Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Braunülen, Blutabnehmen, Blasenkatheter - Was ist Krankenpflege?
RS-USER-Katja
06.04.2005, 13:11
Original geschrieben von Intensivling
Also diese Art von Pflegenden / Ärzten gibt es überall. Ein Assistenzarzt der nun schon 14 Monate bei uns ist kapiert bis Heute nicht wie man an einem Perfusor was einstellt !!! Das ist arm ....
Ich hatte einen (chirugischen) Kollegen, der angeblich schon 10 Monate Intensiverfahrung hatte und keinen Luerlock-Verschluß zudrehen konnte... kein Kommentar...
Wenn daraus resultiert das die Pflege in den Hintergrund rutscht und solche Sachen passieren, dann fehlt mir das Verständnis.
Meine Stimme hast Du :D
Intensivling
06.04.2005, 13:13
Neulich Reanimation :
Dr. : Der Pat. braucht dringend mehr Flüssigkeit !!!
Sr. : *Legt Ringer und System hin* Häng es doch schnell mal an !
Dazu zu sagen ist, das der Infusionsbeutel 2 Öffnungen hatte ... 1x weiß mit Gummi zum reinspritzen von Zusätzen, 1x blau für das System!
Dr. : Wie geht das hier ?? Hab ich noch nie gemacht !!!
LIZENZ ENTZOGEN !
RS-USER-Katja
06.04.2005, 13:15
Hat sich hochgeschlafen? :rolleyes: :o
Leute gibt's... die schneiden zum Umdrahten eine 8F-Schleuse ab...
Intensivling
06.04.2005, 13:17
Also beweisen kann ich das nicht, aber sicherlich zuzutrauen ... !!
Pflege ist nunmal nicht wie auf SAT1 oder RTL ... ich wünschte mir viele junge ambitionierte würden das endlich mal begreifen !
evil*little*devil
06.04.2005, 15:51
Original geschrieben von Intensivling
Pflege ist nunmal nicht wie auf SAT1 oder RTL ... ich wünschte mir viele junge ambitionierte würden das endlich mal begreifen !
Nein, ich wünschte mir die Produzenten würden das endlich mal kapieren und es realistischer gestalten.
Original geschrieben von Intensivling
Neulich Reanimation :
Dr. : Der Pat. braucht dringend mehr Flüssigkeit !!!
Sr. : *Legt Ringer und System hin* Häng es doch schnell mal an !
Dazu zu sagen ist, das der Infusionsbeutel 2 Öffnungen hatte ... 1x weiß mit Gummi zum reinspritzen von Zusätzen, 1x blau für das System!
Dr. : Wie geht das hier ?? Hab ich noch nie gemacht !!!
LIZENZ ENTZOGEN !
Verstehe ich richtig, das der Sr. die Lisenz entzogen wurde ??
Mannomann, ist Deutschland arm geworden.....:(
Reanimator
06.04.2005, 16:03
Original geschrieben von Katja
Ich hatte einen (chirugischen) Kollegen, der angeblich schon 10 Monate Intensiverfahrung hatte und keinen Luerlock-Verschluß zudrehen konnte... kein Kommentar...
*brüll*
*lol*
Armes Deutschland...
Intensivling
06.04.2005, 16:12
Original geschrieben von Hörbird
Verstehe ich richtig, das der Sr. die Lisenz entzogen wurde ??
Mannomann, ist Deutschland arm geworden.....:(
Nein Nein um Gottes Willen ... das sollte nur deutlich machen das man dem Arzt die Lizenz entziehen sollte *gg*
Original geschrieben von Intensivling
Nein Nein um Gottes Willen ... das sollte nur deutlich machen das man dem Arzt die Lizenz entziehen sollte *gg*
Achso, der Arzt wußte nicht, wie man das Ding anschließt...Bitterböse !
Ne Sr. sollte aber auch dazu in der Lage sein ??:confused:
Ganz egal, in Dt. sollte sich an den Ausbildungen beider Berufsgruppen bald was ändern !
RS-USER-Claudi
06.04.2005, 16:25
Original geschrieben von Intensivling
Dr. : Wie geht das hier ?? Hab ich noch nie gemacht !!!
siehste - das passiert, wenn man den Ärzten alles abnimmt. :grins: :D
RS-USER-Schädelspalter
06.04.2005, 21:58
Original geschrieben von Claudi
siehste - das passiert, wenn man den Ärzten alles abnimmt. :grins: :D
Wobei ich da auch ein Beispiel hätte:
In meinem Innere-PJ-Tertial kam ich mal ein paar Miuten früher zum Blutabnehmen, Ärzte waren weit und breit noch nicht zu sehen.
