hirndruck anzusteigen droht.


Kreislaufregulation :

Zur Aufrechterhaltung eines suffizienten zerebralen Metabolismus ist ein konstant zerebraler Blutfluss und deswegen ein adäquater zerebraler Perfusionsdruck notwendig. Beim normotensiven Patienten wird der zerebrale Blutfluss über den Mechanismus der zerebralen Autoregulation im Bereich eines MAP von 60 – 160 mmHg konstant gehalten und dadurch ein CPP von > 60 mmHg gewährleistet.
Bei Patienten mit einem arteriellen Hypertonus ist der Autoregulationsbereich zu höheren Blutdruckwerten hin verschoben. Diese Patienten tolerieren einen niedrigeren systemischen Blutdruck schlechter und benötigen einen höheren CPP.

Für die Pflegekräfte bedeutet dies :
• Engmaschige Kontrolle von Blutdruck, arteriellen Mitteldruck, ICP und EKG Monitoring
• Ausreichende Analgosedierung nach Absprache mit dem ärztlichen Personal gewährleisten.
• Pflegerische Tätigkeiten ( Mundpflege, Ganzwaschung etc. ) sollte in Abständen erfolgen, die es dem Pat. ermöglichen sich zu erholen.
• Unnötiges Absaugen vermeiden ( hohe pulmonale Drücke und somit auch Anstieg des ICP )
• Belebende bzw. beruhigende Ganzwaschung nach Kreislaufsituation erwägen.



Für Sicherheit sorgen:

Es ist sehr wichtig den Patienten von Unruhequellen abzuschotten und ihm Ruhe zu geben, da störende Faktoren wie grelles Licht, lautes Umfeld und pflegerische Maßnahmen den Patienten belasten und somit negativ auf den Hirndruck auswirken.
Transporte und Diagnostik sollten nur unter Berücksichtigung der aktuellen Hirndrucksymptomatik erfolgen, da die Anstrengungen während dieser Phasen nur schwer zu regulieren sind.
Minimal Handling !!!


Ausscheidung :

Urinausscheidung :
Eines der konzeptionellen Standbeine der Therapie zur Behandlung bzw. Prophylaxe der Drucksteigerung ist die restriktiv gehandhabte Flüssigkeitszufuhr. Ziel dieser Restriktion ist es, die Flüssigkeitsgesamtbilanz leicht negativ oder zumindest ausgeglichen zu halten.
Das zweite konzeptionelle Standbein der den intrakraniellen Druck reduzierenden Therapie ist die Entwässerung des ödematisierten Hirngewebes. Dies wird in der Regel durch die Applikation von Osmodiuretike zu erreichen versucht.


Pflegerische Konzepte :
• Konsequente, peinlich genaue, stündliche Ein – Ausfuhrbilanzierung
• Bei manifester Hypernatriämie oder Tendenz zur Hypernatriämie vorsichtige Korrektur der Entgleisung. Zufuhr von entsprechenden Infusionen wie Glucose 5% etc.
• Engmaschige Überwachung von Elektrolyten, Osmolarität und Nierenwerten in Serum und Urin.
• Frühzeitige Applikation von Schleifendiuretika wie Lasix. Die kontinuierliche Zufuhr über Perfusor reduziert dabei Diurese Schwankungen.

Stuhlausscheidung :
Die Herbeiführung einer Defäkation im Sinne von Abführen mit den verschiedensten Mitteln ( parenterale Medikation, Klysmen, Einläufe, Suppositorien, Laxanziengabe, usw. ) kann zu einer starken Belastung des Patienten führen. Diese Belastung ist nicht nur in der emotionalen und psychischen Komponente zu sehen, sondern auch unter nerval – stimulatorischen Aspekten.
Vagale Reize können zu einer starken Beeinträchtigung von Herz und Kreislauf führen, die einsetzende Peristaltik kann sehr schmerzhaft sein und damit den Stress des Patienten stark erhöhen. Des weiteren erhöht die Ausscheidung unterstützende Bauchpresse plateauartig den intrakraniellen Druck. Diese Druckerhöhung sind bei Pat. mir aktueller ICP Erhöhung, aber auch bei Patienten mit Blutungsgefährdung unbedingt zu vermeiden. Weicher Stuhl ( Laxanzien ) und stressfreie Darmentleerung ( evtl. sogar unter Gabe von Sedativa und Analgetika ) sind unbedingt zu fordern.

