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RS-USER-blacksheep
16.05.2007, 10:23
Griller. Das gleiche Spiel machst du auch in einer Uniklinik mit. Natürlich nicht immer. Ist schon vom Personal (mehr am pflegenden als am ärztlichen) abhängig. Aber so nen Verschiebespiel scheint lustig zu sein. Zum Beispiel nimmt auch eine Innere Notaufnahme hier keine Zwangseinweisungen an. Die müssten entweder in die PK oder auf die Intensiv .. ganz großes Kino. So kann man sich auch ITS-Bette belegen.

RS-USER-Rippenspreizer
16.05.2007, 16:35
Naja, so leicht ist das alles nicht.
Ich befürchte, dass muss man etwas "differenzierter" sehen. Es geht sicherlich nicht primär darum, das man Arbeit abwenden will sondern das man mit dem wertvollen Gut "Intensivbett" auch entsprechend vorsichtig haushalten muss. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit einer normalen Station.
Ihr dürft euch nicht vorstellen, dass so eine ITS darauf wartet, von Notfällen belegt zu werden. Da konkurrieren zahlreiche akute, chronische, potentiell kritische und kritisch-postoperative Patienten um die Plätze. Und man muss als aufnehmender Arzt schon gut überlegen, ob ein Patient

a) überhaupt intensivpflichtig ist
b) nicht idealerweise auf eine fachbezogene ITS geht (zB. der Polytrauma-Patient nicht nnotwendigerweise auf eine unfallchirurgische ITS, wenn die neurochirurgische ITS noch ´n Platz frei hat)
c) optional nach Diagnostik in ein anderes Haus/sogar zurück verlegt werden kann.

Beispiel: NA intubiert patient präklinisch mit V.a. ICB und fährt eine Neurochirurgie mit ITS an. Im Aufnahme-CCT stellt sich heraus, dass der Patient einen Schlaganfall hat und nicht neurochirurgisch operiert werden muss. In Anbetracht der Tatsache, dass die neurochirurgische Intensiv vielleicht für den Folgetag 3 Intensivbetten für postoperative Patienten benötigt, kann es durchaus sinnvoll sein, den Patienten auszuleiten und ihn dann auf die Stroke zu verlegen.

Derartige Beispiele gibt es etliche und es geht in den allerseltensten Fällen darum, den Patienten zu ärgern oder die Station "sauber" zu halten sondern oftmals ist es einfach eine zwingende Notwendigkeit. Ihr ahnt nicht, welche Patienten zum Teil auf Normalstation verlegt werden, nur um ein Intensivbett für einen Notfallpatienten zu schaffen (der im schlimmsten Fall "nur" etwas zuviel getrunken hat).

Keep that in mind D:-)

serial2k
16.05.2007, 17:52
Bei Intensivbetten (und da ganz besonders bei Beatmungsbetten) kann ich das auch nachvollziehen, aber das turfen schon in der Notaufnahme bei nicht kritischen Patienten ist teilweise wirklich etwas nervig. Das was griller da beschrieben hat erlebe ich auch regelmäßig. Sehr beliebt für sowas sind auch immer irgendwelche unklaren Bauchsachen.

RS-USER-DocMezzoMix
17.05.2007, 17:32
In dem konkreten Fallbeispiel war das verlegen des Pat. auf eine ICU schon in Ordnung, der Pat. wurde von der Internen Aufnahme angemeldet und auch direkt übernommen..nur halt der Anaphylaxiespruch aber über sowas steht man ja...gerade wenn es falsch war ;)

Allerdings wäre es auch mein Traum: Eine Notaufnahme für alle Patienten, nicht diese Geschichten SynkopeDDInfarkt, gestürzt mit kleinster Platzwunde "Der muss erstmal zum Chirurgen" in der Internen, oder das PEndeln mit Bauchschmerzen zwischen Chir und Intern bis man dann irgendwann den Patienten genervt umlagert und sagt"Wir sind nicht der Hausdienst und die 8 Min Übergabezeit laut KrhGesetz sind auch vorbei."

RS-USER-Häuptling weiße Wolke
17.05.2007, 21:17
Das ist in meinen Augen aber eher ein Großstadtproblem. Aus Hannover kenne ich es auch noch, dass man erst mal prophylaktisch angemotzt wurde und alle Häuser aus Prinzip abgemeldet waren. Jetzt arbeite ich in einer kleineren Stadt mit jetzt nur noch einem Krankenhaus mit noch 2 Standorten. Da ist es meist überhaupt kein Problem, zumal mehrere Mitarbeiter der Notaufnahme auch Rettungsdienst fahren und sich alle untereinander kennen. Da gibt es sogar gemeinsame Grillparties von Notaufnahme und Rettungsdienst. Gut, neue ärztliche Kollegen müssen meist erst mal eingenordet werden, aber das erledigt meist das Notaufnahmepersonal.