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Intensivling
19.02.2004, 06:08
Ich Urinkellner fachsimpel hier mmit den Ärzten ... Gott ist das schön .... *smile* ich wünschte unsere Bande wäre so aufgeschlossen ...... *grunz*
Original geschrieben von Intensivling
Ich Urinkellner fachsimpel hier mmit den Ärzten ... Gott ist das schön .... *smile* ich wünschte unsere Bande wäre so aufgeschlossen ...... *grunz*
liegt immer an beiden Seiten, ob das klappt oder nicht. Glaubs mir. :grins:
silver tabby
19.02.2004, 10:37
Original geschrieben von Brühfix
liegt immer an beiden Seiten, ob das klappt oder nicht. Glaubs mir. :grins:
Tja, was soll ich saen, ich denke es hängt immer sehr von der persönlichen Einstellung und dem Arbeitsklima ab... Ich bin jedenfalls immer sehr froh über sachdienliche Hinweise! Brech mir doch keinen Zacken aus der Krone, wenn ich Rat und Infos von einem Pfleger annehme, oder?
RS-USER-Kräuterhexe
19.02.2004, 10:48
Original geschrieben von Katja
Es ist beides richtig :) Aber die zweite Aussage überwiegt meistens, so daß man, da man den MAP ja gern über 80 oder 90 hat, eber keine Propofolsedierung nutzt. Wenn Du noch was wissen willst, kann ich Dir Freitag noch was erzählen, aber heute muß ich weg und morgen habe ich Dienst...
Gerne, immer her mit Wissen:D
V. a. Nicht- Lehrbuchwissen ( war im PJ zeitweise in den Fittichen einer etwas älteren OÄ, die Sachen/Narkoseführung gemacht hat, einfach nur klasse)
Intensivling
19.02.2004, 12:43
Original geschrieben von silver tabby
Tja, was soll ich saen, ich denke es hängt immer sehr von der persönlichen Einstellung und dem Arbeitsklima ab... Ich bin jedenfalls immer sehr froh über sachdienliche Hinweise! Brech mir doch keinen Zacken aus der Krone, wenn ich Rat und Infos von einem Pfleger annehme, oder?
*hihi* sag das mal unseren unantastabaren Halbgöttern in weiß .... aber ich denke wir sind eine sehr autonome Station ... mal aus dem Nähkästchen plauder....
z.B. ist es auf unserer Station so, das wir uns komplett mit der Beatmung beschäftigen, d.h. wir stellen die Beamtung ein und verändern diese nach den BGA´s und dem Zustand der Patienten. Das Weaning machen alleine wir und die Ärzte verändern auch nix an den Geräten ohne uns vorher zu fragen *hihi*.... Auch die Sedierung passen wir eigentlich immer so an und haben da auch freie Hand. Ebenso bei vielen i.v. Injektionen, abgesehen von den herzwirksamen Medis .... :grins:
DerBlinde
20.02.2004, 06:52
Original geschrieben von Intensivling
.... Ebenso bei vielen i.v. Injektionen, abgesehen von den herzwirksamen Medis .... :grins:
Macht ihr kein Katechol-Weaning?
Intensivling
21.02.2004, 10:45
Original geschrieben von DerBlinde
Macht ihr kein Katechol-Weaning?
Ja das machen wir auch, zähle ich aber nicht zu dem Begriff Weaning ....
Intensivling
21.02.2004, 10:46
Die Pathophysiologie des Propofolinfusionssyndroms:
Ein simpler Name für ein komplexes Syndrom
Dr. Ronny Beer
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Propofol infusion syndrome (PRIS) is a rare and often fatal syndrome described in critically ill children undergoing long-term propofol infusion at high doses. Recently several cases have been reported in adults, too. The main features of the syndrome consist of cardiac failure, rhabdomyolysis, severe metabolic acidosis and renal failure. To date 21 paediatric cases and 14 adult cases have been described.
