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RS-USER-Claudi
25.05.2004, 15:22
Also ich kenne eine handvoll sehr guter Naturheilkundler, die aber alle ein ganz normales Medizinstudium gemacht haben und sich dann zusätzlich im naturheilkundlichen Bereich fortgebildet haben. Sie benutzen es also als Ergänzung zur "normalen" Medizin und so sollte das auch sein, finde ich. ;)
Ich habe mal in einem Haus gearbeitet, das sehr viel mit alternativen Heilmethoden bewirkt hat - und jetzt bin ich schlau genug, um mir im Zweifelsfalle selbst den richtigen Tee aufzubrühen. :D
Zur Not kenne ich da noch eine sehr alte Kräuterhex... äh Apothekerin, die ein unglaubliches Wissen in sich trägt. :-p

Gute Heilpraktiker kenne ich persönlich nicht. Habe selbst keine Erfahrung mit dem Berufsstand und vom hören sagen kann ich nichts gutes berichten.
Dass so viele zu Heilpraktikern rennen und dort auf wunderliche Weise Hilfe erfahren, hat meiner Meinung nach nicht unerheblich damit zu tun, dass sich Heilpraktiker Zeit nehmen, zuhören, verständnisvoll nicken usw. Das ist manchmal schon ausreichend -gerade für die psychisch belasteten.

... Paracelsus ... war das nicht der Typ, der von sich selbst behauptet hat, ein Zauberer zu sein ? :D

RS-USER-Hypnos
25.05.2004, 22:55
Paracelsus ar der mit dem Zitat:
Jedes Ding ist Gift, es kommt nur auf dei Menge an

RS-USER-DerDings
25.05.2004, 23:00
Original geschrieben von Nufragnich
Ähnliche Erfolge feiert ja auch die berühmte Hopfenkur...:cool: :D

ein irisches sprichwort sagt: was man nicht mit whisky und butter heilen kann, kann man gar nicht heilen :grins: :grins:

Dr. Magill
27.05.2004, 19:09
Sobald die Heilpraktiker bereit sind, ihre Methoden einer Evaluation gemäß den Prinzipien der Evidenz-basierten Medizin zu unterziehen, bin ich bereit, mich mit ihnen zu beschäftigen. Alles andere ist grober Unfug und widerspricht medizinischer Ethik.

RS-USER-Kräuterhexe
01.06.2004, 13:39
Eine vielleicht ketzerische Frage:
Gibt es eine evidenz - basierte Studie zu der Frage: frühe Tracheotomie versus "Intubation" bei Langzeit - Wheaning (z. B. COPD nach Zweihöhleneingriffen) ???
Bei einer Fortbildung zum Thema Dilatationstracheotomie wurde diese Frage wirklich gestellt. Alle Vortragenden waren sich einig, daß eine korrekt durchgeführte Studie nicht durch die Ethikkommission käme!
EBM soweit so gut. Ich will mich nicht dagegen verschließen, der Ansatz ist gerechtfertigt und gut. Aber ich wage es, zu bezweifeln, daß man ALLES demenentsprechend betrachten kann.
Oder behandelst Du einen 90Jährigen im Rahmen einer Reanimation genauso, wie einen 48jährigen Familienvater, der sogar durch Ersthelfer eine HDM erhielt???
Das macht unter anderem die Unterscheidung zwischen Mediziner und Arzt aus, oder?

RS-USER-Hypnos
01.06.2004, 13:48
Original geschrieben von Dr. Magill
Sobald die Heilpraktiker bereit sind, ihre Methoden einer Evaluation gemäß den Prinzipien der Evidenz-basierten Medizin zu unterziehen, bin ich bereit, mich mit ihnen zu beschäftigen. Alles andere ist grober Unfug und widerspricht medizinischer Ethik.

So lange sich zum Beispiel das Krankenpflegepersonal mehr mit Pflegedokumentation als denn mit Pflege zu beschäftigen hat, brauchen wir uns hier in Deutschland nicht mal annähernd über evidenz-basierte Medizin zu unterhalten.