Eine Schwester kam auf mich zu und meinte:
„Frau X hat noch Fragen zu ihrer Kostform... blah, blah,... , außerdem will Frau Y noch wissen, warum sie zum Knie-CT soll (sie kam mit ner Tibiakopfimpressionsfraktur...)... blah, blah...“
Und nach ca. 5 Minuten (!) erwähnte sie fast beiläufig: „Ach ja, als ich mit der Schülerin beim Waschen war, ist bei Frau Z ein Schlauch rausgefallen“
Ich: „Was für ein Schlauch?“
Sie (patzig) „Der linke, weiß ich doch nicht was das für n Schlauch ist, da war son blauer Kasten dran!“ (blauer Kasten = Wasserschloß der Thoraxdrainage !!!) :eek: :eek:
Die hat gar nicht verstanden, warum mich das beunruhigte!!!
Als ich ins Zimmer lief, klebte gerade die Schülerin ein Pflaster auf die Wunde und begrüßte mich seelenruhig mit den Worten: „Da hats ein bischen geblutet, aber der Faden ist noch drin. Soll ich das Pflaster wieder abmachen, damit Du den Faden ziehen kannst?“
Das Glück war mit ihnen: kein Pneu, aber bei den beiden kann man von Glück sagen, daß sie die Drainage nicht wieder reingesteckt haben !!!
RS-USER-Claudi
07.04.2005, 11:16
@Schädelspalter: Meine Bemerkung sollte auch mehr ein zynischer Scherz sein. :o
Deine Geschichte zieht natürlich auch mir die Schuhe aus!
Frage: Würdest du dir wünschen, dass dieses von dir genannte "Pflegepersonal" mehr ärztliche Aufgaben übernimmt?
Solche Extremgeschichten wird es, so erschreckend es ist, auf allen Seiten immer geben - genauso wie es sehr positive Beispiele beruflicher Kompetenz gibt. ;)
Ich bleib dabei: Mehr ärztliche Tätigkeiten übernehmen hin oder her - nicht ohne eine vernünftige Regelung, die das Ganze rechtlich abischert. Im Übrigen glaube ich nicht, dass dadurch der Stellenplan in der Pflege erhöht wird und ehrlich gesagt, ich hätte auf mancher Station nicht gewusst, wann ich "mal eben" Blutabnahme (oder ähnliches) hätte machen sollen.
RS-USER-Schädelspalter
13.04.2005, 09:08
Original geschrieben von Claudi
...Deine Geschichte zieht natürlich auch mir die Schuhe aus!
Frage: Würdest du dir wünschen, dass dieses von dir genannte "Pflegepersonal" mehr ärztliche Aufgaben übernimmt?
...
Ich bleib dabei: Mehr ärztliche Tätigkeiten übernehmen hin oder her - nicht ohne eine vernünftige Regelung, die das Ganze rechtlich abischert. Im Übrigen glaube ich nicht, dass dadurch der Stellenplan in der Pflege erhöht wird und ehrlich gesagt, ich hätte auf mancher Station nicht gewusst, wann ich "mal eben" Blutabnahme (oder ähnliches) hätte machen sollen.
Ich bin auch für eine klare Definition, was ärztliche bzw. nicht-ärztliche Arbeit ist. Wo man gerade dabei ist, könnte man auch die nichtärztlichen Tätigkeiten vermindern, die Ärzte trotzdem machen müssen (Befunden oder Rö-Bildern hinterherlaufen/telefonieren, Mehrfachdokumentationen für Abrechnung und Kollegen ggf. für den Staatsanwalt :-kotz usw.)
Azthelfer (oder zusätzlich eingestelltes Pflegepersonal) könnten Blut abnehmen, Dokumentation könnten Dokumentatoren machen etc. (allerdings sollten die dann nicht mehr verdienen als Ärzte ;) )...
folken_vanehl
13.04.2005, 17:49
Ich habe gerade durch Zufall diese Thoraxdrainage Geschichte gelesen! Ich bin schockiert das es solche pflegerischen Kollegen gibt! Ich hatte mal eine Schülerin mit einem ähnlich hohem IQ die wurde dann noch in der Probezeit gekündigt. Was für ein Segen für alle Patienten!
Wenn es zur Regel wird das Pflegende Blut abnehmen bekommen wir natürlich keine neuen Stellen In meinem Haus sind Blutentnahmen eine S1 Leistung, das bringt uns keine Pflegeminuten! Blutentnahmen dürfen bei uns von der Pflege gemacht werden bei einer Anordnung durch den Arzt und wenn ein Spritzenschein der Pflegekraft vorliegt! Ich habe den auch gemacht als ich schon 3 Jahre in meiner Abteilung gearbeitet habe. Für mich ist es in meinem Fall eine sinnvolle Ergänzung, denn ich bin gerade in der Nacht oder am Wochenende einfach näher am Patienten dran und es ist einfach wichtig die aktuellen Werte bei Risikopatienten zu haben!
