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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zwischenfall am Sonnwendfeuer



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Rescuerambo
06.06.2004, 21:40
Wir intubieren nochmal richtig, und stellen den Ring am Beutel auf "20", falls wir am Beutel einen haben- bis wir den richtigen Sitz des Tubuses kontrolliert haben...

Aufgrund der langen Transportstrecke auf jeden Fall nach dem Luftquirl fragen..

Rettungstiger
06.06.2004, 22:12
Wie schon erwähnt steht der Hubschrauber (weiss eben nicht mehr genau warum) nicht zur debatte.
Überdruckventil ist da, nützt aber nichts. Dasselbe procedere wiederholt sich 4 mal, wobei der Notarzt bei jedem mal noch schlechter sieht, da alles im Hals immer mehr anschwillt.
Die Sättigung fällt während den Versuchen auf teilweise bis in den 70er Bereich und erholt sich erst beim anschließendem Bebeuteln mit 100% O2. Zu viele Versuche? Was meint ihr? Was macht ihr weiter?

RS-USER-schmoelzi
07.06.2004, 06:46
Sofern das Schwerpunkt KH nicht in der komplett entgegengesetzten Richtung liegt als München, trotzdem das anfahren. Pat. ordentlich absaugen.

RS-USER-apoplex
07.06.2004, 07:15
Nach 5 Versuchen sollte man das Laryngoskop aus der Hand legen.
Was ist das für ein NA (da "Selbstfahrer"), Kliniker oder Praxis für ...?

Bei dem Inhalationstrauma, Intubationsschwierigkeiten ect. ist auf jeden Fall das nächste Krankenhaus mit Anästhesie anzufahren, dass der Patient einen Tubus bekommt, bevor alles dicht ist. Daher Voranmeldung "Inttubation mit Fieberoptik", zügige Abfahrt, Analgosedierung mit Ketamin/Dormicum, um eine weitere Atemdepression zu vermeiden.
Vielleicht kann man auch einen ITW zum nächsten Schwerpunktkrankenhaus bestellen, dass die Weiterfahrt dann unter optimaleren Bedingungen (Bessere Klimatechnik, Intensivrespirator, Monitoring ....) erfolgen kann, sofern die Schraube bis dahin immer noch nicht verfügbar ist.
Bis dahin weiter infundieren, Sauerstoffgabe, Analgesie, Wärmeerhalt ....

Rettungstiger
07.06.2004, 15:16
Der NA ist Allgemeinmediziner nicht im KH tätig, mehr möchte ich aus Datenschutzgründen nicht sagen. Er machte immer einen sehr kompetenten Eindruck und dieser Einsatz war der Einzige bei dem ich ihn etwas daneben erlebt habe (was die hohe Anzahl der intubationsversuche betrifft.)
Selbstfahrer sind auf dieser übrigens Wache nichts außergewöhnliches, aber die Diskussion möchte ich hier nicht Anfangen (wobei auch ich die Forderung nach Fahrern für das NEF unterstütze).
Der Pat. lässt sich (noch) gut mit Beutel beatmen und hat eine suffiziente Sättigung.
Aufgrund des offensichtlichen Inhalationstraumas erhält der Patient 1000mg Solu-Decortin.
Eine Koniotomie wird in Erwägung gezogen, genau wie das Fahren ins Schwerpunktkrankenhaus unter Beutelbeatmung.
Allerdings erinnert sich der RA, dass auf dem NEF des Schwerpunktkrankenhauses, dass gerade von einem Paralleleinsatz ca. 8Km entfernt frei wird, ein Anästhesist sitzt.
Dieser macht sich auf den Weg und trifft kurzr Zeit später ein.
Nach der Übergabe an diesen NA beschließt er einen letzten Intubationsversuch zu wagen und sich im Falle des Nichtgelingens an die Koniotomie zu machen.
Narkose wird vertieft/weitergeführt mit Ketanest S.

RS-USER-apoplex
07.06.2004, 15:23
Original geschrieben von Rettungstiger
Der NA ist Allgemeinmediziner nicht im KH tätig, mehr möchte ich aus Datenschutzgründen nicht sagen. Er machte immer einen sehr kompetenten Eindruck und dieser Einsatz war der Einzige bei dem ich ihn etwas daneben erlebt habe (was die hohe Anzahl der intubationsversuche betrifft.)
In Ordnung


Aufgrund des offensichtlichen Inhalationstraumas erhält der Patient 1000mg Solu-Decortin.
gute Idee

Eine Koniotomie wird in Erwägung gezogen, genau wie das Fahren ins Schwerpunktkrankenhaus unter Beutelbeatmung.
Allerdings erinnert sich der RA, dass auf dem NEF des Schwerpunktkrankenhauses, dass gerade von einem Paralleleinsatz ca. 8Km entfernt frei wird, ein Anästhesist sitzt.
Dieser macht sich auf den Weg und trifft kurzr Zeit später ein.
Nach der Übergabe an diesen NA beschließt er einen letzten Intubationsversuch zu wagen und sich im Falle des Nichtgelingens an die Koniotomie zu machen.
Ich drücke ihm die Daumen!

Der Pat. lässt sich (noch) gut mit Beutel beatmen und hat eine suffiziente Sättigung.
[....]
Narkose wird vertieft/weitergeführt mit Ketanest S.
Warum muss er beschnauft werden? Das Eto müsste doch irgendwann raus sein und Fenta wurde ja nur fractioniert gegeben? Verschlechterung des Gesamtzustandes???
Bei einer Reinen Ketamin (S) Analgesie/Anästhesie bleibt der Atemantrieb ja bestehen, daher habe ich es ja auch vorgeschlagen!

