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RS-USER-Katja
23.08.2007, 04:17
Sollte man sich nicht schämen, wenn man den eigenen Job für so einfach hält, daß man es jedem anderen Dulli zutraut? :-p ;)
Ich glaube auch nicht, daß die Placenta im Uterus ein größeres Problem darstellt als der Versuch, sie manuell zu lösen ohne wirklich zu wissen wie das geht oder dann Teile der Placenta zurückzulassen (im Ernst: wer von uns kann sicher beurteilen, ob man da die komplette Placenta vor sich hat oder ob nicht eine Kleinigkeit dringeblieben ist?) und damit eine richtige postpartale Blutung weit vor Ankunft in der Klinik auszulösen?
Die postpartale Blutung ist meines Wissens der einzige Grund, um die Placenta zu bergen - aber wie gesagt, ich kann nicht beurteilen, ob die Patientin eine Placenta accreta, increata oder gar percreta hat (die Placenta also in unterschiedliche Anteile des Uterus eingewachsen ist - diese Chance besteht besonders, wenn die Patientin schonmal eine Sectio hatte oder ein Trauma des Uterus). Das zieht häßliche Blutungen nach sich, die sich meist nur durch eine Hysterektomie lösen lassen (mehr als 90%) und an denen immerhin 7% dieser blutenden Patientinnen versterben. Und das im Krankenhaus mit den ganzen Resourcen des Krankenhauses zur Verfügung. Das nur, bevor man da seine Hände in einen graviden Uterus steckt...

Nein, ich glaube nicht, daß das der Grund für einen Schnellkurs praktische Gyn sein muß :D wobei der sicher keinem von uns schadet.

RS-USER-emergency doc
23.08.2007, 07:33
Original geschrieben von Katja
Das nur, bevor man da seine Hände in einen graviden Uterus steckt...

:eek:

Der Blödmann verlangt, daß wir unsere Hände da reinstecken und die Plazenta bergen sollen? Ich dachte bisher, es gehe um diese dämlichen "Drück hier, Reib da" Bauchdecken Handgriffe...:confused:

RS-USER-DoktorW
23.08.2007, 08:05
es ging tatsächlich ums "Reinstecken"!

RS-USER-Bärentöter
23.08.2007, 18:18
Original geschrieben von DoktorW
es ging tatsächlich ums "Reinstecken"!

DAS würde ich allenfalls bei einer massiven vaginalen Blutung tun, sei es präpartal (Pl. praevia) oder Atonie

RS-USER-gnuff
23.08.2007, 19:54
ähm, ganz nebenbei, ich kenne manuelle Plazentalösung nur mit Narkose, d.h. ich gehe davon aus, daß das nicht wirklich angenehm ist.

Ich hab das ein paar mal gemacht, so richtig schön, noch im Entbindungsbett... die Aufklärung durch die Gynokokken lief immer so ab: "...der da lässt sie jetzt einschlafen, ich ziehe dann an der Plazenta, dann ist wahrscheinlich alles gut, wenn es stark blutet, schneide ich sie auf rupfe ich ihnen noch hier und sofort die Gebärmutter raus..."

Also ich würde das auf keinen Fall in einem RTW machen...

RS-USER-emergency doc
24.08.2007, 09:03
Hmmm... also die Aufklärung würd ich auch noch hinkriegen, aber sonst...:rolleyes:

RS-USER-emergency doc
28.01.2008, 19:10
Also nur um Dich nochmal zu bestätigen: ich hab heute auch eine Geburt draussen gehabt. Abgenabelt, Kind schön an Baby-NAW übergeben, Plazenta schön in der Mutter gelassen, und gepflegt in die der Kinderklinik angeschlossene Gynäkologie gefahren... Hat auch keiner gemotzt oder so...

RS-USER-DoktorW
31.01.2008, 11:29
wie lange war der Transportweg?

RS-USER-emergency doc
31.01.2008, 17:25
10-15 Minuten...

RS-USER-DoktorW
31.01.2008, 17:30
da hätte bei mir damals wahrscheinlich auch keiner gemosert...

Morbus X
31.01.2008, 17:55
Ich schliesse mich da Katja und Hoffi vollinhaltich an.

