PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PC 30 V - Wundermittel?



Seiten : [1] 2

evil*little*devil
09.04.2005, 21:29
O.g. Pflegeöl wird in unserem Heim fast bei allen Formen des Wundseins benutzt. Laut Text auf der Flasche zur Dekubitusprophylaxe. Okay dagegen sag ich nix. Jeder hat da so seine Lieblingsmittel, bei mir war es, wenn Grad 1 immer Panthenol- Salbe. Alles was über Grad 1 hinaus geht dann individuell.

Der Hammer kam heut im Spätdienst. Bewohnerin, adipös, eingeschränkt in der Sensorik des Gesäßes, zur Zeit leidend an Durchfall (daraus folgt ständig Feuchtigkeit), urinkontinent, stuhl derzeit teilweise. An der Gesäßhälfte aufgeriebene Stelle, wurde mit PC 30 V versorgt, habe es mir erlaubt ein Hydrokolloidpflaster anzuwenden.
Nun offene, eitrig belegte Stellen in der Analfalte. Erst Versorgung mit Wundgaze und Kompressen, jetzt PC 30 V.

Allein bei dem Gedanken wirds mir übel. Son seltsames Kamillenöl auf offene Wunden..

Ausreden der Pflegekraft: Hydrokolloidpflaster ist verschreibungspflichtig und außerdem hat PC 30 V immer geholfen.

Sehe ich das falsch, oder ist das schon gefährliche Pflege, weil wegen Keimverschleppung und mangelnder Hygiene, außerdem völlig falscher Behandlung?

LG Lory

Okay, es ist kein Öl.
Folgend Verbraucherinformation von www.terra-bio.de
Zusammensetzung:
100 g Lösung enthalten:
Arzneilich wirksame Bestandteile:
Trockenextrakt aus Kamillenblüten (4-7:1) 0,4668 g, Auszugsmittel: Ethanol 50% (m/m), Eingestellter Roßkastaniensamentrockenextrakt (5-7:1) 0,7629-0,9986 g, entsprechend 185 mg Triterpenglykoside, berechnet als Aescin, Auszugsmittel: Ethanol 60% (V/V), Dexpanthenol 2,5 g.
Sonstige Bestandteile: Allantoin, 1,3-Butandiol, Maltodextrin, Arabisches Gummi, Lactose-Monohydrat, Hochdisperses Siliciumdioxid, Geruchsstoffe.

Handelsformen:100 ml, 250 ml
Freiverkäufliches Arzneimittel
Erhältlich in Apotheken und Sanitätshäusern

PC 30® V Dekubitusprophylaxe:
Medizinisches Hautpflegemittel zur Dekubitusprophylaxe und zur Stumpfpflege für Amputierte und Prothesenträger.

Wirkungsweise:
Die Substanzen in PC 30® V wurden auf die besonderen Belange der täglichen Hautpflege zur Dekubitusprophylaxe und Stumpfpflege abgestimmt, um Druck und Scheuerstellen sowie Infektionen und Entzündungen der Haut vorzubeugen. PC 30® V festigt die Haut, macht sie widerstandsfähiger gegen äußere Einflüsse, fördert Ihre natürliche Funktion und erhöht damit die Gewebetoleranz. PC 30® V wirkt bakterizid. Es ist frei von hautreizenden Stoffen und enthält kein Öl, die Hautatmung bleibt gewährleistet.

Anwendungsgebiete:
PC 30® V ist überall dort anzuwenden, wo Hautstellen durch Schweiß Druck, Reibung oder Entzündung gefährdet sind.
Es schützt vor Hautschädigungen, hervorgerufen durch orthopädische Apparate wie Prothesen, Bruchbänder u.a. sowie vor Wundscheuern empfindlicher Narben und Druckstellen.

