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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Linksthorakale Schmerzen



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RS-USER-Elektro-Dengel
06.06.2006, 20:35
Original geschrieben von fwpbl
Was kann ich helfen?? :D :D

Hilfe schnell schnell da unten liegt einer und der sieht nicht gut aus!!:o

RS-USER-Katja
06.06.2006, 20:41
Also, intubiert isser, stabil isser auf dem Niveau, allerdings mit einer SO2 von 100% unter 100% O2 (und einem PEEP von 5), Druck nach der HyperHAES 110/70, Hf zwischen 70 und 80 nach Einleitung der Narkose.
Nur das Hautemphysem nimmt weiter zu.

Raufgezogen haben sie ihn im Schleifkorb auf der Schaufeltrage angeschnallt, das ging gut (und da sind wir eingetrudelt, denn der Patient sollte dann doch in ein KH der Maximalversorgung). Und vorm Fliegen hat er im RTW seine Thoraxdrainage bekommen; Luft und wenig sehr helles Blut kamen.
Der nochmalige Bodycheck im RTW bringt zumindest ein stabiles Becken und das initiale Ultraschall im RTW keine freie Flüssigkeit.
Patient bleibt stabil und schluckt Narkose.

Den Infarkt vergiß einfach, der war nur das Bonmot des Einsatzes, daß irgendwie aus den Schmerzen links und der Atemnot der Infarkt wurde :) War zwar falsch, aber auch nicht schlecht, sonst wäre initial vielleicht nur der RTW hingeschickt worden... (Fahrradsturz, bewußtseinsklare Person...).

Er war übrigens auch nie bewußtlos (HELM TRAGEN!) und hatte nichts am Kopf.

Den Flug hat er auch stabil überstanden und hatte außer der Claviculafraktur, einer Rippenserienfraktur und dem Hämatopneumothorax glücklicherweise auch nichts.

RS-USER-blacksheep
06.06.2006, 20:41
Original geschrieben von Elektro-Dengel
Hilfe schnell schnell da unten liegt einer und der sieht nicht gut aus!!:o
Der sieht gar nicht gut aus! :D

Naja ich sag dem mit dem gelben Teil um die Schultern was ich haben mag (Patienten schonend und achsengerecht hochbekommen) und lass ihn machen :)

RS-USER-Elektro-Dengel
06.06.2006, 20:45
Nettes Fallbeispiel, weißt du noch was zum weiteren Verlauf?


Original geschrieben von Katja

Den Infarkt vergiß einfach, der war nur das Bonmot des Einsatzes, daß irgendwie aus den Schmerzen links und der Atemnot der Infarkt wurde :) War zwar falsch, aber auch nicht schlecht, sonst wäre initial vielleicht nur der RTW hingeschickt worden... (Fahrradsturz, bewußtseinsklare Person...).


Hattest du nicht eben irgendwann von ner EKG Auffälligkeit gesagt?

RS-USER-fwpbl
06.06.2006, 20:51
Original geschrieben von blacksheep
(Patienten schonend und achsengerecht hochbekommen) und lass ihn machen :) [/B]

hmm, dann würde ich sagen möglichst achsengerecht auf den Schleifkorb umlagern, evtl. mit Vakuummatratze, aber die Entscheidung wie er genau gelagert wird überlasse ich dem RD.
Und dann jenach Zugangsmöglichkeit, Beschaffenheit des Untergrund und Steigung des Hangs entweder mittels tragbaren Leitern als Trittstufen hochtragen oder direkt über den Boden oder über tragbare Leitern als Schienen genutzt mittels Seilzug nach oben befördern.

RS-USER-blacksheep
06.06.2006, 21:02
Original geschrieben von Elektro-Dengel
Nettes Fallbeispiel, weißt du noch was zum weiteren Verlauf?



Hattest du nicht eben irgendwann von ner EKG Auffälligkeit gesagt?

Nur weil einer etwas breitere QRS-Komplexe hat, hat er nicht direkt nen Infarkt.

RS-USER-Katja
06.06.2006, 21:10
Original geschrieben von Elektro-Dengel
Nettes Fallbeispiel, weißt du noch was zum weiteren Verlauf?

Hattest du nicht eben irgendwann von ner EKG Auffälligkeit gesagt?

Ja, der Spannungspneu machte vor Entlastung QRS-Verbreiterungen.

Patient ist - nachdem er wieder warm war - extubiert, heute sollte er evtl. auf Normalstation gehen (schmerzabhängig).

RS-USER-blacksheep
06.06.2006, 21:14
Original geschrieben von Katja
Ja, der Spannungspneu machte vor Entlastung QRS-Verbreiterungen.

Kannst du da (Patho)physiologisch was zu sagen?

RS-USER-DocMezzoMix
06.06.2006, 22:59
Original geschrieben von rettungsküken
Hm, wenn ne Stufe im Schlüsselbein tastbar ist, is der Stifneck ja erstmal kontraindiziert.


Würde ich gerne mal zur Diskussion stellen:

Klar würde und könnte eine Claviculafraktur deutlich verschlimmert werden durch ein Stifneck.
Auf der anderen Seite, es ist nur das Schlüsselbein, daran wird er vermutlich nicht sterben, am Dens der sich in sein ZNS bohrt vielleicht schon.

Von daher würde ich persönlich sagen Live&Limb before Schlüsselbein.

Wie seht ihr das, oder habt ihr da andere Lehrmeinungen zu. Vielleicht bin ich ja auf dem Holzweg?


