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Reanimator
25.09.2004, 13:04
Und da spielte eben genau das, was ich vorhin gesagt habe eine grosse Rolle - wenn ich das mache (Po tätscheln), heißt das "Sie gehört zu mir und ich passe auf sie auf". Was wiederum nicht zwangsläufig bedeutet, daß mir meine 'normalen' Freundinnen diesbezüglich egal wären!
RS-USER-Claudi
28.09.2004, 13:34
Original geschrieben von Reanimator
positives verstärken, negatives ausmerzen.... Wer entscheidet da jetzt, was was ist? Du?
Hab ich irgendwo behauptet, Kinder zu erziehen??
Also - allgemein gesagt ist es sicher von der Kultur abhängig, was als negativ oder positiv empfunden wird. So wird in dieser unserer Kultur z. B. Faulheit, Egoismus oder übermäßige Aggressivität als negativ empfunden. Ebenso Schüchternheit. In anderen Ländern sind es möglicherweise total positive Eigenschaften. :D
Um sachlich zu bleiben: Wenn ein Kind eine ausgesprochen egoistische Ader hat, wäre es sicher nicht verkehrt, da ein bisschen einzuwirken. Ebenso aggressive Kinder ein wenig auszubremsen (auch wenn du jetzt vielleicht sagst: Ich finde es toll, wenn Kleinkinder alles kurz und klein schlagen :-p ). Schüchterne sollten vielleicht ermuntert werden, sich selbst mehr zuzutrauen u.s.w.
Ich weiß jetzt nicht, warum du mit der Bemerkung positives verstärken, negatives ausgleichen (ausmerzen) ein Problem hast. Wie gesagt - ich selbst habe aus gutem Grund keine Kinder und habe nur zitiert, was kluge Pädagogen sagen (wobei ich mich rein vernunftsmäßig anschließen würde). Erziehung hört meines Erachtens nie auf, denn im Grunde genommen ist Erziehung manchmal nichts anderes, als Reaktion auf mein Verhalten. Selbst wenn du alt und grau bist und mit einer bestimmten Verhaltensweise übel aneckst, findet noch Erziehung statt. :grins: Es sei denn, der Mensch entwickelt sich irgendwann nicht mehr weiter. Ob ein 12 Jähriger seine Entscheidungen schon selbst tragen kann, weiß ich nicht. Kommt sicher auf den Reifezustand an und ist sehr sehr individuell zu bewerten. Übrigens sind nach dem Gesetz 12 Jährige nicht einmal strafmündig, weil sie angeblich die Folgen ihrer Taten nicht abschätzen können.
Und wie würdest du deine Kinder erziehen? Vielleicht nach dem Laissez faire Prinzip (wo die Kinder fragen: "Müssen wir heute wieder machen, was wir wollen?)
Es sprengt definitiv das Thread, wenn wir jetzt anfangen über Erziehungsmethoden zu diskutieren.
Darum wiederhole ich noch einmal: Alles spielt eine Rolle - Erbanlangen, Einfluß, Erziehung. Und aus den Erbanlagen sollten die Eltern das Beste machen (so ist es vielleicht weniger missverständlich ausgedrückt).
Turnusknecht
28.09.2004, 15:07
Original geschrieben von Reanimator
Weil's mir jetzt gerade wieder einfällt - genau das hatte ich mal, aber umgekehrt. Da hat irgendso ein Typ meiner Begleitung auf dem Oktoberfest vor 4 Jahren kräftig (!) auf den Hintern gehauen - weil er wohl gesehen hat, daß ich nicht 'ihr' Freund bin.
Darauf habe ich zu ihm gesagt "Na, hats Spass gemacht?"
Und als er das grinsend bejaht hat, hatte er schon meine Faust in der Visage - als er dann ziemlich bedröppelt auf dem
Boden lag hab ich mich zu ihm runtergebeugt und ganz freundlich mit einem ebensolchen Grinsen gesagt "Mir auch!".
Also für einen angeblichen Buddhisten bist du ziemlich gewalttätig. Erinnerst mich irgendwie an otto aus "ein fisch namens wanda".