Anwendung:
Falls nicht anders verordnet, PC 30® V 2-3x täglich tropfenweise auf die gefährdeten Hautstellen auftragen und leicht einreiben. Bei stark empfindlicher Haut PC 30® V auftupfen und einziehen lassen.
Die Anwendung von PC 30® V als Dekubitusprophylaxe wird zusätzlich zur Lagerung (Druckentlastung) empfohlen. Orthopädische Apparate nicht unmittelbar nach der Anwendung von PC 30® V anlegen.

Nebenwirkungen:
In Einzelfällen Unverträglichkeitsreaktionen.

Gegenanzeichen:
Keine bekannt.

Hat jemand Erfahrung damit? Gibt es Studien dazu?

RS-USER-Cypher
09.04.2005, 22:49
Mal zuerst: Habe mit PC-30 bisher keine Erfahrungen machen können, aber:


Anwendungsgebiete:
PC 30® V ist überall dort anzuwenden, wo Hautstellen durch Schweiß Druck, Reibung oder Entzündung gefährdet sind. [...]
Diese Aussage bedeutet zumindest für mich, dass das Mittel zur Dekubitusprophylaxe angewendet wird (also allerhöchstens bis zu Grad I, einer umschriebenen Hautrötung, ähnlich wie man Bepanthen, etc. einsetzt).
Bei höheren Graden, Eiterbildung, Entzündungen und anderen schönen Sachen würde ich tunlichst die Finger davon lassen.

Dein Ansatz mit den Hydrokolloidverbänden klingt schon mal sinnvoll, ist dann warscheinlich im Altenheim auch eine große Kostenfrage (wie du erwähntest).

Sowas ist im KH immer einfacher: Du holst dir den Kram aus dem Schrank & wenn nix mehr da ist, dann wird halt bestellt.

Intensivling
10.04.2005, 09:55
Das leidige Thema Wundversorgung ....
Erstens :
Warum wird auf eine gerötete Stelle ( z.B. Trochanter ) gleich irgendwelche Salbe oder Cremes wie Panthenol draufgeschmiert ???
Die Haut reguliert sich schon ganz von alleine wenn die Druckbelastung an der Stelle weggenommen wird, also schmiert man da nix drauf.

Zweitens :

An der Gesäßhälfte aufgeriebene Stelle, wurde mit PC 30 V versorgt, habe es mir erlaubt ein Hydrokolloidpflaster anzuwenden.

Was ist denn eine aufgeriebene Stelle ? Sowas wie eine leichte Abschürfung ???
Laut neuen Studien sind hydrokollidale Wundauflagen out, bzw. sollten nicht mehr verwendet werden.
Der negative Nebeneffekt besteht durch die Klebefläche auf der Wundauflage, was beim Verbandswechsel immer zur Folge hat, das man die zu heilende Wundoberfläche wieder schädigt beim entfernen der Wundauflage.

Neue Verbandstoffe wie PU Schaumverbände sind da wesentlich besser geeignet, wobei ich sagen muss das auf eine leichte Abschürfung nichts oder nur ein Octenisept getränkter Tupfer völlig ausreicht.

Drittens :
Decubitusprophylaxe erzielt man durch Druckentlastung und Mobilisation. So Sachen wie Salben, Cremes oder Öle haben in dieser Hinsicht kaum einen Effekt.


Dein Ansatz mit den Hydrokolloidverbänden klingt schon mal sinnvoll, ist dann warscheinlich im Altenheim auch eine große Kostenfrage (wie du erwähntest).

Deshalb sollte man so gut es geht auf solch kostenintensive Produkte verzichten. Es gibt viele günstige alternativen Decubiti Grad 1 und 2 zu behandeln, ohne gleich solche hydrokoloidalen Verbände zu benutzen.
Wie gesagt, ein feuchter Verband mit einer sterilen Kompresse welche in Octenisept getränkt sind, ist wunderbar, hilft sehr gut und ist billig.