RS-USER-Katja
01.06.2004, 17:22
... um es mit meinem OA Rettungsmedizin zu sagen: "Es gibt auch keine evidenzbasierte Studie dazu, daß das Springen aus dem Flugzeug mit Fallschirm ein besseres Outcome hat als ohne Fallschirm!"
:D
Man kann alles übertreiben ;)

Dr. Magill
01.06.2004, 21:17
Original geschrieben von Hypnos
So lange sich zum Beispiel das Krankenpflegepersonal mehr mit Pflegedokumentation als denn mit Pflege zu beschäftigen hat, brauchen wir uns hier in Deutschland nicht mal annähernd über evidenz-basierte Medizin zu unterhalten.

Da ist leider etwas wahres dran.

Dr. Magill
01.06.2004, 21:23
Original geschrieben von Kräuterhexe
Eine vielleicht ketzerische Frage:
Gibt es eine evidenz - basierte Studie zu der Frage: frühe Tracheotomie versus "Intubation" bei Langzeit - Wheaning (z. B. COPD nach Zweihöhleneingriffen) ???
Bei einer Fortbildung zum Thema Dilatationstracheotomie wurde diese Frage wirklich gestellt. Alle Vortragenden waren sich einig, daß eine korrekt durchgeführte Studie nicht durch die Ethikkommission käme!
EBM soweit so gut. Ich will mich nicht dagegen verschließen, der Ansatz ist gerechtfertigt und gut. Aber ich wage es, zu bezweifeln, daß man ALLES demenentsprechend betrachten kann.
Oder behandelst Du einen 90Jährigen im Rahmen einer Reanimation genauso, wie einen 48jährigen Familienvater, der sogar durch Ersthelfer eine HDM erhielt???
Das macht unter anderem die Unterscheidung zwischen Mediziner und Arzt aus, oder?

Selbstverständlich ist der Ansatz der EBM nicht überall anwendbar. Gerade jedoch bei der Homöopathie, die sich konsequent einem wissenschaftlichen Ansatz entzieht, wäre zumindest Evidenz für die Wirksamkeit zu fordern.

RS-USER-Paracelsus
01.06.2004, 21:34
Original geschrieben von Dr. Magill
Sobald die Heilpraktiker bereit sind, ihre Methoden einer Evaluation gemäß den Prinzipien der Evidenz-basierten Medizin zu unterziehen, bin ich bereit, mich mit ihnen zu beschäftigen. Alles andere ist grober Unfug und widerspricht medizinischer Ethik.

Salve,
ich las es bereits weiter oben, aber trotzdem nochmal,
ist der alte Grundsatz:
Wer HEILT hat RECHT

jetzt irgendwie so außer Kraft gesetzt,oder wie?

Ich weiß gar nicht, warum Schulmediziner den Menschen ( Patienten ) immer vermessen müssen, um dann bei Abweichungen immer gleich in hektische Betriebsamkeit zu verfallen, um ja diesen Wert wieder ins Lot zu bekommen.
:confused:

RS-USER-Kräuterhexe
01.06.2004, 21:49
Original geschrieben von Dr. Magill
Selbstverständlich ist der Ansatz der EBM nicht überall anwendbar. Gerade jedoch bei der Homöopathie, die sich konsequent einem wissenschaftlichen Ansatz entzieht, wäre zumindest Evidenz für die Wirksamkeit zu fordern.

Erstens kann man nicht "Heilpraktiker" mit "Homöpathie" gleichsetzen, da HP je nach Schule verschiedene Therapiemöglichkeiten lernen: TCM, Osteopathie, Homöopathie, Irisdiagnostik, Kinesiologie, Anthroposophie.... - ganz neutrale Aufzählung.
Auch Ärzte wenden Homöopathie an. (Ich kenne mehr Ärzte, die das anenden als HPler)
Was die Studienlage angeht, kenn ich mich nicht so gut aus, aber an der Uni Witten (www.uni-wh.de) gab es einen studentischen Homöopathie - Arbeitskreis. Du kannst da ja mal anfragen.

Zum Thema Doku in der Pflege: es ist auch eine Frage des Doku - Systems, ob man dafür Stunden braucht. Es gibt ein paar pfiffige, bei welchen man das nebenher während der Übergabe machen kann!! Was viel zeitaufwändiger ist, fand ich jedenfalls, war Labore richten, Anforderungsscheine ausfüllen.....das hat ja nichts mit der Doku zu tun.
Weiterhin ist die Dokumentation im ärztlichen Bereich ja auch nicht weniger geworden.:mad: jedenfalls im internistischen Bereich!