These latter were mostly patients with acute neurological illnesses or acute inflammatory diseases complicated by severe infections or even sepsis, and receiving catecholamines and/or steroids in addition to propofol. Central nervous system activation with production of catecholamines and glucocorticoids, and systemic inflammation with cytokine production are priming factors for cardiac and peripheral muscle dysfunction. High-dose propofol, but also supportive treatments with catecholamines and corticosteroids, act as triggering factors. At the subcellular level, propofol impairs free fatty acid utilisation and mitochondrial activity. Imbalance between energy demand and utilisation is a key pathogenetic mechanism, which may lead to cardiac and peripheral muscle necrosis.
Propofol infusion syndrome is multifactorial, and propofol, particularly when combined with catecholamines and/or steroids, acts as a triggering factor. The syndrome can be leathal and we suggest caution when using prolonged (> 4 8 h) propofol sedation at doses higher than 5 mg/kg per h, particularly in patients with acute neurological or inflammatory illnesses.
In these cases, alternative sedative agents should be considered. If unsuitable, strict monitoring of signs of myocytolysis is advisable. (Vasile B et al., 2003, Intensive Care Med 29:1417-1425)
Seit mehreren Jahren steht mit dem alkylierten Phenolderivat Propofol (2,6-Diisopropylphenol) eine gut steuerbare Substanz mit akzeptablem Nutzen-Risiko-Profil für die (Langzeit-) Sedierung von Intensivpatienten zur Verfügung. Propofol zeichnet sich durch einen raschen Wirkungseintritt aus, zu den wichtigsten unerwünschten Arzneimittelwirkungen zählen neben der Fettbelastung (1 mL Propofol enthalten in den unterschiedlichen Formulierungen ca. 0,1 g Fett), die vor allem bei der Langzeitanwendung zu berücksichtigen ist, der direkten Reizung des Endothels mit schmerzhafter Injektion, kardiovaskuläre Effekte mit Blutdruckabfall nach Bolusinjektion aufgrund von Vasodilatation und negativ inotroper Wirkung.
Im Jahr 1992 wurde der Tod von 5 Kindern auf einer Intensivstation erstmals mit der Anwendung von Propofol für die Sedierung in Zusammenhang gebracht. Mittlerweile sind weitere Fälle sowohl von pädiatrischen (21) als auch erwachsenen Patienten (14) bekannt geworden. Gemäß mehreren retrospektiven Studien besteht ein Zusammenhang zwischen Infusionsdauer, der Dosis und der Entwicklung eines myokardialen Pumpversagens unter Propofol-Applikation.
Das sogenannte Propofol-Infusions-Syndrom (PRIS, Bray et al., 1998) wird definiert durch:
1) relativ plötzlich einsetzende, therapierefraktäre Bradykardie mit Progression zu Asystolie,
2) Lipämie,
3) Hepatomegalie (oder Fettinfiltration der Leber),
4) metabolische Azidose mit einem „base excess“ von über –10 und
5) Vorliegen einer Muskelschädigung mit Hinweis auf Rhabdomyolyse oder Myoglobinurie.
Über die Inzidenz des Propofol-Infusions-Syndroms können derzeit keine genauen Angaben gemacht werden, da lediglich Fallberichte und keine Auswertung großer Fallzahlen vorliegen. Schätzungen anhand der bisher publizierten Fälle gehen von einer Häufigkeit von 1 pro 10 Millionen Anwendungen aus. Insbesondere Patienten mit schweren neurologischen Erkrankungen (vgl. Schädelhirntrauma), schweren infektiologischen Komplikationen (vgl. SIRS, Sepsis) und Multiorganversagen scheinen ein erhöhtes Risiko für das Auftreten eines PRIS aufzuweisen. Zudem dürfte ein Zusammenhang mit einer gleichzeitigen Therapie mit (hochdosierten) Katecholaminen und Kortikosteroiden gegeben sein.
