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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Unklarer VU"



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RS-USER-DerDings
05.11.2006, 18:12
Original geschrieben von ingo
Kriegen wir nen PVZ zumindest bei Pat.B?

der doc kniet sich rein, schneidet den ärmel des pullovers auf, findet aber wegen der schlechten sicht nichts was zum stechen lohnt.

PatA findet ihr solltet seiner frau endlich helfen, sie hat schmerzen und kalt ist ihnen (beiden) auch...

dank der NAW taschenlampe erkennt ihr die umgebung um euch rum 2m vom wrack, unter der brücke findet sich ein schöner ebener kiesplatz, da stellt gerade die feuerwehr ihre fahrzeuge ab.

e.kageh
05.11.2006, 18:19
bin in den analgetika nicht so bewandert... katja wir brauchen was gegen aua und nix was hirndruck belästigt :)
decken verteilen wär auch noch ne massnahme, evt warme ringer anstöpseln.
in der hoffnung das es endliuch hell ist:
was sagt rr und frequenz

jugularis zugang oder b.i.g. rauskramen für die lady

RS-USER-DerDings
05.11.2006, 18:32
Original geschrieben von e.kageh
decken verteilen wär auch noch ne massnahme, evt warme ringer anstöpseln.
in der hoffnung das es endliuch hell ist:
was sagt rr und frequenz

warme ringer an was anstöpseln? zugang im wrack gestaltet sich sehr schwierig, ein helfer kann sich mit dem oberkörper ein wenig zu den verletzten vorbeugen, aber mehr platz hast du auch nciht mehr.
ausleuchten von oben geht nicht, das fahrzeug liegt auf einer anhöhe, unterseite richtung platz/fw, PatA und die zersprungene windschutzscheibe lassen von vorne/unten nur wenig licht rein und mit taschenlampe durch beifahrerseitige fenster nach unten leuchten verbessert die sich auch nicht wesentlich.

der 2. ärmel fliegt weg um die RR manschette am OA anzulegen, aufgrund des gebrochenen UA und der "rumwurstelei" aufgrund der engen verhältnisse freut das PatB nicht wirklich, was sie durch stöhnen zum ausdruck bringt, was wiederum PatA zunehmend in unruhe versetzt...

PatA: hf 112
PatB: hf 108 RR 100/60

RS-USER-ingo
05.11.2006, 18:33
Wie weit ist denn die FW mit Licht und Schneidwerkzeug? Mal Spinebord/Schaufeltrage oder KED bereitlegen. Kriegt der Doc denn jetzt vielleicht nen zentralvenösen Zugang, wenn PVZ nicht geht?

RS-USER-DerDings
05.11.2006, 18:35
Original geschrieben von e.kageh
jugularis zugang oder b.i.g. rauskramen für die lady

big ist nicht an bord, aber eine cook-nadel, oben im NAW...

RS-USER-DerDings
05.11.2006, 18:42
Original geschrieben von ingo
Wie weit ist denn die FW mit Licht und Schneidwerkzeug? Mal Spinebord/Schaufeltrage oder KED bereitlegen. Kriegt der Doc denn jetzt vielleicht nen zentralvenösen Zugang, wenn PVZ nicht geht?

zvk über femoralis?

zur bergung: wie wollt ihr die pat rausholen.
*dach wegschneiden geht nicht so schnell, das fahrzeug ruht darauf und PatB streckt beide beine bis zum knie zum schiebedach aus.
*beifahrerseite öffnen: dann müßte man die patienten durch den fahrgastraum nach oben ziehen und dann auf den boden heben. eine ziemlich wacklige angelegenheit, falls überhaupt möglich...
*die windschutzscheibe könnte man entfernen, aber auf der lehnt PatA und auf ihm PatB.
*oder einfach durch das schiebedach ziehen/heben.

RS-USER-DerDings
05.11.2006, 18:47
das NEF und der 2. RTW treffen unter der brücke ein..

