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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : alkoholisieter Patient im Sanitätsdienst



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saddamski
11.01.2007, 10:16
Aber dann müsste ich ja bei jedem Patienten die Skepsis haben. Der Pat. war zuerst vollkommen frei von Symptomen.

Wenn es nach dem Beispiel geht, könnte ja jeder plötzlich umfallen mit ner Blutung. Dass man bei C2 Patienten mal etwas genauer hinschaut hat der eine oder andere, wie Bärentöter schon schrieb, schon gelernt. Aber die Blutung ist ja prinzipiell nicht jedem C2 Pat. zu zu schreiben, vorallem dann nicht wenn er keine Symptome zeigt. Ich gehe ja nicht ständig von einer Blutung im Kopf aus.

Aber an sich ein schönes Beispiel was einen noch mal vorhält, dass man nicht all zu schnell seine Schlüsse ziehen sollte. Auch wenn es wirklich nicht die geringsten Anzeichen gab ;)

RS-USER-DerDings
11.01.2007, 14:56
Original geschrieben von saddamski
Aber dann müsste ich ja bei jedem Patienten die Skepsis haben.

ganz. genau. so.



Auch wenn es wirklich nicht die geringsten Anzeichen gab ;)

mMn ist der beschriebene zustand des patienten nach nur 2 flüssigen broteinheiten schon etwas auffällig.. ich wäre natürlich auch nicht gleich von einer ICB ausgegangen, aber das bild und v.a. die vorerkrankung bedingen für mich die untersuchung durch einen arzt UND: jemanden irgendwo alleine liegen lassen, auch wenn man kollegen bittet "später nochmal vorbeizuschauen", gibt's bei mir nicht!!! :mad:

RS-USER-First_Responder
11.01.2007, 17:10
Original geschrieben von DerDings
ganz. genau. so.



mMn ist der beschriebene zustand des patienten nach nur 2 flüssigen broteinheiten schon etwas auffällig.. ich wäre natürlich auch nicht gleich von einer ICB ausgegangen, aber das bild und v.a. die vorerkrankung bedingen für mich die untersuchung durch einen arzt UND: jemanden irgendwo alleine liegen lassen, auch wenn man kollegen bittet "später nochmal vorbeizuschauen", gibt's bei mir nicht!!! :mad:

Ich weiß es könnte der falsche eindruck entstehen....aber bei unseren Diensten haben wir in der Regel nur Platz für ein bis zwei Patienten aber soviele Komasäufer das wir ne ganze Halle damit füllen könnten.....

serial2k
11.01.2007, 17:29
Und was passiert dann mit den Komasäufern?

RS-USER-First_Responder
11.01.2007, 18:49
Original geschrieben von serial2k
Und was passiert dann mit den Komasäufern?

was denkst du denn was wir machen?


Wir können ja nich 20 Leute mit RTW ins KH fahren lassen oder?

RS-USER-DerDings
11.01.2007, 19:47
ich würd ganz einfach keine ambulanz-(san-)dienste mehr machen. wenn ich den dienst nicht bewältigen kann weil mir nicht die benötigten ressourcen zu verfügung gestellt werden, nehm ich auch nicht die verantwortung auf mich.
ich bin mit 5 jahren mMn noch nicht lange "dabei" aber in der zeit hab ich doch gelernt keinen bewußtlosen/eingetrübten patienten alleine zu lassen.
nur ein beispiel:
wenige wochen nachdem ich zum ersten mal erbrochenes aus dem rtw wischen durfte mußte der direktor einer lokalen hiorg (der ehrenamtlich immer noch aktiv im rd tätig war) vor gericht erscheinen, als angeklagter. weil er einen betrunkenen dessen freunden übergeben hatte, statt ihn ins krankenhaus zu bringen. der mann erbrach zuhause im schlaf, aspirierte...
besagter direktor wurde freigesprochen, aber mal unter uns: das gerichtsurteil wäre in der situation mein geringstes problem.

saddamski
11.01.2007, 21:44
Äh, ich mag was falsch verstanden haben, es ich zieh mal kurz die Bremse.

