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Rentnertaxler
20.06.2005, 11:37
Und welche Instanz sagt dem Darm jetzt dass er Kalium kacken soll???
Cerebral, Renal oder so kommt da ja wohl nicht in frage....

RS-USER-blacksheep
20.06.2005, 13:00
Es ist ja eigendlich nur nen Ionaustausch. Also nix sonderlich kompliziertes wo der Körper viel macht. Wie das nun genau funktioniert weis ich nicht, hab ich aber auch nichts mit zutun da ich (noch) weder nen Studierte bin noch in der Klinik arbeite.

Rentnertaxler
20.06.2005, 16:24
Naja, soweit ich weiss besteht ja das Problem darin, dass Kalium eben renal ausgeschieden wird, also mit dem Urin. Bei Dialysepat. ist das Ganze gestört wg. der eingeschränkten/nicht vorhandenen Nierenfunktion.
Also haben wir zuviel Kalium im Körper - wenn ich das ganze auch gegen Na austauschen kann an den Wirkorten (Zellen), befindet sich das Kalium aber nach wie vor im Körper.

RS-USER-blacksheep
20.06.2005, 16:36
Also wie gesagt: Ich kenn mich damit nicht aus ich vermute nur mir dem Chemie LK im Hintergrund das es nen Ionenaustausch stattfindet und das dann übern Stuhl das K+ vermehrt ausgeführt wird.
Könnte das mal jmd genauer erklären der sich damit auskennt? Ich würds auch gerne verstehen. Danke.

RS-USER-DerDings
20.06.2005, 17:01
Original geschrieben von blacksheep
Also wie gesagt: Ich kenn mich damit nicht aus ich vermute nur mir dem Chemie LK im Hintergrund das es nen Ionenaustausch stattfindet und das dann übern Stuhl das K+ vermehrt ausgeführt wird.
Könnte das mal jmd genauer erklären der sich damit auskennt? Ich würds auch gerne verstehen. Danke.

kann es sein das du rektal mit renal verwechselt hast?
die kalium ausscheidung in der niere ist an die Natrium resorption gekoppelt, d.h. wenn mehr Na+ resobiert wird, wird vermehrt K+ ausgeschieden...

und jetzt rate ich mit:
niereninsuffizienz bedeutet ja nicht gleich einen komplettausfall des organs, filtration/resorbtion finden weiterhin (vermindert) statt, ergo kann der Kalium spiegel durch vermehrte Na+ resorbtion gesenkt werden, zumindest bis zu einem gewissen grad (der vom stadium der erkrankung abhängt)...

so, märchenstunde zuende ;)

RS-USER-blacksheep
20.06.2005, 17:09
Ne verwechselt hab ichs nicht. Ich glaube Rektal und Renal werd icih gerade noch so auseinander halten können. Aber ich bin von nem kompletten Ausfall der Nieren ausgegangen. So machts natürlich auch Sinn.

Rentnertaxler
20.06.2005, 21:02
Ja, ich auch!

P.S. was ist denn hier mit den Umlauten? Muss ich da immer
ae
oe
ue und
ss
schreiben?

RS-USER-SchwesterM
20.06.2005, 21:05
mir kommt da noch spontan die Natrium-Kalium-Pumpe in den Sinn.

bloß mal so als Stichwort, da war doch mal was ...

wenn man die ankurbelt, wo geht dann das K+ hin?

Es muß ja irgendwie in die Leber gelangen ...


:confused:

RS-USER-apoplex
20.06.2005, 21:21
Original geschrieben von SchwesterM
mir kommt da noch spontan die Natrium-Kalium-Pumpe in den Sinn.

bloß mal so als Stichwort, da war doch mal was ...

wenn man die ankurbelt, wo geht dann das K+ hin?

Es muß ja irgendwie in die Leber gelangen ...


:confused:

Die K+/Na+ - Ionenpumpe (oder auch K+/Na+ ATPase, da sie Energie in Form von ATP verbraucht) ist Bestandteil aller Körperzellen.
Wir haben in unseren Zellen einen Überschuss K+, im Intrazellulärraum einen Überschuss an Na+, dieses ist für sehr viele Vorgänge (z.B. Übertragung von Nervenimpulsen ...) erforderlich, damit dieses Konzentrationsgefälle aufrecht erhalten bleibt, gibt es die Pumpen, die K+ in un Na+ unter Energieverbrauch transportieren.
Immerhin verbraucht der Körper für diese Pumpen etwa 20 % seiner aufgenommenen Energie.