Xaxis1
10.04.2005, 10:02
Ich kenn es nur als - teilw sehr zuverlässige - PROPHYLAXE, v.a. bei Stümpfen... und in der ambulanten Pflege.

Rettershrek
10.04.2005, 13:57
Für die Stumpfpflege mag es vielleicht wirklich sinnvoll sein!
Bei der DekubitusPROPHYLAXE, ... da muss ich dem Intensivling zustimmen mach es keinen Sinn.
Ein Grad 1 Dekubitus ist eine Durchblutungsstörung aufgrund von Druck und ist bei Druckentlastung reversibel. Und was macht da wohl am meisten Sinn, ... Druck entlasten. Ohne Druckentlastung kannst Du die Stelle mit allen Mitteln zusammen BADEN und es geht trotzdem auf.
Und zur Einreiberei mit Salben ist noch zu sagen, dass es im Zweifelsfall sogar das Gegenteil bewirkt, ... manche Reiben so kräftig an der Stelle, dass Scherkräfte entstehen können.
Druckentlkastung und Mobilisation ist alles.

Zum Thema Behandlung:
Diese Schaumverbände sind schon auch toll, das stimmt.
Aber bei manchen kleinen Sachen bin ich immernoch Fan von Hydrocolloiden.
Aber ich bin auch kein Fachmann für Wundmanagment. Aber die Wundmanager bei uns im Haus schwenken auch alle zu den Schaumverbänden und weg vom Hydrocolloidverband.
Bei feuchten Wundverbänden mit z.B. Octenisept ist es halt Riski, dass die Wundauflage nicht eintrocknet, dann mach ich mir auch mein Wundgebiet wieder kaputt beim Wechsel. Von daher find ich, sind da leicht teurere Produkte, die aber länger drauf bleiben können, zu bevorzugen.
Aber ich wiederhole, bin kein Fachmann für Wundmanagment

Hörbird
10.04.2005, 17:31
Kenne es ebenfalls - als Prophylaxe BEVOR irgendwas gerötet oder defekt ist.

Obs wirkt - keine Ahnung, da ja auch immer druckentlastet wird, was unbestriten wirksamer ist.

Bei uns kommt außerdem immer Mirfulan, eine Art Zinksalbe mit Vitaminen zum Einsatz, vorallem im Gesäßbereich.
Laut unserem Schulleiter soll das super wirken, ich bin eher skeptisch.

Regelmäßige Lagerung bzw. Druckentlastung durch spezielle Matratzen ist immer noch das wirksamste Mittel.

Ob die ganzen anderen Mittel überhaupt wirken oder eher Kostenfallen sind, das wäremal was was die Pflegewissenschaft unbedingt mal untersuchen müßte....

Zu Verbänden: Da ich das frisch lerne, muß ich sagen, das man nicht pauschal sagen kann, was in welcher Situation das beste ist.

Es kommt auf das Wundgebiet selber an.
Octinesept wird bei uns nur zur Desinfektin verwendet, bei feuchten Verbänden wird Lavasept verwendet

Beuteltier
10.04.2005, 17:38
Zur Wundversorgung ist es auf jeden Fall schon mal das falsche und evtl. wirklich nah an gefährlicher Pflege (und wahrscheinlich für die Versorgung von offenen Wunden noch nicht mal zugelassen).
Zum eigentlichen Sinn des Produkts kann ich Intensivling nur zustimmen. Bei der Dekubitusprophylaxe hat dieses ganze weit verbreitete Schmieren, cremen und ölen gar keine Wirkung! Wie sollte dadurch auch auf die Parameter Druck und Zeit eine positive Wirkung ausgeübt werden?

Hörbird
10.04.2005, 17:45
Original geschrieben von Beuteltier
Wie sollte dadurch auch auf die Parameter Druck und Zeit eine positive Wirkung ausgeübt werden?

Laut meinen Lehrern indem durch die darin enthaltenen Wirkstoffe die Versorgung der Haut verbesser wird: Vitamine und anderes....

