Geduldsbalken-Träger
15.02.2005, 12:56
Hallo!
Ich hatte am letzten Wochenende beim ehrenamtlichen Krankentransport einen -für mich- interessanten Fall:
Patientin (27 Jahre) war mit der Diangnose "Psychose" einen Tag vor dem Transport (Verlegung in eine Klinik mit neurologischer Station) auf eine psychiatrische Abteilung eingeliefert worden. Pat. zeigte am gleichen Nachmittag noch 2 Streck-Krämpfe, am Transporttag gegen 12 Uhr erneut, betroffen lediglich der Oberkörper. Kein Zungenbiss, keine weiteren Verletzungen erkennbar Der Pfleger berichtete von dem Willen der Patientin, ständig herum zu laufen - was sie auch tat. Sie liess sich jedoch immer sanft dazu bewegen, sich wieder hinzulegen.
Bei Eintreffen des KTW (Fahrzeug: RTW aber KTW-Besatzung) zur Verlegung war es 15:30 Uhr, letzter Krampf somit ca. 3,5 Std. her.
Am vormittag war eine Rectiole Diazepam verabreicht worden, keine weitere Prämedikation.
Pat. sah sich um, wollte direkt losgehen, als wir mit der Trage auf die Station gefahren kamen. Pat. sprach nicht, schien auch nicht alles zu verstehen, was man ihr sagte. Lediglich kurze Zeitfenster lang sprach sie, dann allerdings vollkommen klar und offenbar der Lage bewußt.
Auf meine Frage hin sagte mir der Pfleger, dass erneute Anfälle möglich seien, es aber nicht für hochwahrscheinlich gehalten werde (daher keine Prämedikation). Kein venöser Zugang.
Arztbrief vermerkte, dass Meningitis ausgeschlossen sei, Encephalitis am Ziel-KH untersucht werden solle. Kein CT. Temp. 37,8°
Wir kamen ungefähr einen Kilometer weit, da beobachtete ich bei der Patientin etwas, was ich im Nachhinein als "Aura" identifiziere (war mein erster Krampfanfall, den ich miterlebt habe...). Anschliessend krampfte die Pat. für ca. 30 Sekunden im Oberkörper-basierten Streckkrampf. Ich liess meinen Kollegen anhalten und den NA nachbestellen. Währenddessen bereitete ich einen ven. Zugang mit Ringer vor. Es folgte ein Tiefschlaf der Patientin, der aber von kräftigen Atemzügen gekennzeichnet war.
Ca. 2 Minuten nach Krampf traf der NA ein, lehnte aber vorerst einen ven. Zugang ab. Pat. öffnete weitere 2 Minuten später wieder die Augen, jedoch diesmal starr nach oben links gerichtet (Herdblick?), keine Reaktion auf Ansprache/anfassen. Als die Patientin kurze Zeit später wieder in einen Krampf fiel, legte der NA doch noch einen Zugang und liess sich Diazepam i.v. bereit halten. Anschliessend Transport mit Alarm+Voranmeldung ins nächste KH (gleiches KH, diesmal aber Ambulanz). dort wechselten sich Streckkrämpfe und Tiefschlaf-Phasen mit etwa 2-4 minütigem Wechsel ab. Nach dem 3. Krampf in der Ambulanz (insgesamt dem 5. innerhalb der letzten Stunde) wurde der Krampf mit 5 mg Diazepam i.v. durchbrochen. Wirklich zuständig sein wollte die anwesende Internistin jedoch nicht und telefonierte nach der verlegenden Ärztin in der Psych. Ein Transport in die neurologische Klinik sollte weiterhin stattfinden, jedoch dann arztbegleitet.
Da unsere Leitstelle jedoch dringend uns als KTW wieder brauchte und der begleitende Arzt aus dem Bereitschaftsdienst kommen sollte, bekam ich das Ende nicht mehr mit.
Wie beurteilt ihr die Situation?
Zur Information: Ich fahre seit etwas über einem Jahr als RH im Krankentransport, bin gerade an meinem Wachenpraktikum für den RS dran. Daher hatte ich auch meinen RS gebeten, dass ich bei der Pat. bleiben dürfte. Der RS war einverstanden, zumal ich auch als erster Ansprechpartner mich der Pat. vorgestellt hatte.
Die Schicht war nicht Teil meines Praktikums.
Bitte jetzt keine Diskussionen darüber, ob ich als RH beim Pat. bleiben durfte oder nicht. Schliesslich ist das mehr oder weniger in etwa einem halben Jahr meine Aufgabe.