RS-USER-apoplex
20.06.2005, 21:28
Original geschrieben von blacksheep
Also wie gesagt: Ich kenn mich damit nicht aus ich vermute nur mir dem Chemie LK im Hintergrund das es nen Ionenaustausch stattfindet und das dann übern Stuhl das K+ vermehrt ausgeführt wird.
Könnte das mal jmd genauer erklären der sich damit auskennt? Ich würds auch gerne verstehen. Danke.

Prinzip des Ionentauschers ist relativ einfach.

Es enthält die Matrix oder auch Austauschersubstanz (z.B. ein spezielles Kunststoffgranulat), dessen Enden negativ geladen sind.
An dieser negativen Ladung bleiben positiv geladene Ionen "hängen", in der Zeichnung durch die Welle angedeutet.

Matrix- (-) ~ (+)

Es gibt natürlich verschiedene positive Ionen im Körper (z.B. K+, Na+, Ca++, H+ ...) die um diese Bindungsstelle konkurrieren.
Durch passende Verbindungen kann man einen Ionentauscher herstellen, der z.B. besonders leicht K+ im Körper annimmt, wenn er in der Umgebung einen erhöhten K+-Spiegel vorfindet. Dafür wird dann die andere pos. Ladung abgegeben.

Also:

Matrix-(-)~(+) wird bei hoher K+- Konzentration zu
Matrix-(-)~K+ und (+), dafür ein K+ weniger.

Man sucht sich dann natürlich ein Gegenion aus, dass der Körper gebrauchen oder besonders eiinfach wieder loswerden kann. Was das Gegenion für das K+ beim Resonium A ist, weiß ich allerdings momentan nicht.

Rentnertaxler
21.06.2005, 10:51
Höchst kompliziert das Ganze...

Aber danke schonmal, Apoplex!

Intensivling
21.06.2005, 11:05
Resonium A tauscht Kalium gegen Natrium .. .also müsste Natrium das Gegenion sein :D

Rentnertaxler
21.06.2005, 11:48
Und jetzt weiß ich immer noch nicht, was mit dem "überschüssigen" Kalium passiert

Mamue
21.06.2005, 20:49
Die Wirkungsweise von Kationenaustauscherharzen (zum Beispiel Resonium A oder Sorbisterid) ist oben doch schon gut beschrieben. Es ist ein nichtresorbierbares Trägermedium (->daher wird es wieder ausgeschieden) welches im Darm Natrium abgibt und Kalium aufnimmt. Von hier aus erfolgt per Osmose bzw. Diffusion der Austausch entlang der entstehenden Gradienten vom Darmlumen in das Blut. Das Kalium wird mit dem Trägermedium wieder ausgeschieden. Dabei bindet 1 g Resonium A etwa 1 bis 1,5 mmol Kalium und wird gegen 1,7 bis 2,5 mmol Natrium ausgetauscht (Cave: Volumenüberladung!).
Als Therapie wird Resonium A in einer Sorbitollösung suspendiert und kann alle vier Stunden oral eingenommen werden bis zu viermal pro Tag (Sorbitol löst eine osmotisch bedingte Diarrhö aus und verhindert somit einen Obstruktionsileus). Alternativ kann es als Einlauf mit wenigstens 60 Minuten Verweildauer gegeben werden. Bei bereits bestehender Obstipation ist die Anwendung von Kationenaustauscherharzen kontraindiziert.

Ich kenne Dialysepatienten, die Resonium regelmäßig zusätzlich zur Dialyse als Dauermedikation erhalten um somit die Anzahl der Tage zwischen zwei Dialysen zu erhöhen.
In der Akuttherapie eines Dialysepatienten würde ich aber auf der ITS auch die frühere Dialyse (so man die Möglichkeit hat ...) vorziehen.

Rentnertaxler
27.06.2005, 11:22
Wie wäre es denn mit einer Kalium-reduzierten Ernährung? Oder kann man dann so gut wie gar nichts mehr essen?
Dann würde ich mir das als Dialysepatient auch schenken, glaube ich. Aber wenn man genügend Mahlzeiten zusammenbringt die eine wechselnde Ernährung für mind. 2 Wochen hergibt wäre das doch das einfachste, oder:confused: