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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schulter Luxation



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Con
31.08.2006, 23:37
Ich hab vor geraumer Zeit, 97 oder 98, in der RD - Zeitschrift aus dem Stumpf und Kossendey - Verlag mal nen Artikel über die präklinische Versorgung von Luxationen gelesen. In meiner Erinnerung haben die bei der Indikation zur Reposition eher zur Zurückhaltung geraten, es sei denn es gibt Probleme bei Durchblutung und / oder Sensibilität. AAAAAAAAAAAber Cave, lang, lang ist´s her.

Meiner Ansicht nach spricht aber nix dagegen den Patienten anständig analgesiert in die Klinik zu bringen und vom Chirurgen / Orthopäden reponieren zu lassen. Wie bereits erwähnt, wer garantiert das da nicht eben doch eine Fraktur oder eine Bänderverletzung oder Gefäßverletzung mit dabei ist.

Con
11.09.2006, 20:51
Hab´die Tage mal mit einem unserer Trauma / Ortho - Oberärzte gesprochen. Der ist selbst als NA tätig und meint das nicht - Traumatologen/Orthopäden bei traumatischen Schulterluxationen lieber nicht reponieren sollten, es sei denn es gibt erhebliche neurologische Defizite.

saddamski
11.09.2006, 21:33
Ab wann fangen denn erhebliche, neurologische Difizite an?

Bei der Reponierung scheint es ja große Risiken zu geben.
Wo liegen die denn genau? Nerven, Gefäße, Gelenkkapsel schädigen?

Uns wurde in der Ausbildung nur gesagt dass wir selber niemals reponieren sollten. Mehr wurde leider nicht darüber gesprochen, fände es aber ganz interessant was darüber zu wissen.

RS-USER-Bärentöter
11.09.2006, 21:41
für den Notarzt gilt: Finger, Sprunggelenk... Versuch ist es wert... alles andere hat Zeit bis zur Klinik!

Engelchen1980
11.09.2006, 21:50
Ich bin der Meinung selber bei neurologischen Ausfällen sollten wir im Rettungsdienst nicht reponieren, denn sind wir mal ehrlich, wie lange brauchen wir bis in KH???? Dort kann das ein Facharzt unter den richtigen Gegebenheiten erledigen...
Fixierung und ab ins KH die Meinung haben auch meine Chefs..... (Chirurgen, NA) Ich selber möchte auch nicht umbedings ohne was gegen die Schmerzen zu bekommen reponiert werden. Wenn das reponieren eines Digitus schon weh tut und das heftigst... möchte ich das AC Gelenk nicht ohne Gasmann reponiert bekommen...

RS-USER-DerDings
11.09.2006, 23:41
Original geschrieben von Bärentöter
für den Notarzt gilt: Finger, Sprunggelenk... Versuch ist es wert... alles andere hat Zeit bis zur Klinik!

patella? da hab ich NAs bislang nur wie folgt erlebt:
"hey, wie ist das denn passiert?" *ablenk*

dann ein griff, ein schrei und die sache ist erledigt...

RS-USER-Bärentöter
12.09.2006, 10:54
zur Klarstellung: obige Liste gilt für mich. Wer mehr chirurgische Erfahrung hat, soll mehr machen.
Ich hab mal einen beherzten RA erlebt, der eine Schulter reponiert hat. Kam in der Klinik nach dem Röntgen nicht so gut an...

RS-USER-Katja
12.09.2006, 13:07
Was habe ich reponiert: Patella (und unter Kurznarkose, ich bin ja kein Schwein :D), mehrere.
Traumatische Schulterluxation gar nicht, ob der Knochen mit kaputt ist, kann ich ohne Röntgen nicht sagen und wer weiß, wo der mir dann hinpiekt und was noch kaputt geht. Habituelle Luxation einmal, weil die Patientin sagte, sie macht das immer selbst (hat sie auch) und würde dafür nie den RD rufen :o nur der Bekannte war schneller am Telefon. Ansonsten ist so ein ausgeleiherter Bandapparat natürlich auch anfällig für Rupturen und ich will's hinterher nicht gewesen sein.