Hilfreich ist die Erstellung einer Pflegeanamnese, um mit Hilfe der erhobenen Informationen individuell die Stuhlausscheidung unterstützen zu können. Stichwörter sind :

• Ernährung und Ballaststoffe
• Laxanzien, Klysmen, Einläufe
• Suppositorien und digitales Ausräumen.
• Störungen des Wasserhaushaltes haben ihre Auswirkungen auf die Darmentleerung. Minusbilanzierung und restriktiv gehaltene Flüssigkeitszufuhr führen zur Eindickung des Stuhls, Obstipation.
• Applikation potenter Analgetika, Sedativa und Hypnotika führen zur Hemmung der Darmperestaltik.
• Neben der Tendenz zur Obstipation kann aber ebenso gut auch eine sehr Diarrhöeähnliche Situation vorliegen. Ursächlich kann dies z.B. durch Applikation potenter Antibiotika bedingt sein. Weiterhin in Frage kommen auch enteraler Kostaufbau mit schlecht verträglicher Sondenkost, Infektionen im Magen Darm Trakt.


Regulation der Körpertemperatur :

Zwischen cerebraler Durchblutung und Körpertemperatur bestehen direkte Zusammenhänge. Eine direkte Auswirkung einer erhöhten Körpertemperatur ist die Neigung zur Hyperämie ( Erhöhung der Durchblutung ) in dem zu versorgenden Gewebe. Dies ist ein physiologischer Vorgang, um über die Hyperämie die Abfuhr der Wärme zu gewährleisten. Dies wiederum führt zum Anstieg des cerebralen Blutflusses.
Weiterhin führt eine Veränderung der Körpertemperatur zu einer Veränderung der Stoffwechselvorgänge in dem Sinne, dass eine Temperaturerhöhung die Stoffwechselvorgänge beschleunigt und den Anfall von CO2 oder Laktat beschleunigt bzw. vermehrt und umgekehrt.
Eine der Auswirkungen des erhöhten Spiegels von CO2 und sauren Metaboliden ist die Tendenz zur Gefäßdilatation. Dies wiederum führt zum Anstieg des cerebralen Blutflusses. Die Wechselbeziehungen sind unter normalen Bedingungen vollkommen kompensiert. Kommt es allerdings zu einem Anstieg des intrakraniellen Drucks aufgrund Schwellung, Ödem, Blutung u.a., so kommt der Körpertemperatur eine sehr wichtige Rolle zu.

Eine Therapie zur Senkung eines erhöhten ICP wird so lange nicht effektiv greifen, wie sich die Körpertemperatur des Patienten in einem deutlich erhöhten Bereich befindet. Dieser Bereich beginnt in jedem fall bei 38°C, also Fieber, kann aber auch schon im oberen subfebrilen Bereich angesiedelt sein.

Pflegerische Maßnahmen :

Grundsätzlich sollte bei kritisch kranken Patienten die Körperkerntemperatur ermittelt werden.
• Messung im Mund nur bei absolut kooperativen, orientierten Patienten durchführen
• Axillare bzw. linguale Messung nach Möglichkeit vermeiden.
• Die Messung kann bzw. sollte sinnvoller weise mit Rektalsonde oder in der Harnblase erfolgen, da die Temperatur in der Harnblase der Körperkerntemperatur entspricht.
• Dauermessungen nur kurzfristig unterbrechen.