Naja, Es ist nunmal einfacher und schneller jemanden zu schmieren als ihn regelmäßig und ohne Scherkräfte zu lagern !:rolleyes:

Rettershrek
10.04.2005, 17:51
Original geschrieben von Hörbird
Bei uns kommt außerdem immer Mirfulan, eine Art Zinksalbe mit Vitaminen zum Einsatz, vorallem im Gesäßbereich.
Laut unserem Schulleiter soll das super wirken, ich bin eher skeptisch.
Naja, ob DAS immer das Mittel der Wahl ist!? Trocknet ja auch so ein wenig die Haut aus. Also bei eh schon trockener Haut wohl eher kontraindiziert, oder?!?
Bei feuchtem Hautmilieu sicher sinnvoll, aber zur Dekubitusprophylaxe genauso fraglich wie alle andern Salben.


Original geschrieben von Hörbird
Regelmäßige Lagerung bzw. Druckentlastung durch spezielle Matratzen ist immer noch das wirksamste Mittel.
Stimme ich voll und ganz zu!!! ;):D


Original geschrieben von Hörbird
Zu Verbänden: Da ich das frisch lerne, muß ich sagen, das man nicht pauschal sagen kann, was in welcher Situation das beste ist.
Stimmt, ... aber es ist ja nunmal so, dass die Tendenz derzeit zu Schaumverbänden geht.
Aber dafür gibt es ja auch (bei uns zumindest) Leute mit Weiterbildung Wundmanagment.
Jede Wunde ist anders zu therapieren, das wird niemand bestreiten. Und wie gesagt, ich bin ja trotzdem bei bestimmten Wunden ein kleiner Fan von Hydrokolloidverbänden.

Rettershrek
10.04.2005, 18:24
btw:
nochmal zum Thema Mirfulan zur Dekubitusprophylaxe
Ein Auszug aus der Roten Liste:
Mirfulan® Salbe

Zus.: 100 g enth.: Lebertran 10 g (stand.: auf Vit. A 1000 I.E., Vit. D3 200 I.E. pro g Slb. ), Zinkoxid 10 g.
Weit. Bestandteile: Hamamelis-Extrakt, Harnstoff, weißes Vaselin, Wollwachsalkoholsalbe, dünnfl. Paraffin, Partialglyceride, BHT (E 321), Ascorbylpalmitat (E 304), Citronensäure (E 330), ger. Wasser.
Anw.: Abdeckende-protetktive u. sekretbindende Behandl. von nicht-infizierten akuten u. subakuten Hautschäden, die mit Rötung, Juckreiz u. Schmerzen einhergehen (z. B. Windeldermatitis). Zinkoxid wirkt hierbei abdeckendprotektiv u. sekretbindend.
Gegenanz.: Gleichz. Anw. m. anderen Externa.
Schwang.: Dos. v. 8 g (entspr. ca. 10 cm Salbenstranglänge)/Tag nicht überschreiten.
Stillz.: Vermeidung von großflächiger Anw. an der Brust.
Nebenw.: In Einzelf. lokale Unverträglichkeits-/Überempfindlichkeitsreaktionen wie z. B. Jucken, Nässen, Rötung, Austrocknung, allerg. Kontaktreaktionen mögl.
Wechselw.: Andere Externa: deren Wirk. kann eingeschränkt werden.
Dos.: Nach Bedarf ein bis mehrmals tgl. ½-1 mm dick auf die zu behandelnden Hautstellen auftragen.
Lag.: Lagerungshinweis!
AP.: 1000 g (10×100 g).

Da steht NIX!!!
Aber wie gesagt, DAS nur am Rande!!!! ;)

Hörbird
10.04.2005, 18:31
Also ist Mirfulan eher bei anderen Sachen als Dekubitus indiziert !