Bist du sicher, um was es beim Buddhismus geht? Oder bist du in wirklichkeit nur ein alter fan der "kung-fu"-Serie mit David Carradine?????
RS-USER-Claudi
28.09.2004, 15:44
Original geschrieben von Turnusknecht
Also für einen angeblichen Buddhisten bist du ziemlich gewalttätig.
Aber - Aber....
Er hat doch schon gesagt, dass er nicht gewaltbereit ist. :-p
*sich ein Grinsen nicht verkneifen kann*
Reanimator
01.10.2004, 13:14
Original geschrieben von Claudi
Aber - Aber....
Er hat doch schon gesagt, dass er nicht gewaltbereit ist. :-p
*sich ein Grinsen nicht verkneifen kann*
Also erstmal zu Erziehungsmethoden: Laissez faire kommt schon mal überhaupt nicht in Frage, wobei wir wieder beim Buddhismus wären: Was hat Buddha gelehrt? Den goldenen Mittelweg, daß Schlemmerei der absolut gleiche Unsinn ist wie Askese.
Und was ich an dieser Religion am fazinierendsten finde ist die total simple Tatsache, daß es da keinerlei Dogmen gibt. Du bist für deine Erlösung selbst verantwortlich, nur du allein kannst dafür arbeiten das Nirvana zu erreichen. Das ganze nennt sich Karma. Und an diesem Punkt können wir jetzt das philosophieren anfangen: Der Schlag war nicht wirklich fest, hingefallen ist er hauptsächlich weil er schon genug intus hatte. Bis hier betrachtet - negatives Karma. Ich habe aber einen guten Grund dafür gehabt, nicht umsonst hängen überall in den Zelten DIN A4-Poster daß man bei sexueller Belästigung nicht wegschauen soll. Wenn ich ihn damit etwas klarer im Kopf gemacht habe und damit jetzt verhindert habe daß eine junge Frau noch vergewaltigt wird - sehr gutes Karma!
Nochmal kurz zusammengefasst: Du kannst machen was du willst, solange du nur zuerst reflektierst und kurz die möglichen Auswirkungen deines Verhaltens bedenkst.
Und wenn du einen IQ hast nach dem man nicht graben muss dauert diese Überlegung nicht länger als das kurze Gespräch welches ich mit ihm geführt habe.
Mögen alle Wesen glücklich sein! :knuddel:
*verbeug*
RS-USER-Claudi
02.10.2004, 13:05
Original geschrieben von Reanimator
Also erstmal zu Erziehungsmethoden: Laissez faire kommt schon mal überhaupt nicht in Frage, wobei wir wieder beim Buddhismus wären: Was hat Buddha gelehrt? Den goldenen Mittelweg, daß Schlemmerei der absolut gleiche Unsinn ist wie Askese.
Vielleicht hättest du von Anfang an sagen sollen, dass du dich auf den Buddhismus beziehst und deshalb meinst, dass Verhalten eben nicht durch Erziehung beeinflußt wird, sondern Kinder durch ihr Karma ins Leben geführt wurden, sie also Anlagen haben, die das Ergebnis früherer Existenzen sind - da können die Eltern natürlich nichts machen... :-p (soviel dazu) - Eine Glaubensfrage, die jetzt nichts mit Pädagogik o.ä. zu tun hat.
Trotzdem werden auch buddhistische Kinder lange erzogen. Die eigentliche Unterweisung in Buddhas Lehre erfolgt sogar meist erst ab dem 10. Lebensjahr. Das ganze erfolgt durch Gespräche und Vorbild (ach...) :D
Der goldene Mittelweg (du meinst den mittleren Pfad) - und wer legt fest, was das Mittelmaß ist? Du? Böse Zungen behaupten, dieser mittlere Pfad sei erst lange Zeit nach Buddha entstanden, weil den Buddhisten der krasse Verzicht auf Sexualität etc. etwas zu hart erschien.