Eine Reduktion erhöhter Körpertemperatur bedeutet nachfolgend eine Senkung der Stoffwechselrate und des Sauerstoffverbrauchs. Das kann durch verschiedene Maßnahmen erfolgen.
• Normalisierung oder Ausgleich größerer Volumendefizite, Reduktion von Schmerzen und Unruhe bzw. Agitiertheit durch adäquate Analgosedierung u.a.
• Ist die Körperperipherie des Patienten ausreichend warm, können Kälteanwendungen wie kalte Waschungen, Wadenwickel, Cool Packs versucht werden. Werden Wadenwickel zu lange am Patienten belassen, kann es zu einer reaktiven Hyperämie kommen, da der Stoffwechsel angeregt wird. Bei fiebersenkenden Waschungen wird immer gegen die Haarwuchsrichtung gewaschen. Die Wassertemperatur liegt bei max. 10°C unter der Körpertemperatur. Die Haut des Patienten wird nicht abgetrocknet. Cool Packs eignen sich für die lokale Kälteanwendung. Im Bereich der Fiebersenkung können sie gut eingesetzt werden um die Wärmeabgabe über große Gefäßz zu unterstützen ( z.B. femoralis, axillaris, carotis, basilaris ).
• Einsatz von Lüftermatratzen zur Kühlung
• Gabe von zentral wirksamen Antipyretike ( z.B. Metamizol, Paracethamol ) oder versuchsweise Gabe von 50mg Dolantin.


Atmung :

Hyperventilation führt durch eine Erniedrigung des pCO2 zu einer reaktiven Vasokonstriktion und damit zu einer Abnahme des ICP. Bei intubierten Patienten lässt sich der pCO2 gut steuerbar senken. Der ideale pCO2 liegt bei 30mmHg, eine weitere Senkung führt zu keiner weiteren ICP Veränderung, birgt jedoch die Gefahr einer Hypoperfusion des Gehirns. Eine Erniedrigung des pCO2 führt nach ca. 30 Sekunden zu einer Abnahme des ICP.
Allerdings ist die Hyperventilation nur eine kurzfristige Massnahme, da durch die Autoregulation der cerebralen Gefäße die Wirkung der Hyperventilation erlischt.
Nach der Hyperventialtionstherapie darf der pCO2 nicht abrupt angehoben werden, da dies zu einer reaktiven Hyperämie führen kann. Bei der Manipulation der Beatmungsfrequenz und des AZV zur Senkung des pCO2 ist zu bedenken, dass eine Erhöhung beider Parameter zu einer Abnahme der kardialen Vorlast und damit zu einem erniedrigten systemischen arteriellen Blutdruck führt.

Pflegerische Maßnahmen :
• Kontrolle der Beatmungsparameter und des pCO2.
• Kontinuierliche Messung des SpO2
• Überwachung des Pat. während der Hyperventilationstherapie
• Auf Veränderungen des ICP achten und bei Erhöhung Arzt informieren.
• Eine ausreichende Oxigenierung des Pat. gewährleisten.
• Bei vermehrter Sekretansammlung während der Therapie abwägen wie oft Pat. abzusaugen ist ( Anstieg des ICP )
• Dichtheit des Tubus / der Trachealkanüle kontrollieren da es durch die erhöhte Atemfrequenz zu anderen Druckverhältnissen an der Blockung kommen kann.

Die Hyperventilationstherapie ist eine ärztliche Tätigkeit und erfolgt durch den Arzt.

Dr. Magill
05.03.2004, 21:47
Permissive Hyperkapnie ist zwar eine etablierte Methode (allerdings nicht beim erhöhten intrakraniellen Druck) der Intensivmedizin, doch ein PaCO2 von 300 torr scheint mir doch übermäßig hoch.

Intensivling
07.03.2004, 09:34
Oh Danke für den Hinweis, es muss natürlich 30mmHg heissen !

