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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Suizidversuch..."



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RS-USER-Phil
24.09.2006, 13:45
Und schon wieder die Schraube ... :D
Eine Thoraxdrainage nach Bülau sollte man (oder besser: Der NA :D) in Erwägung ziehen (V.a. Hämatothorax).

RS-USER-Katja
24.09.2006, 17:50
Okay, Doc kommt und würde gern intubieren und auch eine Thoraxdrainage legen (Frage: Erwartet Ihr hier einen Spannungspneu?).
Patient fängt auch an bewußtseinsmäßig deutlich zu schwächeln, Narkoseeinleitung mit Eto, FEnty und Succy problemlos.
Nebenbei Absprache mit LEitstelle wegen Hubschrauber und Transport in ein entsprechendes Zentrum angeleiert (ahhh es ist Freitag und die Klinik in Nordhessen ist mal wieder nicht aufnahmebereit... komisch immer Freitags :o )
Aus der gelegten Thoraxdrainage kommt Blut, aber weniger als befürchtet (200ml), aber der Bauch sieht irgendwie auch dicker aus als vorhin :(
Frequenz um 160, unter Volumen und der HyperHAES ganz langsam fallend. Erste Druck nach Narkoseeinleitung nicht meßbar, jetzt immerhin schon wieder 70/50.
Wie war das nochmal mit der permissiven Hypotonie....

RS-USER-Phil
24.09.2006, 18:18
Original geschrieben von Katja
Okay, Doc kommt und würde gern intubieren und auch eine Thoraxdrainage legen (Frage: Erwartet Ihr hier einen Spannungspneu?).

Der Pat ist intubiert und beatmet nach einem Thoraxtrauma - Die Chance ist somit aus meiner Sicht groß, dass der Beatmungsdruck durchaus einen Spannungspneumothorax mit sich bringt.


Original geschrieben von Katja

Aus der gelegten Thoraxdrainage kommt Blut, aber weniger als befürchtet (200ml), aber der Bauch sieht irgendwie auch dicker aus als vorhin :(

Abdomen weich?
Leisten- und Extremitätenpulse tastbar?


Original geschrieben von Katja

Frequenz um 160, unter Volumen und der HyperHAES ganz langsam fallend. Erste Druck nach Narkoseeinleitung nicht meßbar, jetzt immerhin schon wieder 70/50.
Wie war das nochmal mit der permissiven Hypotonie....

Ziel: Systolischen Druck nicht unter 80 fallen zu lassen.

RS-USER-Katja
24.09.2006, 18:29
Original geschrieben von Phil
Der Pat ist intubiert und beatmet nach einem Thoraxtrauma - Die Chance ist somit aus meiner Sicht groß, dass der Beatmungsdruck durchaus einen Spannungspneumothorax mit sich bringt.
Naja, der Thorax IST ja nach außen offen ;) Da ist ein Loch vom Schrotgewehr drin...



Abdomen weich?
Leisten- und Extremitätenpulse tastbar?
Abdomen ist weich, aber umfangreich.
LEistenpulse schwach, Extremitätenpulse eher nicht tastbar.


Ziel: Systolischen Druck nicht unter 80 fallen zu lassen.
Also die HyperHAES plus Volumen - ggf. Katecholamine. Noch ein Zugang?

RS-USER-Phil
24.09.2006, 18:42
Original geschrieben von Katja
Naja, der Thorax IST ja nach außen offen ;) Da ist ein Loch vom Schrotgewehr drin...

Ich meine ja auch eher die andere Seite - Wer weiß was da noch so ist; wer Läuse hat, kann auch noch Flöhe haben. ;) Liegend vorgefunden; der wird nach dem Schuß gefallen sein.


Original geschrieben von Katja

Abdomen ist weich, aber umfangreich.
LEistenpulse schwach, Extremitätenpulse eher nicht tastbar.

Klar; zentralisiert.
haben wir ein Sono für das Abdomen? :D Was sagt die Auskultation, Perkussion und Palpation des Abdomens?