Naja, wie gesagt, ich stehe zu meiner Meinung !:)

Beuteltier
10.04.2005, 19:11
Original geschrieben von Hörbird
Laut meinen Lehrern indem durch die darin enthaltenen Wirkstoffe die Versorgung der Haut verbesser wird: Vitamine und anderes....

Naja, Es ist nunmal einfacher und schneller jemanden zu schmieren als ihn regelmäßig und ohne Scherkräfte zu lagern !:rolleyes:

Ist wohl leider so...
Das Vitamine zumindest die Wundheilung positiv beeinflussen ist ja unbestritten. Ob hier eine lokale Anwendung wirklich etwas bringt wage ich jedoch zu bezweifeln.

Rettershrek
10.04.2005, 19:17
Also ich glaube, das bezieht sich mehr auf eine systemische Anwendung.
Also zu wenig Vitamine ist ja ein Faktor der Wundheilungsstörung. Wie aber die Resorption über die Haut aussieht, ... ob das so ausreichend ist, ... :confused:
ich weiß es nicht :-blush , ... aber ich bezweifle es!!!
:grins:

Beuteltier
11.04.2005, 14:38
Meine Meinung.

adrenalinchen
11.04.2005, 16:14
Also: Bei uns wurde PC 30 V als Standard in der Dekubitus-PROPHLAXE verwendet, ich finde auch recht erfolgreich; sicher besser als Mirfulan (wobei dieses Salbe in meiner Erfahrung durchaus einen positiven Stellenwert hat; Windeldermatitis - und da eher dünn als "viel hilft viel").
Die Druckentlastung ist mit Sicherheit durch nichts zu ersetzen.

Auf eitrigen, sezernierenden Wunden hat beides nix verloren.

Octenisept ist ein Schleimhautdesinfektionsmittel .... und sehe ich als feuchten Verband auch eher skeptisch, zumal es damit immer wieder zu allergischen Reaktionen kommt.

Meine Erfahrungen mit kolloid. Verbänden sind im allgemeinen gut, allerdings halt die Dinger nicht mit Gewalt entfernen - man macht mehr Haut kaputt .... Gerade in Analfalte ist es halt ein schwieriges Thema....
Trotzdem schließe ich mich der Tendenz mit dem Schaumstoffverband an ....

evil*little*devil
11.04.2005, 20:14
[i]
Wie gesagt, ein feuchter Verband mit einer sterilen Kompresse welche in Octenisept getränkt sind, ist wunderbar, hilft sehr gut und ist billig. [/B]

Habe ich erwähnt dass die Dame unter Diarrhoe leidet und teilweise stuhlinkontinent ist, was bedeutet, dass ein ständig feuchtes Bakterienmilieu herrscht, ob das so vorteilhaft für die Wundheilung ist. Und ich weiß nicht, wie weit ich da mit ner Kompresse komme, wahrscheinlich bis zum ersten Schritt den sie macht.

Zur Kostenfrage, haben genug Muster und Überreste im Schrank und außerdem einen Arzt, der uns sofort jeden Pflaster verordnet.
Meine Frage war ob es einer ärztlichen Anordnung bedarf, einen Hydrokolloid zu kleben.
But anyway, PDL war meiner Meinung, Pflaster kleben.

evil*little*devil
11.04.2005, 20:19
Bei uns verwandt bei leicht nässenden Wunden, wie Windeldermatitis oder geringe Abschürfungen. Allerdings auch oft falsch angewandt als Allerheilmittel.

Hörbird
11.04.2005, 20:29
Original geschrieben von evil*little*devil
Habe ich erwähnt dass die Dame unter Diarrhoe leidet und teilweise stuhlinkontinent ist, was bedeutet, dass ein ständig feuchtes Bakterienmilieu herrscht, ob das so vorteilhaft für die Wundheilung ist. Und ich weiß nicht, wie weit ich da mit ner Kompresse komme, wahrscheinlich bis zum ersten Schritt den sie macht.