Dr. Magill
07.03.2004, 19:15
Die wichtigste Maßnahme zur Therapie des erhöhten intrakraniellen drucks fehlt leider: Die möglichst umgehende Anlage einer Ventrikeldrainage. Sie allein ermöglicht die gleichzeitige Überwachung und Therapie des ICP.

Nota bene! "Minimal handling" sollte nicht zum pflegerischen Defaitismus, i.e. zur pflegerischen Vernachlässigung des Patienten führen. Auch sollte zwischen einer adäquaten Analgosedierung und der vom Pflegepersonal oftmals geforderten Narkose unterschieden werden. Sinn einer Analgosedierung ist nicht, den Patienten zum willenlosen Pflegeobjekt zu degradieren! Leider ist beides häufig auf Intensivstationen anzutreffen.

Intensivling
08.03.2004, 09:31
Das ist in dem Text zu finden, wenn du richtig gelesen hast. Die Anlage einer Ventrikeldrainage ist NICHT die wichtigste Therapie zur Hirndrucksenkung, da es NICHT im pflegerischen Ermessen liegt diese legen zu lassen.
Oftmals begnügt sich der Neurochirurg nach Ausmaß und Lokalisation der Blutung mit einer Hirndrucksonde, Ventrikeldrainagen kommen nur manchmal zum Einsatz. Zum Glück ist unser OA nicht der Verfechter der "gleich Aufschneiden" Therapie und hat auch ohne dieses große Therapieerfolge.

Deinen Aspekt des "minimal Handlings" kann ich nicht nachvollziehen, denn ich persönlich habe es noch nie erlebt das der Pat. dadurch vernachlässigt wird, eher im Gegenteil. Warum wird immer verlangt das der Patient jeden Tag von oben bis unten gewaschen und eingeschmiert wird ??? Das ist nicht nötig und wenn ich merke das es den Pat. zu sehr überfordert trotz ausreichender Analgosedierung dann lass ich es.
Minimal Handling bezieht sich im übrigen auf die gesamten pflegerischen Aspekte. Ich wünsche es keinem Patienten unnötig gestresst zu werden nur weil eine Schwester ständig an einem zu Gange ist.

Dr. Magill
08.03.2004, 17:48
Original geschrieben von Intensivling
Das ist in dem Text zu finden, wenn du richtig gelesen hast. Die Anlage einer Ventrikeldrainage ist NICHT die wichtigste Therapie zur Hirndrucksenkung, da es NICHT im pflegerischen Ermessen liegt diese legen zu lassen.


Interessante "Logik": Weil die Anlage einer Ventrikeldrainage nicht zu den pflegerischen Tätigkeiten gehört, ist ihre Bedeutung Deines Erachtens nachrangig. Ganz schön überheblich, mein Lieber! Zum Glück gebürt in Deutschland das therapeutische Privileg immer noch dem Arzt und das Pflegepersonal agiert als nachrangiger und weisungsgebundener Heilgehilfe. Als anästhesiologischer Dauerkonsiliarius einer neurochirurgischen Intensivstation kann ich Dir versichern, daß Deine wenig fundierte Meinung hier höchstens ein müdes Lächeln verursacht: Schuster bleib bei Deinen Leisten!

Allerdings teile ich die Ansicht, daß es nicht sinnvoll ist, einen Patienten totzupflegen (sic!). Leider geschieht dies immer häufiger in dem verkrampften Bemühen die "Pflege" zu verselbständigen. "Pflege" ist eben nicht nur Körperpflege. Allerdings auch keine der ärztliche Tätigkeit gegenüberzustellende Eigenmacht, sondern Erfüllung eines ärztlich angeordneten Therapeikonzepts. Wer damit nicht leben kann, sollte lieber Medizin studieren oder Steine kloppen.

