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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die neue Unterschicht



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Geduldsbalken-Träger
19.10.2006, 17:00
N´Abend!

Ich weiss nicht ob noch jemand die Sendung "hart aber fair" (www.wdr.de) kennt. Soll bald auf ARD kommen, wenn ich mich nicht irre. Immer sehr interessant.

Gestern abend war genau dieses Thema dran.

Es wurde ein Beispiel gezeigt, ein Ing. von BenQ, hat vor 19 Jahren bei Siemens angefangen, bekam 4.287 € (verh., 2 Kinder). Wenn er ALG bekommt, sind es 12 Monate 1.791 €, danach (angenommen er findet nichts) 1.4xx € Hartz 4, bis im 3. Jahr nach dem ALG er bei um die 1.105 € stehen bleibt.
Bitterer Nebensatz: Er bekommt dann nach 19 Beitrags-Jahren genauso viel Geld, als hätte er niemals einen Finger gerührt!

Im Vergleich zu früher hätte er 18 Monate (6 Monate länger) ALG in Höhe von 1.791 € erhalten, später jahrelang (ggf. bis zur Rente) Arbeitslosenhilfe i.H.v. 1.491 €.

Man muss keine Volkswirtschaftslehre oder Mathematik studiert haben um zu erkennen, dass der gute Mann in den 19 Jahren niemals so viel in die AL-Versicherung eingezahlt hat, als er allein in den 18 Monaten ALG erhalten hätte.


Unbestritten ist, dass man sich nicht mehr so viel leisten kann, wenn man seinen Arbeitsplatz verliert. Das ist tragisch.
Man darf nur nicht aus dem Auge verlieren, dass der (noch) arbeitende Teil der Bevölkerung mit seinen Steuern für jede Zigarette, für jedes Bier - und natürlich auch jedes Stück Brot aufkommt.
@ Rettungszwergin:
Der Begriff "Unterschicht" wird derzeit mehr diskutiert als die Lösung dieses Problems...
...abgesehen davon wird heutzutage mehr als 4 Milliarden (also eine 4 mit 9 Nullen!) Euro mehr aus, als vorher Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe ZUSAMMEN!
Das Problem ist also nicht (allein) das Geld, sondern das Anspruchsdenken und die "Nimm-"Gesellschaft. Und - da stimme ich mit einem der Gäste von "hart aber fair" überein - die mangelhafte Bildung einiger Bevölkerungsteile.

Gruß
Klaus

Xaxis1
19.10.2006, 17:41
Original geschrieben von Con
Gute Frage, gibt es sogar Konsumgüter die die Welt nicht braucht? Ich denke schon.

Eine ganze Menge !!!!!
Spezielle fettreduzierte Kinderfertigessen, eihzeln abgepackte Gesichtspflegetücher etc.... (da red ich noch gar net von Müllvermeidung....)

Außerdem: Viele, die jammern, können in Urlaub fahren (warum sonst war vor 2 Jahren alles ausgebucht? *g) und rauchen - soo schlecht isses also net, es fehlt nur am Willen und an der Disziplin, z.B. statt der Schachtel Ziggis eine Tageszeitung oder Ähnliches zu kaufen...

saddamski
19.10.2006, 18:33
Ich denke wir sind uns alle einige dass in Deutschland auf einem hohen Niveau gejammert wird.

Das tragische an dem 2x im Jahr in Urlaub ist ja gerade, dass es "nur" noch 2 mal ist. Vorher war es 3-4 mal.
Traurig aber war. Ich war das letzte mal vor 6 Jahren im Urlaub :(

RS-USER-Linda
20.10.2006, 12:33
Sehr tragisch finde ich auch etwas, was ebenfalls in "hart aber fair" (glaube ich) vorgestellt wurde:
Jedem Bürger ein Mindesteinkommen von 800 Euro, fordern einige...
...klingt erstmal utopisch....

Bis man dann nachrechnet und feststellt, daß der Staat heute schon jedem Bürger durchschnittlich 730 Euro auszahlt. Wo geht das alles hin??