RS-USER-Schädelspalter
12.10.2006, 09:09
Original geschrieben von Bärentöter Benigne Krebserkrankungen gibt es nicht, allenfalls semimaligne.
Tumorerkrankungen sind entweder gutartig oder bösartig; bösartige werden allgemein als "Krebs" bezeichnet.
Kennzeichen bösartiger Tumoren ist ein invasives Wachstum und die Fähigkeit, Absiedlungen an anderer Stelle zu bilden (Metastasen).
Weil das Basaliom (aktuelle korrekte Bezeichnung: "Basalzell-Karzinom") zwar invasiv und destruierend wächst, aber keine Metastasen bildet, nannte man es früher "semi-maligne". Die Bezeichnung klingt nach "ein bisschen schwanger" und ist deshalb umstritten. Das läßt sich auch an der Bezeichnung "Basalzellkarzinom" sehen, Karzinome sind immer bösartige Tumore. Außerdem gibt es eine Unterform des Basalioms / Basalzellkarzinoms, bei dem zumindest einige Fälle beschrieben sind, in denen es auch metastasiert ist.
Maligne / Benigne bezieht sich übrigens auf die Tumorbiologie. Aber auch ein zellulär gutartiger Tumor kann sich klinisch bösartig verhalten (z.B. ein Fibrom, das den Hirnstamm einklemmt...)
In der Frage von E.E.Gal ging es aber um "Krebs im Endstadium", also sicher maligne Erkrankungen.
Im Allgemeinen (wobei es da keine allgemein verbindlichen Regeln gibt) spricht man vom "Frühstadium", wenn eine Chance auf Heilung mit relativ wenig Aufwand besteht (endoskopische Abtragung, OP,...).
Auch in "fortgeschritteneneren Stadien" bestehen manchmal Heilungschancen (bei wenigen bestimmten Erkrankungen) oder die Krankheit läßt sich etwas aufhalten (ohne Heilungsaussicht).
Wann man von "Endstadium" spricht, ist ebenfalls nicht eindeutig festgelegt. Bevor man den Begriff verwendet, sollte klar sein, dass eine Therapie des Tumorleidens selbst nicht mehr möglich ist - weder zur palliativen Reduktion der Tumorkomplikationen, noch zur Verzögerung des Fortschreitens der Krankheit. Das ist meist nach mehreren Chemotherapien, bei resistenten Tumorarten oder bei insgesamt nicht therapiefähigen Personen der Fall. Dann bleibt "nur" noch eine symptomatische Therapie, wobei ich es schon oft gesehen habe, dass es Patienten nach Einstellung der Chemotherapie durch Wegfall der Therapienebenwirkungen bis zu ihrem Tod besser ging als unter den Therapieversuchen (meist war es aber umgekehrt).
Befindet sich ein Mensch mit einem langsam wachsenden, unter allen Therapien fortschreitenden, metastasierten Tumor und einer Lebenserwartung von einigen Monaten im "Endstadium"? Ich weiß nicht recht...
Jedenfalls finde ich es ehrlich, "das Kind beim Namen zu nennen" - ich würde es sehr bedauern, wenn der Patient seine Lage falsch einschätzt und er so um die Gelegenheit gebracht wird, rechzeitig seine Angelegenheiten zu erledigen.
Ich würde solche Begriffe wie "Kiste bestellen", "in eine Einzimmerwohnung mit Klappdeckel umziehen", "Besuch nur noch mit der Gießkanne bekommen", "aufs Aufgefressen werden warten" selber nicht benutzen, habe sie als Reaktion auf die Aufklärung aber schon zu hören bekommen. Da schwingt oft Wut und Entsetzen mit (s. Kübler-Ross), zeigt aber wenigstens, dass die Nachricht angekommen ist. Allen anderen außer den Betroffenen steht ein soches Vokabular m.E. nicht zu.
Meine Meinung. :peace:
Tumorerkrankungen sind entweder gutartig oder bösartig; bösartige werden allgemein als "Krebs" bezeichnet.
Kennzeichen bösartiger Tumoren ist ein invasives Wachstum und die Fähigkeit, Absiedlungen an anderer Stelle zu bilden (Metastasen).
Weil das Basaliom (aktuelle korrekte Bezeichnung: "Basalzell-Karzinom") zwar invasiv und destruierend wächst, aber keine Metastasen bildet, nannte man es früher "semi-maligne". Die Bezeichnung klingt nach "ein bisschen schwanger" und ist deshalb umstritten. Das läßt sich auch an der Bezeichnung "Basalzellkarzinom" sehen, Karzinome sind immer bösartige Tumore. Außerdem gibt es eine Unterform des Basalioms / Basalzellkarzinoms, bei dem zumindest einige Fälle beschrieben sind, in denen es auch metastasiert ist.
Maligne / Benigne bezieht sich übrigens auf die Tumorbiologie. Aber auch ein zellulär gutartiger Tumor kann sich klinisch bösartig verhalten (z.B. ein Fibrom, das den Hirnstamm einklemmt...)
In der Frage von E.E.Gal ging es aber um "Krebs im Endstadium", also sicher maligne Erkrankungen.
Im Allgemeinen (wobei es da keine allgemein verbindlichen Regeln gibt) spricht man vom "Frühstadium", wenn eine Chance auf Heilung mit relativ wenig Aufwand besteht (endoskopische Abtragung, OP,...).
Auch in "fortgeschritteneneren Stadien" bestehen manchmal Heilungschancen (bei wenigen bestimmten Erkrankungen) oder die Krankheit läßt sich etwas aufhalten (ohne Heilungsaussicht).
Wann man von "Endstadium" spricht, ist ebenfalls nicht eindeutig festgelegt. Bevor man den Begriff verwendet, sollte klar sein, dass eine Therapie des Tumorleidens selbst nicht mehr möglich ist - weder zur palliativen Reduktion der Tumorkomplikationen, noch zur Verzögerung des Fortschreitens der Krankheit. Das ist meist nach mehreren Chemotherapien, bei resistenten Tumorarten oder bei insgesamt nicht therapiefähigen Personen der Fall. Dann bleibt "nur" noch eine symptomatische Therapie, wobei ich es schon oft gesehen habe, dass es Patienten nach Einstellung der Chemotherapie durch Wegfall der Therapienebenwirkungen bis zu ihrem Tod besser ging als unter den Therapieversuchen (meist war es aber umgekehrt).
Befindet sich ein Mensch mit einem langsam wachsenden, unter allen Therapien fortschreitenden, metastasierten Tumor und einer Lebenserwartung von einigen Monaten im "Endstadium"? Ich weiß nicht recht...
Jedenfalls finde ich es ehrlich, "das Kind beim Namen zu nennen" - ich würde es sehr bedauern, wenn der Patient seine Lage falsch einschätzt und er so um die Gelegenheit gebracht wird, rechzeitig seine Angelegenheiten zu erledigen.
Ich würde solche Begriffe wie "Kiste bestellen", "in eine Einzimmerwohnung mit Klappdeckel umziehen", "Besuch nur noch mit der Gießkanne bekommen", "aufs Aufgefressen werden warten" selber nicht benutzen, habe sie als Reaktion auf die Aufklärung aber schon zu hören bekommen. Da schwingt oft Wut und Entsetzen mit (s. Kübler-Ross), zeigt aber wenigstens, dass die Nachricht angekommen ist. Allen anderen außer den Betroffenen steht ein soches Vokabular m.E. nicht zu.
Meine Meinung. :peace: