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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Praxisgebühr für Notfälle?



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Doktor Dormicum
03.03.2004, 17:00
Jetz´t ahbe ich entlich das was ich gesucht habe, gefunden. Es heißt:


Notfall
"Beim Besuch einer Notfallstation ist in jedem Fall die Praxisgebühr fällig. Sie kann aber auch später bezahlt werden. Die Quittung über die Praxisgebühr berechtigt dazu, in den nächsten Tagen den notwendigen Facharzt zu besuchen, ohne nochmal eine Praxisgebühr entrichten zu müssen. Die Fahrten mit dem Notarztwagen werden weiter von den Kassen übernommen, allerdings ist eine Zuzahlung von 5 oder 10 Euro fällig. Für dringendste Notrufe steht die 112 zur Verfügung. Hier wird keine Praxisgebühr verlangt, aber vor Missbrauch gewarnt."


laut Ausage des Bundesminsterium für Gesundheit, Soziales und Familien

RS-USER-flatliner
03.03.2004, 19:41
Also, das Gesundheitssystem bezahlbar zu machen ginge auch anders!

RS-USER-Hoffi
03.03.2004, 19:50
wie? mach mal nen beispiel.

Doktor Dormicum
03.03.2004, 20:01
In dem wir einfach Untersuchungen streichen, wo kein Mensch brauch!D:-)

RS-USER-Hoffi
03.03.2004, 20:01
welche sollen das denn sein?

Doktor Dormicum
03.03.2004, 20:04
Da reicht der platz nicht!:-p

RS-USER-Hoffi
03.03.2004, 20:06
zähl mal nen paar auf die du als überflüssig empfindest

RS-USER-flatliner
03.03.2004, 20:39
Dr Dormicum hat Recht!
Typisches beispiel ist die 78jährige insulinpflichtige Diabetikerin, die eigentlich nur einen Schrittmacher braucht...
Den bekommt sie auch, aber plötzlich wird festgestellt,dass der Diabetes noch besser eingestellt werden könnte - also wird noch am BZ gebastelt... Und irgendwie sind auch die Füße kalt und man könnte noch einen Bypass legen.Dann merkt die gute Frau, dass sie ja schon seit 2 Tagen nicht abgeführt hat (ein echtes Problem...) und die bekommt was. In der Zwischenzeit steht noch der nächste Dialysetermin an... Ok, der eine Zeh ist bis dahin nekrotisch un muss amputiert werden... 2. Dialysetermin... Nach der Dialyse ist die gute verwirrt und fällt nachts aus dem Bett - Oberschenkelhals#... Verlegung in die Orthopädie, Wundheilungsstötungen... GI-Blutung, weil die Orthopäden mit dem Marcumar net klarkommen...

Was ich sagen will ist, wenn man einen Patienten lange genug stationär behält, findet sich zwangsläufig was behandlungsbedürftiges... Also - Liegezeiten verkürzen!
Was die Dialyse anbelangt: unsere Klinik hat 8mio Schulden wovon (laut Dialyseabteilung) 5mio austehende Kosten sind, weil, die Krankenkassen sich weigern, das zu zahlen, weils von zuhause aus billiger wär).
Und: mag sich asozial anhören, aber warum können adipöse alte Leute nicht vor ihrer TEP-Impl. nicht abnehmen?! Ok, eine OSH# ist ein Notfall, aber wenn´s einfach nur ein bisserl zwickt, dann sollen die erstmal einen BMI von unter 30 erreichen, bevor sie operiert werden! Tut mir leid - aber ich würd mich weigern, als Orthopäde - die kommen doch sonst spätestens nach 5 Jahren wieder, weil sie ne neue brauchen...

RS-USER-Hoffi
03.03.2004, 21:25
das was du nu aufgezählt hast mag ja alles stimmen, es waren nur behandlungen, aber dr dormicum hat von untersuchungen gesprochen, die überflüssig sind. ich denke nicht das man pauschal sagen die untersuchung ist überflüssig. sondern das sowas alles einzelfälle sind, die man definitiv nicht mit einem gesetz regeln kann

Doktor Dormicum
04.03.2004, 09:02
Oder man streicht überflüssige Krankenfahrten. Wo sich manche für Spaß rumfahren lassen!