Zur Kostenfrage, haben genug Muster und Überreste im Schrank und außerdem einen Arzt, der uns sofort jeden Pflaster verordnet.
Meine Frage war ob es einer ärztlichen Anordnung bedarf, einen Hydrokolloid zu kleben.
But anyway, PDL war meiner Meinung, Pflaster kleben.

Hier hilft glaub ich nur, das Grundleiden zu behandeln (Diarrhoe) und so oft wie möglich die betreffende Region von Stuhl zu reinigen, um das Bakterienmillieu klein zu halten.
Sonst haben auch die ganzen modernen Verbände nicht viel Sinn.

Wenn Du Muster übrig hast, kannst Du sie sicherlich one Anordnung einsetzen.
Wenn sie nicht mehr ausreichen, mußt Du Dich mit dem Arzt auseinandersetzen.
Gibt viele Hausärzte, die moderne Verbände ablehnen, weil sie zu teuer seien.
Rechnet man aber, stellt man fest, das die modernen Verbände billiger kommen, da sie schneller zur Heilung führen.

Rettershrek
11.04.2005, 21:43
Original geschrieben von adrenalinchen
Also: Bei uns wurde PC 30 V als Standard in der Dekubitus-PROPHLAXE verwendet, ich finde auch recht erfolgreich; sicher besser als Mirfulan (wobei dieses Salbe in meiner Erfahrung durchaus einen positiven Stellenwert hat; Windeldermatitis - und da eher dünn als "viel hilft viel").
Also ich glaube, dass in Kombination mit der Druckentlastung sogar mit Babyöl den gleichen Effekt hat.
Für die Stumpfpflege halte ich PC30V für sinnvoll, ... aber sonst, ...! Naja, ... das ist halt mein Eindruck (meine Erfahrung) und meine Meinung.
Mirfulan ist halt dann sinnvoll, wie jede zinkhaltige Salbe. Feuchtes Hautmilieu. Im intakten Hautgebiet an neben den Wundrändern.
"viel hilft viel" ist ja bei keiner Salbe o.ä. angezeigt, ... aber es berücksichtigen leider zu wenige.


Original geschrieben von adrenalinchen
Die Druckentlastung ist mit Sicherheit durch nichts zu ersetzen.
Wenigstens DA sind wir uns alle einig!!! :D :knuddel: :D

Rettershrek
11.04.2005, 21:52
Original geschrieben von evil*little*devil
Habe ich erwähnt dass die Dame unter Diarrhoe leidet und teilweise stuhlinkontinent ist, was bedeutet, dass ein ständig feuchtes Bakterienmilieu herrscht, ob das so vorteilhaft für die Wundheilung ist.
Feuchte Wundbehandlung ist ja gut. Aber die Bakterien sind halt wieder hinderlich! ;)
Hier wäre vielleicht wieder ein Hydrokolloid angezeigt, vielleicht mit Rand. oder eine andere feuchte Wundbehandlung mit Folie zum abdecken (wie z.B. Opsite-Folie(R) o.ä.) und neben dem Pflaster wäre bei ständig feuchter Haut ja eine zinkhaltige Salbe wieder gut!

Original geschrieben von evil*little*devil
Zur Kostenfrage, haben genug Muster und Überreste im Schrank und außerdem einen Arzt, der uns sofort jeden Pflaster verordnet.
Meine Frage war ob es einer ärztlichen Anordnung bedarf, einen Hydrokolloid zu kleben.
But anyway, PDL war meiner Meinung, Pflaster kleben.
Was noch da ist, kann benutzt werden, auch ohne Anordung (meines Wissens nach).
Aber es ist halt verschreibungspflichtig, soweit ich weiß, von daher benötigt man halt, nachdem die Reserve weg ist, ein Rezept. Und die Ärzte verschreiben halt aufgrund ihres geringen Budgets und manchmal aufgrund mangelnder Erfahrung mit der modernen Wundtherapie ungern diese Artikel.