Das ist das Problem aller Religionen: Letztendlich kennen wir nur den Ursprung, aber die ursprünglichen Lehren als solche existieren nicht mehr. Das gilt für das Christentum genauso wie für den Buddhismus. Quellen, die von Buddha selbst stammen, gibt es nicht. Die Überlieferungen sind ein Mischmasch verschiedener buddhistischer Richtungen. Es ist sicher, daß manches im Laufe der Zeit hinzugekommen ist. Letztendlich ist der Buddhismus noch älter als das Christentum - klar, daß ursprüngliche Kernaussagen nicht mehr existieren. Das halte ich für schier unmöglich
Original geschrieben von Reanimator
Und was ich an dieser Religion am faszinierendsten finde ist die total simple Tatsache, daß es da keinerlei Dogmen gibt. Du bist für deine Erlösung selbst verantwortlich,
Kommt vielleicht drauf an, wie du "Dogma" definierst. Im Grunde ist ein Dogma nichts anderes als eine Basisaussage, ein Lehrsatz, der nicht bewiesen ist. Hier hat das Christentum viel definiert, darum wird "Dogma" meist nur in Verbindung mit der katholischen Kirche gesehen. Im Übrigen ist man in jeder Religion für seine Erlösung selbst verantwortlich - sonst wär's ja langweilig.:-p
Original geschrieben von Reanimator
... an diesem Punkt können wir jetzt das philosophieren anfangen: Der Schlag war nicht wirklich fest, hingefallen ist er hauptsächlich weil er schon genug intus hatte. Bis hier betrachtet - negatives Karma. Ich habe aber einen guten Grund dafür gehabt, nicht umsonst hängen überall in den Zelten DIN A4-Poster daß man bei sexueller Belästigung nicht wegschauen soll. Wenn ich ihn damit etwas klarer im Kopf gemacht habe und damit jetzt verhindert habe daß eine junge Frau noch vergewaltigt wird - sehr gutes Karma!
Das mit dem Schlag (wurscht wie fest) halte ich in Bezug auf Buddhismus trotzdem für problematisch. Negatives Karma - ganz klar. Es gibt keinen Grund für Gewalt. Die buddhistische Haupttugend ist nun mal Maitri, was bedeutet, dass selbst wenn man von Mördern und Räubern aufgelauert wird, Gewalt keinesfalls eine Rechtfertigung findet (selbst wenn unter dem Strich etwas Positives herauskommt, denn nach dem Buddhismus ist jeder für sich selbst verantwortlich. D. h. auch eine Frau, der möglicherweise eine Vergewaltigung droht - so krass das klingt - bringt also auch unter dem Strich kein positives Karma). Wenn also einem Buddhisten ein "böser, böser Mensch" begegnet, muß er freundlich und mitleidsvoll bleiben, gütig gesinnt, ohne Haß im Inneren. Buddha vertritt das Ideal einer völligen Gewaltlosigkeit.
Bei allem Respekt - ich persönlich kann dem Buddhismus nicht viel abgewinnen. Ich glaube an das, was ein Mann sagt, den ich sehr mag und schätze: "Der Mensch unterliegt seinem Gewissen. Ob und welche Religion die richtige ist, schöpfen Individuen aus ihrem tiefsten Inneren. Äußere Einflüsse können daran nicht rütteln."
In diesem Sinne.
Reanimator
02.10.2004, 18:50
Original geschrieben von Claudi
Vielleicht hättest du von Anfang an sagen sollen, dass du dich auf den Buddhismus beziehst und deshalb meinst, dass Verhalten eben nicht durch Erziehung beeinflußt wird, sondern Kinder durch ihr Karma ins Leben geführt wurden, sie also Anlagen haben, die das Ergebnis früherer Existenzen sind - da können die Eltern natürlich nichts machen... :-p (soviel dazu) - Eine Glaubensfrage, die jetzt nichts mit Pädagogik o.ä. zu tun hat.
Trotzdem werden auch buddhistische Kinder lange erzogen. Die eigentliche Unterweisung in Buddhas Lehre erfolgt sogar meist erst ab dem 10. Lebensjahr. Das ganze erfolgt durch Gespräche und Vorbild (ach...) :D
Der goldene Mittelweg (du meinst den mittleren Pfad) - und wer legt fest, was das Mittelmaß ist? Du? Böse Zungen behaupten, dieser mittlere Pfad sei erst lange Zeit nach Buddha entstanden, weil den Buddhisten der krasse Verzicht auf Sexualität etc. etwas zu hart erschien.