MfG
Klaus
Ich hatte am letzten Wochenende beim ehrenamtlichen Krankentransport einen -für mich- interessanten Fall:
Patientin (27 Jahre) war mit der Diangnose "Psychose" einen Tag vor dem Transport (Verlegung in eine Klinik mit neurologischer Station) auf eine psychiatrische Abteilung eingeliefert worden. Pat. zeigte am gleichen Nachmittag noch 2 Streck-Krämpfe, am Transporttag gegen 12 Uhr erneut, betroffen lediglich der Oberkörper. Kein Zungenbiss, keine weiteren Verletzungen erkennbar Der Pfleger berichtete von dem Willen der Patientin, ständig herum zu laufen - was sie auch tat. Sie liess sich jedoch immer sanft dazu bewegen, sich wieder hinzulegen.
Bei Eintreffen des KTW (Fahrzeug: RTW aber KTW-Besatzung) zur Verlegung war es 15:30 Uhr, letzter Krampf somit ca. 3,5 Std. her.
Am vormittag war eine Rectiole Diazepam verabreicht worden, keine weitere Prämedikation.
Pat. sah sich um, wollte direkt losgehen, als wir mit der Trage auf die Station gefahren kamen. Pat. sprach nicht, schien auch nicht alles zu verstehen, was man ihr sagte. Lediglich kurze Zeitfenster lang sprach sie, dann allerdings vollkommen klar und offenbar der Lage bewußt.
Auf meine Frage hin sagte mir der Pfleger, dass erneute Anfälle möglich seien, es aber nicht für hochwahrscheinlich gehalten werde (daher keine Prämedikation). Kein venöser Zugang.
Arztbrief vermerkte, dass Meningitis ausgeschlossen sei, Encephalitis am Ziel-KH untersucht werden solle. Kein CT. Temp. 37,8°
Wir kamen ungefähr einen Kilometer weit, da beobachtete ich bei der Patientin etwas, was ich im Nachhinein als "Aura" identifiziere (war mein erster Krampfanfall, den ich miterlebt habe...). Anschliessend krampfte die Pat. für ca. 30 Sekunden im Oberkörper-basierten Streckkrampf. Ich liess meinen Kollegen anhalten und den NA nachbestellen. Währenddessen bereitete ich einen ven. Zugang mit Ringer vor. Es folgte ein Tiefschlaf der Patientin, der aber von kräftigen Atemzügen gekennzeichnet war.
Ca. 2 Minuten nach Krampf traf der NA ein, lehnte aber vorerst einen ven. Zugang ab. Pat. öffnete weitere 2 Minuten später wieder die Augen, jedoch diesmal starr nach oben links gerichtet (Herdblick?), keine Reaktion auf Ansprache/anfassen. Als die Patientin kurze Zeit später wieder in einen Krampf fiel, legte der NA doch noch einen Zugang und liess sich Diazepam i.v. bereit halten. Anschliessend Transport mit Alarm+Voranmeldung ins nächste KH (gleiches KH, diesmal aber Ambulanz). dort wechselten sich Streckkrämpfe und Tiefschlaf-Phasen mit etwa 2-4 minütigem Wechsel ab. Nach dem 3. Krampf in der Ambulanz (insgesamt dem 5. innerhalb der letzten Stunde) wurde der Krampf mit 5 mg Diazepam i.v. durchbrochen. Wirklich zuständig sein wollte die anwesende Internistin jedoch nicht und telefonierte nach der verlegenden Ärztin in der Psych. Ein Transport in die neurologische Klinik sollte weiterhin stattfinden, jedoch dann arztbegleitet.
Da unsere Leitstelle jedoch dringend uns als KTW wieder brauchte und der begleitende Arzt aus dem Bereitschaftsdienst kommen sollte, bekam ich das Ende nicht mehr mit.
Wie beurteilt ihr die Situation?
Zur Information: Ich fahre seit etwas über einem Jahr als RH im Krankentransport, bin gerade an meinem Wachenpraktikum für den RS dran. Daher hatte ich auch meinen RS gebeten, dass ich bei der Pat. bleiben dürfte. Der RS war einverstanden, zumal ich auch als erster Ansprechpartner mich der Pat. vorgestellt hatte.
Die Schicht war nicht Teil meines Praktikums.
Bitte jetzt keine Diskussionen darüber, ob ich als RH beim Pat. bleiben durfte oder nicht. Schliesslich ist das mehr oder weniger in etwa einem halben Jahr meine Aufgabe.
MfG
Klaus