Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Todesursache Nr. 1 Arzt??
DerBlinde
22.05.2003, 01:14
Original geschrieben von airmaria
Ähhh... und seit wann ist es sorglos, Zustände kritisch zu hinterfragen?
"Mary" airmaria
Ich habe mich auf folgendes Posting von Dir bezogen:
Original geschrieben von airmaria
Also nochmal: es ist definitiv nicht von der Hand zu weisen und einfach abzutun mit:
ach ja, ein wenig falsch dosiert... und, wir retten doch die ganze Zeit genug andere... und so schlimm wird es schon nicht sein...
Ich habe das als Deine Darstellung des Klinikalltages verstanden und deswegen in meinem ersten Post zu diesem Thema fehlende klinische Tätigkeit vermutet.
Der Satz ist in meinen Augen kein kritisches Hinterfragen der Zustände!
Sollte der Ausspruch anders gemeint sein, erkläre mir dies bitte...
Danke.
Original geschrieben von DerBlinde
Und zu der wissenschaftlichen Arbeit des Profs (und ich wette, daß er nicht selber die Auswertung gemacht hat! ;-)): Für eine solche retrospektive Studie benötigt man selbstverständlich eine Stichprobe. Und davon hängt ganz massiv die Aussage ab. Ist meine Stichprobe überhaupt respresentativ? Wenn ja, für welche Gruppe? Oder gar für die Gesamtheit?? Wie kann ich das sicher stellen? Welche Testverfahren sind geeignet und die Richtigen?
Viele Kleinigkeiten, die die Aussage des Profs ins Wanken bringen können. Desweiteren sollte nicht unbeachtet bleiben, welchen Effekt der besagte Prof mit seiner Aussage erreichen wollte. Wollte er womöglich durch eine überzogene Darstellung in der Vorlesung die Studenten sensitivieren? Oho, machen wir grade Biomathekurs? :-D
Ich finde es gewagt, hier mal auf's gradewohl die Fähigkeit oder den Willen des Pharmakologen, wissenschaftlich zu arbeiten in Frage zu stellen.
Daß wir uns richtig verstehen: Nichts gegen kritisches hinterfragen, aber grade die Pharmakologen haben als Hauptbeschäftigung wissenschaftlich hieb- und stichfeste Studien (über Wirksamkeiten von Medikamenten, z.B.) anzufertigen und nicht irgendwelche Daten zu phantasieren.
Deshalb wird sich er sich über die Gefahren der methodischen Mängel sehr viel bewußter sein als die meisten anderen.
:-meinung Solange man keine Beweise oder wenigstens Gründe für einen Verdacht hat, sollte man sowas eher lassen.
Und was obiges Mary-Zitat angeht, so meine ich darin einen gewissen Sarkasmus erkannt zu haben... relativ deutlichen Sarkasmus.
DerBlinde
22.05.2003, 02:00
Original geschrieben von Rico
Oho, machen wir grade Biomathekurs? :-D...
Negativ. Lies die Postsgenauer durch, dann dürfte Dir klar werden, warum nicht. Ansonsten bin ich gerne per PM bereit, Dir das zu erläutern ;-)
Original geschrieben von Rico
...Ich finde es gewagt, hier mal auf's gradewohl die Fähigkeit oder den Willen des Pharmakologen, wissenschaftlich zu arbeiten in Frage zu stellen.
Daß wir uns richtig verstehen: Nichts gegen kritisches hinterfragen, aber grade die Pharmakologen haben als Hauptbeschäftigung wissenschaftlich hieb- und stichfeste Studien (über Wirksamkeiten von Medikamenten, z.B.) anzufertigen und nicht irgendwelche Daten zu phantasieren...
Das kannst Du gerne gewagt finden.
Die Pharmakologen sind nicht die Einzigen, die Forschung betreiben. Ich habe auch schon den einen oder anderen Tag in der Forschung verbacht. Hast Du mal ein paper eingereicht oder gar zum review gehabt?? Da wird die Arbeitshypothese, das Model, der wissenschaftliche Hintergrund, die wissenschaftliche Wertigkeit und, ja auch, die Methodik hinterfragt. Und sicher nicht á la "Wir haben uns alle ja soooo lieb...". Das ist gängiges Prozedere, absolut legitim und sogar erwünscht. Deswegen hat kein Wissenschaftler damit Probleme. Denn wenn alles hieb- und stichfest ist, kann man das getrost erläutern. Tja, und wenn nicht, muß man sich eben Kritik gefallen lassen!
