Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : The Best of.....-> Unmögliche Angehörige
Stephan2204
16.02.2007, 20:15
Original geschrieben von DocMezzoMix
Ist letztens einem Kollegen passiert:
Dringend zu Patienten gefahren, geklingelt: "Wer von Ihnen ist der Arzt?" "Keiner, wir sind Rettungsassistenten, der Arzt ist noch auf der Anfahrt, wo ist der Patient" " Wir haben einen Arzt bestellt."Tür zu ... kurze Zeit später trifft das NEF ein. Ähnliches Spiel: "Wer ist der Arzt?" "Ich bin der Arzt" "Gut kommen sie rein" "Stop, nur der Arzt, den haben wir bestellt" ... Der Arzt hat dann mal ordentlich aufgeklärt und man hat mit Team das Haus betreten. Warum die Leute so dumm waren, lies sich leider nicht mehr eruieren.
Da kann man nur noch mit dem kopf schütteln....
RS-USER-Claudi
17.02.2007, 07:19
Original geschrieben von Stephan2204
Man kommt in die Wohnung, es kommt kein Guten Tag oder was ähnliches, nein, das erst was kommt "MEIN Angehöriger ist privat-versichert!"
Gut, da ist mir einmal ein ehrlich betroffenes "Oh, das tut mir Leid" rausgerutscht, weil wir einen grauenvollen Chefarzt hatten. :-p
Ansonsten war die spontane Antwort - wie schon genannt - "macht nix"
@Hörbird: Kann es sein, dass es ein "Problem dieser Zeit" ist? Der Egoismus wird immer extremer, andere haben immer zu warten, egal wie wichtig oder unwichtig das eigene Anliegen ist.
Ich, als Omma der Pflege, kann mich nicht erinnern so herbe Angehörige vor sagen wir 15 Jahren gehabt zu haben. Da konnte man die Leute mit einem Satz beruhigen und irgendwo in die Ecke setzen. Heute bleiben sie einem hartnäckig an den Fersen und werden unverschämt.
In deinem speziellen Fall hätte ich wahrscheinlich höflich gesagt: "Sie würden sicher auch nicht wollen, dass ihr Vater/ihre Mutter heute auf das pünktliche Abendbrot verzichten muss, nur weil jemand auf dem Flur noch eine Stunde fahren muss, oder?!" :rolleyes:
Original geschrieben von Claudi
In deinem speziellen Fall hätte ich wahrscheinlich höflich gesagt: "Sie würden sicher auch nicht wollen, dass ihr Vater/ihre Mutter heute auf das pünktliche Abendbrot verzichten muss, nur weil jemand auf dem Flur noch eine Stunde fahren muss, oder?!" :rolleyes:
Fiel mir leider zu spät ein, hätte es ihr aber verdammt gerne ins Gesicht geknallt.
Hir ein Auszg aus einem Beitrag in der Fotocommunity:
Das Ansehen eines Pflegeberufes ist in der Bevölkerung sehr niedrig angesiedelt - trotz der hohen körperlichen, zeitlichen und seelischen Belastung, die jemand in einem Normalberuf kaum nachvollziehen kann. In den Augen der Öffentlichkeit sind Krankenschwestern ja meist sowieso nur kaffeetrinkende, tratschende, rauchende, zur Fettleibigkeit neigende Monster, die absichtlich Patienten aus den Betten fallen lassen. Die Patienten werden zwar von allen möglichen Medien stets auf ihre Rechte, aber nicht auf ihre Pflichten hingewiesen. Darunter fällt etwa normales Benehmen und die Befolgung von Anordnungen des Pflegepersonals - was ja nur zu ihrem Besten wäre. Die Realität sieht anders aus: Beschimpfungen durch Patienten hat man widerspruchslos über sich ergehen zu lassen, weil sich diese ja “in einer Ausnahmesituation” befinden...
Zu finden hier: Pflegende Hände (http://www.fotocommunity.de/pc/pc/display/7967278/channel/1)
RS-USER-Katja
16.03.2007, 00:11
Die Kombination "Überprotektive rumwuselnde Ehefrau" plus "Inkompetenter Hausarzt" ist auch gut. Älterer Herr (85) mit AP-Beschwerden, hat auf einen dokumentierten RR von 75/50mmHg vom HA zwei Hub Nitro bekommen und war dann kurzzeitig - wen wundert es - nicht ganz ansprechbar und kaltschweißig.