RS-USER-ingo
05.11.2006, 19:07
zvk über femoralis?

Ich denke wir haben den Schädel palpiert, da sollten wir doch auch an die Jugularis oder Subclavia kommen? Was sagt denn GCS bei unserer Patientin? Wenn der Doc keinen Zugang legen kann, muss es halt ohne gehen (Aua, und das bei V.a. Mandibula-#). Stifneck an und wenn gar nichts anderes geht (was ich mir bei den Platzverhältnissen nicht anders denken kann), je nachdem wie lange die FW braucht, durchs Schiebedach raus retten. Ketanest ist wohl nicht, wegen Erhöhung ICP, Fentanyl oder Morphin gehen auch i.m. Katja mach was :cool:
Die Entscheidung liegt beim Arzt, aber wenn Pat. B somnolent ist, ein Zugang nicht in Sicht ist und nicht mal ein gescheites Monitoring geht, dann muss sie da raus, möglichst bald.

RS-USER-Katja
05.11.2006, 19:40
Original geschrieben von ingo

Die Entscheidung liegt beim Arzt, aber wenn Pat. B somnolent ist, ein Zugang nicht in Sicht ist und nicht mal ein gescheites Monitoring geht, dann muss sie da raus, möglichst bald.
Bald raus unterschreib' ich Dir, aber Fentanyl i.m.? Wenn ich keinen sicheren Zugang und wenig Möglichkeiten zum an die Pat. kommen habe, werde ich ganz sicher nichts Atemdepressives spritzen...

Ich bezweifle mal ernstlich, daß man unter den Umständen auch nur annähernd steril einen V.jug.-ZVK legen könnte, so man denn überhaupt an irgendwas drankommt (mit Stiffneck dann noch weniger). Und bevor ich nicht den Thorax gut gesehen habe, werde ich ganz sicher keine Stecherei in der Subclavia veranstalten, denn ein Pneu macht die Situation sicher nicht besser für sie. Und bis zur Femoralis werden wir in der Situation eh nicht kommen, glaube ich :)
Ansonsten wäre ich - unter Wissen um das Risiko eines erhöhten Hirndrucks bei der Pat. - aufgrund der Unzugänglichkeit der Situation trotzdem für Ketanest zur milden Analgesie. Das geht auch nasal. Dormicum dito. Oder wenn mir wer sagt, daß er sie da in 3 Minuten raus hat - dann halt auch mal ohne Zugang und nur unter Zureden, bevor's unnötig lange dauert.

Wenn aber nur die schlechte Sicht das Problem ist, was das Finden eines PVZ angeht, dann sollte man sich wen ranrufen, der Licht hat. Bei sovielen Rettungsmitteln sollte es doch eine erkleckliche Anzahl Maglites etc. geben :p


Und einer der Retter kriegt den verantwortungsvollen Job der erklärenden Kontaktperson zu den beiden im Auto. Kriegen wir von beiden ggf eine SaO2?


Durch's Schiebedach klingt doch gut.

RS-USER-ingo
05.11.2006, 19:58
Ok, dann nach Analgesie und Sedierung von Katja durchs Schiebedach raus. Lagerung auf Vakuummatraze. Komplettes Monitoring, RR, EKG, SaO2, BZ, neurologischer Basischeck. Wärmeerhalt. Wenns geht, sollten wir jetzt doch den PVZ legen. Macht die Feuerwehr jetzt mal das Licht an? Transport zur Strasse mit Schleifkorbtrage.
Wie sieht denn Pat. A inzwischen aus?