Original geschrieben von Rico
...Deshalb wird sich er sich über die Gefahren der methodischen Mängel sehr viel bewußter sein als die meisten anderen...
Sry, das ist Blödsinn und wird sich kein ernsthafter Wissenschaftler vorwerfen lassen! Denn das würde ja bedeuten, alle Nicht-Pharmakologen wären nicht in der Lage, qualitative wissenschaftliche Arbeit zu leisten. Gute Forschung ist doch nicht an ein bestimmtes Institut/eine bestimmte Fachrichtung gebunden!
Original geschrieben von Rico
... :-meinung Solange man keine Beweise oder wenigstens Gründe für einen Verdacht hat, sollte man sowas eher lassen...
Bravo! Willkommen in der Welt der übertriebenen Meinungsfreiheit! Jeder darf den größten Blödsinn verzapfen und wir müssen/haben ihn zu glauben!!
Original geschrieben von Rico
...Und was obiges Mary-Zitat angeht, so meine ich darin einen gewissen Sarkasmus erkannt zu haben... relativ deutlichen Sarkasmus.
Ich bisher nicht. Sollte ich den Sarkasmus nicht erkannt haben, habe ich ja um eine Erläuterung gebeten.
btw: In meinen Zeilen befindet sich auch Sarkasmus. Rate mal wo... ;-)
airmaria
22.05.2003, 02:08
Original geschrieben von DerBlinde
Es erstaunt mich, daß ein Akademiker Aussagen völlig unreflektiert übernimmt. Auf der einen Seite steht die Aussage des Professors, auf der anderen die eigene Erfahrung, wie der Klinikalltag wirklich aussieht. Meiner und der meiner Kollegen sieht und sah bisher nicht so aus! Deiner?
Na, dann scheinst Du an einer Wunderklinik zu arbeiten und ich huldige Dir mit allem, was ich habe. :-))
Also an "meinen Kliniken" gab es Omep 20 (unter welchem Namen auch immer) bei V.a. Gastritis und Vioxx 50 bei chronisch degenerativem Rückenleiden... usw. (natürlich etwas vereinfacht und nur grob dargestellt, damit auch alle verstehen, was ich meine) egal wie alt, wie schwer oder mit welcher Clearance ausgestattet usw...
so sieht der Alltag aus! Das ist meine Erfahrung, ich konnte ja nicht ahnen, daß Du ein Überflieger bist der an einer Wunderklinik als Wunderheiler arbeitet, aber selbst dann, es fehlt der Blick zu Realität!
:-)) :-)) :-))
"Mary" airmaria
airmaria
22.05.2003, 02:16
Original geschrieben von DerBlinde
Der Satz ist in meinen Augen kein kritisches Hinterfragen der Zustände!
Sorry, aber genau das trifft den Klinikalltag auf den Kopf!
Wir sind die Helden, arbeiten rund um die Uhr, trotzem jedem Streß... und wo gehobelt wird, fallen auch mal Späne, na und?
Ist doch normal, das bei den tollen Dingen, die wir leisten, mal etwas daneben geht.
Aber wenn von außen jemand eine Qualitätskontrolle fordert... nein!!!... das haben wir doch nicht nötig, wir sind doch die Besten und die anderen haben keine Ahnung.
Sorry, wer hier nicht zumindest nicht den Ansatz des gängigen Klinikalltags und der "Sonderstelleung" des ärztlichen Daseins wiedererkent, kann nicht in einer normalen Klinik mit offenen Augen gearbeitet haben!
"Mary" airmaria
DerBlinde
22.05.2003, 02:32
Geht doch! Argumentationen ohne Beleidigungen. War das so schwer?
Original geschrieben von airmaria
...Aber wenn von außen jemand eine Qualitätskontrolle fordert... nein!!!... das haben wir doch nicht nötig, wir sind doch die Besten und die anderen haben keine Ahnung...
Ich habe natürlich keine Ahnung, in was für einer Form von Klinik Du Deine Erfahrungen gemacht hast.
