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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Garstige Patienten



Henk from Hell
24.09.2006, 17:49
Ich kanns kaum glauben, aber ich habe tatsächlich die Patientin aus Pflegehölle getroffen!

Vom Krankheitsbild eher unscheinbar (Z.n. Apoplex, Hemiparese links, art. Hypertonie) hat diese Patientin geschafft, was ich nie für möglich gehalten habe: die Examinierten durch ihr Verhalten so nachhaltig geschockt, dass sie nicht mehr wussten, wie sie dieser Frau professionell begegnen sollten!
Die Dame, die gezählte neun (!) Pflegessalben und -Öle ihr eigen nennt und uns zu deren Anwendung zwingt ist nicht nur offen rassistisch in einem Ausmaß, dass ich so noch nie erlebt habe, sie ist auch so verdammt dreist! Während der Pflege äußert sie regelmäßig Dinge wie "Ihre bisherigen Patienten sitzen wahrscheinlich mittlerweile alle im Rollstuhl" , "Ihnen sieht man doch an, dass sie nichts von Körperpflege verstehen!" , "Sie sind ja selten dumm!" , "Man sollte sie hier raustreten" und "Das schlimmste ist, dass sie dafür auch noch Geld kriegen!". Außerdem belügt sie uns bei jeder sich bietenden Gelegenheit und versucht uns und die Verwaltung gegeneinander auszuspielen!

Wie soll ich mich einer noch relativ jungen und geistig klaren Patientin gegenüber verhalten, die den Leuten, auf deren Hilfe sie angewiesen ist, derart gegenübertritt?!?! Da ich persönlich diese Person schon aus meinem Einsatz in der häuslichen Pflege kannte, hab ich einfach zurückgestänkert, was auch hilft, aber das kann doch nicht das Wahre sein!

Wie zum Henker begegnet man so einer Person?!?!?

RS-USER-Katja
24.09.2006, 18:37
Ich würde sagen, man holt sich mal externe Hilfe in Form eines Psychiaters, damit mal geklärt wird, was dahinter steckt - ob das krankhaft ist oder ob die Dame einfach nur ihre Abneigung gegen alles an Euch ausläßt.
Wenn das geklärt ist, kann man weitersehen - und sollte ein gemeinschaftliches Konzept für's Herangehen an sie auf die BEine stellen, denn wenn sie das mutwillig tut, wird sie sich sonst die schwächsten Glieder der Kette rauspicken und die systematisch fertig machen.

(und ich würde, wenn sie sonst so manipulativ ist, auf das Schlimmste gefaßt sein, als Mann NIE allein in ihr Zimmer gehen, sonst kriegste noch was angehängt... und auch sonst immer auf einen Zeugen achten)

Rettungszwergin
24.09.2006, 20:21
Puuuuuuh, klingt ja unangenehm.

Solche Leute haben meistens die Eigenschaft, dass sie auf Ärzte sehr wohl hören. Vielleicht ist von dieser Seite Hilfe zu erwarten. Ansonsten würde ich den Chef bitten, mit ihr ein sehr ernsthaftes Gespräch zu führen. Also Pflegediensteitung, oder so. Einfach die Frage stellen, sie habe ein Problem mit ihren Pflegekräften, ob sie diese benennen könne. Und ich würde immer zu zweit bei ihr sein, egal ob männlich oder weiblich.

Du begegnest ihr im ambulanten Pflegedienst? Oder in einer Klinik, das habe ich nicht so genau rauslesen können.

Berichte verfassen und an den Chef weitergeben, sodass Missverständnisse nicht auftreten können. Sonst bist du nachher der Dumme.

Hörbird
24.09.2006, 20:52
Hi,

Die Ursache ihres Benehmens hängt bestimmt mit ihren Erkrankungen zusammen. Ob nun ein Psychosyndrom dahinter steckt, scvhon vorher eine psych. Erkrankung wie Borderline da war oder es einfach aus Mißmut über ihre Lage ist - das weiß wirklich nur der Facharzt. Aber ich möchte eigentlich nicht gleich jedem ein Syndrom anhängen. Die Tatsache, das sie sich noch mit ihren Pflegesalben pflegen lassen will, klingt auch nach einem guten Selbstbewusstsein. Und soetwas haben viele Pat. in ihrer Lage nicht mehr!

Oft genug hilft ein klares und deutliches Wort der betreffenden Pat. gegenüber. Habt Ihr deutlich gesagt, wie sie sich Euch gegenüber verhält?

Wenn das nicht hilft, wäre doch mal ein Blick in den Krankenhaus-Behandlungs-Vertrag hilfreich.
Habe selber schon erlebt, das man eine Pat. deswegen verlegt hatte. Gut, in dem Fall, war die Angehörige der Grund - aber tatsächlich wurde die Pat. ins andere KKH verlegt und die Angehörige bekam Hausverbot!

Gruß
HörBird

Henk from Hell
24.09.2006, 23:27
Danke für die Antworten!

Dzu nur folgendes: Die Pat. ist in der Klinik, in der ich momentan arbeite NICHT regulär stationär aufgenommen, d.h. die Ärzte dürfen sich nicht einmischen (Die Pat ist aus einer anderen Stiftungsinternen Einrichtung zu uns ausgelagert worden).
So schön es also für den Pflegedienst ist, mal ne Patientin ganz für uns allein zu haben, wir haben keine studierte Unterstützung, es sei denn, die Patientin wird zum Notfall medizinischer Art...