Dr. Magill
06.06.2004, 11:52
Ich habe Homöopathie auch nur als pars pro toto für alle Methoden außerhalb der wissenschaftlich fundierten "Schulmedizin" genannt. Interessanterweise haben wir die Heilpraktiker den Nazis zu verdanken, die mit diesem "völkischen Brimborium" besser zurecht kamen als mit der, als jüdisch empfundenen, Schulmedizin.

Gleiches gilt übrigens auch für die Anästhesiologie, die von den Nazis als jüdisch empfunden wurde und deshalb in schöner Kooperation und Geistesverwandtschaft mit den stramm deutschnationalen Vertretern der schneidenden Zunft (z.B. Otto Goetze, Ferdinand Sauerbruch etc.) bis Kriegsende unterdrückt wurde.

DerBlinde
06.06.2004, 16:55
Hast Du dafür Quellen-Angaben? Für mich klingt das doch - gelinde gesagt - etwas überzogen... :rolleyes:

Dr. Magill
06.06.2004, 17:02
Was klingt überzogen?

RS-USER-DerDings
06.06.2004, 17:03
die chirurgische unterdrückung der anästhesie in kooperation mit dem nazi-regime, nehme ich an...

Dr. Magill
06.06.2004, 17:45
Kann man in jedem Buch zur Geschichte der deutschen Anästhesiologie nachlesen, außerdem in den Historischen Vignetten von Göhrig in AINS.

Zwei prominente Opfer: Die Anästhesisten Ernst von der Porten und Maximillian Neu.

DerBlinde
07.06.2004, 09:58
Original geschrieben von Dr. Magill
Kann man in jedem Buch zur Geschichte der deutschen Anästhesiologie nachlesen...

Das ist jetzt nicht die Art von Quellen-Angabe, die ich ich mir erhofft hatte :rolleyes:

RS-USER-Kräuterhexe
07.06.2004, 10:11
Original geschrieben von Dr. Magill
Ich habe Homöopathie auch nur als pars pro toto für alle Methoden außerhalb der wissenschaftlich fundierten "Schulmedizin" genannt. Interessanterweise haben wir die Heilpraktiker den Nazis zu verdanken, die mit diesem "völkischen Brimborium" besser zurecht kamen als mit der, als jüdisch empfundenen, Schulmedizin.

Na ja, haben wir auch den Allgemeinmediziner den Nazis zu verdanken??:grins: (zynisch gemeint)
"Obwohl aufgrund der nazistischen Blut - und - Boden - Ideologie und eines spezifisch nationalsozialistischen Holismis der Allgemeinpraktiker, vornehmlich der Landarzt, mehr als der Spezialist galt,... " (der Rest handelt von der Bezahlung, deshalb nicht weiter zitiert) aus "Vernichten und Heilen - der Nürnberger Ärzteprozeß und seine Folgen (Angelika Ebbinghaus/ klaus Dörner; Hrsg)

Pit Schnass
11.06.2004, 16:17
ja, die Sache mit dem wissenschaftlichen Ansatz...
:rolleyes:

Problem der Homöopathie ist die individuelle Behandlung des ganzen Menschen. Und da ist es wohl nicht wirklich einfach eine Gruppe Menschen mit gleicher Persönlichkeitsstruktur, ähnlicher Biographie und gleicher Erkrankung zu finden, die sich dann noch freundlicherweise einer Studie unterziehen. :D

Aber manche naturheilkundliche Dinge sind doch bereits wissenschaftlich erwiesen und werden sogar von den Kassen bezahlt. Z. B. Akupunktur und Misteltherapie ;)

Dr. Magill
11.06.2004, 16:35
Original geschrieben von Pit Schnass
ja, die Sache mit dem wissenschaftlichen Ansatz...
:rolleyes:

Aber manche naturheilkundliche Dinge sind doch bereits wissenschaftlich erwiesen und werden sogar von den Kassen bezahlt. Z. B. Akupunktur und Misteltherapie ;)

Da handelt es sich wohl um einen Irrtum. Nur weil manche Kassen es bezahlen, ist die Wirksamkeit lange noch nicht wissenschaftlich erwiesen.