Ich für meine Person kann nur feststellen, daß es eine Menge an Qualitätskontrolle gibt, denen man sich auch nicht entziehen kann. Auch nicht mit der oben angeführten saloppen Begründung.
Ersteinmal schauen die Kassen einem massiv auf die Finger. Regelmässig kommt es vor, daß die Kassen die Leistungen für die Behandlung nicht bewilligen, weil sie der Ansicht sind, der Patient wäre nicht lege artis behandelt worden. Ich weiß nicht, in wie weit Du in Deiner bisherigen Tätigkeit damit konfrontiert worden bist, aber ich vermute nicht sonderlich...
Desweiteren erfolgt eine Qualitätskontrolle durch den Patienten und seinem rechtlichen Beistand mit steigender Anzahl und Häufigkeit. Sicher nicht immer gerechtfertigt, aber das ist bei der Fülle an angestrebten Prozessen auch nicht möglich (sonst wäre es wirklich annähernd so schlimm um die medizinische Leistung der Ärzte in Deutschland bestellt, wie Du behauptest). Und die Gutachten zu diesen Fällen werden nicht intern erstellt. Somit ist die Möglichkeit der Vertuschung ebenfalls eingeschränkt.
Dann gibt es noch den Fall des öffentlichen Interesses. Dann kommt die Staatsanwaltschaft persönlich vorbei und eigent sich die Akten an, um die Sachlage zu begutachten.
Und nicht zuletzt gibt es den ärztlichen Dienst der Krankenkassen und das Gesundheitsamt. Die auch gerne den Kollegen am Ort auf die Finger schauen und erst recht klopfen.
Ich habe vorhin schon bemerkt, daß aus genau diesen Gründen es sich keiner sonderlich erlauben kann, bewußt oder unbewußt zu pfuschen, da dies recht schnell mit einem massiven wirtschaftlichen Verlust verbunden ist, da entweder die Ausübung des Berufes erschwert/unterbunden wird oder weil einfach die Patienten abwandern.
Just my 2cents.
airmaria
22.05.2003, 03:26
Original geschrieben von DerBlinde
Geht doch! Argumentationen ohne Beleidigungen. War das so schwer?
Paß mal auf mein lieber Blinder, lies Dir nochmal ganz in Ruhe den Beginn dieses Threads durch (insbesondere Dein erstes Posting auf mein völlig von persönlichen Beleidigungen freies)... und was stellen wir fest?
Genau, diese Aussage aus deinem Munde ist eine bodenlose Frechheit!!!
Original geschrieben von DerBlinde
Ich für meine Person kann nur feststellen, daß es eine Menge an Qualitätskontrolle gibt, denen man sich auch nicht entziehen kann. Auch nicht mit der oben angeführten saloppen Begründung.
Ersteinmal schauen die Kassen einem massiv auf die Finger. Regelmässig kommt es vor, daß die Kassen die Leistungen für die Behandlung nicht bewilligen, weil sie der Ansicht sind, der Patient wäre nicht lege artis behandelt worden. Ich weiß nicht, in wie weit Du in Deiner bisherigen Tätigkeit damit konfrontiert worden bist, aber ich vermute nicht sonderlich...
Hier geht es weiter: Deine Vermutungen liegen mal wieder völlig daneben, weil gerade der Bereich der Endoprothetik durch Qualitätskontrollen erfaßt wird und regelmäßig Datenblätter zur Erfassung ausgefüllt werden müssen (das habe ich sogar regelmäßig selber gemacht, toll, nicht???).
Deine übrigen Aussagen zur Qualitätskontrolle sind eher sozialer oder pseudokommerzieller Natur, haben aber nichts im Geringsten mit einer behördlich durchgeführten Qualitätskontrolle einer übergeordneten Instanz zu tun, wie es sie eben in der Industrie durchaus gibt und welche vehement von der Ätzteschaft abgelehnt wird, warum nur?
"Mary" airmaria
DerBlinde
22.05.2003, 04:06
Ich denke nicht, daß ich "Dein lieber" Blinder bin und ich denke auch nicht, daß dies eine adäquate Anrede in einer Diskussion unter Akademikern ist, die kein freundschaftliches Verhältnis pflegen. Aber ich habe bisher schon die leidvolle Erfahrung machen dürfen, daß konventionelle Gesellschaftsnormen anscheinend wenig Bedeutung für Dich haben. Sei's drum...