Als pathophysdiologische Mechanismen, die dem komplexen Syndrom zugrundeliegen könnten, werden folgende Faktoren diskutiert. Defekte in der mitochondrialen Atmungskette mit Unterbrechung der Fettsäureoxidation durch Akkumulation von langkettigen Acylcarnitinestern in den Mitochondrien in Herz- und Skelettmuskelzellen. Manche Autoren favorisieren die Bildung eines toxischen Metaboliten, dessen Nachweis bis dato allerdings noch nicht gelungen ist. Tierexperimentelle Daten belegen einen antagonistischen Effekt von Propofol auf beta-Adrenozeptoren, ein Effekt, der mit vermindertem Ansprechen auf endogene und exogene Katecholamine einhergeht, und bei manchen Patienten den unter Propofol-Langzeitsedierung zunehmenden Bedarf an Vasopressoren und inotropen Substanzen erklären könnte. Weiters interferiert Propofol mit der Funktion bestimmter Kalzium-Kanal-Proteine mit konsekutiver verminderter kardialer Kontraktilität. Fest steht, dass das PRIS ein multifaktorielles Geschehen repräsentiert, welches das Zusammenspiel eines „priming factor“, nämlich kritische Krankheit mit Intensivpflichtigkeit, mit bestimmten „triggering factors“, in erster Linie hochdosierte Propofol-Applikation, Katecholamine und Kortikosteroide, erfordert. Da Katecholamin- und Kortikosteroid-Ausschüttung auch als Komponenten der endogenen Stressreaktion bei kritisch Kranken auftreten, besteht zudem eine Überlappung zwischen dem „priming factor“ und den postulierten „triggering factors“.
Zusammenfassend ist festzuhalten, dass das PRIS eine potentiell letale intensivmedizinische Komplikation, dessen Ätiologie noch unzureichend bekannt ist, repräsentiert. Unbestritten ist, dass bei der Mehrzahl der Intensivpatienten Propofol entsprechend der verfügbaren Datenlage als sichere Substanz zur Langzeitsedierung anzusehen ist. Solange das PRIS jedoch nicht vollständig erklärt werden kann, sollten gemäß rezenten Empfehlungen von mehreren intensivmedizinischen Gesellschaften, jene Patienten, welche hohe Dosen von Propofol, d. h. über 5 mg/kg Körpergewicht pro Stunde, über einen längeren Zeitraum, d. h. über 72 Stunden, verabreicht bekommen, engmaschig bezüglich des Auftretens von nicht erklärbaren Entgleisungen des Säure-Basen-Haushaltes, Rhythmusstörungen und Zeichen der Myozyten-Schädigung überwacht werden. Bei Patienten mit eskalierendem Vasopressoren-Bedarf und Anzeichen des myokardialen Pumpversagens sollten alternative, zugegebenermaßen mit anderen Risiken verbundene, Sedativa zum Einsatz kommen. Eine eben erschienene Review (Niermeijer et al, J Neurol, 2003), die alle Literatur zum Thema Propofol und therapierefraktärer Status epilepticus analysiert, kam zu folgender Conclusio: „Serious doubts may be raised on the safety of propofol in the treatment of refractory status epilepticus. The two non-randomised studies and several case reports show an increased risk of mortality. Guidelines should not recommend the use of propofol as a routine treatment in refractory status epilepticus before a proper randomised trial has been performed.“ Dies bestätigt, dass insbesondere bei neurologischen Intensivpatienten zumindest Vorsicht geboten ist.
Literatur beim Verfasser
Dr. Ronny Beer
Univ.-Klinik für Neurologie
Neurologische Intensivstation
Innsbruck, Österreich
Quelle : www.medicom.cc
RS-USER-Katja
21.02.2004, 18:58
Original geschrieben von Intensivling
*hihi* sag das mal unseren unantastabaren Halbgöttern in weiß .... aber ich denke wir sind eine sehr autonome Station ... mal aus dem Nähkästchen plauder....
Let me guess: Ihr habt eine NCHI-Station, die unter der "Aufsicht"der NChirurgen geführt wird, die lieber im OP sind? :D
silver tabby
21.02.2004, 20:00
Danke für den aufschlussreichen Text Intensivling! Lese ihn mir Montag auf der Arbeit richtigg durch, ist da billiger...
Und was soll man sonst zu Rippenspreizer sagen als: Wieder was gelernt!!!
Intensivling
22.02.2004, 10:13
Original geschrieben von Katja
Let me guess: Ihr habt eine NCHI-Station, die unter der "Aufsicht"der NChirurgen geführt wird, die lieber im OP sind? :D
Nein ... wir sind eine neurologisch / neurochirurgische Intensiv und die Ärzteschaft sind eigentlich Neurologen. Wir haben 2 Neurochirurgen die die OP´s machen, aber keine Stationsarbeit in dem Sinne, das obliegt unseren Stationsärzten ( Neurologen ).
