Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die Babyklappe
schnubbelchen
18.04.2006, 11:35
Hey Kinners,
aus aktuellem Anlass möchte ich mich hier mal einbringen und mit euch über den Sinn/Unsinn einer Babyklappe diskutieren.
Heute schon wieder in den Nachrichten, dass ein Säugling in einem Müllbeutel tot in MacPomm gefunden wurde. Und in der letzten Woche wurde ja auch schon ein kleines Baby ausgesetzt.
Warum nutzen diese Frauen denn nicht die Babyklappe ? Freigabe zur Adoption ?
Was hält ihr von der Einrichtung der Babyklappe ? Und habt ihr vielleicht in eurer beruflichen Laufbahn schon mal erfahren was mit Frauen passiert (strafrechtlich) die ihr Kind aufgrund dessen getötet haben ?
Schätze, viele Mädchen / Frauen wissen nichts von einer Babyklappe bzw. wo die nächste sich befindet.
Sie sind einfach so von der Rolle, dass sie das Kind nur irgendwie loswerden wollen - ohne erwischt zu werden. Wahrscheinlich gehts zu haus bei ihnen dementsprechend zu "Ich schlag dich tot, wenn du mit nem Balg nach hause kommst" etc. pp.
Man weiß ja, wie manche Eltern so reagieren und ich tippe bei solchen Fällen auf häufig minderjährige Mütter - oder auch aus sozial schwachen Ecken, wo die Mädels keine Ahnung haben, wie sie unbemerkt ihr Kind "los werden".
Ich halte die Babyklappe für absolut notwendig um genau diesen Müttern die Möglichkeit zu geben, ihr Kind anonym in sichere Obhut zu bringen.
Nur müsste es sich mehr herumsprechen und es müsste mehr davon geben.
Ich wüsste übrigens auch nicht, wo sich hier die nächste Klappe befindet. Da müsste ich im Internet recherchieren - und sowas kann nicht jeder.
RS-USER-Bärentöter
18.04.2006, 17:55
Original geschrieben von Jambe
Ich wüsste übrigens auch nicht, wo sich hier die nächste Klappe befindet. Da müsste ich im Internet recherchieren - und sowas kann nicht jeder.
genau da sehe ich auch das Problem!
Urinkellner
18.04.2006, 18:00
Ich habe bei mir in der Gegend auch keine Ahnung!
Gibt es da irgendwo eine Aufstellung?:confused:
RS-USER-Linda
18.04.2006, 18:35
Ich wollte da gerade mal googeln, ob es eine Standortliste gibt, und fand dieses hier (ein Beispiel von vielen) http://www.svss-uspda.ch/de/schweiz/gegner/babyklappe.htm als Diskussion zum Für und Wider einer Babyklappe. Und ich muß sagen, da ist was dran: Wer sein Kind nach der Geburt umbringt oder verhungern läßt, der ist nicht in der Lage, es bei einer Babyklappe oder sonstwo abzugeben. Die Kinder, die man damit retten könnte, wären die, die auch sonst warm angezogen, wettergeschützt und leicht aufzufinden ausgesetzt werden - und nicht die, die direkt nach der Geburt in Panik getötet werden. Leider.
RS-USER-Tjelfe
18.04.2006, 19:13
Also ich weiß schon, wo die nächste Babyklappe ist, aber ob sie schon jemals genutzt wurde, weiß ich nicht.
Als die Babyklappen eingerichtet wurden, stand ein Bericht bei uns in den Zeitungen mit eben diesem Hinweis, wo die nächste sei.
Aber wie schon angedeutet: Frauen aus sozial schwachen Familien oder eben ganz junge Mütter wissen sicher erst gar nichts von solchen Einrichtungen.
schnubbelchen
18.04.2006, 19:50
Ich denke das die Anzahl der Babyklappe in Deutschland sehr gering ist und die meisten Mütter nichts wissen. Dennoch bin ich der Meinung das es Hierzulande genügend Beratungsstellen gibt über welche Frau sich informieren kann...auch anonym.
Die Frau hat im Grunde ja auch genügend Zeit sich darüber Gedanken zu machen (Zeitpunkt der Empfängnis bis zur Entbindung) was und wie sie es mit ihrem Kind handhaben möchte.