Desweiteren habe ich mir ausnahmsweise mal die Mühe gemacht und ein paar Deiner bisherigen Posts aus ganz unterschiedlichen Threads überflogen.
Zwei Dinge sind mir dabei aufgefallen.
Erstens ist es anscheindend mit Deiner klinischen Erfahrung doch nicht so weit her. Anscheinend hast Du vor Kurzem erst Dein PJ beendet und beginnst jetzt Deine ärztliche Tätigkeit in der Schweiz, um dem AiP zu entgehen (was Dein gutes Recht ist). Doch im gleichen Atemzug muß ich bemerken, daß anscheinend ein PJler versucht hat, mir die klinische Welt in fünf Sätzen zu erklären. Und das weniger mit wirklichen Argumenten aus seiner Lebenserfahrung (woher sollte er die auch haben???).
Ich verstehe jetzt auch Deine Ansichten über die Handhabe der medikamentösen Therapie in der Klinik. Ich habe leider auch selten PJler bei der Kurvenvisite an meiner Seite gehabt und denen die genauen Hintergründe meiner Therapie offengelegt. Denn meist waren diese eher daran interessiert Echographie zu lernen, Pleurapunktionen zu machen oder eine ordentliche Rö-Tx-Befundung zu lernen. Ihr gutes Recht. Kurvenvisite war eben nicht so spannend...
Zweitens ist mir aufgefallen, daß Du als einer der vorherrschenden Platzhirsche in diesem Forum Dir das Recht herausnimmst, äußerst provokative Behauptungen aufzustellen oder andere Forum-User vor den Kopf zu stoßen (das mag vielleicht hier so Usus sein und zum alltäglichen Umgangston gehören. Das vermag ich nicht zu beurteilen). Sobald aber jemand etwas an Deiner Meinung auszusetzen hat und der Wind mal ein wenig von vorne kommt, wird erst nach allen Kräften diffamiert und dann geschmollt. Auch eine Möglichkeit, meiner Ansicht nach aber keine besonders glückliche Wahl der Verhaltensweise.
Ach, wo ich gerade eine großen Aufwasch mache...
Deine Antworten im Thread "Große Umfrage zur Lernerei" haben mir bewiesen, daß Du durchaus das Prinzip des IMPP und der schriftlichen Examina verstanden hast und anzuwenden wußtest. Glückwunsch hierzu! Leider funktioniert die Klinik und das wirkliche Leben ein bißchen anders...
Wenn Dein PJ so schrecklich war und Du die klinische Tätigkeit so abstoßend findest und sowieso alle Kliniker nur gewissenlose Mörder sind, dann tu bitte mir und dem Rest der Menschheit einen Gefallen: Such Dir ein alternatives Berufsfeld (kommt eh immer mehr in Mode) und überlasse die klinische Tätigkeit den Ärzten, die sich bemühen und Freude an ihrer Arbeit haben!
Ich bin um jeden anderen FA, der sich nicht um die gleiche OA-Stelle wie ich bewirbt, dankbar!
Froschkönig
22.05.2003, 05:23
Mary, vielleicht solltest Du von "Bösewicht der Woche" langsam auf "Bösewicht des Monats" umsatteln :-D
Ich find's immer wieder schade, dass einige Menschen nicht in der Lage sind, Diskussionen sachlich zu führen!
Gerade dieses Thema gehört nun wirklich nicht auf die persönlich beleidigende Ebene! Diese Diskussion verliert damit für mich ihre Bedeutung.
Original geschrieben von DerBlinde
Sobald aber jemand etwas an Deiner Meinung auszusetzen hat und der Wind mal ein wenig von vorne kommt, wird erst nach allen Kräften diffamiert und dann geschmollt.
Wie war das nochmal mit der eigenen Nase, an die man sich mal fassen sollte?