Ehefrau beim Einpacken des Pat. (ja, ich war lieb zu dem HA und er hat noch alle Körperanhänge) die ganze Zeit am Rumzuppeln "Er muß noch die grünen Socken haben, die unsere Tochter ihm gestrickt hat, die trägt er so gern", "Aber wir können ihn doch nicht in diesem Schlafanzug in die KLinik lassen, der ist doch nicht schön", ließ sich überhaupt nicht mit den normalen Beschäftigungsschemata a la "packen Sie doch schon mal seine Kulturtasche" beschäftigen.
Ich habe ja jedes Verständnis dafür, daß sich Angehörige Sorgen machen, aber ich lassen mich und die Kollgen nicht bei der Arbeit behindern. Schon gar nicht in so einem Ton, der deutlich klar macht, daß sie etwas Besseres ist und wir gefälligst zu springen haben.
Als sie dann noch die ganze Zeit versuchte, ihm noch eine dicke Bettdecke auf unsere Klinksdecke zu packen bin ich dann doch unhöflich geworden. Und wir fanden auch, daß sie mit ihrer Tochter mitfahren könne und nicht im RTW. Sie ist dann wohl auf der Notaufnahme auch noch in ihrer Eigenschaft als langjährige Professorengattin (er war bei uns früher Prof für ein Grundlagenfach) ausfällig und fordernd gewesen, aber hat da auch nicht recht verfangen. :-p
folken_vanehl
21.03.2007, 10:49
Hallo Leute,
ich höre leider viel zu oft von Angehörigen das die Bedienung!!! im KH mangelhaft ist. Ich kontere aus Prinzip mit den Worten "Wenn ihnen jetzt hier was passiert und sie dringend Hilfe brauchen, was glauben sie wer als erstes an ihrem Bett steht und die Versorgung einleitet, das ist nicht der Mensch mit dem langen weissen Kittel. Jetzt denken sie mal scharf nach!"
Besonders böse finde ich Angehörige die Pflegenden sagen "ich will aber nicht das mein / e Vater, Mutter ect erfährt das..." Auch da gibt es die Antwort sollte der Patient noch Herr aller seiner Sinne sein und entscheiden können "Seien sie versichert das er / sie alles vom ärztlichen Personal erfahren wird und sie rechtlich keine Befugnis haben darüber zu entscheiden."
Diese Sache ist besonders schlimm bei onkologischen Patienten, die haben ein Recht auf die Wahrheit. Ganz ehrlich die springen auch nicht bei Diagnoseeröffnung alle aus dem Fenster!
Keine Aufklärung keine Therapie. Keine Arme keine Kekse.
In diesem Sinne einen schönen Arbeitstag!
Folken
Henk from Hell
22.03.2007, 18:56
Ich hab grad wieder so ein Exemplar von vollkommen medikamentenfixiertem Vollaien am Hacken, der sich, wie viele Angehörige von eigentlich kerngesunden Patienten, für den alleinigen Experten für die "Schwere, ja SEHR schwere Demenzerkrankung" (O-Ton) seiner Mutter hält, die sich "Ja so sehr verschlimmert hat". Der Herr, Frisörsalonbesitzer mit Rotzbremse und Atzenfrisur, Redet gnadenlos auf jeden ein, der das Pech hat, ihm weissgekleidet zu begegnen.
Dass er kein Ahnung hat und seine Mutter ihrem Alter entsprechend eigentlich recht gesund ist, stört ihn dabei wenig.
Jeder, der ihm bei seinen täglichen Besuchen in die Fänge gerät, muss sich nicht nur seine Lebensgeschichte anhören, sondern auch, warum seine drei Brüder nicht zu besuch kommen (Ich möchte so etwas gar nicht wissen, erst recht nicht für jeden Einzelnen bis ins letzte peinliche Detail), und natürlich: Welches Medikament seine Mutter wann und wogegen von welchem Arzt verschrieben bekommen hat und warum es so unglaublich wichtig ist, es genau dann und dann zu geben...... :-keule
(75% der Medikamente sind Nahrungsergänzungsmittel und Placebos, die Pat nimmt eigentlich nur ASS, Delix und Gingko........ hähähä....)
Ich habe jedoch herausgefunden, wie ich ihm entkommen kann!
1.:Tropfenglas mit etwas schön buntem füllen und eilig+wichtig von dannen eilen....
2.:Dasselbe mit ner Infusion, wenn sowas zur Hand ist
3.:Ich mache einen wichtigen Anruf, und entschwinde dann eilig.....auf die Nachbarstation, eine rauchen
4.:Ich schimpfe über die offensichtliche Verdummung der Bildzeitung und ihrer Leserschaft, die die halbgaren Artikel über Gesundheit darin auch noch ernst nehmen... aus irgendeinem Grund nimmt er das persönlich....