Original von RettungsramboWir intubieren nochmal richtig, und stellen den Ring am Beutel auf "20", falls wir am Beutel einen haben- bis wir den richtigen Sitz des Tubuses kontrolliert haben...
Combibag - Fan ??? :D

Rescuerambo
07.06.2004, 17:10
Original geschrieben von apoplex
Combibag - Fan ??? :D

..türlich :D

Rettungstiger
07.06.2004, 18:19
Der Pat. hat im Vorfeld ordentlich Fentanyl bekommen, Dormicum und ist mit C2H5OH vorbelastet. Die Atmung ist nicht so toll wie sie sein sollte. Der Pat. wird aufgrund seines kritischen Zustandes mit 100% O2 assistiert beatmet, damit Reserven da sind falls es kritischer wird.

Auch der Anästhesist intubiert fehl, während dieses Versuchs rauscht neben der Sättigung auch der Blutdruck ab auf 70syst.
Der Patient erhält Akrinor i.v. (hab die genaue Dossierung nicht mitgekriegt, Sorry)

Allerdings hält er sein "Versprechen" nicht sondern unternimmt noch einen "allerletzten" Versuch, weil er wohl "fast drin war.
Dann geht alles ziemlich schnell:
Bei seinem dritten Versuch rauscht die Sättigung ab in den 30er Bereich, der Patient wird Bradykard, noch Bradykarder und asystolisch. Der Tubus ist drin, der Patient erhält ein paar Herzmassagen und 1mg Supra i.v., einige Sekunden später setzt auch der Herzrhytmus wieder ein.
Der Blutdruck ist stabil, Tubus liegt tatsächlich richtig und Sättigung steigt wieder in die 90er.
Das Kapnometer kommt zum Einsatz und der Patient wird mittels Norcuron relaxiert und kontrolliert per Hand vom Anästhesisten
bearbeitet.
Er wird ins Schwerpunktkrankenhaus ohne Zwischenfälle eingeliefert.
Soweit mir bekannt ist wurde er einige Stunden später mit Heli nach München verlegt und lag dort einige Wochen wegen der Aspirationspneumonie beatmet auf Intensiv. Über weiteres Outcome ist mir leider nichts bekannt.


Habt ihr eigentlich schon mal eine Koniotomie miterlebt? Hier wäre sie doch wohl indiziert gewesen, was meint ihr?

RS-USER-Rettungshund
07.06.2004, 18:37
Original geschrieben von Rettungstiger

Habt ihr eigentlich schon mal eine Koniotomie miterlebt? Hier wäre sie doch wohl indiziert gewesen, was meint ihr?

Nein aber bei uns RTW erst ein einziges mal Benutzt inerhalb von 8 (Soweit ich weiß) Jahren

MHD Addi
17.06.2004, 16:21
Kurze frage, aber was ist eine Koniotomie??

Rescuerambo
17.06.2004, 16:30
Ein luftröhrenschnitt, wenn ich als einfacher Sani richtig informiert bin

RS-USER-apoplex
17.06.2004, 16:36
Original geschrieben von MHD Addi
Kurze frage, aber was ist eine Koniotomie??

Koniotomie ist das, was der Laie gerne unter dem allgemeinen Begriff "Luftröhrenschnitt" mit hineinpackt.

Bei einem richtigen Luftröhrenschnitt (Tracheotomie) wird die Trachea eröffnet (meist gefenstert) um so einen langfristigen, sicheren Zugang zum Respirationssystem zu haben (z.B. Dauer-Beatmung, Aspirationsschutz bei Apallikern, Verlust des Kehlkopfs durch ein Karzinom). Diese OP sollte immer im OP unter optimalen Bedingungen stattfinden (Blutungsgefahr durch V. Thyreoidea, Schilddrüsenverletzungen ....).
Als relativ neues Verfahren gibt es die Dilatationstracheotomie, bei der ein kleiner Einstich in die Trachea immer weiter gedehnt wird, bis dieses Loch für eine Trachealkanüle ausreichend ist. Es ist relativ komplikationsarm (nur ein kleiner Einstich, dann Dehnung, so dass Strukturen an die Seite gedrängt werden) und kann daher am Bett (z.B. auf der ITS) durchgeführt werden. Aber auch dieses Verfahren ist für dein LZ-Beatmungspatienten geeignet, nicht für ein akutes Ereignis.

Im Notfall wird daher meist eine Koniotomie durchgeführt, bei der man eine Etage höher im Bereich des Kehlkopfes schneidet (Durchtrennung des Lig. cricothyroideum zwischen Schild- und Rinkknorpel), da die Verletzungsgefahr hier geringer ist (ausgeschlossen werden kann sie aber keinesfalls, ist immer eine Ultimo Ration - Aktion). Hierfür gibt es für die Notfallmedizin auch fertige Sets (z.B. http://www.cookcriticalcare.com/education/posters/C-P-TCCS.pdf).

Hörbird
17.06.2004, 18:25
Ts ts ts... da hat doch unsere Dozentin der Inneren Medizin doch glatt das falsche Fachwort verwendet.... Und sit dabei selber ärztin !

jj
20.06.2004, 20:56
Genau ist Fall ist letzte Nacht bei uns passiert. Das traurige Ergebnis: 45% überwiegend zweitgradige Verbrennungen...

Der Pat wollte über die glühende Asche des Feuers springen. Leider zu kurz...
Per NAW ins Krankenhaus von dort per RTH ins Verbrennungszentrum