MfG,
Lisa
Heinz Wäscher
22.05.2003, 09:09
Original geschrieben von Froschkönig
Mary, vielleicht solltest Du von "Bösewicht der Woche" langsam auf "Bösewicht des Monats" umsatteln :-D
oder als Bösewicht des Millenniums, Du Miststück! :-)) :-)) :-))
Heinz Wäscher
22.05.2003, 09:15
Original geschrieben von DerBlinde
Aber ich habe bisher schon die leidvolle Erfahrung machen dürfen, daß konventionelle Gesellschaftsnormen anscheinend wenig Bedeutung für Dich haben. Sei's drum...
...ähm...wenn ich das richtig sehe , dann ist dies erst der 3. Tag, an dem Du hier im Forum bist!?
Und dann gleich schon so ein Urteil?
...klingt ja mehr als komisch...
Alles wird gut
22.05.2003, 09:31
Eieieiei..... seid ihr empfindlich!
Jedes der letzten Postings beginnt erstmal mit ner Beschwerde über die persönlichen Angriffe des anderen. Und wenn mal was positiv angemerkt wird, isses auch falsch.....
Dabei seid ihr doch so weit nicht voneinander entfernt!
Mary sagt, in der Klinik wird geschlurt, bspw die gleichen Medikamente in den selben Dosen an total unterschiedliche Konstitutionstypen vergeben.
Der Blinde sagt, dass passiere nicht in böser Absicht! Da haben beide recht!
Aber Fehler passieren nun mal trotzdem und die kosten Leben oder zumindest Lebensqualität. Vielleicht eine Art Berufsrisiko aber wenn ich mich teilweise bei mir im Semester umschaue, bzw. ein paar von meinen U-Kurs Leuten betrachte..... Mensch, dann will ich nie mehr behandlungsbedürftig krank sein!!!!
Oder der Chefarzt in der Anästhesie prüft die Cornealreflexe grundsätzlich mit der ganzen Fingerkuppe, eine andere saugt einen nach 6 Stunden neurochirurgischer Op in Bauchlage total gestauten Mann mit Lidödemen vom Feinsten über die Nase ab und provoziert so ein Nasenbluten wie man's nicht beschreiben kann....nach fast einem Liter Blutverlust während der Op nicht ganz unproblematisch.
Aber mittlerweile geht's ja um Qualitätskontrolle...
Wenn die Staatsexamina keine Qualitätskontrolle sind, dann haben sie ihren Sinn verfehlt. Wenn das Studium derart Praxisfern aufgebaut ist, ist das nicht die Schuld der Studenten!
Wenn sie dann endlich mal fertig sind gibt's gleich wieder von allen Seiten Feuer...
Ich würde allenfalls den Ärzte-TÜV akzeptieren, wenn dann die Möglichkeit, wegen jedem Mist verklagt zu werden, deutlich eingeschränkt wird!
Original geschrieben von DerBlinde
Ich habe auch schon den einen oder anderen Tag in der Forschung verbacht. Hast Du mal ein paper eingereicht oder gar zum review gehabt?? Da wird die Arbeitshypothese, das Model, der wissenschaftliche Hintergrund, die wissenschaftliche Wertigkeit und, ja auch, die Methodik hinterfragt. Und sicher nicht á la "Wir haben uns alle ja soooo lieb...". Das ist gängiges Prozedere, absolut legitim und sogar erwünscht. Deswegen hat kein Wissenschaftler damit Probleme. Denn wenn alles hieb- und stichfest ist, kann man das getrost erläutern. Tja, und wenn nicht, muß man sich eben Kritik gefallen lassen! Also meiner Auffassung nach gehört zu einer ordentlichen Kritik an einer wissenschaftlichen Arbeit zumindest, daß man selbige Arbeit gelesen hat.
Du hingegen fängst an, nachdem Du einen zusammenfassenden Satz zu der Studie gehört hast dort sofort schwerste methodische Mängel zu erwarten.
Sowas kannst Du machen, *nachdem* Du den Wisch gelesen hast, aber so ist das nicht unbedingt der Goldstandard der Wissenschaftlichkeit, da Du Dich bloß im Reich der Spekulationen bewegst.[/B][/QUOTE]
Original geschrieben von DerBlinde
Bravo! Willkommen in der Welt der übertriebenen Meinungsfreiheit! Jeder darf den größten Blödsinn verzapfen und wir müssen/haben ihn zu glauben!! Bei uns gilt immer noch das Prinzip "Unschuldig bis die Schuld erwiesen ist". Das gilt auch für den Schuldvorwurf "Lügner".