Hier war nicht die Rede von einem Bewustlosen oder eingetrübten Patienten. Der Mensch schlief erstmal in ruhe. Ich lauf im Sommer doch auch nicht panisch durch den Stadtpark, wo sich die Leute auch ein Bier trinken und mal ein Ründchen schlafen, und schüttel da die Leute wach bzw. weis die direkt mit nem RTW ein.
Sollten Sie etwas torkeln bestell ich gleich noch das NEF dazu weil mir der Verdacht auf die ICB kommt.(Spass bei Seite)

Natürlich achtet man bei einem Stadtfest o.ä. besonders auf solche Kandidaten. Ich habe ja auch nicht geschrieben dass ich den da die ganze Nacht liege lasse.
Wenn ich aber jemanden anspreche, er mir sagt er habe was getrunken und nur geschlafen, es geht ihm sonst aber gut, er sonst keinen Eindruck macht als sei er sturz betrunken, dann akzeptiere ich das und zerre den nicht zur San-Station.
Deshalb sagte ich ja, dass man später noch mal ein Auge drauf wirft. Ca. alle 30-45min. ist bei uns das normale Streifen-Intervall. Ich gehe davon aus dass das auch bei anderen ist und die nächste Streife nicht erst in 4 Stunden da vorbei kommt.

Liegt der Kerl später noch immer da, kann man etwas beherzter an die Sache gehen.

Am Anfang war der Zustand für 2 Bier völlig normal. Vielleicht verträgt er nur so wenig? ich kann doch nicht davon ausgehen dass jeder erst nach 4-5 Bier anfängt zu wanken. Ich trinke schon seit langer Zeit keinen Alk. und würde deshalb wahrscheinlich nach 2 Bier auch torkeln. Ganz ohne Blutung.

Vielleicht hats mich auf den falschen Fuss erwischt, aber ich weis das nicht wirklich zu zu ordnen, bzw. was man mir damit sagen will :rolleyes:

Kanns mir jemand erklären? :rolleyes:

Rescuerambo
11.01.2007, 22:07
Original geschrieben von First_Responder
was denkst du denn was wir machen?


Wir können ja nich 20 Leute mit RTW ins KH fahren lassen oder?

In HH kommen die mit nem RTW in die Zentrale Annahmestelle für Betrunkene (eigentlich zentralambulanz)

RS-USER-DerDings
11.01.2007, 22:41
ich leg mich nicht kurz vor mitternacht auf eine bank schlafen wenn mit mir wirklich alles ordnung ist.
und wenn mir im dienst so jemand begegnet der allem anschein nach alleine (darum geht's mir, wenn seine freunde auf dem tisch zur bank tanzen sieht die sache anders aus) ist, dann werd ich doch versuchen ihn davon zu überzeugen mit mir mitzukommen um so wenigstens noch ein wenig zeit zu schinden um besser abschätzen zu können ob der kerl nach 2m wieder umfällt oder nicht?

SaniRambo
12.01.2007, 00:20
@DerDings

Und überhaupt sind wir ja auch echte Profis im Betrunkene aufsammeln.

Wenn ich so im Kopf überleg fallen mir sicher 4 Pat. ein die "einen zuviel hatten" und dann im Endeffekt einen Zuts vom Druiden verpasst bekommen haben.

Von +Mischmedintox bis offenes SHT alles dabei.

Wie hiess es nochmal in House of Good? Seltenes ist selten und häufiges ist häufig.

Solang man den einen der wirklich ernsthaft was hat von den anderen unterscheiden kann....

mfg
SaniRambo (der rosa Akupuktator)

saddamski
12.01.2007, 11:05
Ich habe meine Postings noch mal gelesen und ich glaube nun weis ich auch wieso ich auf dem Schlauch stehe ;)

Ich hatte geschrieben dass ich den einfach da liegen lasse und beim nächsten mal noch mal nach ihm gucke.