Die NC´s machen zwar postoperative anordnungen, aber das wars dann auch schon und vielleicht mal die Wundkontrolle postoperativ, sonst sieht man die eher selten bei uns rumlaufen.
Unsere Stationsärzte sind nicht wirklich die Beamtungstypen, so lassen die uns das lieber machen weil wir viel damit zu tun haben, was ich auch besser finde :D ...
silver tabby
22.02.2004, 14:09
Original geschrieben von Intensivling
Nein ... Wir haben 2 Neurochirurgen die die OP´s machen, aber keine Stationsarbeit in dem Sinne, das obliegt unseren Stationsärzten ( Neurologen ).
Unsere Stationsärzte sind nicht wirklich die Beamtungstypen, so lassen die uns das lieber machen weil wir viel damit zu tun haben, was ich auch besser finde :D ...
Naja, wen wunderts... Schliesslich ist Neurologie ja eine Disziplin der Inneren... Wars früher auch in D, hier in der Schweiz ist der neurologische Chef ein Oberarzt der Inneren... Und die können ja per se keine vernünftige Intensiv... (Hat Freitag sogar ein Spezialist für Sepsis so bestätigt...):D
Intensivling
22.02.2004, 15:08
Hmmm...also bei uns sind es alles FA. für Neurologie ... der Chef ist kein Internist ... das wäre ja noch schöner, haben schon genug internistische Pat. rumliegen die nicht zu uns gehören !
DerBlinde
22.02.2004, 19:05
Original geschrieben von Intensivling
Ja das machen wir auch, zähle ich aber nicht zu dem Begriff Weaning ....
Bitte?? :confused:
Weaning ist ein "Entwöhnen"! Und von Katecholaminen muß man auch entwöhnen! Wie kannst Du denn die Katecholamine "nicht zu dem Begriff Weaning" zählen?
Müssen wir uns jetzt vielleicht erstmal über Definitionen unterhalten?! :grins:
silver tabby
22.02.2004, 20:29
Original geschrieben von DerBlinde
Müssen wir uns jetzt vielleicht erstmal über Definitionen unterhalten?! :grins:
Na dann fang mal an Blinder!!! Wie wärs mit einem Online Intensiv- und Thoraxchirurgie-Leitfaden für Anfänger und Fortgeschrittene? Ich glaube da hätte kaum wer was gegen einzuwenden! :D :D :D :D
DerBlinde
23.02.2004, 05:48
Na... :grins:
In der Chirurgie geht es doch praktisch zu. ;) Da muß ich erst mal die Hand führen!
Komm mal an meine Seite, Mädel... :grins:
silver tabby
23.02.2004, 12:52
Original geschrieben von DerBlinde
Na... :grins:
In der Chirurgie geht es doch praktisch zu. ;) Da muß ich erst mal die Hand führen!
Komm mal an meine Seite, Mädel... :grins:
Wo warst du doch noch gleich? Sei vorsichtig, sonst komm ich noch zwischen Stex und Aberbeitsbeginn auf ein Praktikum vorbei...
Intensivling
23.02.2004, 14:09
Original geschrieben von DerBlinde
Bitte?? :confused:
Weaning ist ein "Entwöhnen"! Und von Katecholaminen muß man auch entwöhnen! Wie kannst Du denn die Katecholamine "nicht zu dem Begriff Weaning" zählen?
Müssen wir uns jetzt vielleicht erstmal über Definitionen unterhalten?! :grins:
Nein Nein versteh mich nicht falsch ... sicher "entwöhnen" wir die Pat. von den Katecholaminen .... naja so mehr oder weniger *gg* ... aber wir bezeichnen das nicht unter dem Begriff "Weaning" auf Station ... da der Begriff " Weaning" als Beatmungsentwöhnung bereits definiert ist ... Wir verwenden lediglich die Begrifflichkeit "Ausschleichen" ... im Sinne machen wir aber Weaning ... klar !
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