RS-USER-Hoffi
04.03.2004, 09:07
krankenfahrten wurden durch die reform ja auch auf ein minimum reduziert, dh das es immer mehr selbstzahler gibt. allerdings ist auch hier wieder der arzt der entscheidungsträger, der gesetzgeber kann nur richtlinien ausgeben, da jeder fall anders liegt.

RS-USER-Kräuterhexe
04.03.2004, 10:31
Ein Beispiel für (erlebte "unnötige" ) Untersuchung.
Patientin mit Oberbauchschmerzen z. Hausarzt, von dort zum Internisten: Gastro mit der Diagnose A. Patientin wurde vom Facharzt ins Krankenhaus A (katholisch) der Stadt mit Befunden zur Therapie überwiesen. Dort Kontrollgastro - mit Diagnose ... A . Therapiebeginn, half nichts, die dortige Chirurgie konnte nicht übernehmen; also Überweisung ins Krankenhaus B (evangelisch :D ) . Dort wollten die Chirurgen nur schneiden, falls die Innere eine ... Gastro macht. Patientin ziemlich stinkig, hat es aber über sich ergehen lassen :confused: , Diagnose... Rat einmal :D : A !!!!
Es werden auch einige CT`s aus forensischen Gründen oder "wir haben ein CT im Haus, also machen wir mal eines" gemacht.
Oder Röntgenaufnahmen sind unfindbar, ergo neue Aufnahme, unabhängig von Strahlenbelastung auch eine finanzielle Belastung.
Oder sehr beliebtes Spielchen: Dein Doc sagt Dir bei der Feststellung eines leichten Bluthochdrucks, Du sollst abnehmen, Salzreduktion, Rauchen aufhören etc, anstatt Dir gleich mal den tollen ß - Blocker, welcher Dein Nachbar hat, zu verschreiben. Was passiert wohl?
Man geht zum nächsten Weißkittel und zum nächsten.... Die meisten werden die Untersuchungen wiederholen.
Von dem her finde ich das mit den Überweisungen nicht schlecht.

Doktor Dormicum
04.03.2004, 11:21
Oder wir haben mal ne Frau gehabt, dieser hat es nicht in unserem kleinen Krankenhaus gefahren und ließ sich dann ins größere Krankenhaus fahren, das ungefähr 60 km weiter weg liegt. Von Krankenhaus, war keine medizinische Veranlassung, um diese Verlegefahrt zu unternehmen. Das finde ich unnötig, das sich die meisten alten Leute durch die gegend fahren lassen, so al kleiner Zeitvertreib!

RS-USER-flatliner
04.03.2004, 14:31
Original geschrieben von Doktor Dormicum
Oder man streicht überflüssige Krankenfahrten. Wo sich manche für Spaß rumfahren lassen!
Ja - warum müssen 10 Patienten pro Tag in einen anderen Teil der Klinik, der 5km entfernt ist, zum Augenkonsil gefahren werden? Da reicht´s doch wenn der Augenarzt vorbeikommt (meinetwegen mit dem Taxi).

RS-USER-DerDings
04.03.2004, 15:13
und spaltlampe, octopus usw. mitnimmt ???

Doktor Dormicum
04.03.2004, 16:41
JA! Das sind dann aber auch manchmal wirklich Kaffeefahrten wo mit dem KTW rumfährt!:-p

RS-USER-DocMezzoMix
04.03.2004, 17:45
Wisst ihr, wieviel Prozent der Gesamtausgaben Gesundheitswesen vom Kranketransport/RettDienst/Verlegungen verursacht werden??? Es ist weniger als 1% (ein Prozent!)
Dafür muss ich jedem öhmchen erklären, das ihre KoPlaWu eine evtl. Ambulante behandlung ist, welche dazu führen könnte, das sie 220€ latzen muss. Danach dann erstmal 10min. Omi trösten...
Das ist doch alles nur ein minimaler Teil der Gesundheitsausgaben, ist nur die Frage, ob die höheren Verwaltungskosten (War der RTW Transport nun gerechtfertigt?Mmmh,..Würfel..) den Spareffekt wieder weg machen?
Weil, die PAtienten, wo ein Transport fraglich ist, sind eh die, welche keine Kohle haben und wo nix zu holen ist.