Das ist das Problem aller Religionen: Letztendlich kennen wir nur den Ursprung, aber die ursprünglichen Lehren als solche existieren nicht mehr. Das gilt für das Christentum genauso wie für den Buddhismus. Quellen, die von Buddha selbst stammen, gibt es nicht. Die Überlieferungen sind ein Mischmasch verschiedener buddhistischer Richtungen. Es ist sicher, daß manches im Laufe der Zeit hinzugekommen ist. Letztendlich ist der Buddhismus noch älter als das Christentum - klar, daß ursprüngliche Kernaussagen nicht mehr existieren. Das halte ich für schier unmöglich
Kommt vielleicht drauf an, wie du "Dogma" definierst. Im Grunde ist ein Dogma nichts anderes als eine Basisaussage, ein Lehrsatz, der nicht bewiesen ist. Hier hat das Christentum viel definiert, darum wird "Dogma" meist nur in Verbindung mit der katholischen Kirche gesehen. Im Übrigen ist man in jeder Religion für seine Erlösung selbst verantwortlich - sonst wär's ja langweilig.:-p
Das mit dem Schlag (wurscht wie fest) halte ich in Bezug auf Buddhismus trotzdem für problematisch. Negatives Karma - ganz klar. Es gibt keinen Grund für Gewalt. Die buddhistische Haupttugend ist nun mal Maitri, was bedeutet, dass selbst wenn man von Mördern und Räubern aufgelauert wird, Gewalt keinesfalls eine Rechtfertigung findet (selbst wenn unter dem Strich etwas Positives herauskommt, denn nach dem Buddhismus ist jeder für sich selbst verantwortlich. D. h. auch eine Frau, der möglicherweise eine Vergewaltigung droht - so krass das klingt - bringt also auch unter dem Strich kein positives Karma). Wenn also einem Buddhisten ein "böser, böser Mensch" begegnet, muß er freundlich und mitleidsvoll bleiben, gütig gesinnt, ohne Haß im Inneren. Buddha vertritt das Ideal einer völligen Gewaltlosigkeit.
Bei allem Respekt - ich persönlich kann dem Buddhismus nicht viel abgewinnen. Ich glaube an das, was ein Mann sagt, den ich sehr mag und schätze: "Der Mensch unterliegt seinem Gewissen. Ob und welche Religion die richtige ist, schöpfen Individuen aus ihrem tiefsten Inneren. Äußere Einflüsse können daran nicht rütteln."
In diesem Sinne.
Also die erste Aussage ist schon mal falsch, weil gerade die Wiedergeburten der Lamas lange erwartet werden, vorhergesagt wird (Entweder durch Orakel oder den Lama selbst) und frühestmöglich mit der Suche begonnen wird. S.H. der 14. Dalai Lama kam z.b. relativ spät, mit 4 Jahren in das Kloster (und konnte genau sagen: Da drin sind MEINE Zähne und dort befindet sich MEINE Brille - was auch gestimmt hat).
Die Prüfungen, denen die Kinder unterzogen werden sind so vielfältig und komplex, daß ein "Zufallstreffer" nahezu unmöglich ist.
Maitri sagt mir überhaupt nix, wenn es eine Haupttugend wäre WÜRDE es mir etwas sagen. Du meinst sicher entweder
-Mudita
-Madhyama
-Maya oder
-Metta
den dieses sind die 4 Haupttugenden jeder Ausrichtung des Buddhismus. Die einzigen Begriffe, die mir mit M dafür einfallen. In Frage kämen noch Karuna, Upekkha - aber das passt da überhaupt nicht rein vom Wortstamm her.
Ich habe ein Buch daheim mit den Aussagen des Buddha, weil die am Anfang nur mündlich weitervermittelt worden sind, mag die eine oder andere Abweichung bestehen, aber in den Kernaussagen sicher nicht!
