Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : der Möllring geht ja mal so gar nicht!
RS-USER-DoktorW
11.06.2006, 18:51
also ich lass mir ja viel gefallen, aber wenn ich das hier lese, dann platzt mir der Kragen :mad:
Möllring: Na nun muss man erst mal sehen, wie und wann die Ärzte streiken. Im Moment streiken sie im Wesentlichen in ihrer Freizeit beziehungsweise bauen Überstunden ab, da der Marburger Bund ja keine Streikkasse hat, wie er selber ja auch jetzt mitgeteilt hat. Und deshalb müssen wir dann mal abwarten. Nun, man soll das auch alles nicht überbewerten. Die Aktionen sind durchaus fantasievoll, das wird durchaus anerkannt. Aber andererseits muss man auch sagen: Einem Anfängerarzt im ersten Jahr, wo er eigentlich der Klinik noch nichts nützt, sondern was lernt, mehr als 3600 Euro im Monat zu zahlen, das ist mehr als jeder als Anfänger bekommt. Kein Akademiker bekommt das, Nicht-Akademiker sowieso nicht. Da müssen sie nun langsam auch mal wieder auf den Teppich kommen.
So nicht, mein lieber Herr Möllring!!
Quelle:Interview (http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/interview/507010/)
RS-USER-Schädelspalter
11.06.2006, 19:21
Als Niedersachse kenne ich unseren Finanzminister Möllring als etwas unflexibel (was z.B. die Umgestaltungen an den Universitäten, Studiengebühren usw. angeht).
Und so ist das "Ergebnis" der Tarifverhandlungen auch nicht erstaunlich - das passiert halt, wenn der Verhandlungsführer der TdL nicht versteht, dass es ausser seiner Meinung noch andere geben könnte...
In dem Interview räumt er aber selber 54-58 Stunden pro Woche ein, und ich komme mir in dieser Zeit auch im ersten Jahr wirklich nicht unnütz vor...
Und wenn man zwischen Möllrings Zeilen liest:
Einem Anfängerarzt im ersten Jahr, wo er eigentlich der Klinik noch nichts nützt, sondern was lernt, mehr als 3600 Euro im Monat zu zahlen... dann heißt das im Umkehrschluß, dass ein Arzt später deutlich mehr wert ist.
Und wenn Herr Möllring das so meint, kann man sich den "tollen" TVÖD ansehen:
1. Viel weniger Gehaltssteigerung im Weiteren Verlauf (verglichen mit BAT)
2. Bei der Tarifgruppe der Oberärzte kaum Steigerungspotential nach Leistung, sondern alle gleich schlecht bezahlt
3. Familienfeindlich, weil die Gehaltssteigerung (Ortszuschlag) bei Heirat und Kindern wegfällt
4. "Ost-Ärzte" sind anscheinend laut Bsirske und Möllring weniger wert als "West-Ärzte"
Ach so, um meine Meinung zu Herrn Möllrings Aussage, im ersten Jahr könne man der Klinik nichts nützen, nochmal deutlich zu machen:
das ist DER GRÖSSTE BULLSHIT EVER !!!!
RS-USER-DoktorW
11.06.2006, 19:23
Wer Herrn Möllring mal ein paar nette Worte mitteilen möchte, so wie ich es eben getan habe, der kann ihm ja mal ne E-Mail schicken:
[email protected]
RS-USER-Katja
11.06.2006, 22:57
Zumal man ja nur im ersten Jahr was lernt (und dann nicht mehr)und die sechs Jahre vorher im Prinzip nur Studibespaßung, aber keine Ausbildung waren.... :mad:
Also, ich kriege Streßpickel wenn ich diesen Typen sehe.
Klar kann man auch im ersten Jahr viel Geld verdienen - wenn man 12 D-Dienste/Monat macht z.B. (wenn das die Klinik mitmacht). Von so Kleinkram wie Familie (wir bösen kinderlosen Akademikerinnen... wie kommt das nur?) und Leben mal ganz ab. Und dank sozialverträglichem Frühableben - die Lebenserwartung eines Chirurgen liegt ja nicht ohne Grund deutlich unterm Bundesdurchschnitt - entlasten wir auch noch die Rentenkasse.
Hübsch finde ich auch die Aussage, daß nicht mehr als 54/58 Wochenstunden zusammenkommen. Korrigiert mich, aber da gab es so ein EU-Urteil, daß auf die 48h-Woche abhob.... :-keule
RS-USER-DoktorW
16.06.2006, 15:00
Jetzt ist auch noch der Montgomery durchgeknallt! (http://www.n24.de/wirtschaft/wirtschaftspolitik/index.php/n2006061615143100002)
Der hat sich doch tatsächlich den verdi Tarifvertrag aufschwätzen lassen. :mad:
Deutschland, es geht bergab! Ich schmiede ab sofort meine Pläne, wie ich nie mehr nach Deutschland zurück muss.
Das kanns ja wohl nicht sein! Große Klappe, und nix dahinter.
Wenn das wahr sein sollte, dann bekomm der MB meine Kündigung.
RS-USER-Schädelspalter
16.06.2006, 21:05
Der Kompromiss sei "praktisch identisch" mit dem Tarifvertrag, den die Länder zuvor mit Verdi für die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder ausgehandelt hatten, sagte der Verhandlungsführer der Länder, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU).
Wenn Möllring das sagt...
Das ist ja kaum zu glauben, dass der Marburger Bund sich das bieten läßt.
Montgomery: „Wir haben vor allem für die jungen Ärzte erhebliche Gehaltszuwächse erreicht.“ Trotzdem sei dem Marburger Bund die Tarifeinigung nicht einfach gefallen. Es sei ein Erfolg, dass das von den Arbeitgebern gestrichene Weihnachts- und Urlaubsgeld wiedergeholt werden konnte. Zudem werde die bereits einseitig hochgesetzte Arbeitszeit nun auch entsprechend vergütet. Als weiteren Erfolg wertete Montgomery eine verbesserte Bezahlung der Bereitschaftsdienste, die an Feiertagen mit einem Zuschlag von 25 Prozent vergütet werden. Auch bei der Rufbereitschaft gebe es vernünftige Regelungen im Sinne der Ärztinnen und Ärzte.
Scheint ja Ansichtssache zu sein. Ich warte mal lieber mit einem Urteil, bis Details bekannt sind.
Ein arztspezifischer Tarifvertrag ist m.E. zumindest erstmal etwas, worauf man aufbauen kann (bzw. etwas, das man ohne verdi ausbauen kann)
RS-USER-DoktorW
16.06.2006, 21:13
Arztspezifisch vielleicht schon. Mir fehlen aber noch die Vorteile in dieser Geschichte, und die sind gering, dafür dass Herr Montgomery so rumgetönt hat!
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