Worauf ich hinaus will: Den Entschluss zu fassen - ich bringe mein Kind um, ist doch schwerwiegender zu treffen wie einen Anruf in einer Beratungsstelle / Krankenhaus zu tätigen.
Vielleicht ist auch eine unzureichende Aufklärung Schuld daran, dass immer noch so viele Säuglinge den Tod finden. Aber wo müsste man mit der Aufklärung anfangen. Eine kurzweilige Medienkampanie ist sinnlos.
DieKleine
18.04.2006, 20:31
Original geschrieben von schnubbelchen
Die Frau hat im Grunde ja auch genügend Zeit sich darüber Gedanken zu machen (Zeitpunkt der Empfängnis bis zur Entbindung) was und wie sie es mit ihrem Kind handhaben möchte.
Worauf ich hinaus will: Den Entschluss zu fassen - ich bringe mein Kind um, ist doch schwerwiegender zu treffen wie einen Anruf in einer Beratungsstelle / Krankenhaus zu tätigen.
Hi!
Bei uns gibt es eine Babyklappe, sie wurde eingerichtet, nachdem eine Frau ihren Säugling in einer Telefonzelle ausgesetzt hatte.
Die Babyklappe wurde bisher einmal genutzt.
Ich denke, auch Frauen aus sozial schwachen Familien, mit geringem Bildungsstand oder sehr junge Mädchen können es ganz gut hinkriegen, sich Hilfe zu holen, und tun das i.d.R. auch.
Die Frauen, die ihr Kind töten oder einfach "wegwerfen" (das Kind ein einem Müllkontainer, Graben o.ä. abzulegen, würde ich schon irgendwie als "wegwerfen" ansehen), sind irgendwie ein anderes "Kaliber", sie planen das wohl nicht vorher.
Vielleicht verdrängen die, dass sie überhaupt schwanger sind, kriegen die Geburt kaum auf einer bewussten Ebene mit (bzw. vergessen das hinterher wieder) und töten auch das Kind nicht bewusst oder geplant. Da muss irgendwas anderes ablaufen. Vielleicht sind die in so einem psychischen Ausnahmezustand, dass klar denken oder angemessene Hilfe holen nicht mehr drin ist. Und so jemand findet wohl kaum den Weg zu einer Babyklappe.
Vielleicht weiß Ute ja, was in so einem Fall bei einer Frau ablaufen könnte oder woher sowas kommt?
Für die anderen (die ihr kind unbedingt loswerden wollen, weil es keiner mitkriegen darf, oder die einfach komplett überfordert sind) kann es aber eine gute Lösung sein, weil das Baby sofort gefunden und versorgt wird und nicht - wie bei dem Kind, das bei uns ausgesetzt wurde - eine Nacht in einer kalten Telefonzelle verbringen muss.
RS-USER-Linda
18.04.2006, 21:27
Original geschrieben von schnubbelchen
Die Frau hat im Grunde ja auch genügend Zeit sich darüber Gedanken zu machen (Zeitpunkt der Empfängnis bis zur Entbindung) was und wie sie es mit ihrem Kind handhaben möchte.
Worauf ich hinaus will: Den Entschluss zu fassen - ich bringe mein Kind um, ist doch schwerwiegender zu treffen wie einen Anruf in einer Beratungsstelle / Krankenhaus zu tätigen.
Es ist ja eben offensichtlich nicht so, daß es diese Mütter zu einer Beratungsstelle schaffen. Wenn das das einzige Problem wäre... Ich weiß nicht, woran es da hapert, aber ich vermute jeweils einer oder mehrere der folgenden Gründe:
- Angst davor, daß man nicht anonym bleiben kann
- Angst davor, daß einem in die Entscheidung reingeredet wird
- keine Aufklärung über die Möglichkeiten, die man dann hat
- keine Ahnung von der Vielzahl an Beratungsstellen, die es gibt
- Angst und Scham, weil man a) viel zu jung ist b) arbeitslos ist c) mißbraucht wurde d) Alkohol und/oder Drogen mit im Spiel waren e) ...
- Angst vor dem Kindsvater
- Sprachprobleme
- ...
