Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Musiktherapie bei Intensivpatienten
RS-USER-Nufragnich
23.03.2004, 08:58
Moin, Moin!
Ich habe vor einiger Zeit mal einen Bericht über Musiktherapie in einer Intensivstation gelesen. Ich denke, ein grundsätzliches Problem dieses Ansatzes ist die expermimentelle Wiederholbarkeit. Das Experiment muss unter gleichen Bedingungen gleiche Ergebnisse liefern. Gibt es hier irgendwelche verlässlichen Aussagen, also beispielsweise Änderungen der Atemfrequenz, Puls u.ä. nach einer Musiktherapie? Habt Ihr vielleicht Erfahrungen auf diesem Gebiet gemacht?
Andererseits, vielleicht muss man die therapeutische Wirksamkeit gar nicht so sehr in den Vordergrund stellen. Wenn man auf diese Weise eine angenehme Atmosphere für den Patienten herstellen kann, hat man ja auch schon einiges gewonnen.
RS-USER-Medizinarr
23.03.2004, 09:24
Ob es tatsächlichen Nutzen in Bezug auf Parameter etc. erbracht hat, weiss ich nicht, aber ich denke, dass man damit eine angenehmere Atmosphäre schaffen kann, auch gerade wenn der Patient gerne die dargebotene Musik hört.
Ich glaube nämlich dass das ewige Gepiepse der Monitore und Geklackere der Personal Schuhe, Klappern von Schüsseln etc, auf die Dauer recht Wahnsinnig machen kann.
RS-USER-Hoffi
23.03.2004, 09:26
aber ich möchte auch nicht ständig von einem trauermarsch umgeben sein
RS-USER-schmoelzi
23.03.2004, 09:30
Soetwas kommt sehr auf den Pat drauf an.
Wenn er in seinem Leben nie viel Musik gehört hat, dann wird es ihn nicht recht freuen. Sollte er viel Musik gehört haben, dann sollte man auch auf seinen Geschmack achten, ein Motorradrocker hätte mit B. Spears aus den Lautsprechern wohl nicht viel Freude.
RS-USER-Medizinarr
23.03.2004, 09:36
Man könnte Kopfhörer benutzen, da wäre das Problem mit den Mitpatienten / Personal geklärt. Natürlich sollte das Programm auch abgestimmt sein auf den Geschmak
RS-USER-Hoffi
23.03.2004, 09:40
Original geschrieben von Medizinarr2004
Man könnte Kopfhörer benutzen, da wäre das Problem mit den Mitpatienten / Personal geklärt. Natürlich sollte das Programm auch abgestimmt sein auf den Geschmak
ich weiß was ich bei gomern machen würde
RS-USER-Medizinarr
23.03.2004, 09:41
*hihi* ich auch :D
Mahlzeit
23.03.2004, 14:42
*räusper*
Naja, Musiktherapie heißt ja nicht, daß einem da Rockstücke oder Heavy Metall um die Ohren geballert wird...
Normalerweise wird da eher auf klassische Stücke zurückgegriffen... Teilweise auch spezielle Meditationsmusik o.ä.
Wichtig ist ein Rhythmus, der ungefähr der Herzfrequenz entspricht, da sich der Herzschlag diesem anpasst ( / anpassen kann).
Bei Neuro-Patienten (nach Apoplex usw.) bedeutet Muskitherapie auch selber zu musizieren... mit Trommeln, Xylophonen.....
Aber über die genaue therapeutische Wirksamkeit weiß ich leider auch nicht weiter Bescheid...
RS-USER-schmoelzi
23.03.2004, 14:46
Original geschrieben von Mahlzeit
Naja, Musiktherapie heißt ja nicht, daß einem da Rockstücke oder Heavy Metall um die Ohren geballert wird...
Wäre aber für einen verunfallten Motorradrocker vielleicht das richtigere als Klassik.
Mahlzeit
23.03.2004, 15:12
Das Ding ist halt, daß sich unser Körper an Musik anpasst. Und in der MT soll der Patient ja möglichst schnell genesen - und kein Mensch entspannt sich bei (durchschnittlichem) Heavy Metall... auch kein Motorrad-Rocker ;)
RS-USER-flatliner
30.03.2004, 14:09
Original geschrieben von Hoffi
ich weiß was ich bei gomern machen würde
Was denn? Klär mich mal auf... :D
Also, auf der Intensiv wo ich mal war haben die kleine Radios, auf denen meist Klassik läuft (angeblich, weil der OA nichts anderes duldet...)
Der Empfang der Dinger war übrigens am besten, wenn man die Antenne durch Schrittmacherkabel ersetzt hat und diese ans Fenster geklebt hat :rolleyes: )
RS-USER-Djamila
22.04.2004, 18:34
Also ich kann Euch nur was über Musiktherapie umgekehrt sagen: Aus eigener Beobachtung weiß ich, daß die Patienten wirklich unruhiger werden, wenn man nachts laut Dark Metal oder Neue Deutsche Welle hört. :rock:
Also irgendwas wirds schon bringen.
Was den Stil angeht denke ich sollte man sich mit den Angehörigen auseinandersetzen.
RS-USER-Kräuterhexe
23.04.2004, 23:44
Musiktherapie hat nicht primär mit passiver Beschallung aus dem Radio zu tun!
Es geht primär darum, durch Musik den Patienten zu "stimulieren" ähnlich wie bei basaler Stimulation, haptil - taktischen Übungen. Ihn aus seiner Welt zu locken (v.a. "Apalliker" oder Menschen mit Frühkindlichem Hirnschaden). Es wird in irgendeiner Form Musik vom Therapeuten gemacht, und der Patient soll entweder musikalisch mitmachen ( Triangel, Orffsche Instrumente, Klavier,....), oder es wird auf körperliche Reaktionen geachtet wie Schnalzen, mit den Augen rollen o.ä.
Informationen dazu bei der Norton - Stiftung oder www.uni-wh.de dort Musiktherapie anklicken...
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