Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Beim Erste-Hilfe-Kurs gehört...
serial2k
12.03.2006, 18:39
Tja, Film und Fernsehen sei dank ;)
Und als kleines Gimmick und Belohnung nach erfolgreich abgeschlossenem Kurs gibts dann ein QuickTrach™-Set für jeden!
Oh mein Gott ! Obwohl wenn ich drüber nachdenke son Luftröhrenschnitt kann ja eh jeder, wer sowas noch nicht gemacht hat echt was verpasst ! Ich mach den sogar manchmal 2 x am Tag :rolleyes:
Traurig sowas zu lesen .....
RS-USER-Rippenspreizer
13.03.2006, 18:55
Ich denke, in Evas Geschichte handelt es sich nicht um den Ausbilder, der von der Koniotomie schwärmt sondern einer der Teilnehmer. Und die gibt es immer wieder. Ich hab in meinem letzten RA-Kurs "Airwaymanagement" einfach mal Trachea it Hautschwarte eines Schweins auf ein Brett genagelt und dazu aufgefordert, mit einem Kugelschreiber die Trachea zu punktieren. Nach 8 Versuchen war zwar der Kehlkopf total zertrümmert, die Trachea aber immer noch nicht erreicht, geschweige denn ventilierbar. Und wieder eine urbane Legende zerstört :rolleyes:
Allerdings muss ich meinem Vorredner Recht geben: Die Koniotomie oder auch Tracheotomie geistert wie ein hartnäckiger Pickel am Popo durch die EH-Kurse. Und leider nicht nur dort! Glücklicherweise besteht die Indikation zur Koniotomie äußerst selten und wenn es mal soweit kommt, reicht das Adrenalin des Notarztes für alle Beteiligten; insofern würde ein normaler Mensch nie auf die ziemlich dumme Idee kommen, mit improvisierten Küchen-, Büro,- und oder Gartengeräten den Hals aufzuschlitzen!
D:-)
Gruß, Daniel
RS-USER-Saint
19.03.2006, 00:51
Also ich hab weder in meinem EH-Kurs noch in meinen San-Kursen von ner Koniotomie gehört. Das erste mal davon gelesen habe ich in "RettSan / RettAss" und beigebracht bekommen hab ich's in nem 3-wöchigen Lehrgang, wobei da alles mögliche an tccc (tactical combat casuality care) sonst noch dabei war.
El Mosquito
19.03.2006, 09:19
Bist du Soldat oder wo haste diesen "goofyspäschelforses"-Lehrgang gemacht ?
Carlbaer
20.03.2006, 22:14
in meinem letzten EH Kurs ( letzten Freitag und Samstag ) meinte auch ein Teili das bei einem Insektenstich im Mund-/Rachenraum nur noch ein Luftröhrenschnit helfen würde; auf meine Nachfrage wer den dann machen soll meinte er auch das er das jetzt schon oft genug im Fernsehen gesehen habe :( Hoffentlich fall ich nie tot um wenn der in der Nähe ist !!!
RS-USER-Bärentöter
20.03.2006, 23:36
wir wissen ja alle: Quicktrach ist für Weicheier...
Kugelschreiber rulOrz!
(wer Ironie findet, darf sie behalten!)
RS-USER-DerDings
21.03.2006, 06:38
Original geschrieben von Mahlzeit
Ich habe so ziemlich in jedem Kurs so einen Spezialisten dabei, der beim "Bratwurstverschlucken" gleich zum alten, rostigen Taschenmesser greifen will... :eek:
victorinox sollte wirklich mal mit der zeit gehen und ein taschenmesser mit quicktrach funktion anbieten... :grins:
Einparkgott
21.03.2006, 10:39
Wenn ich meine Jahre im Rettungsdienst einmal zusammen zähle so gibt es einige Einsätze, wo mit Kugelschreibern Menschen Aufgeschlitz wurden.
Mit Kugelschreiber in den Rückengestochen.
Kugelschreiber steckend in einer Hand.
Und einige andere Kuriositas.
Aber nie am Hals und erst Recht nie zum Zwecke einer Tracheotomie.
Hunter_INT
16.04.2006, 13:43
Also ich habe in meinem Jahresprkatikum eine Menge Trachotomien gesehn, aber das waren alles Leute die vorher min. 2-2,5 Monate nen Schnorchel im Mund hatten und um ihn Wach werden zu lassen und um dem Pat. ein wenig Lebensqualität zu geben wurden die laut aussage der Ärztin dan Tracheotomiert.