Und es ist auch nicht so, daß man auf eine mögliche Schwangerschaft immer und grundsätzlich mit a) Jubel und b) einem völlig klaren Kopf reagiert. Dazu kommt dann hin und wieder auch noch eine völlige Verdrängung, anders kann ich mir nicht erklären, wie manche Mädchen und Frauen erst auf der Toilette feststellen, daß sie ein Kind bekommen werden, und zwar jetzt sofort.
Ute, kannst Du hier was dazu erzählen? Ich bin nämlich auch etwas ratlos...
saddamski
18.04.2006, 22:29
Hier hat die Landesfrauenklinik eine Babyklappe vor ein paar Jahren "installiert".
Anfangs gab es da großen Trouble drum weil einige dagegen waren.
Die Klappe gibt es aber heute noch und ich habe schon von einem Fall gehört, wo dort ein Baby abgegeben wurde. Ob es mehr Babys waren, weis ich nicht.
Ich bin auf jeden Fall für solche Babyklappen!
Tobias
RS-USER-Rettungsziege
18.04.2006, 23:38
Es stellt sich ja auch immer die Frage, ob eine zur Verfügung steht.
Ich weiß zwar nicht, wie es in Mecklenburg-Vorpommern ist,
aber hier bei uns in Schleswig-Holstein, zumindestens an der Westküste,
gibt es meines Wissens nach keine.
Wenn ich mich außerdem in die Situation reinversetzen würde
und noch den Hintergrund hätte, dass es Zuhause mehr als Ärger geben würde,
dann hätte ich auch Panik und wüsste nicht was ich machen sollte.
Ok, da meine Eltern in sowas hinter mir stehen würden,
würde ich garnicht erst auf die Idee kommen.
Wobei es sowieso ein unakzeptables Verhalten ist.
Ein schwieriges Thema.
Als Hebamme hat man zu Frauen, die ihre Kinder in Babyklappen abgeben oder töten überhaupt keinen Kontakt.
Wenn wir ihn hätten, könnten wir den Frauen helfen und sei es nur mit Adressen, wo sie sich hinwenden können.
Es sind auch zwei verschiedene Gedankengänge, ob ich mein Baby umbringe oder es aussetze/Babyklappe benutze.
Frauen, die ihr Kind vor eine Haus- oder Kirchentür legen, würden ihr Kind auch in eine Babyklappe legen, wenn sie denn wüßten wo die nächste ist, wenn sie denn wüßten wie sie dahin kommen sollen ohne dass sie jemand später wiedererkennt.
Ich verstehe auch ganz persönlich nicht, dass diese Frauen polizeilich bundesweit gesucht werden! Es ist doch furchtbar, sein eigenes Gesicht als Phantomzeichnung im Fernsehen zu sehen. Dadurch werden die Mütter eher motiviert ihre Kinder umzubringen, in der Hoffnung, es wird niemals entdeckt!
Laßt die Frauen, die ihr Kind ausgesetzt haben doch in Ruhe! Veröffentlicht nur eine Adresse, wo sie sich innerhalb von 8 Wochen hinwenden kann, wenn sie ihr Baby wiederhaben möchte, nach dieser Frist wir der Adoptionsantrag gestellt.
Du kannst auch nicht mit dem Kind auf dem Arm dich in einen vollen Überlandbus in die nächste Stadt setzen und dort dann nach dem Weg zur Babyklappe fragen!
Die Frauen, die ihre Kinder aussetzen haben meist bewußt ihre Schwangerschaft mitgemacht, entweder sie versuchten es zu verheimlichen oder sie gaben später vor das Kind sei eine Fehlgeburt.
Die Geburt findet zuhause ohne Hebamme, aber auch im Krankenhaus als anonyme Geburt statt.
Der Akt das Kind zur Adoption freizugeben ist ein solch bürokratischer Aufwand, dass sich die meist sozial schwachen, und intelligenzmäßig nicht sehr geförderten Frauen nicht in der Lage sehen, dies durchzustehen. Außerdem ist die Angst sehr groß, man könne sie doch noch "überreden" ihr Kind zu behalten, dann wäre sie aber namentlich registriert, würde beim Aussetzen wiedererkannt werden, usw.
Eine ganz andere Denkstruktur hat eine Frau, die ihr Kind umbringt. Sie verleugnet auch vor sich die Schwangerschaft. Sie will es nicht wahrhaben und glaubt mitunter selber, dass sie einfach nur zuviel gegessen hat und diese komischen Aktivitäten im Bauch sind halt Darmgeräusche.
