Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Apoplex
RS-USER-Katja
12.12.2007, 15:21
Original geschrieben von emergency doc
Hmmm... also ich hab bisher noch nie jemanden mit Propofol eingeleitet, liegt wohl an der mangelnden Verfügbarkeit im RD. Als Notarzt hat man ja praktisch nur bei Verlegungen damit zu tun...
Ich komme ja doch öfter mal in die Verlegenheit, eine ganz normale Narkose einzuleiten, also tu ich das öfter :-p Und es brennt halt schon bei etwa 50-70% aller Patienten. Da ist ein bißchen LA zum "Betäuben" der Vene ein netter Zug, auch wenn es nicht immer hilft.
Aber da driften wir ab...
RS-USER-Tony74
21.01.2008, 18:11
naja, die Inzidenz für Ischämie liegt bei 80:20 mein ich zu wissen.
Ne Braunüle kriegen meine Apoplektiker immer! Und bei uns wird auch Blut abgenommen. Das finden die Neurologen toll!
Und an die Viggo häng ich immer ne kristalloide Lösung an.
Vielleicht meinte der HA, durch eine HAES mithilfe des onkotischen Drucks intravasal das Hirnödem ausschwemmen zu können... is natürlich müll.
Ne Viggo will ich schon allein dafür haben, falls der Pat beginnt zu krampfen, reanimiert werden muss oder intubiert werden muss.
Ich intubiere allerdings keinen Pat auch beim GCS von 3, wenn er spontan atmet und ne SaO2 unter O2 von >90 hat.
Die Intubation schafft entweder durch den Reiz eine Hypertonie woraufhin eine ICB verstärkt oder ausgelöst würde oder wenn ich für die ITN Eto gebe, kann ich beim alten Herrn den Blutdruck gefährlich senken.
Ein Kreislauf mit systolischem RR von >160 und <200 ist für mich eigentlich optimal. >200 würde ich aber auch jederzeit mit Ebrantil senken.
Mannitol geben wir eher nicht, denke ich. kann da aber auch nur für mich sprechen.
Wichtig ist erstmal BZ messen, o2 geben und kreislauf stabil halten.
Und dann mit voranmeldung ins KH...
RS-USER-Katja
21.01.2008, 19:46
Original geschrieben von Tony74
Ich intubiere allerdings keinen Pat auch beim GCS von 3, wenn er spontan atmet und ne SaO2 unter O2 von >90 hat.
Die Intubation schafft entweder durch den Reiz eine Hypertonie woraufhin eine ICB verstärkt oder ausgelöst würde oder wenn ich für die ITN Eto gebe, kann ich beim alten Herrn den Blutdruck gefährlich senken.
Entschuldige, aber eine Sättigung von 90% ist für einen Patienten mit ICB oder Apoplex alles andere als gut (das ist ein pO2 von 60mmHg - das ist nichts für ein krankes und minderperfundiertes Gehirn). Und da gehört ein Tubus rein, schon wegen der Aspirationsgefahr, die mit Atemfrequenz und Sättigung nichts zu tun hat. Und die Hyperkapnie, die mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch beim GCS von 3 dazukommt, macht das Hirn garantiert nicht besser.
Zum Druckproblem: Erstens kann man gegen Drucksenkung durchaus auch Medikamente geben und zweitens senkt Eto in sinniger Dosierung den Druck nicht so stark, daß das "gefährlich" wäre. Es senkt den MAP in Einleitungsdosis um weniger als 10%, wenn das schon "gefährlich" ist, muß man sowieso ein entsprechendes Medikament zur Blutdruckregulation zur Hand haben.
Man kann sogar mit Propofol oder Thiopental so einleiten, daß der Druck nicht abfällt, wenn man es langsam gibt...
Jeder, der ohne Druckänderung ohne Medikamente zu intubieren ist, liegt da normalerweise unter Reanimationsbedingungen ;)
Wichtig ist erstmal BZ messen, o2 geben und kreislauf stabil halten.
Und dann mit voranmeldung ins KH...
Darauf können wir uns einigen, aber mit Tubus, wenn es nicht die Hypoglykämie war, die uns neurologische Symptome beschert hat.
RS-USER-Elektro-Dengel
21.01.2008, 20:26
Original geschrieben von Tony74
Die Intubation schafft entweder durch den Reiz eine Hypertonie woraufhin eine ICB verstärkt oder ausgelöst würde oder wenn ich für die ITN Eto gebe, kann ich beim alten Herrn den Blutdruck gefährlich senken.
Passt doch, dann heben sich die RR steigernden und senkenden Kräfte gegenseitig auf!
Nee, mal im Ernst:
Also einen tief bewusstlosen Apoplektiker nicht zu intubieren ist mal mindestens ein Kunstfehler! Das alles erinnert mich an den chirurgischen NA, der die Tabletten-Intox nach Intubation mit Eto am Schlafen halten wollte (...dass er alle 1-2 min. nachspritzen musste, kam ihm nicht mal komisch vor!) und dabei immer in seinen nicht vorhandenen Bart murmelte: "Vorsichtig..., nicht dass mir der Blutdruck zu weit abrauscht"!
Eine Intubation und kontrollierte Beatmung sollte hier Standard sein, um ausreichende Oxygenierung und Ventilation zu sichern und ausserdem um die massiv erhöhte Aspirationsgefahr zu bannen!
RS-USER-emergency doc
23.01.2008, 07:57
Naja, also in einen Patienten mit GCS 3 gehört solange ein Tubus, wie er nicht eine ganz simpel zu beseitigende Ursache hat (Hypoglykämie, Naloxongabe, Wecken etc.)
Aber Tony, Du bist mit Deiner Meinung leider nicht alleine, was sie nicht richtiger macht. Wenn man einen schnappatmenden tief bewusstlosen Patienten intubiert und beatmet in eine Neurologie bringt, kann man fast sicher sein, Sprüche wie "daß ihr immer so intubationsgeil seid" oder so zu hören.
IMHO ein Mangel in der Ausbildung.
Wer geweckt werden kann hat keinen GCS3;)
:D
Chirurgen;)
Ich hätte ja noch hinzugefügt: "oder in den kein Tubus mehr reingehört" (=> Totenschein) ;)
:D
:D
RS-USER-emergency doc
23.01.2008, 15:40
Original geschrieben von krumel
Wer geweckt werden kann hat keinen GCS3;)
Ja, aber dem ungeübten Auge erscheint er "GCS-dreioid"...
:D
Mensch, du bist doch Chirurg, HÄNDE. HÄNDE! Man fühlt den GCS sozusagen..Das ist bei euch Chirurgen doch eh das beste Stück?:D
:cool:
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