Intensivling
08.03.2004, 22:30
Original geschrieben von Dr. Magill
Interessante "Logik": Weil die Anlage einer Ventrikeldrainage nicht zu den pflegerischen Tätigkeiten gehört, ist ihre Bedeutung Deines Erachtens nachrangig. Ganz schön überheblich, mein Lieber! Zum Glück gebürt in Deutschland das therapeutische Privileg immer noch dem Arzt und das Pflegepersonal agiert als nachrangiger und weisungsgebundener Heilgehilfe. Als anästhesiologischer Dauerkonsiliarius einer neurochirurgischen Intensivstation kann ich Dir versichern, daß Deine wenig fundierte Meinung hier höchstens ein müdes Lächeln verursacht: Schuster bleib bei Deinen Leisten!

IRONIE MODE ON
Sehr geehrter Hr. Akademiker,

bitte verzeihen Sie mir den Anflug einer Meinungsäußerung eines laienhaften, einfachen Pflegers. Wie konnte ich mir nur zutrauen zu sagen, das die Anlage einer Ventrikeldrainage NICHT unbedingt das Mittel der Wahl zur Hirndrucktherapie ist. Es stand mir in keinster Weise zu einem fachlich fundierten Akademiker ein Gegenargument zu liefern, ohne den gleichen Wissensstand wie mein Gegenüber zu haben.
IRONIE MODE OFF

Mal im ernst.... ich lebe sicherlich nicht hinter dem Mond und ich arbeite nicht erst seit 2 Wochen auf ner NCI. Zufällig weiß ich das im kompletten Frankfurter Raum die Meinung geteilt wird bei den Neurochirurgen, das eine Ventrikeldrainage nicht das erste Mittel der Wahl ist und wenn vermeidbar, auch nicht operativ eingesetzt wird. Das erste Mittel ist nunmal alles pflegerische zur Hirndrucksenkung und die Therapie danach. D.h. Lagerung, Hypothermie, ausreichende Ruhe mit ggf. Analgosedierung und Osmo / Glycerintherapie.
Sicherlich und da stimme ich jedem zu ist es vorteilhaft eine Hirndrucksonde zu legen um eine Kontrolle über die Druckverhältnisse zu haben, jedoch halte ich deine Ausführung oben mich wegen meines Ausbildungsstandes als Krankenpfleger als überheblich zu nennen, mehr als unprofesionell.
Das kannst du drehen und wenden wie du willst, mir obliegt nicht die Entscheidung eine Drainage zu legen oder nicht, ob ich das nun gut heisse oder auch nicht.
Wenn die NC´s der Meinung sind der braucht keine, dann lebe ich mit der entscheidung denn ich mache meine Hirndrucktherapie auch ohne.
Wenn das bei deinen Kollegen nur ein müdes Lächeln zur Folge hat, gerne doch, damit kann ich locker leben.
Ich weiß ja nicht wie du zum Pflegepersonal stehst oder als was du sie siehst und anerkennst, aber sei dir Gewiss das wir nicht nur die Handlanger und HIWIS für die Ärzteschaft sind.

RS-USER-Defi Brillator
08.03.2004, 22:48
Original geschrieben von Dr. Magill
Ganz schön überheblich, mein Lieber! Zum Glück gebürt in Deutschland das therapeutische Privileg immer noch dem Arzt und das Pflegepersonal agiert als nachrangiger und weisungsgebundener Heilgehilfe. Als anästhesiologischer Dauerkonsiliarius einer neurochirurgischen Intensivstation kann ich Dir versichern, daß Deine wenig fundierte Meinung hier höchstens ein müdes Lächeln verursacht:

*NICHTGLAUBENWILLWASICHGERADEGELESENHABE*


...sondern Erfüllung eines ärztlich angeordneten Therapeikonzepts. Wer damit nicht leben kann, sollte lieber Medizin studieren oder Steine kloppen.

Mal ehrlich, WER ist hier überheblich...? Ich bin sprachlos...!
"nachrangiger Heilgehilfe" ... Hammer...