Die Periode bleibt halt aus, sie wird schon irgendwann wieder kommen.
Vielleicht weiß sie in einer stillen Stunde um ihren Zustand, hofft aber, dass das Kind im Bauch schon sterben könnte. Die Frau nimmt auch keine Rücksicht auf das Kind, sie raucht und/oder trinkt Alkohol, isst schlecht. Sie macht also all die Dinge, die sie auch ohne Schwangerschaft machen würde.
Irgendwann ist die Geburt, die meist zuhause im Bad, auf öffentlichen Toiletten oder irgendwo stattfindet, wo niemand ihr helfen könnte.
Das Kind ist geboren und die Frau stellt mit Entsetzen fest, dass es lebt.
Was nun? Und da beginnt die Torschlußpanik: Es darf niemand erfahren; was sollen die Leute denke wenn sie jetzt ein Baby hat; es wußte ja keiner; warum ist es nicht tot geboren? was soll ich jetzt machen? Warum ist es nicht spätestens bei der Geburt gestorben? Aber es weiß ja keiner... Also kann ich etwas tun, damit es auch keiner erfährt... und so kurz nach der Geburt, ist ja fast gar nicht gelebt... Es schreit.... Sei leise..... Es darf dich keiner hören.... keiner weiß von dir....
Es gibt ganz selten auch noch Frauen, die ihre Kinder später, nach einigen Tagen, töten.
Sie vorher versorgen.
Diese Frauen haben oft eine ausgeprägte Wochenbettspsychose. Diese ist behandelbar, muß nur erkannt werden.
So, ein langer und intensiver Beitrag meinerseite, der sehr subjektiv ist, aber aus 26 Berufsjahren kommt.
Ich war bei mehr als 5000 Geburten helfend anwesend und habe mindestens ein größeres Dorf bis zum ersten Lebensjahr begleitet.
Liebe Grüße
Ute Rus
RS-USER-Bärentöter
19.04.2006, 09:30
ich denke auch, daß Ute mit ihren Ausführungen Recht hat und die Babyklappen letztlich nichts bringen, da die Frauen, die sie benutzen würden, auch so ihr Kind "abgeben" würden, daß es gefunden wird.
Guter und psychologisch fundierter Beitrag!
schnubbelchen
19.04.2006, 11:47
In meinem Haus, in welchem ich gearbeitet habe wurden gerade zwei Babys in der Klappe "abgeben".
Anonyme Geburten gab es in Rheinland-Pfalz (so viel wie ich weiß) nicht - wurde von den Kliniken nicht durchgeführt.
Von den beiden Babys die ich anfangs schon erwähnt habe, wurde in den Medien nichts veröffentlicht. Es hing allenfalls ein Hinweisschild an der Klappe selbst. Was genau dort geschrieben stand, kann ich im Detail nicht mehr sagen. Eben nur soviel, dass die Mutter die Möglichleit hat innerhalb der nächsten 6 Wochen sich zu melden (Klinik, Jugendsamt, Polizei etc.).
Was die Frauen psychisch durchmachen (die ihre Kinder nicht haben wollen), kann ich durchaus nachvollziehen.
Aber es ändert ja nichts an der Tatsache, das im Bereich der Aufklärung eben noch massiv viele Defizite vorhanden sind.
Eine bundesweite Verfolgung dieser Frauen ist nicht üblich. Zumal, war unser Bereich der Babyklappe nicht kameraüberwacht, schwer zugänglich und von außen nicht einsehbar. Wie also hätte man in diesem Fall eine Phantomzeichnung einer Mutter fertigen können ?
Zur strafrechtlichen Verfolgung der tötenden Mütter finde ich es schon wichtig das diese auch dementsprechend behandelt werden. Eben auch unter Berücksichtigung ihrer psychischen Konstitution -> so sollte dies im Strafmaß seine Berücksichtigung finden. Es ist und bleibt in der Vielzahl der Fälle eine Extremsituation.
@Bärentöter: Das die Babyklappen nichts bringen -> in diesem Punkt kann ich niht beipflichten. Es wird mit diesem Thema in der Öffentlichkeit falschund unzureichend damit umgegangen. Ich denke sie würde eher Berücksichtigung finden wenn die Mütter besser aufgeklärt wären.