RS-USER-DerDings
05.11.2006, 20:11
ich erkläre am besten nochmal die lage:

ein pkw (limousine) liegt auf der seite in unwegsamen gelände, am fuße eines abhangs unter einer autobahnbrücke. direkt unter der brücke befindet sich ein geebneter, ausgeleuchteter (fw) platz auf dem die feuerwehr, ein nef, ein rtw sowie ein streifenwagen stehen.
auf dem pannenstreifen der autobahn einige meter über euch stehen das rd-kommandofahrzeug, ein naw und ein rtw.
das fahrzeug liegt auf der beifahrerseite, das dach ist dem hang zugewandt, auf der fahrertüre/an die windschutzscheibe gelehnt liegt Patient A. seine beine könnt ihr nicht sehen da PatientinB auf ihnen liegt, den oberkörper leicht aufrecht an den oberköper von A gelehnt, ihre beine ragen etwa bis zum knie aus dem zwischen 30 und 40 cm breiten und etwa 1m langem (hohem) schiebedach, das sich knapp über bodenniveau befindet, heraus.

der untergrund beim wrack: schotter und dreck.

und - wir hatten sie in 3 min raus. ab eintreffen naw. ;)

RS-USER-DerDings
05.11.2006, 20:54
Original geschrieben von ingo
Ok, dann nach Analgesie und Sedierung von Katja durchs Schiebedach raus. Lagerung auf Vakuummatraze. Komplettes Monitoring, RR, EKG, SaO2, BZ, neurologischer Basischeck. Wärmeerhalt. Wenns geht, sollten wir jetzt doch den PVZ legen. Macht die Feuerwehr jetzt mal das Licht an? Transport zur Strasse mit Schleifkorbtrage.
Wie sieht denn Pat. A inzwischen aus?

okay, der doc und ein sani greifen sich B von den seiten und ziehen sie vorsichtig soweit vor, bis sie sich mit vereinten kräften komplett raus auf das spineboard heben läßt, mit dem sie die 2m zum ausgeleuchteten platz getragen wird auf dem gleich der NAW fahrer harry eintrifft, denn der doc vorhin loschickte um den wagen ... ;)
B wird auf vakuummatraze gebettet und kriegt 2 zugänge, das ekg zeigt nichts auffälliges, druck syst über 110, hf ~110, pulsoxy zeigt am ohrläppchen eine 90% sättigung. BZ 64 mg/dl
die pupillen sind isokor und ket macht eng, die pat reagiert auf schmerzreiz an allen extremitäten, sie ist bewußtseinsgetrübt aber nicht bewußtlos.

A kommt mit hilfe selbst aus dem wrack, wird ebenfalls auf ein spineboard/vakuummatratze gelagert und in den rtw verbracht.

RS-USER-ingo
06.11.2006, 17:33
Wurde Pat. B durch NA intubiert? BZ ist niedrig, wurde der präklinisch noch korrigiert?
Was ergab denn der Bodycheck bei Pat. A? Hat sich der V.a. OA-# bestätigt?

Off topic: Sorry für die späte Antwort, war noch Winterreifen montieren :D

R.Klein
06.11.2006, 17:49
je nach dem was für eine limo das ist kann ich innerhealb von 2 minuten das schiebedach soweit erweitern das pat. b problemlos rausgeholt werden kann ...

Waldbrandmeister
06.11.2006, 18:30
Original geschrieben von DerDings
[...]
zur bergung: wie wollt ihr die pat rausholen.
*dach wegschneiden geht nicht so schnell, das fahrzeug ruht darauf und PatB streckt beide beine bis zum knie zum schiebedach aus.
*beifahrerseite öffnen: dann müßte man die patienten durch den fahrgastraum nach oben ziehen und dann auf den boden heben. eine ziemlich wacklige angelegenheit, falls überhaupt möglich...
*die windschutzscheibe könnte man entfernen, aber auf der lehnt PatA und auf ihm PatB.
*oder einfach durch das schiebedach ziehen/heben.

Als erstes würde ich den Wagen mit Leinen vor dem umkippen sichern.
Dann die Tür der, oben liegenden, Seite öffnen und die Lehne des Sitzes entfernen damit man von der Hinteren Fahrzeugseite leichter nach vorne kommt.