Intensivling
08.03.2004, 22:51
Die Götter in Weiß sind unter uns Defi Brillator .... da haben wir nachrangigen Heilgehilfen nix mehr zu melden :D:D:D

RS-USER-Defi Brillator
08.03.2004, 22:56
Hmm, wenn ich dann in 7 Monaten mein 3. Staatsexamen in der Tasche habe (*hoff*) werd ich meine Einstellung gegenüber dem Pflegepersonal nochmal grundlegend überdenken müssen...;) Schließlich hab ich dann auch "Heilgehilfen" :grins: *freu*

Intensivling
08.03.2004, 22:59
Original geschrieben von Defi Brillator
Schließlich hab ich dann auch "Heilgehilfen" :grins: *freu*

Genau, der wird dir dann schon helfen :D:D:D
Es heißt doch immer miteinander und nicht Gegeneinander .... aber wer das Gegeneinander will, bitte gerne .... bedeutet für mich weniger Arbeit :D:D:D

RS-USER-rettungshamster
08.03.2004, 23:00
Original geschrieben von Dr. Magill


"Pflege" ist eben nicht nur Körperpflege.
Allerdings auch keine der ärztliche Tätigkeit gegenüberzustellende Eigenmacht, sondern Erfüllung eines ärztlich angeordneten Therapeikonzepts. Wer damit nicht leben kann, sollte lieber Medizin studieren oder Steine kloppen.

Die Pflege erfüllt bei weitem mehr als nur die eigentliche Ausführung von ärztlichen "Therapiekonzepte" (über die man auch hin und wieder streiten kann ;) ) !
Denn wenn dem so wäre, dann bräuchten WIR auch keinerlei Ausbildung und fachliche Weiterbildungen zu machen...

....die im übrigen Summa summarum schon mal die Studienzeit eines Akademikers übertreffen kann ;)

Intensivling
08.03.2004, 23:04
Auszug Krpfl Gesetz Stand Januar 2004

3 Ausbildungsziel

(1) Die Ausbildung für Personen nach § 1 Abs. 1 Nr. 1 und 2 soll entsprechend dem allgemein anerkannten Stand pflegewissenschaftlicher, medizinischer und weiterer bezugswissenschaftlicher Erkenntnisse fachliche, personale, soziale und methodische Kompetenzen zur verantwortlichen Mitwirkung insbesondere bei der Heilung, Erkennung und Verhütung von Krankheiten vermitteln. Sie bezieht sich auf die heilende Pflege, die unter Einbeziehung präventiver, rehabilitativer und palliativer Maßnahmen auf die Wiedererlangung, Verbesserung, Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit der Patientinnen und Patienten auszurichten ist. Dabei sind die unterschiedlichen Pflege- und Lebenssituationen sowie Lebensphasen und die Selbständigkeit und Selbstbestimmung der Patientinnen und Patienten zu berücksichtigen (Ausbildungsziel).

(2) Die Ausbildung für die Pflege nach Absatz 1 soll insbesondere dazu befähigen


1. die folgenden Aufgaben eigenständig auszuführen:

a) Erhebung und Feststellung des Pflegebedarfs, Planung, Organisation, Durchführung und Dokumentation der Pflege,

b) Evaluation der Pflege, Sicherung und Entwicklung der Qualität der Pflege,

c) Beratung, Anleitung und Unterstützung von Patientinnen und Patienten und ihrer Bezugspersonen in der individuellen Auseinandersetzung mit Gesundheit und Krankheit,

d) Einleitung lebenserhaltender Sofortmaßnahmen bis zum Eintreffen der Ärztin oder des Arztes,


Also wenn ich mich nicht verlesen habe, steht da was von EIGENSTÄNDIG ... nicht das ich dazu den Doktor fragen muss.

