Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Prüfungssituation
RS-USER-rettungshamster
27.09.2004, 10:24
Jetzt, wo das Examen hinter mir liegt, reflektier ich seitdem immer wieder mal die Situation welche ich dort vorgefunden habe.
Verbunden mit der Frage, ob sich an dieser Situation nichts ändern könnte ? Wie habt ihr denn euer Examen in Erinnerung ?
Bei dem praktischen Teil hatte ich zum Ende hin das Gefühl bei einem Popstars-Casting zu sein.
Eine Tischreihe aus vier Tischen; hinter jedem Tisch ein Prüfer (Dozent, Schulleitung, Schulleitung einer anderen Schule und die Bezirksregeierung) und vor dem Tisch stand ein Stuhl (einsam und verlassen) auf dem sich der Prüfling hinsetzen musste um sich von den Prüfern kritisieren lies.
Es war eine beklemmende Situation.
Ein paar Tage später war dann das praktische Examen in dem Fach: Lebensraum -und Lebenszeitgestaltung (Dauer: 1,5h) und die anschließende Besprechung fand in einem eher ungezwungenem Rahmen statt - runder Tisch; alle saßen geschlossen im Kreis - Prüfling inklusive.
RS-USER-Claudi
27.09.2004, 16:56
Ans Examen kann ich mich noch ganz gut erinnern - auch wenn ich danach keinen Gedanken mehr daran verschwendet habe - außer: JAAAAHH !! GESCHAFFT !!! JAAAAHH !!! :D
Wir hatten zuerst die schriftliche in Krankenpflege (2 Stunden), Krankheitslehre (2 Stunden), Staatsbürger- und Gesetzeskunde (1 Stunde) und Anatomie/Physiologie (1 Stunde) - verteilt auf 2 Tage. Geschrieben haben wir in einem großen Raum mit Aufsichtsperson - jeder an einem Tisch mit angemessenem Abstand zum nächsten.
Die praktische folgte ein paar Wochen später. Ich bekam am Tag der Prüfung zwei Patienten zugewiesen, die ich vorher nicht kannte. Man bekam die Station gesagt, Zimmernummer und Namen der Ausgewählten. Bei mir: Neurologie. Ein Patient mit Morbus Parkinson im Endstadium, Zustand nach globaler Herzinsuffizienz bei absoluter Tachyarrhythmie und Pneumonie und einer mit einer Polyneuropathie im Rahmen eines Alkoholabusus. Man durfte dann lostraben, die Daten sammeln und unter Aufsicht die Pflegeplanungen schreiben und den Patienten "kennen lernen". Am nächsten Tag 6:00 Uhr gab es dann den 2. Teil der praktischen Prüfung. Zwei Prüfer (PDL und einer vom Gesundheitsamt) haben sich mit mir im Stationszimmer verschanzt. Es gab eine Einführung von mir (ähnlich wie eine Übergabe), was es für Patienten seien, wie ich die Pflege geplant und was ich mir dabei gedacht habe. Nachdem dieser "theoretische" Teil abgeschlossen war, sind wir zusammen los um das ganze in die Praxis umzusetzen. D. h. komplette Grund- und Behandlungspflege, incl. Profis und einer i.m. Injektion. Die beiden Prüfer sind mir bis 9:00 Uhr (Ende des Frühstücks) auf den Fersen gewesen. Dann gabs wieder im Stationszimmer eine kurze Rückmeldung, die praktische sei nun abgeschlossen und eine kurze Reflexion wie die Prüfung gelaufen war und dann schüss.
Eine Woche vor Ausbildungsende war dann die Mündliche. Wir wurden zu dritt im Klassenraum geprüft. In Front of dem kompletten Prüfungskomitee. Leitende Unterrichtsschwester, Kursleiterin, PDL, ärztlicher Direktor, Prüfer für zu prüfendes Fach und dem Typ vom Amt. Wir durften jeder je ein "Los" pro Fach ziehen (Krankenpflege, Krankheitslehre, Hygiene, Psychologie/Reha/Sozialmedizin) und hatten dann 5 Minuten Zeit uns "seelisch vorzubereiten" und mußten dann der Reihe nach einen Vortrag über das gezogene Thema halten. Danach gab es Fragen dazu - jeder der Prüfer durfte, wenn er wollte.