Dass muss ich etwas anpassen. Natürlich gehe ich zu ihm hin und spreche ihn an und mach mir ein Bild von der Situation. Hab es so ausgedrückt, als würde ich einfach vorbei gehen, ohne auch nur etwas zu machen. Das wäre natürlich falsch.

Wobei ich trotzdem dabei bleibe, dass ich in der hier geschilderten Situation den Pat. nicht zur San-Station geschleppt hätte. Weil einfach keine Indikation am Anfang bestand. Hätte er schon an der Bank über übelkeit etc. geklagt, wäre das was anderes. Aber so wie ich es hier interpretire, hatte er was getrunken, schlief auf der Bank und ansonsten gab es nichts zu bemängeln bzw. irgendwelche Symptome dass man skeptisch werden müsste. Er war wohl auch vom sturzbetrunken sein weit entfernt.

Natürlich ist es seltsam wenn jemand irgendwo auf ner Bank pennt, aber wie gesagt, was macht ihr im Sommer in den Parks? Da sind auch die Leute die Alkohol trinken und dann schlafen, da vermutet auch niemand ne ICB oder eine sonstige Krankheit.

Tobias :)

RS-USER-DocMezzoMix
12.01.2007, 11:42
Ich denke, wir haben hier einen klaren Fall von "Glück gehabt".
Ich gebe First Responder völlig Recht, wenn ich auf einem Volksfest entsprechender Größe anfange, jeden gen SanStation oder "erweiterter Versorgung" zu schleppen, der irgendwo auf einer Parkbank liegt und einen oder zwei getrunken hat, dies aber noch klar erklären kann und deutlich und glaubwürdig angibt dass mit ihm alles in Ordnung sei, dann habe ich zwei Probleme:
1. Hier leben alleine schon 500Leute auf der Parkbank, und die sind latent angetrunken. Dann kommen die entsprechenden Feste hinzu (z.B. Rheingauer Weinwoche/Wiesbadener Weinfest) da schlafen X Leute auf Bänken, weil sie nicht mehr heim kommen (Kein Bus/Bahn, keine Lust etc.). Die Anzahl an Personen, die unter die von Sanitoeter gegebene Beschreibung fallen, liegt im weit dreistelligen Bereich.
2. Habe ich mir spätestens beim 3. den ich versuche mit sanfter Gewalt einer versorgung zuzuführen eine Schädel# zugezogen, weil die meisten wollen das irgendwie nicht. Und auch die Polizei wird mir dann irgendwann keine Hilfe mehr sein, denn jeder wird seinen Rausch ausgeschlafen haben, bis die dann anrücken können.

Mit Sicherheit gibt es da auch unterschiede zur Größe des Festes und der lokalen Struktur, bei einer kleinen Kerb im ländlichen Bereich, wo jeder jeden kennt und normalerweise keiner zurückgelassen wird sieht da der Handlungsbedarf sicher anders aus, als auf z.B. "der längsten Weintheke Deutschlands" mit 110 Ständen und Besucherzahlen im sechstelligen Bereich (von denen niemand mehr nüchtern ist).

Nichts desto trotz sollte man ein Auge auf diese Leute haben, und wenn etwas nicht stimmt, einen Blick auf diese werfen, denn Zebras gibt es immer wieder. Nur wie man nach ihnen sucht bzw. nach ihnen suchen kann, ist eine andere Frage.