Aber ich hätte Angst wenn ich nen Insektenstich habe das dann ein Irrer mit nem Taschenmesser ankommt und mir die Luftröhre versucht auf zuschneiden.
RS-USER-Saint
17.04.2006, 16:55
Original geschrieben von El Mosquito
Bist du Soldat oder wo haste diesen "goofyspäschelforses"-Lehrgang gemacht ?
Könnte man fast meinen, wa.. Aber voll fürn Arsch, weil in Einsatz geh ich eh nich mehr und an Zivilisten darf ichs eh nich.. V.a. wann trag ich schon mal die blöden schläuche mit mir rum ;)
El Mosquito
17.04.2006, 19:03
Geht das auch mit weniger "Pseudo-Geheimdienstlerei" is ja wohl kaum VS-NfD.
Und ansonsten weis der geier was man auch einige Outdoor-, Survival- und Adventure-EH-Kursen lernt.
RS-USER-Saint
19.04.2006, 16:24
Original geschrieben von El Mosquito
Geht das auch mit weniger "Pseudo-Geheimdienstlerei" is ja wohl kaum VS-NfD.
Es is NfD..:D Bzw, eigtl hab ich keine Ahnung, wie die Amis den eingestuft haben, denn von denen is der Lehrgang nämlich gewesen. Aber an sich vollkommen wayne. Weil wie gesagt werd ich weder innen Einsatz kommen, noch ständig die Tuben mit mir rum schleppen. Und an Zivilisten darf ich's ja eh nich, wöllt ich auch nich..
RDPfleger
18.08.2008, 12:57
Das hier habe ich soeben im Roche-Online-Lexikon gefunden:
Koniotomie:
Noteingriff bei Erstickungsgefahr infolge Atemwegsenge oberhalb oder im Bereich der Stimmlippen; u. zwar – nach kleinerem Hautschnitt – Durchstoßen (mittels Trokar) oder Querdurchtrennung (notfalls mittels Taschenmesser) des Conus elasticus (Ligamentum cricothyroideum s. conicum) u. Einlegen einer Trachealkanüle. Nachfolgend ist eine Tracheotomie „lege artis“ angezeigt.
roche.de (http://roche.de/)
Des weiteren kenne ich einen erfahrenen und sonst sehr umsichtigen und korrekten Intensivpfleger, der selber jahrelang eine Art "Tracheotomieset" im Auto oder beim Joggen in einer Bauchtasche mit sich führte.
Man bedenke das diese Art von Eingriffe sonst Ärzte (normal 2) unter beinah OP-Bedingungen durchführen. Das wisst ihr selber ja am besten....
Pflegekräfte assistieren da nur. Zumindest bei uns und somit auf besagter IPS so. Keine Ahnung wo er dann selber so oft koniotomieren durfte....
Erst als derjenige dann von der IPS in die Schule gewechselt ist, hat er sich nach einiger Zeit eingestanden, dass er nun nicht mehr die Übung besitze dies durchzuführen. Dann entfernte er das Set vom Auto.
Für den äußersten Notfall preist er aber im Unterricht immernoch die Kugelschreibermethode an und gibt Tipps dazu.
Wie gesagt, sonst ist er eine sehr zuverlässige und glaubwürdiger Lehrer. Was er sonst sagt hat Hand und Fuß und ohne Belege oder Recherchen sagt er lieber mal nichts, als das er uns was falsches bei bringt.
RS-USER-emergency doc
18.08.2008, 19:11
Original geschrieben von RDPfleger
Keine Ahnung wo er dann selber so oft koniotomieren durfte....
Naja, ganz einfach: Gar nicht! Ich wette, daß er bei seinesgleichen auch nicht wagen würde, solche Stories zu erzählen, weil er genau wüsste, wie groß dann das Gelächter wäre. Aber bei Schüler(inne)n kann man mit solchen Märchen immer schön Respekt einheimsen. Für Dich ist er ein toller Lehrer, für mich eine Schwallerbacke...
Manchmal find ich es schade, daß ich nie wieder einen EH-Kurs besuchen werde, aber ich stells mir lustig vor, so einen Quatsch zu hören.
Nur mal zur Häufigkeit einer Situation, in der man koniotomieren muss:
Ich bin seit über 5 Jahren Notarzt, und trotz zahlreicher Situationen, in denen ich unter ungüstigsten Bedingungen intubieren musste, war diese Maßnahme für mich bisher noch nie notwendig, und ich war erst zweimal in einer Situation, in der ich das Messer schon bereitlegen ließ, es dann aber doch noch anders schaffte. "Ultima ratio" bedeutet eben wirklich, daß man keine andere Möglichkeit mehr findet, den Atemweg zu sichern. Wer hat von euch schon mal eine Notfall-Koniotomie (ich meine nicht eine geplante Tracheotomie!!!) durchführen müssen?