Für Fachkrankenschwester / Pfleger Intensiv / Anästhesie guckst du hier ... !!! (http://www.clunes.de/gesetze/daten/hessits.htm)

Dr. Magill
09.03.2004, 01:18
Du solltest wissen, daß das gesamte Pflege-"Blabla", inclusive "Pflegeakademien" aus der jüngsten Vergangenheit stammt und nur dem Zweck diente, den Pflegemangel der 80er zu beheben, indem man ihnen Honig um's Maul schmierte. Außer einer gewissen Großkotzigkeit gegenüber dem ärztlichen Personal hat sich qualitativ jedoch nichts zum Vorteil geändert. Letzendlich hat der Anschluß der neuen Bundesländer und die Anwerbung in osteuropäischen Ländern, in Verbindung mit einem Downsizing pflegerischer Kompetenz und einer Ausweitung ärztlicher Planstellen sowie Übernahme bislang pflegerischer Maßnahmen ducrh Ärzte das Problem gelöst. War selbst 7 Jahre pflegerisch tätig und falle nicht auf den Bullshit rein.

RS-USER-Hoffi
09.03.2004, 07:46
ich finde du bist ganz schön überheblich dr magill.

RS-USER-rettungshamster
09.03.2004, 07:52
Hoffi, ich kann mich dir da nur anschließen.

@ Dr. Magill: Jeder hat das Recht zu schreiben und zu sagen was er mag, jedoch sollte man auf seine Wortwahl achten !
Das von dir geschriebene schafft auf mich eine mehr als negative Stimmung.

Intensivling
09.03.2004, 09:01
Original geschrieben von Dr. Magill
Du solltest wissen, daß das gesamte Pflege-"Blabla", inclusive "Pflegeakademien" aus der jüngsten Vergangenheit stammt und nur dem Zweck diente, den Pflegemangel der 80er zu beheben, indem man ihnen Honig um's Maul schmierte. Außer einer gewissen Großkotzigkeit gegenüber dem ärztlichen Personal hat sich qualitativ jedoch nichts zum Vorteil geändert. Letzendlich hat der Anschluß der neuen Bundesländer und die Anwerbung in osteuropäischen Ländern, in Verbindung mit einem Downsizing pflegerischer Kompetenz und einer Ausweitung ärztlicher Planstellen sowie Übernahme bislang pflegerischer Maßnahmen ducrh Ärzte das Problem gelöst. War selbst 7 Jahre pflegerisch tätig und falle nicht auf den Bullshit rein.

Nun ich werde deine Meinung über das Pflegepersonal nicht ändern oder verbessern "wollen", aber ich sage dir das ich nicht 7 Jahre Ausbildung insgesamt hinter mir habe um den Arzt Kaffee zu kochen. In manchen Dingen habe ich mehr Erfahrung und Kompetenz als ein Arzt, nämlich in allen Bereichen der ganzheitlichen Pflege. Danach hat der Arzt auch seine Therapie mit mir abzustimmen und bei uns klappt das einwandfrei. Wir sprechen uns mit den Ärzten ab und arbeiten Hand in Hand und jeder hat die Anerkennung des anderen. Wir stellen unsere Pflege nach dem Therapieschema das Arztes ein und er richtet sich mit seiner Therapie nach unserem Pflegekonzept.
Als Fachpfleger Intensiv muss ich erwarten das ich nicht als Scheisseputzer und Kaffeekocher abgestempelt werde, denn es wird von mir eine hohe Verantwortlichkeit am Patienten erwartet.
Die Pflege ist die Gruppe die 24 Stunden ununterbrochen am Patienten ist und die Ärzte sind auf unsere Eindrücke und fachlichen Informationen angewiesen um die Therapie ordentlich und richtig weiterzuführen.
Also lehne dich bitte nicht so weit aus dem Fenster und degradier die Berufsgruppe die dir deine Arbeit wesentlich erleichtert und dir hilft zu Idioten, denn irgendwann kommt diese Meinung auch zu dir zurück .... :D