Grüße dMM

RS-USER-DerDings
12.01.2007, 14:03
Original geschrieben von SaniRambo
Und überhaupt sind wir ja auch echte Profis im Betrunkene aufsammeln.

mMn wäre ja das g'scheiteste einen kipplaster als GTW (g'soffenentransportwagen) anzuschaffen und über der EBA einen großen trichter aufzustellen.. :grins:

@sadamski & co
ihr habt ja eh recht... ich hab (fast) jeden freitag nachtdienst in einer studentenstadt, ohne betrunkene jugendliche und stinkige alkis geht's eigentlich gar nicht, bzw so ein dienst ist echt die seltenheit für eine rtw besatzung und manchmal kommt es sogar vor das man NUR zu alk-intox "notfällen" fährt. im rd ist es natürlich eine ganz andere situation und in at sowieso. ich hab hier nicht die möglichkeit den pat. der polizei zu übergeben, ausnüchterungszelle gibt es nicht, bzw. heißt die hier "internistische notaufnahme" oder gleich "abhängigkeitserkankungen".
fährt der pat nicht mit haben wir ein problem weil ich ihn eigentlich nicht als reversfähig erachten kann. das heißt polizeistreife anfordern, warten.
polizisten legen dem herrn nochmal nahe mitzukommen, wenn er immer noch nicht will wird der polizeiarzt verständigt und wieder: warten...

hier wird also ein ziemlicher aufwand betrieben um für die betrunkenen zu zahlen, einen alleine liegen zu lassen widerstrebt mir schon aus reiner gewohnheit..
aber geht's bei diesen/"euren" veranstaltungen zwischen 23 und 24 uhr schon dermaßen um? ich denk mir einfach das jemand der mMn (nach alter und geschlecht eingeschätzt) schon ziemlich früh auf der bank pennt ja doch eher schneller müde geworden sein dürfte und sich nicht langsam beim feiern erschöpft hat, um irgendwann nach mitternacht auf dem heimweg einzuschlafen.
dann gleich davon auszugehen das man ihn dort liegen lassen wird ist mir einfach aufgestoßen, weil ich mir komplett anderes vorgehen gewöhnt bin - aber wenn's nicht anders geht... verbleibe ich:
froh mir den luxus leisten zu können niemanden liegen lassen zu müssen.

:peace:

RS-USER-Rippenspreizer
04.02.2008, 12:13
Obgleich ich hiermit ein schon einjähriges Fallbeispiel reanimiere, muss ich doch diese Fotoimpression einstellen, die ich gestern wärend des Karnevaldienstes in Harsewinkel einfangen konnte.

Patient mit einer GCS < 10, voll wie eine Haubitze und ordentlich Erbrochenes auf Pullover. Ein Traum :-)
4 Stunden später hat er sich die Braunüle rausgezogen und ist mit den Worten "WassollnderScheissihrAssis?" nach draußen gestolpert.

RS-USER-Kassiopeia
04.02.2008, 18:46
Das ist genial!!!!

So ein Schild besorg ich mir für die nächste Absicherung unseres "Sommerdorffestes".
Erfahrungsgemäß wird dort auch erst ordentlich was getrunken, bevor man sich entweder zu boden prügelt oder einfach aufgrund des Alkoholspiegels zusammen sinkt.


:rolleyes:

Morbus X
04.02.2008, 19:32
Vom Oktoberfest kann ich mich als HA gottseidank (meistens) fernhalten. Wenn dann werden wir mit dem RTW dazugerufen, und das hat dann immer auch einen Grund - die ehrenamtlichen sind nicht dumm!
Wenn ich als auf dem OF eingesetze Kraft jeden wie in diesem Fallbeispiel zum Sanzelt bringen würde täte das halbe Oktoberfest aus Sanzelten bestehen!

Wir schützen erwachsene Menschen, aber wenn sie sich selber umbringen wollen? Also wenn ich Epileptiker wäre täte ich mir sehr genau überlegen WO ich WIEVIEL trinke. Und um jeden zu versorgen der in dieser Situation irgendwo rumliegt bräuchten wir die vierfache Kapazität die wir haben - DAS GEHT EINFACH NICHT!!!
:o