Zum Licht:

Ich würde einfach einen oder zwei Scheinwerfer ins Auto legen, natürlich so das sie nicht blenden. Die entstehende Wärme kommt auch den Patienten zu gute.

R.Klein
07.11.2006, 18:00
naja bei der medizinisschen situation von pat b würde ich eher dazu tendieren hier erstmal mittels " manpower" die kiste zu stabilisieren und dann direkt mittels schere das schiebedach weiter aufschneiden um somit eine crash rettung zu ermöglichen und/oder einen patientenzugang für den rd zu schaffen ...

eine vernünftige absicherung der kiste kann dann danach erfolgen da dann der rd erstmal vernünftig an die patienten ran kann und über die weitere vorgehensweise mit dem el fw absprechen !

Waldbrandmeister
08.11.2006, 18:01
Original geschrieben von R.Klein
naja bei der medizinisschen situation von pat b würde ich eher dazu tendieren hier erstmal mittels " manpower" die kiste zu stabilisieren und dann direkt mittels schere das schiebedach weiter aufschneiden um somit eine crash rettung zu ermöglichen und/oder einen patientenzugang für den rd zu schaffen ...

eine vernünftige absicherung der kiste kann dann danach erfolgen da dann der rd erstmal vernünftig an die patienten ran kann und über die weitere vorgehensweise mit dem el fw absprechen !

Ich meinte auch schnelles absichern, in der zeit wo Schere und Spreizer bereit gestellt wird. Es kommt auch darauf an wie "Stabil“ das Auto liegt.

RS-USER-DerDings
11.11.2006, 16:05
bei pat a bleibt es bei der OA fraktur, zur weiteren versorgung kann ich (nich) nichts sagen, bin zwar die ganze woche gefahren aber in das krankenhaus bin ich nicht gekommen, dafür aber in jedes andere in der stadt :rolleyes:

bei pat b zeigt ein zünftiger bodycheck im naw einen instabilen thorax, die beiden frakturen bestätigen sich.
intubiert und beatmet wird sie an das schockraumteam der chirurgischen universitätklinik übergeben...
der doc hat noch nicht auf mein email geantwortet, spätestens dienstag müßte ich ihn aber sehen - genauere infos folgen...

zu unserem vorgehen: nachdem die mannschaft die seitenlage des pkws auf stabilität überprüft hat ( ;) ), ein grober notfallcheck der patienten erfolgt ist und während die FW, NEF und RTW zu dem platz unter der brücke geschickt werden entscheidet sich der NA umgehend für die crash rettung wie o.g.
pat b ist bis zum eintreffen der einsatzkräfte an der (unteren) unfallstelle schon längst geborgen, pat a zeitgleich mit dem eintreffen der fahrzeuge, er wird umgehend von der RTW mannschaft auf der vakuummatratzte gelagert ins auto gebracht und erstversorgt (bodycheck, vitalwerte, schienung mittels samsplint).
pat b erhält noch auf dem platz unter ausleuchtung 2 große zugänge, dann ist auch schon der naw da und sie kommt auch endlich ins warme...


die patienten waren nicht eingeklemmt, bewegten alle extremitäten, waren schockiert und es war verdammt kalt. ich stehe voll und ganz hinter der entscheidung des docs die crash rettung durchzuführen. so waren die patienten bis zum eintreffen der feuerwehr schon geborgen und konnten versorgt werden, ausleuchten, wrack sichern und technische rettung hätten die versorgung noch weiters verzögert, mit dem ergebniss das die beiden aufgrund ihrer lage/position nicht viel schonender rausgeholt worden wären als ohne (verzgerung)

RS-USER-ingo
11.11.2006, 21:37
Hallo Dings,

danke für das interessante Fallbeispiel!

Grüße

Ingo

SaniRambo
08.01.2007, 02:57
@ dings: und ich durfte mir das in der leitstelle anhören *gruml*