Wenn jedesmal wenn A was sagt bloß B schreien braucht: "Lügner!" und A das dann beweisen muß, dann sind wir in einer verdrehten Welt.
Wenn B den Vorwurf bringt, dann muß B ihn auch belegen können und so A keine Belege für seine Position hat wird seine Behauptung als "Lüge" indentifiziert.
airmaria
22.05.2003, 13:05
Sehr geehrter Herr DerBlinde!
Nur nocheinmal kurz zur Erinnerung, wie unser „persönliches“ erstes Treffen entstanden ist:
Mein erstes Posting hier: ... persönlich???
Original geschrieben von airmaria
Naja, ich denke es ist schon etwas dran.
Immerhin hat ein namhafter Pharmaprof der MHH im Seminar gleiches behauptet und ebenfalls mit Literatur belegt.
Leider war ich zu blöd, mir das aufzuschreiben, da ich in Pflichtseminaren immer nur meine Körperhülle dem Raum zur Verfügung gestellt habe, niemals aber einen Kugelschreiber bewegte :-))
Die These dort war, das ein Großteil (also mehr als 50%) der verordneten oder verabreichten Medikamente in falscher Dosierung gegeben würden (Berechnung Nierenclearance, Interaktion bei Mehrfachmedikation usw... usw...) und somit lebensverkürzenden Einfluß hätten.
Dies habe ich schonmal bei der älteren Diskussion um Generika angeführt, die in meinen Augen mit diesem Hintergrundwissen wohl durchaus Ihre Berechtigung haben und das gesundheitssystem massiv entlasten würden.
"Mary" airmaria
Ihr erstes Posting hier: ... persönlich... ui, und gleich geduzt, na sowas!!! :-))
Original geschrieben von DerBlinde
Deiner Aussage entnehme ich, daß Du bisher nicht ärztlich tätig warst! ... Also ist Deine lapidare Aussage oben völlig aus der Luft gegriffen und absolut unrealistisch. Vielleicht hättest Du mal jemanden fragen sollen, der sich damit auskennt!?! Danke!
Sry, aber mir platzt grad die Hutschnur...
So, nun aber zum Aktuellen:
Original geschrieben von DerBlinde
Erstens ist es anscheindend mit Deiner klinischen Erfahrung doch nicht so weit her. Anscheinend hast Du vor Kurzem erst Dein PJ beendet und beginnst jetzt Deine ärztliche Tätigkeit in der Schweiz, um dem AiP zu entgehen (was Dein gutes Recht ist). Doch im gleichen Atemzug muß ich bemerken, daß anscheinend ein PJler versucht hat, mir die klinische Welt in fünf Sätzen zu erklären. Und das weniger mit wirklichen Argumenten aus seiner Lebenserfahrung (woher sollte er die auch haben???).
Zu erstens: mensch, messerscharf geschlossen... schauen Sie mal links, da steht etwas unter meinem Bildchen, was ich mache, wäre einfacher gewesen! :-)) :-)) :-))
Zur Lebenserfahrung:
Ganz großes Wort! Wer hat Lebenserfahrung? Was ist das, wie bekommt man sie? Nur über die Zeit in einer bestimmten Verwendung?
Nein! Mir ist es gleich, was jemand gemacht hat, wie viele Titel oder Fachärzte er hat, wie alt er ist... oder was auch immer.
Es interessiert das hier und jetzt, die aktuelle Aussage und die Zukunft.
Wenn jemand fachfremdes meinetwegen im jugendlichen Alter von 15 Jahren zum Beispiel in einem Praktikum durch gute Beobachtung etwas erkennt, hat er bezüglich dieser Beobachtung vielleicht mehr verstanden, als der Chef, der seit 20 Jahren ein Unternehmen führt und sich auf ein: „das war schon immer so“ beruft.
Original geschrieben von DerBlinde
Deine Antworten im Thread "Große Umfrage zur Lernerei" haben mir bewiesen, daß Du durchaus das Prinzip des IMPP und der schriftlichen Examina verstanden hast und anzuwenden wußtest. Glückwunsch hierzu! Leider funktioniert die Klinik und das wirkliche Leben ein bißchen anders...