Und zu dem Thema Räuber und Mörder: Klar ist es da negatives Karma, zu Gewalt zu greifen. Einen ganz wichtigen Unterschied hast du leider übersehen: Sie greifen mich direkt an und nicht jemanden hilflosen. Da würde ich schlechtes Karma ansammeln, wenn ich nicht eingreife. Das ist mit ein Grund warum ich Kung-Fu mache - nicht nur zur Bewegungsmeditation, das kann man auch machen wenn man nur spazieren geht.
Nicht nur für meine Beweglichkeit etcepe
Sondern auch, daß ich gezielt eingreifen kann, wenn es notwendig werden sollte, und hier gilt das gleiche Prinzip wie in der Notfallmedizin: Sowenig wie möglich, soviel wie nötig.
Wenn du mir das nicht glaubst, kannst du gerne mal mit meinem Lama (Geshe Soepa) eine Unterhaltung führen.
Ich habe es auch mit Absicht als "goldenen Mittelweg" und nicht als mittleren Pfad bezeichnet, daß der geschätzte Leser noch mitkriegen kann um was es hier geht.
Schön daß du gleich zugibst, daß der Buddhismus nicht DEIN Weg ist - muss es ja auch nicht. Wenn man aber so sicher seinen Standpunkt als die Wahrheit vertritt, sollte man schon ein wenig Ahnung von dem ganzen haben und nicht nur ein Buch gelesen.
Ich habe das alte und neue Testament gelesen, die Bhagvadghita und den Koran. Deswegen würde ich bei allen diesen Religionen nicht solche festen Standpunkte vertreten! (womit wir wieder beim Dogma wären :D)
Mögen alle Wesen glücklich sein
*verneig*
Turnusknecht
02.10.2004, 19:36
Viel heisse luft dabei, erinnert mich an den Religionsunterricht.
Bin ich froh, daß ich katholisch bin............nieder mit dem Ungläubigen.......verbrennt Ihn!!!! Ist ne Hexe...Brecht ihm die Beine!!!!!!!!!1
Reanimator
02.10.2004, 19:51
Original geschrieben von Turnusknecht
Viel heisse luft dabei, erinnert mich an den Religionsunterricht.
Bin ich froh, daß ich katholisch bin............nieder mit dem Ungläubigen.......verbrennt Ihn!!!! Ist ne Hexe...Brecht ihm die Beine!!!!!!!!!1
In Bayern gibt es beim Religionsunterricht ausschließlich den Katholizismus, weswegen ich mich wohlweislich für Ethik entschieden habe, auch wenn das hieß einmal in der Woche länger Unterricht zu haben.
Dafür am Montag eine Stunde länger schlafen - also kein Verlust :D
RS-USER-Hoffi
02.10.2004, 20:05
ich bin froh das ich artheist bin. :-p
meines erachtens wäre es ohne religionen sehr viel friedlicher auf der welt.
Reanimator
02.10.2004, 20:07
Da hast du wohl recht, wobei ich hinzufügen möchte, daß der Buddhismus die einzige Weltreligion ist, in deren Namen noch nie ein Krieg geführt wurde...
RS-USER-Hoffi
02.10.2004, 21:12
und was ist in nepal?
Reanimator
02.10.2004, 21:22
War klar daß das kommt. Dann sag du es mir doch - was ist denn da? :o
RS-USER-Hoffi
02.10.2004, 21:24
der "befreiungskrieg" einer religion mit terroranschlägen?
RS-USER-Claudi
03.10.2004, 07:55
@Reanimator
:D:D:D hihihi...
ich gebe zu keinen blassen Dunst vom Buddhismus zu haben. Ich wollte dich nur ein kleines bißchen provozieren, um zu sehen, ob du dich überhaupt mit dem Thema beschäftigt hast. *gg*
Wie gesagt gehöre ich keiner Religion an. Ich bin christlich getauft und konfirmiert worden und bin vor einigen Jahren ausgetreten, weil auch das nicht meine Religion ist. Den letzten Satz den ich sagte habe ich wirklich ernst gemeint ;)
"Der Mensch unterliegt seinem Gewissen. Ob und welche Religion die richtige ist, schöpfen Individuen aus ihrem tiefsten Inneren. Äußere Einflüsse können daran nicht rütteln."