Im ÄND ist es so, das wir bei JEDEM Besuch 10€ kassieren, was zu einem leichten Rückgang führte, weil die "Stamkunden" ausbleiben..oder sich den Überweisungsträger geben lassen und eh nie zahlen, weil HaHa, Mahnverfahrn für 10€, lach...

DerBlinde
04.03.2004, 18:29
Ich finde es immer klasse, wenn die Küken schlauer als die Henne sein wollen! :D :D :D

Liegezeiten verkürzen?
Als ob Liegezeiten im Krankenhaus zu Lasten der Kassen gehen würden. Bis letztes Jahr galt sowieso eine Fallpauschale. Punkt. Da ist es der Kasse und dem MDK völlig gleichgültig, wie lange der Patient liegt. So ist das System von Fallpauschalen.
Seit 01.01.2004 gelten die deutschen DRGs (G-DRGs), die die finanzielle Schraube noch um ein Vielfaches enger drehen. Was lernen wir daraus? Erst informieren, dann diskutieren! Und nicht das Blaue vom Himmel zusammen phantasieren.

Ich möchte mal den Patienten sehen, der sich nur so zum Spaß im KTW in der Gegend rumfahren läßt. Zudem möchte ich die HAs/EAs sehen, die den Blödsinn noch mit sich machen lassen.
Verlegungen in andere KHs gibt es, die medizinischen oder logistischen Gründe dafür muß ich nicht einem "Blutschüsselfahrer" erläutern.

Kosten den Gesundheits-System reduzieren? Ein Schwerpunkt sollte die Reduzierung der Kassen auf eine vernünftige Anzahl sein! Dann eine Reduzierung der Verwaltungsausgaben!! Und Schluß mit unsinnigen Sonderausschüssen, die z.Bsp. erarbeiten sollen, ob ein Ausgabenposten von (fiktive Zahlen!) 500.000 Euro gerechtfertigt ist, dafür aber 6 Monate brauchen und selber 5 Mio. Euro kosten!
Andere (auch europäische) Länder kommen mit ihrem Geld auch zu Rande und sind noch in der Lage, die Ärzte angemessen zu bezahlen, nicht diese Witz-Löhne wie in Deutschland, die einem die Tränen andauernd in die Augen treiben!

RS-USER-Kräuterhexe
04.03.2004, 19:42
Da pflichte ich Dir mal voll bei :D , v.a. was die Thematik mit den Kassen angeht.

Wobei es gibt Häuser, die das mit kurzen Liegezeiten noch nicht ganz so raffen ( erlebtes Beispiel vor 1 Jahr: 14d postop nach komplikationsloser Strumektomie noch im KH, ich dachte, mich verreißts :-(( ), aber die sind auch pleite.

Und wenn man sich überlegt, daß dieses von D übernommene DRG - System in Australien schon korrigiert wurde und angeblich auch nicht sooo dogmatisch verwendet wird wie hier....:mad: :mad: (lt mehreren Kommolitonen, die dort waren)
Aber findest Du wirklich Ärzte verdienen zu wenig Geld in D :D :grins:
Dafür ist man hier doch noch der Halbgott in weiß! In ami - Land ging doch der Großteil Deines Gehaltes für die Berufshaftpflicht drauf, oder?:D
Jetzt mal im Ernst, ist es hier wirklich weniger?

Doktor Dormicum
04.03.2004, 19:46
Gibts aber wirklich. Diese Person habe ich persönlich gekannt!

Aber eins will ich mal sagen. Man könnte in Deutschland an sovielen nichtmedizische Sachen streichen. Dies will ich nicht hier erläutern. Seh ich mir meinen Vater an, der hat jetzt mittlerweile 250€ an Medikatenzuzahlung bezahlt. Fragt man bei der Krankenkasse, wann die Grenze erreicht ist: " Wir wissen nicht , wie das geht!". Ok!