In einer so verzwickten Situation, die wirklich eine Koniotomie erforderlich macht, ist jegliche Manipulation durch Laien in diese Richtung praktisch tödlich für den Patienten. Stellt euch den unmöglichen Atemweg beim absolut nicht intubierbaren Patienten vor, und addiert dann stumpfe Verletzungen des ventralen Halses mit zahlreichen Plastiksplittern subcutan und Trachealquetschungen... Wird nicht einfacher, gell?
RS-USER-Katja
18.08.2008, 21:18
Jepp. Genau so.
Ich habe Koniotomiesets bisher nur an Mannequins eingesetzt und so soll, wenn alles gut geht, es auch bleiben. Retrograd intubieren am lebenden (vorher UND hinterher) Patienten habe ich immerhin schonmal gesehen, das wäre noch das Nächste daran.
... und irgendjemand sollte den Mann darauf hinweisen, daß man solchen Dummsinn nicht auch noch weiterverbreiten soll, weil es gefährlich ist.
RS-USER-emergency doc
18.08.2008, 21:24
Original geschrieben von Katja
Retrograd intubieren am lebenden (vorher UND hinterher) Patienten habe ich immerhin schonmal gesehen, das wäre noch das Nächste daran.
Nur mal 'ne Frage: Ich habs noch nie gesehen, würde aber vermutlich mit 'nem ZVK-Set punktieren, den Seldingerdraht vorschieben, und mit 'ner Magill fischen, um darüber den Tubus zu schieben.
Gibts da andere Tricks? Oder würd's so gehen? (So als Frage von Chirurg zu Anästhesist...:) )
RS-USER-Bärentöter
18.08.2008, 22:08
Original geschrieben von emergency doc
Wer hat von euch schon mal eine Notfall-Koniotomie (ich meine nicht eine geplante Tracheotomie!!!) durchführen müssen?
seit es Larynxmaske und Kombitubus gibt, sehe ich keine Indikation für eine Koniotomie mehr.
Ich habe das in ca 800 Notarzteinsätzen nie machen müssen.
RS-USER-Katja
18.08.2008, 22:37
Original geschrieben von emergency doc
Nur mal 'ne Frage: Ich habs noch nie gesehen, würde aber vermutlich mit 'nem ZVK-Set punktieren, den Seldingerdraht vorschieben, und mit 'ner Magill fischen, um darüber den Tubus zu schieben.
Gibts da andere Tricks? Oder würd's so gehen? (So als Frage von Chirurg zu Anästhesist...:) )
Im Endeffekt gibt es auch da ein Set für, wobei das den Vorteil hat, daß der Draht in der richtigen Länge markiert ist.
Das war eine Dame mit einem großen Tumor, der akut blutete - und zwar so, daß mit Fiberoptik nicht zu gewinnen gewesen wäre, denn die wäre abgesoffen. Es gibt natürlich auch ein Video von der Herstellerfirma dazu http://www.cookmedical.com/cc/educationResource.do?id=Educational_Video (runter bis retrograde intubation), wie es richtig geht. trotzdem bleibt immer dieser blöde Moment, wo man den Draht rauszieht und den Tubus blind vorschiebt... ist sicher nicht erstes Mittel der Wahl.
Also: Würde etwa so gehen, wie Du vorschlägst, wenn der ZVK-Draht lang genug ist. Keine Schleuse, kein Sheldon... und kein sehr langer Patient.
RS-USER-emergency doc
18.08.2008, 22:53
Es ist so wie Bärentöter sagt, es gibt inzwischen genug etablierte Möglichkeiten, Luft in den Patienten zu bekommen. Und den klassischen Spruch, daß der Patient Sauerstoff und nicht den Tubus braucht, kennt ja auch jeder.
Katja: Wir haben auf unseren NEF als einziges, was dafür in Frage käme, Cavafix-ZVK Systeme. AFAIK sind die 45cm lang, das müsste eigentlich reichen...
So eine Patientin, die Du beschreibst (nur ohne Blutung, aber fast kompletter Atemwegsverlegung) hatte ich auch mal. Adrenalinverneblung, SDH i.v. und hochdosierte Sauerstoffgabe hat sie auch lebendig in die Klinik gebracht. Abgesehen davon nützt einem in so einem Fall das Victorinox gar nix... (um mal wieder zum Punkt zu kommen...;) )
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.