Ich denke, das gilt sogar für Buddhisten.
:peace:
Reanimator
03.10.2004, 12:11
@Hoffi: Was du dabei wohl übersehen hast, ist die Tatsache daß in Nepal auch etliche andere Religionen beheimatet sind, u.a. Moslems.
@Claudi: Wusste ich's doch :D :D :D
Aber der Satz "Der Mensch unterliegt seinem Gewissen. Ob und welche Religion die richtige ist, schöpfen Individuen aus ihrem tiefsten Inneren. Äußere Einflüsse können daran nicht rütteln."
Der hat wohl seine Richtigkeit. Es war bei mir ja auch ein sehr langer und teilw. steiniger Weg bis ich wirklich aus Überzeugung sagen konnte "Ich bin Buddhist" - mittlerweile bin ich da sogar ein wenig stolz darauf. Religion hat mich vorher überhaupt nicht interessiert, habe die Gläubigen sogar ein wenig belächelt wenn sie nach Rom zum Papst pilgern usw. Aber nachdem ich eben in philosophischen Schriften immer und immer wieder Hinweise auf den Buddhismus (mit seiner ihm eigenen Philosophie des Lebens finden konnte, begann es mich zu interessieren.
Buddhismus ist am Anfang gerade für westliche Industriestaaten-Menschen sehr schwer zu verstehen, aber wenn man einmal die kryptischen Begriffe entschlüsselt (bekommen) hat, eigentlich ganz einfach.
:peace:
RS-USER-Hoffi
03.10.2004, 12:52
Original geschrieben von Reanimator
@Hoffi: Was du dabei wohl übersehen hast, ist die Tatsache daß in Nepal auch etliche andere Religionen beheimatet sind, u.a. Moslems.
klar, die moslems sind immer die bösen. :rolleyes:
RS-USER-First_Responder
03.10.2004, 12:54
momentan leider schon....
RS-USER-Claudi
03.10.2004, 13:29
da wäre ich etwas vorsichtig. Leider bedienen sich immer wieder gerne Extremisten der Religion - bzw. führen Kriege im Namen der Religion, obwohl es schlicht um Politik geht. Da sollte man schon unterscheiden.
Habe da übrigens einen ganz interessanten Artikel gefunden. Da der linke Link nicht so will hier die Abschrift:
Alle Weltreligionen kennen die «gerechte» Gewalt - auch Buddhismus
Von Rudolf Grimm, dpa
(Hamburg/dpa) - Die traditionelle kirchliche Lehre vom «gerechten
Krieg» hat in den Debatten um den Irak-Krieg eine herausragende Rolle
gespielt - sowohl auf Seiten der Befürworter dieses Krieges als auch
auf Seiten der Gegner. Die Problematik hatte schon nach dem
Terrorattentat vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in
New York einen neuen Impuls bekommen. Manches deutet darauf hin, dass die Debatte jederzeit wiederbelebt werden kann. Vor allem durch
diejenigen, denen der Ausgang des Feldzugs der Amerikaner und Briten
die Richtigkeit der Führung eines «gerechten Krieges» auch in unserer
Zeit zu bestätigen scheint.
Alle Weltreligionen haben trotz ihres mehr oder weniger
ausgeprägten grundsätzlichen Bekenntnisses zur Gewaltlosigkeit in
irgendeiner Form eine Ethik des gerechten Krieges hervorgebracht -
auch der meist als besonders friedfertig geltende Buddhismus.
Deswegen lässt sich an ihm besonders deutlich machen, wie eine
Religion mit der konsequenten Praktizierung ihrer Ideale scheitern
kann. Ein religionswissenschaftlicher Beitrag der Zeitschrift
«Zeitzeichen» (Berlin) versucht an ihm aufzuzeigen, wie auch in einer
Religion, die das Töten wie auch die bewusste Schädigung anderer so
eindringlich verbietet, manchmal Gewalt als Recht oder sogar als
Pflicht erscheinen kann.