Tja - und das Ergebnis haben wir 1 Tag später gehört - übrigens hatten wir vorher auch nicht das Ergebnis der Schriftlichen. Wir haben definitiv am Folgetag der Mündlichen erfahren, ob wir's geschafft haben oder nicht.
Ich persönlich fand es nicht schlimm. Die Atmosphäre war angespannt - klar, Staatsexamen ist kein Kaffeekränzchen, aber bedrückend war es nicht. Ich wüßte auch nicht, was man verbessern könnte. Unterm Strich war's in Ordnung.
Ich weiß noch vom praktischen Examen, daß mir eine doofe Kollegin eine i.m.-Injektion bei einer frischen Patientin auf der GYN dazupropfte, aus angeblichem Helfenwollen, weil ich in ihren Augen "zu wenige spezielle Pflege" hätte - das sagte sie VOR den Prüfern, klasse, gell...
zumal ich damals bei i.m. unsicher war.
Die Patientin war gelinde gesagt hysterisch, zum Glück wurde meine einfühlsame Art ebenso stark bewertet wie das Spritzengezitter, aber im Endeffekt hat mir diese Situation die Note "versaut" - mittlerweile mag ich meine 2 *lach, obwohl ich lieber in der Praxis ne 1 gehabt hätte und im andren ne 2...
Mündliches war klasse, weil cih bei Krankheitslehre über Verbrennungen reden sollte und da erst einen fiesen Fall in der Notaufnahme hatte, also topinformiert war und mit dem Prüfer ein bisserl "fachsimpeln" konnte... ;-)
RS-USER-Claudi
27.09.2004, 18:40
Original geschrieben von Xaxis1
... aus angeblichem Helfenwollen, weil ich in ihren Augen "zu wenige spezielle Pflege" hätte - das sagte sie VOR den Prüfern, klasse, gell...
na ja - da hat sich die Kollegin nur selbst ins Knie geschossen, da die Patienten für die Prüfung ja vom Ausschuß bestimmt werden. :D
Neee bei uns nicht allein, haben Vorschläger machen können und die wurden dann eigentlich einen Tag vorher bestimmt, ich mußte die während der Prüfung mit reinnehmen...
I.M Injektion ist ja was schööönes
RS-USER-rettungshamster
28.09.2004, 07:31
Original geschrieben von Claudi
da die Patienten für die Prüfung ja vom Ausschuß bestimmt werden. :D
Das wäre ja nur allzu schön gewesen wenn es bei uns so abgelaufen wäre.
Anfänglich war die Debatte -> Praktisches Examen jeweils in den verschiedenen Einrichtungen der Schüler...(das wäre Spitze gewesen)
Wochen später...ach nö, jetzt dann doch lieber an der Puppe in der Schule...:rolleyes:
Und dann hieß es wenig später...also, ihr bekommt schüler aus dem Folgekurs und alles was am Schülerprobanten nicht durchzuführen war ( Stoma, i.m.-Injektion etc.) wurde an der Puppe gemacht.
Die Probanten haben sich echt ins Zeug gelegt - aber manchmal war es dann doch zu viel des Guten :D
Ich denke sie waren nervöser als wir selbst.
RS-USER-Claudi
28.09.2004, 13:02
Original geschrieben von rettungshamster
Wochen später...ach nö, jetzt dann doch lieber an der Puppe in der Schule...:rolleyes:
ich weiß nicht, wie es in der Altenpflege ist, aber für die Prüfung in der Kpfl. gibt es klare gesetzliche Vorschriften und da hätte es keine Puppenpflege gegeben, da das Examen sonst nicht rechtsgültig wäre.
RS-USER-rettungshamster
28.09.2004, 20:23
Wir befanden uns mitten im Experiment "der erste offizielle Kurs der neuen Schule". Die Schulleitung wusste selbst nicht so recht wo es lang gehen sollte, es kamen keine klaren Äußerungen seitens der Bezirksregierung und zudem dann noch die Änderung des Altenpflegegesetzes letzten Jahres ---- das Chaos war geboren und somit perfekt.
