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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Therapeutische Hyperventliation



Intensivling
30.07.2004, 13:36
Hallo Intensivler / Beatmungsfreaks und dergleichen ....

Da ich mich intensiv mit Beatmung befasse und viel damit zu tun habe würde ich gerne wissen ob das in anderen Kliniken auch oft angewandt wird.
Habt ihr Erfahrungen damit gemacht, kennt ihr Tipps und Kniffe ???

Bin für alles dankbar .... :D

RS-USER-Kaddel
19.09.2004, 15:52
Moin,

bei uns wird öfter therapeutisch hyperventiliert, wenn man ne metabolische Azidose respiratorisch kompensieren will, indem man bei ner kontrollierten Beatmung einfach die Frequenzen höher stellt.


Gruss Kaddel

silver tabby
20.09.2004, 15:44
Also bei uns wird es eingentlich auch recht häufig eingesetzt, zur Normalisierung der BGA, und neulich hatten wir eine Dame mit massiver Kleinhirnblutung, da haben dann auch die NCs drum gebeten, sie bitte moderat zu hyperventilieren... (paO2 ca. 35 mmHg)...

Intensivling
15.10.2004, 17:02
Original geschrieben von silver tabby
Also bei uns wird es eingentlich auch recht häufig eingesetzt, zur Normalisierung der BGA, und neulich hatten wir eine Dame mit massiver Kleinhirnblutung, da haben dann auch die NCs drum gebeten, sie bitte moderat zu hyperventilieren... (paO2 ca. 35 mmHg)...

Also wenn die NC´s tatsächlich mit 35paO2 beatmet haben liebe Tabby, dann mach ich mir schon so meine Gedanken wie das wohl auf Dauer enden wird.
Das rechnet sich zwar gut mit den Kassen ab, aber ich glaub selbst die Zeit das sich die Autoregulation im Hirn einschaltet ist viel zu kurz :D:D:D:D:D:D:D

silver tabby
21.10.2004, 12:20
Original geschrieben von Intensivling
Also wenn die NC´s tatsächlich mit 35paO2 beatmet haben liebe Tabby, dann mach ich mir schon so meine Gedanken wie das wohl auf Dauer enden wird.
Das rechnet sich zwar gut mit den Kassen ab, aber ich glaub selbst die Zeit das sich die Autoregulation im Hirn einschaltet ist viel zu kurz :D:D:D:D:D:D:D


Grmpf.... Verdammte Dreckfuhler!!! Weist wohl sleber, dass ich paCO2 meinte...
*imbodenversink*

RS-USER-hhe
21.10.2004, 21:59
Nunja, so langsam kommt man aber davon runter, SHTs zu hyperventilieren - nicht zuletzt aufgrund der Untersuchung von Muizelaar aus dem Jahre 1991:


Muizelaar, J. P. ; Marmarou, A. ; Ward, J. D. ; Kontos, H. A. ; Choi, S. C. ; Becker, D. P. ; Gruemer, H. ; Young, H. F. :
Adverse effects of prolonged hyperventilation in patients with severe head injury: a randomized clinical trial. J Neurosurg ; 75 : 731 - 739 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list_uids=1919695)

Muizelaar belegte in einer prospektiv randomisierten klinischen Studie an 113 schweren SHT-Patienten, dass das neurologische Ergebnis der Patienten 3 - 6 Monate nach der traumatischen ZNS-Schädigung durch eine „prophylaktische Hyperventilation” signifikant schlechter ausfiel.

Davon abgesehen lassen sich damit auch nur - wenn überhaupt - nur akute Druckspitzen kompensieren - innerhalb weniger Stunden stellt sich eine Normalisierung der ICP unter Hyperventilation ein.

Schönen Gruß,

hhe

silver tabby
22.10.2004, 03:23
Danke für den Link... Allerdings muss ich gestehen, dass ich von NC Sachen leider eh`nicht wirklich viel Ahnung habe... dafür haben wir damit zu wenig Kontakt...

RS-USER-Katja
22.10.2004, 17:04
Schließe mich hhe an - obwohl auch unsere NCHI immer gern anordnen, der Patient solle auf ein pCO2 von 34 "eingestellt" werden.

Langzeithyperventilation macht mehr Schaden als Nutzen wegen der Vasokonstriktion, der positive Effekt ergibt sich nur für den akut einklemmenden Patienten. Aber irgendwo hier hatten wir das Thema auch schon mal und ich habe mich breiter dazu ausgelassen als ich jetzt gerade mag *faul* :D