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Knusperriegel
18.05.2007, 12:30
In Haushalten, in denen das Geld knapp bemessen ist, sind finanzelle Gründe oft ausschlaggebend für die Vorhaltung einer Tageszeitung, Büchern so genanntem pädagogischem Spielzeug, ja selbst von allgemeinem Schulbedarf.

Alles, was mit Kultur und Sport (und damit Bildung) zu tun hat, kostet Geld.
Auch wenn es Literatur aus der Leihbücherei gibt und viele Vereine ermäßigte Beiträge für sozial schwache Familien haben:
es ist immer noch viel geld und viele wollen solche Angebote (Almosen) auch nicht annehmen.

Und "Muttern" hat da ganz andere Sorgen, als das allgemeine Bildungsniveau ihrer Kinder

RS-USER-Claudi
18.05.2007, 12:37
sicher, aber unsere Azubis kommen nahtlos aus "ordentlichen" Verhältnissen ohne Geldmangel. Es fehlt nicht mal an der Schulbildung - sehr gute Mittlere Reife ist hier Zugangsvoraussetzung - besser Abitur. Das Dilemma mit der Motivation aber ist das gleiche.

RS-USER-Schädelspalter
18.05.2007, 22:39
Original geschrieben von Claudi
... Es fehlt nicht mal an der Schulbildung - sehr gute Mittlere Reife ist hier Zugangsvoraussetzung - besser Abitur. Das Dilemma mit der Motivation aber ist das gleiche.
Das kann ich zum Teil bestätigen.
In meiner Klasse (ich habe nach der alten Regelung Anatomie/Physiologie/Biologie unterrichtet) gab es mehrere Schüler, die Teile von dem Stoff nicht verstanden, den ich ihnen beibringen wollte. Einige davon haben Fragen gestellt und sich mit dem Stoff beschäftigt. Andere hatten augenscheinlich keinen Bock. Die letzteren haben sich dann bei der Kursleitung beschwert, die sich ein paar Unterrichtsstunden angehört hat, ihr Kommentar zu einer der Stunden war: "Ach so funktioniert das! Das hatte ich bis jetzt nie so richtig verstanden" (echt wahr :D ). Die "Lauten" und unmotivierten störten z.T. so sehr, dass ihnen sogar einige von den besseren Schülern sagten, sie sollten sich jetzt gefälligst mal Mühe geben.

Das Ergebnis der Klausur waren dann ca. 40% "gut" oder "sehr gut", 40% "4" oder "5" (und eine "6") und der Rest "3".
Das bestätigte meinen ersten Eindruck: viele sind motiviert und "fit", einige haben Schwierigkeiten, bemühen sich aber und einige wollen sich nicht anstrengen.
Vielleicht fallen die Letztgenannten einfach nur mehr auf.

RS-USER-Küchenhexe
19.05.2007, 00:11
Ich zitiere hier nur mal folgendes:

"Ist die Ausbildung hier eigentlich leicht?"

"Du hast Vorkenntnisse (i.e. eine Ausbildung im medizinischen Bereich...)? Dann kannst Du's schaffen."

"Ich kann also nicht durchfallen?"

"Äh, doch... das ist leicht."

"Ja, wie? Das heißt, ich kann tatsächlich durchfallen?"

(Pause...)

"Durchfallen ist überhaupt kein Problem. Allerdings ist es auch kein Problem, die Ausbildung zu schaffen. Du kriegst schon alle Hilfe, die Du brauchst. Wenn Du die Zeit und die Arbeit investierst."

"Also, nee..."

1. Ausbildungfsjahr: 2 von 7 sind noch dabei. Beide mit Vorkenntnissen.

2. Jahr: 1 von 2... und wir ziehen die eine mit durch... deprimierend, nicht?

RS-USER-Bärentöter
19.05.2007, 09:20
@Schädelspalter: ich hab' vor Jahren mal zwei Semester Unterricht in einer Schule für einen med. Hilfsberuf gehalten (kann das nicht näher ausführen, sonst wird es identifizierbar) und habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Die erste Klasse war so wie von Dir beschrieben und ich bin da schon mit Unlust hingegangen (o.k., für mich war Lehrtätigkeit auch neu), die zweite dagegen hat mir direkt Spaß gemacht, da konnte man sogar vom Frontalunterricht mal weggehen, weil (fast) alle mitgemacht haben.
Aber wenn ich mir bedenke, daß die zum großen Teil desinteressierten und maulfaulen Schüler aus der erstgenannten Klasse jetzt tätig sein sollen, mache ich mir so meine Gedanken.

RS-USER-Claudi
19.05.2007, 09:35
@Küchenhexe
Das spiegelt genau meinen Eindruck wieder:
"Mir muss alles in den Schoß fallen, weil ich armer Mensch sonst völlig überfordert bin. Und wenn jemand sagt, ich soll mich anstrengen, dann fühl ich mich gemobbt - oder ich geh zum Arzt, der schreibt mich krank, weil meine armen Nerven diesen furchtbaren Streß nicht aushalten..." :grins:

Ich frag mich nach wie vor woher das kommt?
Am Freitag hab ich mir den Spaß gemacht, mich an die Azubis leise ranzuschleichen und laut ACHTUNG !! zu rufen! :D

Hat für ein paar Minuten geholfen - sie sind fast vom Stuhl gefallen und waren kurzfristig hellwach.

Aber ich muss auch sagen, dass es fleißige und motivierte Leute gibt! Leider sehr dünn gesäät bei den kids

RS-USER-Möhre
28.05.2007, 10:31
tja, ob das allgemeine bildungsniveau in deutschland abnimmt weiß ich nicht ... ich fürchte es, aber weiß es eben nicht ... allerdings frage ich mich dann, warum man bestrebt ist, die anforderungen zumindest auf dem gymnasium runter zu schrauben, weil es zu schwer sei ...
aber was unseren beruf betrifft ... irgendwie hab´ ich den eindruck, daß die zahl der nullen in unserer berufsgruppe überdurchschnittlich hoch ist, was allerdings von wahnsinnig viel faktoren abhängig ist ... ich würde nicht pauschal behaupten, die sein all dämlich ... allerdings befremdet es mich schon, wenn ich schüler aus dem dritten kurs auf meiner ips anleite und einer von zehn weiß, was eigentlich ein ekg ist. nur, es hat auch was mit der erziehung zu tun ... und da wird´s wirklich zum problem ... als ich in der fachweiterbildung saß, fanden es ein paar von uns wichtiger, mit dem laptop börsenkurse zu beobachten als dem dozenten zu lauschen ... :-keule :-keule