Jaja, die übliche Tour: die „guten Keuzer“ haben keine Ahnung und sind schlechte Ärzte.
Ich bin ja so ein schlechter Mensch!
:-)) :-)) :-))
Hochachtungsvoll (<- konservativ genug?)
"Mary" airmaria
Original geschrieben von DerBlinde
Ich denke nicht, daß ich "Dein lieber" Blinder bin und ich denke auch nicht, daß dies eine adäquate Anrede in einer Diskussion unter Akademikern ist, die kein freundschaftliches Verhältnis pflegen
den schmarrn können SIE sich schieben!!!
:-meinung
Froschkönig
22.05.2003, 15:22
Wie schafft Ihr es nur immer alle, die Postings so entgleisen zu lassen ??? :-???
P.S. DerBlinde hat die Studie zwar nich gelesen...aber Mary auch nich.
thesecondone
22.05.2003, 16:58
Sicher passieren Fehler. Aber 3% halte ich für extrem hoch. Kein Arzt kann sich das erlauben. Dann kommen nämlich keine Patienten mehr. Aus die Maus. Wenn sich einmal rumgesprochen hat - und das geht meist schneller, als einem lieb ist - daß man als Arzt nichts bringt, kannst Du Deine Koffer packen. Zudem haut Dir die Kammer und der Anwalt des Patienten/der Angehörigen auf die Finger. Und die scheuen sich nicht! Die Anzahl der Regreß-Klagen gegen deutsche Krankenhäuser steigt jedes Jahr um knapp 30%. Sicher nicht weil die Ärzte jedes Jahr immer mehr "abloosen", sondern weil die Bereitschaft zu klagen jedes Jahr drastisch zunimmt. Da kann sich heute keiner mehr großartig Fehler erlauben....
kommt halt drauf an wie streng man die fehler zählt, dann kommt man schon auf sowas. soviel macht man auch ungefähr falsch wenn man normal autofährt und die unfallquote is auch noch lang nicht so groß.
mfg
Pünktchen
22.05.2003, 18:41
Wenn erwachsene Menschen sich streiten...man man man...ihr seid doch keine kleinen Kinder mehr...unter www.aerzteblatt.de (http://www.aerzteblatt.de) habt ihr euch wohl ne Anregung geholt...
Ich versteh euch nicht...ich finde nicht, daß Mary mit seinem ersten posting jemanden angegriffen hat...könnten wir hier sachlich bleiben?
@derblinde
im Voraus...ich bin erst im 8.Semester...hab keinerlei Lebenserfahrung :-blush ...bin blond
ich denke, daß in den Kliniken einige Fehler gemacht werden und auch einige Patienten dadrunter leiden müssen...entweder aus Unerfahrenheit heraus oder einfach aus Unachtsamkeit....weil man irgendetwas übersieht....wenn ich im AiP irgendwann mal sein werde, dann kann ich nicht von mir behaupten, daß ich unfehlbar bin....viele Therapiefehler bleiben auch ohne Auswirkungen, weil jemand anders es wieder korrigiert...meine Patienten müssen mich und meine Therapie ertragen und wenn der erste unter meiner Therapie stirbt, werde ich mich fragen, ob ich nicht lieber hätte Frisöse werden sollen, da bringen einen höchstens die Kunden um :-D
Ich denke es ist wichtig, daß Leute sich Gedanken drum machen, warum das so ist...warum Fehler gemacht werden...und dann kann man seine eigenen Schlüsse daraus ziehen und lernen, achtsamer zu sein...besonders die Leute, die täglich auf Station arbeiten, sollten ihre Arbeit hinterfragen.... :-)
Zum Thema falsche Dosierung und keine NW berücksichtigen... :-? diese Woche hab ich im Neurologiekurs gleich 2 Beispiele dafür gehabt....eine falsche Diagnose und dadurch falsche Behandlung...
airmaria
23.05.2003, 01:42
Original geschrieben von Froschkönig
Wie schafft Ihr es nur immer alle, die Postings so entgleisen zu lassen ??? :-???
Weil mir manchmal mehr als ein oder zwei Zeilen schreiben ;-)
... und überhaupt, Entgleisung sieht ganz anders aus!
:-)) :-)) :-))
"Mary" airmaria
PS: damit es mehr als zwei Zeilen werden :-blush
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