Eine schöne NoKo-Massnahme für RA - von nichts eine Ahnung (gynäkologisch betrachtet) aber schon mal schön beide Bratzen reinstecken und ziehen...
Super!!!
Das schlage ich gleich im nächsten Erste-Hilfe-Kurs als Massnahme für Ersthelfer vor! :grins:

Morbus X
31.01.2008, 17:59
Weils mir gerade so einfällt:

Wie siehts denn da mit der Sterilität aus?
Ist das nicht auch irgendwie wichtig?
Oder geht der geneigte Gynäkologe davon aus daß der Dreck sowieso rausblutet?
:rolleyes:

RS-USER-emergency doc
31.01.2008, 18:43
Original geschrieben von Morbus X
Das schlage ich gleich im nächsten Erste-Hilfe-Kurs als Massnahme für Ersthelfer vor! :grins:

Also Du würdest Dich wundern, was so mancher alles angeblich in seinem Erste Hilfe kurs gelernt hat... Die "Trachotomie per Kugelschreiberhülse"-Methode ist quasi ein Klassiker...

RS-USER-Linda
31.01.2008, 19:04
Ach komm. Das haben wir alle schon 30 Mal im Fernsehen gesehen, und da klappt das auch immer.
-> letztens im Gespräch mit Freundinnen, ein entfernter Bekannter ist erstickt. Allgemeine Betroffenheit, niemand war dabei, aber jeder weiß, was alles falsch gelaufen ist: "Ob der Notarzt da nen Luftröhrenschnitt gemacht hat, weiß ich aber auch nicht..."
Gibts n hübsches Flußdiagramm zu: Kopf -> Tisch

Morbus X
09.02.2008, 15:17
Ach ich liebe die Trachotomie per Kugelschreiber - hab mir extra einen ganz dicken von MacGeiz besorgt.
Jawoll! Das rockt! :-p ;)

Nee, mal im Ernst: Da wo ein Hals ist, passt auch ein Tubus rein. Und bei einer Epiglottitis warte ich brav auf den Kindernotarzt. Ich will ja nicht.....äh.....also.....naja....mir die Finger schmutzig machen. *räusper*

RS-USER-Katja
09.02.2008, 17:11
Original geschrieben von Morbus X
Nee, mal im Ernst: Da wo ein Hals ist, passt auch ein Tubus rein. Und bei einer Epiglottitis warte ich brav auf den Kindernotarzt. Ich will ja nicht.....äh.....also.....naja....mir die Finger schmutzig machen. *räusper*

Jetzt sind wir aber am anderen Ende des Patienten angekommen ;)
Auch der Kindernotarzt wird bei einer Epiglottitis wenn irgend möglich sehen, daß er das Kind noch in die Klinik bekommt und HNO-Standby hat für den Intubationsversuch, denn a) ist das ein Fall, wo mehr Leute tatsächlich gut ist und b) ist Cricotomie bei Kind ist auch kein Spaß :(

RS-USER-emergency doc
09.02.2008, 20:03
Original geschrieben von Morbus X
Da wo ein Hals ist, passt auch ein Tubus rein.

Naja, erst vor 2 Wochen wieder erlebt, daß dem nicht so ist!
Alles gut einstellbar, aber statt Stimmritze eine komplett zugequollene ödematöse Trachea mit einer kleinen punktförmigen Öffnung, über die ich den Patienten mit Larynxtubus beatmen musste, um ihn in die Klinik zu kriegen...

RS-USER-Katja
09.02.2008, 20:09
Solang er sich noch beatmen läßt, ist ja alles noch recht gut. Dann paßt in der Klinik auch noch ein Cook-Stab durch für Sauerstoff, bis jemand die Trachetomie in relativer Ruhe fertig gemacht hat.
Ich hatte letztens einen Patienten im OP, der hatte soviele Papillome im Larynx und auf den Stimmlippen, daß wir die gar nicht identifizieren konnten :eek: und solange Jetventilation gemacht haben, bis die HNO den Weg freigelasert hat...

Aber haben wir nicht mal eher in der Nähe des anderen, gynäkologischen Halses mit dem Threat angefangen? :grins:

Fallobst
09.02.2008, 20:16
OK ist zwar jetzt ein bisschen OT aber kann mir mal jemand erklären warum die Koniotomie im Notfall der Tracheotomie vorgezogen wird? ist es wirklich soviel schwieriger die Trachea "blind" zu punktieren als das Ligamentum conicum? Oder hat es noch andere Gründe?

RS-USER-emergency doc
09.02.2008, 20:23
Original geschrieben von Fallobst
kann mir mal jemand erklären warum die Koniotomie im Notfall der Tracheotomie vorgezogen wird?

Zwei ganz einfache Gründe: erstens, es blutet deutlich weniger und zweitens es geht deutlich schneller. Eine Koniotomie ist eine Sache von Sekunden, während eine Tracheotomie schon eher ein richtiger chirurgischer Eingriff ist. Man kann natürlich genau so schnell tracheotomieren wenn man möchte, aber man richtet dabei einen ungeheuren Flurschaden an, und man hat ja schliesslich auch das Ziel, dem Patienten zu helfen, und nicht einfach irgendwie einen Tubus da reinzumachen...