Und im Punkto Öffentlichkeitsarbeit schiebt jede Institution aneinander den schwarzen Peter in die Schuhe, da sich keiner im einzelnen dafür verantwortlich fühlt.
Was mich brennend interessiert, wären eure Vorschläge wie man die Aufklärung / Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Babyklappe verbessern könnte.
Man könnte z. B. auf Litfasssäulen oder öffentlichen Werbeflächen darauf hinweisen, dass es diese Möglichkeit der Babyklappe gibt und vielleicht die Anschrift der nächsten.
Nur wer bezahlt das? Darum gehts doch wohl oft genug :rolleyes:
Ich weiß, dass es sehr schwierig ist, eine Geburt anonym durchzuführen - oder sein Kind anonym abzugeben - eben weil es bürokratische Probleme bei der Anmeldung des Kindes gibt. Deshalb gab es jedenfalls vor geraumer Zeit lange Diskussionen, die ich nicht verstehe. Alles ist doch besser, als einen Säugling irgendwo im Park auszusetzen oder ähnliches....
Übrigens tippe ich auf eine hohe Dunkelziffer. Wer weiß. wo Babys so entsorgt werden, die niemand findet?
Falls jemand eine Babyklappe braucht:
http://www.babyklappe.info/alle_babyklappen/index.html
RS-USER-Linda
19.04.2006, 18:10
Danke, Ute, das war sehr erhellend!
Einparkgott
20.04.2006, 12:15
Original geschrieben von Linda
Ich wollte da gerade mal googeln, ob es eine Standortliste gibt, und fand dieses hier (ein Beispiel von vielen) http://www.svss-uspda.ch/de/schweiz/gegner/babyklappe.htm
In der BRD gibt es diesen Link mit einer Übersicht.
www.babyklappe.info/alle_babyklappen/index.html
@Einparkgott: genau den Link hab ich gerade gepostet. :-p
Schon wieder ein Fall...
Immerhin werden die Babyklappen in den Nachrichten erwähnt dieser Tage....
Evtl hilft es was, in den - hm wie drück ich es aus ?? -"klientelspezifischen" Sendungen am (frühen) Nachmittag (Salesch un Co, Talkshows, diese Mitagsmagazine) regelmäßig was über Babyklappen, anonyme Geburten usw zu bringen ?
Es ist halt leider wenig werbewirksam, dass über den Erfolg/Mißerfolg der Babyklappen nicht (viel) berichtet wird... für mich - Schutz der Mütter - absolut verständlich, aber für andere vermutlich nicht so...
@Jambe: Es sind meist "mittelalte" Frauen, keine minderjähirgen Mütter....
@Xaxis1
War auch nur eine Vermutung von mir ;)
Ich sagte: "entweder minderjährig - oder aus sozial schwachen Ecken"
Ich kenne lediglich die Statistiken von 2003 und 2004.
2003 wurden 46 Säuglinge gefunden (33 tot und 13 lebend)
Von den Müttern wurden 30 % ausfindig gemacht, beim Rest weiß man nicht, wer die "Täterin" war.
von diesen 30 % (14 Mütter insgesamt) waren 6 unter 20 und 6 unter 30 Jahren alt.
2004 gab es 32 aufgefundene Säuglinge (18 tot und 14 lebend)
hier wurden sogar nur 20 % der Mütter ausfindig gemacht. Von 80 % weiß man nichts.
Von diesen 20 % (8 Mütter insgesamt) waren alle unter 26 Jahre alt, 4 unter 25 und 2 unter 18.
Aber wie schon gesagt, glaube ich, dass die Dunkelziffer wesentlich höher liegt. Jede Frau und jedes Mädchen wird ihre eigene Geschichte haben. Unabhängig vom Alter. Das ist sicher richtig.
Hamburg zieht übrigens eine sehr positive Bilanz:
2005 war das 3. Jahr in Folge, in dem kein toter Säugling gefunden wurde und das 4. Jahr wo außerhalb der Babyklappe kein Säugling ausgesetzt wurde.
Quelle: http://sternipark.de/geschaeft/pdf/051220_LM.pdf
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.