Original geschrieben von Katja

Also die HyperHAES plus Volumen - ggf. Katecholamine. Noch ein Zugang?

gerne. :)

RS-USER-Katja
24.09.2006, 18:49
Original geschrieben von Phil
Ich meine ja auch eher die andere Seite - Wer weiß was da noch so ist; wer Läuse hat, kann auch noch Flöhe haben. ;) Liegend vorgefunden; der wird nach dem Schuß gefallen sein.
Er hat sich links in den Thorax geschossen - da lege ich rechts keine Drainage, auch wenn Du bittebitte machst :D
Da ist ja noch ein Herz zwischen linker und rechter Thoraxhälfte, und wenn er das getroffen hätte bzw. durchgeschossen hätte, hätten wir uns das ganze Theater sparen können ;)



haben wir ein Sono für das Abdomen? :D Was sagt die Auskultation, Perkussion und Palpation des Abdomens?

Wenn der Hubi da ist, haben wir auch ein Sono :) (so in nochmal 5min).
Abdomen ist weich, keine DG, luftüberlagert.

RS-USER-blacksheep
25.09.2006, 00:52
Wie schauts aus? Stabilisiert er sich unter Katecholaminen?
Mit dem Schrot kann er sich durchaus das Peritoneum (würde die Luft im Abdomen erklären) oder auch ein größeres venöses Gefäß (würde erklären wieso er so kreislaufinstabil ist) durchlöchert haben. Ohne Sono schwer zu sagen was sich da im Bauch abspielt. Versuchen Patienten mit Volumen und Medis transportfähig zu machen. Schade das es keine fahrende Blutbank gibt :)

RS-USER-blacksheep
25.09.2006, 00:54
-> Ich war ein Klick auf den falschen Button <-

RS-USER-Katja
25.09.2006, 07:48
Er läßt sich unter Volumen bei einem 55er MAP halten, bis dato ohne Katecholamine.
Hubi kommt, PAtient wird angeschaut und umgekabelt für Transport.
Das Sono bringt bei der Luftüberlagerung leider wenig (zumindest in den oberen Abschnitten - der Douglasraum läßt sich gut darstellen, dort keine FF), aber der Verdacht, daß die Schußrichtung eher nach unten als nach oben ging, ist nicht von der Hand zu weisen.

Patient wird eingeladen und in eine geeignete Klinik überführt. Auf dem Transport läßt er sich trotz laufendem Volumen nur mit Katecholamingabe stabil halten.
Vom SchockOP geht's unter Blutsubstitution mit 0-negativen EKs (erster Hb nach 5EKs immerhin 6,8) gleich weiter in einen OP mit HLM (die linke Lunge ist ein Trümmerfeld, in das es blutet, eine Perkardtamponade - ein Schrotkügelchen war wohl doch auf Abwegen ans Herz gekommen - macht's nicht besser). Den Anschluß an die HLM hat der Patient noch überstanden, die dafür notwendige Heparinisierung hat dann aber doch dazu geführt, daß er aus dem ebenfalls schrotgespickten Pankreas und Magen schlicht ausgelaufen ist. Der Zwei-Höhlen-Eingriff fiel damit aus.

Aus Sicht des Patienten sozusagen ein erfolgreicher Suizidversuch, wenn auch mit Unterbrechungen... Und ein Beweis dafür, daß ein Mensch erstaunlich lange mit sowas überleben kann (im wirklichen Leben hat die Rettungskette mittels Buschtrommeln ab Schuß geschätzt 2,5h gedauert!!!).

Merke: Normales Schrot aus normalen Flinten eignet sich nicht zum Suizid, außer man ist Masochist. :eek:

RS-USER-Bärentöter
25.09.2006, 07:51
Original geschrieben von Katja
Merke: Normales Schrot aus normalen Flinten eignet sich nicht zum Suizid, außer man ist Masochist.

stimmt nicht ganz! Hab' mal einen gesehen, der sich alles oberhalb der Schulter mit einem Schrotgewehr entfernt hat. Warum da noch der Notarzt gerufen wurde?