Die Autorin, Adelheid Herrmann-Pfandt von der Universität Marburg,
verweist dazu auf den erst kürzlich beendeten langen Bürgerkrieg in
dem südasiatischen Inselstaat Sri Lanka - zwischen dem herschenden
buddhistischen Mehrheitsvolk der Singhalesen und der Minderheit der
Tamilen, die Hindus sind. Schon halblegendarische Überlieferung aus
der buddhistischen Frühzeit der Insel vor mehr als 2000 Jahren
beschreibt die gleiche Konfrontation. Genannt wird auch Tibet, die
Heimat des Dalai Lama, Friedensnobelpreisträger von 1989, in deren
Geschichte es entgegen gewissen Idealisierungen sowohl im Inneren als
auch gegen andere Länder gerichtete, religiös motivierte kriegerische
Aggression gegeben hat.
Die meisten Singhalesen sind subjektiv der Meinung, Gläubige einer
Religion zu sein, die mit der Anwendung von Gewalt unvereinbar ist.
Singhalesen vertreten dieses Selbstbild nicht selten in bewusstem
Gegensatz zum Christentum, das sie, wohl nicht zuletzt unter dem
Einfluss kolonialer Erfahrung, als grundsätzlich gewaltbereite und
gewalttätige Religion wahrnehmen. Dass sie aber im Fall der Tamilen
selbst gewaltbereit und gewalttätig sind, ist in der Überzeugung
begründet, dass durch sie ihre Religion und Kultur existenziell
bedroht ist. Die in Sri Lanka jedem Kind bekannte Überlieferung aus
ferner Vergangenheit hat für die Singhalesen exemplarische Bedeutung,
bestärkt sie in ihrer Haltung: Krieg im Namen des Buddhismus und mit
dem Ziel des Friedens ist mit der Ethik ihres Glaubens vereinbar.
Wie die Autorin bemerkt, müssen sich sowohl das Christentum wie
auch der Buddhismus derselben letztlich unauflösbaren Problematik
stellen: Wer das Töten oder Schädigen anderer grundsätzlich verwirft,
muss einen Weg finden, mit der tatsächlich vorhandenen Gewalt in der
Welt umzugehen. Dieser Weg könne nur selten, falls überhaupt auf
Gewalt völlig und unter allen Umständen verzichten.
Unter der weltweit besonders profilierten Gegnerschaft gegen die
(nach Einschätzung vieler Beobachter auch religiös begründete)
Kriegsentscheidung von US-Präsident George W. Bush, Mitglied einer
methodistischen Kirchengemeinde, war die des Papstes. Es ist nunmehr
40 Jahre her, dass einer seiner Vorgänger, Johannes XXIII., zu der
Überzeugung kam, dass angesichts des modernen
Massenvernichtungspotenzials die klassische Lehre vom «gerechten
Krieg» aufgegeben werden müsse. Das schlug sich dann auch in seiner
Friedensenzyklika «Pacem in terris» nieder. Die Zeitschrift «Stimmen
der Zeit» (München) erinnerte jetzt an diesen kirchengeschichtlich
bedeutsamen Vorgang.
Die nicht nur an die katholischen Christen, sondern an «alle
Menschen guten Willens» gerichtete Enzyklika von 1963 enthält schon
die wesentlichen Gesichtspunkte des Neins Johannes Pauls II. zum
Irak-Krieg. Einschließlich des Hinweises auf eine supranationale
Autorität. Das Ordnungsmodell des gegenwartigen Papstes baut auf dem
Völkerrecht und den Menschenrechten mit den Vereinten Nationen (UN)
als höchster Autorität auf. Das Oberhaupt der katholischen Kirche
tritt für eine internationale Rechtsordnung ein, in der die
Legitimation zum Einsatz militärischer Gewalt als allerletzter
Möglichkeit strikt an die UN gebunden ist.
Quelle: http://www.glaubeaktuell.net/portal/journal/journal.php?IDD=1056012179
RS-USER-Hoffi
03.10.2004, 13:39
Original geschrieben von First_Responder
momentan leider schon....
echt? ist die eta in spanien muslimisch? die ira? die korsen (mir fällt gerade die abkürzung nicht ein...)?
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