PS: Schön Küken, das du mal wieder da bist :)

Gruß dMM

RS-USER-DerDings
06.06.2006, 23:05
Original geschrieben von blacksheep
Kannst du da (Patho)physiologisch was zu sagen?

luft oder lageänderung AFAIK

RS-USER-DerDings
06.06.2006, 23:09
Original geschrieben von DocMezzoMix
Würde ich gerne mal zur Diskussion stellen:
Von daher würde ich persönlich sagen Live&Limb before Schlüsselbein.

Wie seht ihr das, oder habt ihr da andere Lehrmeinungen zu. Vielleicht bin ich ja auf dem Holzweg?

ich bin auch dafür. können wir uns rausreden indem wir annehmen die kontraindikation für den stiffneck bei clavicula# gilt nur für den patienten der bei bewußtsein ist? :-blush

RS-USER-blacksheep
06.06.2006, 23:10
Hab ich mir auch gedacht aber irgendwie passt da der breitere QRS nicht wirklich dazu. Ist ja egal wie ich aufs herzel schau. Die Dauer der Phasen sollte gleich bleiben.

RS-USER-DerDings
06.06.2006, 23:18
Original geschrieben von blacksheep
Ist ja egal wie ich aufs herzel schau.

muss ja nicht an der ableitung liegen, die veränderung kann auch am herzen selbst stattfinden (und in dem fall, nur einen isolierten komplex betreffend, tipp ich eher auf 2.)... auf druck und lageänderungen reagiert es bei jedem atemzug... wieso genau retrosternale atemluft oder ((un)spezifische?) lageänderung zu nem verbreitertern kammerkomplex führen kann ich auch nicht erklären...

Quisqualat
07.06.2006, 06:43
Contusio cordis? Perikardtamponade?

Ich denke allsowas könnte so ein Herzchen zu einem irgendwie gearteten Blockbild veranlassen...

serial2k
07.06.2006, 09:33
Original geschrieben von DocMezzoMix
Von daher würde ich persönlich sagen Live&Limb before Schlüsselbein.

Wie seht ihr das, oder habt ihr da andere Lehrmeinungen zu. Vielleicht bin ich ja auf dem Holzweg?

Sehe ich genau so. Natürlich muss man es immer vom konkreten Fall abhängig machen, aber im Zweifelsfall Stifnec dran, egal wie das Schlüsselbein aussieht.

Was mich mal interessieren würde ist, was ihr von der am Anfang angesprochenen Entlastungspunktion mit einer orangenen Viggo haltet. Schonmal gemacht, schonmal gesehen? Bringt das überhaupt was? In meiner Literatur steht nämlich, dass eine Punktion mit einer Viggo keine wirksame Entlastung bringt. Stimmt das?

RS-USER-DoktorW
07.06.2006, 12:10
Die Viggo ist bei einem Ventilpneumothorax besser als nichts. Da würde ich auf Literatur pfeifen und mich auf einen Versuch einlassen!

Gesehen habe ich es noch nie, aber ich könnte mir gut vorstellen, dass es funktioniert!

RS-USER-Katja
10.06.2006, 11:57
Ich versuch's ml geordnet:

Ich bin auch bei kaputtem Schlüsselbein bei Sturz über mehrere Meter mit Bäumen zwischendrin für einen Stiffneck. Der liegt ja nicht nur auf der Clavicula und ich seh' das ähnlich wie DMM: Was gegen Schmerz kriegt er eh und mir ist die intakte HWS was wert.

Die Entlastung eines Ventilpneumothorax über eine Viggo ist keine Dauerlösung (weil das Ding abknickt, sich zusetzt, die Lunge dann wieder davorliegt etc.), aber eine suffiziente Entlastung im Notfall. Geht auch viel schneller als eine Drainage (bei mir zumindest). Dazu kommt: ich lege echt ungern Thoraxdrainagen, wenn's nicht sein muß. Draußen ist das alles nicht steril, das ist ein großes Loch, wenn's im Schwall rausblutet ist mir auch nicht geholfen usw. Bodengebunden reicht mir die Viggo u.U. - beim Fliegen geht's halt nicht ohne Drainage.

Die verbreiterten QRS-Komplexe habe ich - da sie sich nach Entlastung zurückbildeten - auf die Veränderung des Rückfluss' des Bluts zum Herzen und die Verlagerung des Herzens geschoben. Richtig ordentlich erklären könnte ich es spontan auch nicht (und ja, wenn ich so drüber nachdenke, ist zumindest die Achsenverlagerung kein Grund), müßte ich mich schlau machen... vielleicht irre ich mich auch und es war nur eine "Verplumpung", ausgemessen habe ich es in der Situation nicht.

Mich würde mal interessieren, wer hier den Tubus primär da unten gelegt hätte?
Ich habe mir das nämlich auch überlegt (ich war's ja nicht, also oben "auf dem Trockenen", der Patient war schon intubiert als wir kamen) - klar, wenn es ihm richtig schlecht geht und er bei dem Geruckel den Hang hoch an einer blöden Stelle noch schlechter wird, da ist TUbus reindrehen auch nicht leichter. Aber wenn er mir am Hang unter Beatmung aus dem Pneu einen hämodynamisch relevanten Spannungspneu baut und ich da im Matsch und Patsch in 15% Steigung eine Drainage einlegen soll (vielmehr dann eher die Entlastungsviggo)... ich weiß nicht. Ich habe es wie gesagt nicht gesehen und kann es nicht wirklich beurteilen, bin mir aber nicht sicher, ob ich es auch so gemacht hätte. Nach den Werten auf dem Protokoll sah es nicht so dramatisch aus.
Hier ist es ja gut gegangen und es ist nichts passiert, in sofern ist es eine theoretische Diskussion :)