Bis zum letzten Prüfungstag wusste der Kurs im Grunde nicht was ab ging.
Drei Tage vor dem ersten schriftlichen Examen bekam ich via E-Mail mitgeteilt, dass ich keine Rechtskunde lernen müsste weil diese nicht geprüft werden würde
:rolleyes:
In jedem Fach hatten wir eine Vornote (zum Ausgleich) - außer in Gerontopsychiatrie / Neurologie ! Da hatten es die Dozenten in drei Jahren nicht geschafft auch nur eine Klausur oder Extemporale zu schreiben.
Es ist am laufenden Band etwas anderes gewesen.
Im allem gesehen bin ich froh das dieses Chaos nun endlich ein Ende gefunden hat.
Kannst du nun verstehen dass das ganze alles andere als Entspannung für mich war ? :-p
RS-USER-Claudi
29.09.2004, 14:44
Original geschrieben von rettungshamster
Wir befanden uns mitten im Experiment "der erste offizielle Kurs der neuen Schule". Die Schulleitung wusste selbst nicht so recht wo es lang gehen sollte, es kamen keine klaren Äußerungen seitens der Bezirksregierung und zudem dann noch die Änderung des Altenpflegegesetzes letzten Jahres ---- das Chaos war geboren und somit perfekt.
Bis zum letzten Prüfungstag wusste der Kurs im Grunde nicht was ab ging.
:-keks :D
Wie ich schon mal erwähnt habe - wir waren damals auch der erste Kurs des neuen Pflegegesetzes. drum kenne ich das Chaos. ;)
Original geschrieben von rettungshamster
Drei Tage vor dem ersten schriftlichen Examen bekam ich via E-Mail mitgeteilt, dass ich keine Rechtskunde lernen müsste weil diese nicht geprüft werden würde
:rolleyes:
Wie sagt man: Für das Leben lernt man, nicht fürs Examen.
So was ähnliches ist bei uns auch passiert - nur dass man uns drei Tage vorher mitteilte, dass wider Erwarten doch Rehabilitationsmedi geprüft wird. War vom Umfang her Gott sei dank nicht so viel. Aber ich weiß was du meinst. Nu is es ja vorbei.
Vornoten gab es bei uns keine. Jeder konnte von Null anfangen. Für manche war es gut, für manche nicht.
evil*little*devil
08.11.2004, 12:20
Examen.. noch gar nicht so lange her.
Also schriftliches Examen bei 40 Grad Celcius,im 3. Stock, mit ner fetten Erkäktung und Kreislaufschwäche. Ich saß am Ende des Raumes, der Ventilator bließ allerhöchstens an mir vorbei. Dann wurde mir etwas komisch, ich ging kurz raus. Ein Lehrer musste ja begleiten und was sacht der Idi: "Na, falsche Frage?"
Bitte? Als ob die Frage dadurch besser werden würde, wenn ich rausginge. Doch als ich meinte, es ginge mir nicht so blendend, sollte ich mich schnellstens hinlegen..
Und praktisch? Tolle Patienten. Zwei alte Damen, eine mit Z.n. Apoplex mit Aphasie, Apraxie und Hemiparese. Klasse, einseitige Kommunikation quasi. Außerdem PEG. Verband super, Sondensystem war natürlich undicht, aber irgendwann lief es. Andere Patientin depressiv, verbittert und mit geringer Compliance. Die meinte nur:"Müssen sie mir soviel Fragen stellen." Ja Danke, wurde aber doch noch ne 2.
Mündlich war am Besten. In Krankenpflege kam das Thema (Lobektomie mit Bülau- Drainage) dran, wo ich beim Lernen immer meinte, das kommt nicht dran. Naja Murphys Gesetze. Aber Innere Medizin glänzte ich mit Asthma und Hypoglykämie. Und der Rest war dazwischen.
Aber alles gut überstanden und 2 Wochen später wurde ich auch langsam wieder zu einem Menschen..
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