Gandtimo
04.04.2007, 22:34
Haben momentan bei uns auch einen Patienten (49 Jahre, verheiratet, Privat MIT Chef) mit LWK-Fraktur, der sich nach langen Gesprächen mit unserem Chef dazu entschieden hat, eine konservative Behandlung vorzuziehen. Der Patient ist insgesamt schon sehr schwierig, viel schlimmer ist jedoch die Frau, erkennbar schon immer am Gesichtsausdruck der verrät, dass eigentlich wir von der Pflege an der aktuellen Situation ihres Mannes Schuld sind.
Gestern bei der Körperpflege habe ich dann in einem normalen Gespräch den Satz fallen lassen: "Ich hätte mich wahrscheinlich operieren lassen". Ohne besondere Betonung oder ähnliches. Eine Stunde später hat die Frau angerufen und von der Stationsleitung verlangt, mich zu rügen, da ich ja ihren Mann beeinflussen wolle ...
Die letzte "richtige" VIP wollte gar nicht, das so ein Aufstand wegen ihrer Person getrieben wird und erst recht nicht das sie vom Chef behandelt wird.
Der letzte Angehörige der mir blöd kam meinte: "Wissen sie, ich bin Elektromeister. In meinem Beruf kann man für jedes Problem eine Ursache finden und die auch beheben. Und ich musste noch nicht mal studieren." Auf meine Frage, warum mein Badlicht zuhause nicht funktioniert hatte er aber auch keine Antwort.
Die beste Antwort zu nervigen oder blöden Angehörigen, ist die von unserem Anästhesiechef: "Ja ja, schon klar." Das Gespräch ist dann oft an dieser Stelle beendet. Ganz ekelhafte fliegen kurzerhand raus und dürfen wiederkommen wenn sie sich beruhigt haben.
Wir hatten mal eine Angehörige die ihre über 90 Jährige demente und von Kontrakturen gezeichnete und beinahe präfinale "Mutti" zu jeder Mahlzeit in den STuhl gezerrte ( wirklich gezerrt) hat. Auch ein RR von 220/??? hielt sie nicht davon ab. Wir sollten extra dafür die ganzen Perfusor und Infusomatenleitungen verlängern.
Der armen alten Dame konnte man ansehen das sie das ganze nicht sonderlich mochte. Aber solange "Mutti" noch im Stuhl sitzt ist Mutti ja gesund und kurz vor der Entlassung.:(
RS-USER-emergency doc
01.11.2007, 10:33
Original geschrieben von Ajalana
Aber solange "Mutti" noch im Stuhl sitzt ist Mutti ja gesund und kurz vor der Entlassung.:(
Das interessante ist ja, daß Mutti nur KURZ vor der Entlassung sein darf. Die größte Katastrophe ist ja, wenn Mutti dann wirklich entlassen werden soll ("Ach wir wollten ab er gerade jetzt zwei Wochen in Urlaub!")
Original geschrieben von Blaulicht-shaolin
Toll sind auch die lieben netten Begleitpersonen während des Krankentransports...:rolleyes:
Sie wissen alles besser, kennen als einzige die ideale Fahrstrecke (die natürlich falsch, umständlich oder sonstwas is), sagen dir wie du deinen Job machen musst und kauen dir ein Ohr ab indem sie dir während der Fahrt ihre Lebensgeschichte erzählen.:rolleyes:
Gerti! Gerti! Gerti!
Original geschrieben von emergency doc
Das interessante ist ja, daß Mutti nur KURZ vor der Entlassung sein darf. Die größte Katastrophe ist ja, wenn Mutti dann wirklich entlassen werden soll ("Ach wir wollten ab er gerade jetzt zwei Wochen in Urlaub!")
Wie mein Mann soll nach Hause? Morgen?
Aber wir ham doch gar kein (Pflege)Bett für ihn oder Nachtstuhl etc.
Und das immer genau dann wenn der Patient schon 4 Wochen oder länger im KH liegt und den Angehöigen mehrmals deutlich gesagt wurde das Opa wenn er nach Hause kommt nichtmehr im Garten das Holz für den Ofen hacken kann.
Blaulicht-shaolin
03.11.2007, 08:35
Original geschrieben von krumel
Gerti! Gerti! Gerti!
LOOOOOOOOOOOOOOOOL
Leider jetzt ja nimmer...:grins:
Powered by vBulletin® Version 4.2.3 Copyright ©2026 Adduco Digital e.K. und vBulletin Solutions, Inc. Alle Rechte vorbehalten.