RS-USER-Katja
13.04.2005, 18:24
Original geschrieben von Schädelspalter
Azthelfer (oder zusätzlich eingestelltes Pflegepersonal) könnten Blut abnehmen, Dokumentation könnten Dokumentatoren machen etc. (allerdings sollten die dann nicht mehr verdienen als Ärzte ;) )...
Blutabnehmen läßt sich gegen kleines Entgelt auch echt gut deligieren. Unsere THG-Chirurgen bezahlen dafür (morgen und nachmittags) Medi-Studenten. Ich weiß zwar nicht, was die Jungs und Mädels dafür kriegen, aber für Stechen-üben-dürfen bezahlt werden ist ja auch nicht so schlecht ;)
Und was die ganze besch* Dokumentation angeht: Das kann jede eingearbeitete Sekretärin deutlich besser als 90% der Ärzte. Die macht nämlich nicht noch 30 andere Dinge nebenbei und kann sich darauf konzentrieren. Daß die Schreibkraft preisgünstiger ist als die Arztkraft tritt aber erst dann ein, wenn sich die Doktorenschaft endlich darauf einläßt, ihre Überstunden tatsächlich aufzuschreiben und bezahlen zu lassen... aber das ist eine andere Geschichte und driftet leicht aus dem Thread :rolleyes:
Original geschrieben von Katja
....Daß die Schreibkraft preisgünstiger ist als die Arztkraft tritt aber erst dann ein, wenn sich die Doktorenschaft endlich darauf einläßt, ihre Überstunden tatsächlich aufzuschreiben und bezahlen zu lassen... aber das ist eine andere Geschichte und driftet leicht aus dem Thread :rolleyes:
Gar nicht, finde ich ! Ich denke, das man für die Arbeit die den Ärzten und der Pflege anfällt, enorm viel leute engagieren könnte.
Das gäb massig Arbeitsplätze !
Leider fehlt im Gesundheitswesen auch massig Geld.....:(
Ich glaube schon, das dieses Geld-Problem mit ne Rolle spilet bei dem ganzen: was gehört zur Pflege, was gehört zur Arzttätigkeit? !
RS-USER-Claudi
14.04.2005, 08:28
Original geschrieben von Hörbird
Ich glaube schon, das dieses Geld-Problem mit ne Rolle spilet bei dem ganzen: was gehört zur Pflege, was gehört zur Arzttätigkeit? !
ganz genau. Denn letztendlich gehts nicht darum, ob man Blut abnehmen "möchte" (damit das Selbstvertrauen steigt - wie mal ein freundlicher Doktor anmerkte... :grins: ), sondern darum, ob man "Kapazitäten" für solche Aufgaben hat, oder eben beim derzeitigen Personalmangel überhaupt mit den einfachen "rein pflegerischen" Aufgaben nachkommt. Aber man kann ja schnell noch dies und schnell schnell noch das machen. Dabei spreche ich natürlich nicht von den Stationen, die aufgrund ihrer Struktur Zeit dafür haben. Kann mich erinnern, dass z. B. auf der Entbindung grundsätzlich Blutentnahmen durch das Pflegepersonal gemacht wurden. Die hatten wie gesagt auch die Zeit dafür. Mich erschrecken nur die Kommentare "wir verteilen nur Essen und wischen Hintern". Da frage ich mich wirklich, wo das persönliche Engagement abgeblieben ist, bzw. ob sonst in der Ausbildung keine Inhalte vermittelt wurden. Aber ich wiederhole mich... :rolleyes:
Übrigens: Blasenkatheter und Magensonde legen, Redons und Drains ziehen, Spritzen s.c. / i.m., Verbände aller Art, incl. Fäden und Klammern entfernen, Einläufe etc. pp sind neben den Prophylaxen und allgemeiner Pflege schon längst typisch pflegerische Tätigkeiten. Was denn noch?
RS-USER-Bärentöter
14.04.2005, 09:00
zum Thema war ein interessanter Artikel in "die Schwester, der Pfleger" vom April. Was ich so alles lese...
Kann leider nicht online, darauf zugreifen, vielleicht kann es jemand verlinken. Natürlich mit Quelle (http://www.quelle.de)
RS-USER-Claudi
14.04.2005, 09:04
Original geschrieben von Bärentöter
Natürlich mit Quelle (http://www.quelle.de)
:D kann man da mehr Pflegepersonal bestellen? :-p
Kannst du vielleicht zusammenfassen, was die Zeitschrift darüber schreibt?
RS-USER-Bärentöter
14.04.2005, 09:41
@Claudi. ein Artikel mit verschiedenen Kommentaren von beiden Seiten.... habe derzeit keine Möglichkeit es einzuscannen oder so
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