RS-USER-Katja
25.09.2006, 07:59
Oder hatte der die orginal abgesägte Pumpgun? :-p Mit Hasenschrot kommt man nicht so weit....

RS-USER-Bärentöter
25.09.2006, 08:07
so gut kenne ich mich mit Waffen nicht aus. Laut Polizei war es ein Schrotgewehr...
War ein älterer Mann, nicht jemand, bei dem man eine Pumpgun vermuten würde.

Con
25.09.2006, 09:07
Kommt auf den Schrot und die Treibladung an, viele Jäger machen sich ihre Munition selbst.

RS-USER-Katja
25.09.2006, 12:32
Es war übrigens wirklich keine Austrittswunde zu sehen, alle Kügelchen sind im Körper verblieben. Man kann sich also auch erschießen, wenn man Kopf und Herz verfehlt (man sollte von einem Jäger ja eigentlich erwarten, daß er weiß, wo's Herz ist?).
Die kinetische Energie des Schusses verteilt sich beim Schrot ja auf viele kleine Teile - das ist wie mit den Piranhas, einer ist nicht schlimm, aber im Schwarm sind sie gefährlich ;)

Im Prinzip sind wir hier mangels Übung nicht gut im Umgang mit solchen Verletzungen. Aus Johannisburg oder NEw York weiß ich, daß da im SchockOP kurz differenziert wird - abdominelle Schußverletzung -> laterale Thorakotomie -> Klemme auf Aorta, weiter in OP oder eben zentrale Schußverletzung -> mediane Thorakotomie -> Loch stopfen (Finger...) und weiter in OP schieben. Und dann macht's die Routine in der weiteren Versorung von Schußwunden; alles, was man oft tut, kann man eben besser. Aber die Gegend hier ist keine Hochburg des bewaffneten Raubüberfalls oder der Bandenkriege, so daß es in der Versorgung einfach an Routine mangelt. Wobei ich nicht glaube, daß er anderswo dieses Verletzungsmuster gut überlebt hätte, erst recht nicht mit der Vorlaufzeit (so ohne Magen, mit einem Lungenflügel und ohne Pankreas ist auch kein schönes Leben).

Ob er denn nun tatsächlich an Krebs erkrankt war oder ob das eine fixe Idee war, ließ sich übrigens nicht rauskriegen.

Con
25.09.2006, 16:07
Original geschrieben von Katja
...(man sollte von einem Jäger ja eigentlich erwarten, daß er weiß, wo's Herz ist?).
...

Von einem Jäger sollte man ja auch erwarten, das er einen großen Hund von einem Wolf unterscheiden kann.

Aber Spaß beiseite, hat der die Wumme ( in Niedersachsen würde ich auf einen Drilling tippen ) vor seinen Thx gehalten und abgedrückt? Wie lang sind denn seine Arme? So ein Flintenlauf kann schon seine 85 - 90 cm lang sein. Mit ner Langwaffe erschießt man sich eigentlich anders.

Bei Schrot erwarte ich auch keine Austrittwunde.

RS-USER-Katja
25.09.2006, 17:35
Original geschrieben von Con

Aber Spaß beiseite, hat der die Wumme ( in Niedersachsen würde ich auf einen Drilling tippen ) vor seinen Thx gehalten und abgedrückt? Wie lang sind denn seine Arme? So ein Flintenlauf kann schon seine 85 - 90 cm lang sein. Mit ner Langwaffe erschießt man sich eigentlich anders.
Frag mich nicht so schwierige Sachen, die Waffe hatte a) die Polizei und b) hat sich das Ding mein freundlicher RA angeguckt, der ist Jäger und versteht da was von (ich hatte einen Pat. im RTW, da wollte ich nicht weg - wir waren ja nur sekundär da).


Bei Schrot erwarte ich auch keine Austrittwunde.
Erwartet habe ich das auch nicht, ich wollte nur nochmal darauf hinweisen, weil initial ja wer wegen Austrittswunde gefragt hatte. Aber ganz viele kleine Punkte unter der Haut. Vorn und an der Seite. Sah auch mal interessant aus...