Dokumentiert ist das auch alles (ich tipp die morgen ma anonymisiert ab, ist echt faszinierend....) hilft uns aber wenig, da der Pflegedienstleiter nicht im Haus ist (wer Krawatte trät, hat am Wochenende frei...).

Und da die Ärzte nicht in den Fall einbezogen werden dürfen und der Hausarzt nicht erreichbar ist (Wählen sie die ########## und verabschieden sie sich von allen Aufgaben für den Rest des Tages!) kriegen wir kein psychiatrisches Konsil unterschrieben.

Da laut Sozialanamnese die Pat. schon VOR dem Apoplex alle sozialen Kontakte zu Freunden und Familie aufgrund ihrer liebenswerten Art verloren hat ("als mein Mann gestorben ist, gab es für die keinen Grund mehr, mich zu besuchen" {!!!!!!!}) gehen wir mal davon aus, dass dieser Zustand nicht nur Krankheitsbedingt ist......

Bleibt nur, auf baldige Rückverlegung zu hoffen. :(

RS-USER-Küchenhexe
24.09.2006, 23:34
Ja nu, das klingt nach einem richtigen Kotzbrocken!
Ein bißchen Erfahrung habe ich mit solchen Leuten auch schon sammeln dürfen. Leider sind/waren einige dieser Personen mit mir verwandt...sprich: ich konnte nicht kündigen oder auf Nimmerwiedersehen verschwinden, dann wären andere (meist wehrlosere) Verwandte an der Reihe gewesen. Und meine Gutmütigkeit holt mich halt immer wieder ein...
Oft ist so eine Stänkerei eine Methode, Dampf / Frust / Depressionen usw. abzulassen. Dann könnte es helfen, einfach mal klarzustellen, daß hier die falschen Leute getroffen werden: nämlich ausgerechnet die, die wirklich versuchen, die Situation zu ändern! Der Frust trifft Euch dann primär, weil manche Leute sich einfach wünschen, nicht so von Euch abhängig zu sein. Das ist ihnen nicht nur peinlich - Euer Anblick erinnert sie auch ziemlich nachdrücklich daran, wie hilflos sie gerade sind. Ihr kriegt halt alles ab, was sie gerne ihrem Schicksal / dem lieben Gott / ihrem Körper, der sie schnöde verraten hat usw. an den Kopf werfen wollen.
Ein weiterer Faktor kann der ganze Bereich Respekt / Kompetenz / Durchsetzungsvermögen sein. Manche Leute werden Euch nicht respektieren, wenn ihr nicht bewiesen habt, daß Ihr Euch nicht als Fußabtreter mißbrauchen laßt. Und wenn Ihr kein Durchsetzungsvermögen habt, dann seid Ihr bestimmt unsicher und inkompetent; denn sonst würdet Ihr Eure Meinung ja verteidigen... oder etwa nicht?
Da gibt es noch so viel mehr, das da reinspielt! Drei Faustregeln zum Schluß:

1.: Im Alter nimmt alles ab; nur Geiz und Starrsinn nehmen zu!
2.: Lächeln ist die eleganteste Art, dem Gegner die Zähne zu zeigen. Wenn man konsequent lächelt und alle Bosheiten von sich abperlen läßt, ist das die sicherste Methode, den entsprechenden Patienten bis kurz vor den Schlaganfall hin aufzuregen...
3. Versuche, alle Kommentare der Patientin noch weiter zu überspitzen bzw. sie "völlig ernst zu nehmen" und mit entsprechenden belegbaren Fällen im Rahmen des Datenschutzes zu kontern (Bsp.: "Ihre bisherigen Patienten sitzen wahrscheinlich alle im Rollstuhl!" "Nein; einige sind auch tot. Das tut mir natürlich leid, aber das Krankheitsbild war einfach zu schwer.") És schadet nie, einen Zeugen zu haben, der die Fakten nennen kann! Wenn behauptet wirde, Ihr hättet Drohungen ausgesprochen, wird ein Zeuge so richtig wichtig...

Rmi_RS
25.09.2006, 07:09
Hallo,

@Henk from Hell
Du gibst dir die Antowort bereits selber!
Sie steht in deiner Signatur :grins: :grins:

nein, nein... späßchen...

sprich doch mal ein machtwort... einfach mal etwas lauter werden dann klappt das schon ;)

Con
25.09.2006, 09:31
Ganz wichtig ist das Ihr alles noch exakter als sonst Dokumentiert und eine noch bessere Übergabe als sonst macht. Wenn die Euch wirklich untereinander ausspielen will, hat sie so kaum noch eine Chance. Gibts Lücken in der Doku, ist Dein Team nicht geschlossen hat sie beste Chancen ihr Ziel zu erreichen.
Zu den Beschimpfungen: gar nicht erst drauf eingehen. Ich hab bei solchen Leuten festgestellt, das die ganz schnell die Klappe halten, wenn man auf keinste Weise auf deren Provokation eingeht.

Und auch Dir sei gesagt: Die ist den ganzen Tag in der Klinik, Du kannst irgendwann nach Hause gehen.

LiebeGrisumaus
26.09.2006, 10:28
Da bin ich ja froh, dass ich noch keinen solchen Patienten hatte! :eek:
Es gibt zwar immer wieder unkooperative und sture Patienten (zu letzterer Spezies gehöre ich auch :D ), aber das ist echt krass!
Wie schon von anderen Usern erwähnt sollte diese Dame echt mal bei einem Psychiater vorstellig werden!