Wenn sonst was richtig kaputt ist wird es natürlich "achsengerecht reponiert" und geschient, aber das war hier ja nicht die Frage ;)

Die Schulterluxation bei menschlichem Näherkommen ist gar nicht unhäufig, man sollte nur den freundlichen und naiven Praktikanten bremsen, bevor er in offensichtlicher Situation fragt : "Wobei ist das denn passiert?" und nach getuschelter Aufklärung laut "was meinst Du mit Coitus interruptus?" :o :D :eek:

RS-USER-Bärentöter
12.09.2006, 13:38
Original geschrieben von Katja

Die Schulterluxation bei menschlichem Näherkommen ist gar nicht unhäufig,

das war mir neu... ich würde mir da eher die Hüfte luxieren mit meiner HD I°

leuchtreklamefahrer
12.09.2006, 14:41
Original geschrieben von Katja

Die Schulterluxation bei menschlichem Näherkommen ist gar nicht unhäufig, man sollte nur den freundlichen und naiven Praktikanten bremsen, bevor er in offensichtlicher Situation fragt : "Wobei ist das denn passiert?" und nach getuschelter Aufklärung laut "was meinst Du mit Coitus interruptus?" :o :D :eek:

Das musst du näher erklären:D

DerBlinde
12.09.2006, 17:37
Original geschrieben von krumel
...Sagen wir es mal so: Ich habe es mal gelernt wie man es macht, habe in der Klinik (gut, ich war in ner orthopädischen Klinik...*G*) das Glück gehabt, sehr oft assistieren zu können und auch zwei Stück selber unter Anleitung/Aufsicht durchzuführen....
Ich behaupte, dass ich es bei normalen Bedingungen mit einer 50% 50% chance wieder hin kriege... ...

Es ist doch immer die selbe Leier....:rolleyes:
Unzählige Threads in denen manche letztendlich bei dem Thema landen.
Ja, ich habe auch schon mehrere Hüft-TEPs in meinem Leben gesehen. Und ja, ich bin sicher einer derjenigen mit der meisten chirurgischen Erfahrung hier. Ich würde dennoch NIE eine TEP selber machen!

Es geht doch nicht darum was man kann oder meint zu können. Es geht darum, wofür man auch die VOLLE Verantwortung übernehmen kann! Und die kann ein RA für eine mißhandelte Schulter nicht!
Und wenn der Herr auch in tausend orthopädischen Kliniken das gesamte Spektrum leisten durfte. In der damaligen Situation hat der begleitende Arzt die Verantwortung übernommen (von mir aus, weil er der Ansicht war, das geht so in Ordnung, weil krumel das gut macht. Kann ich jetzt so auf die Ferne nicht beurteilen).
Aber eines ist doch klar. Das ist keine Behandlungsmethode auf weiter Flur und dem Fronteinsatz draussen.
ICH will nicht so behandelt werden, sollte ich in die Situation kommen. Egal ob ich wach bin und protestieren kann oder analgosediert. Und ich will auch nicht, daß von meiner Familie jemand so an-therapiert wird!
Da geht mir echt der Hut hoch...
Zudem kann ich mir nicht vorstellen, daß krumel selber so behandelt werden möchte. Oder etwa doch?
Gerade im RD verlieren meiner Ansicht nach manche Zeitgenossen den Bezug zur Realität und sollten sich das gute alte Sprichwort etwas öfter zu Herzen nehmen:
"Was Du nicht willst was man Dir tu, das füg auch Keinem ander'n zu!"
(Oder gerne öquivalent: Nihil nocere!)

Katja hat es vielleicht etwas angenehmer ausgedrückt als ich, aber dafür ist sie auch Anästhesistin. Doch wir sind gleicher Ansicht.

Gruß