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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : NOTFALLZEINSATZ CHIR IM RATHAUS



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RS-USER-Elektro-Dengel
09.11.2007, 13:08
Original geschrieben von Rescuerambo

naja Doc schießt die Treppe hoch, übernimmt das bebeuteln, will Supra und Hypno aufgezogen haben, verlangt nen 7er Tubus, und los geh die Party....

Ist das eigentlich neuerdings Usus, jemandem, der eh schon bewusstlos is Hypno zu geben? Ich hatte neulich nen NA, der meine bew.losen Med.intox (wohlbemerkt nach Intubation) mit Eto ruhig halten wollte, da die so langsam aber sicher den Tubus zerkauen wollte! Dass er alle 30 sec. nachspritzen musste hat ihn dabei nur geringfügig gestört. Dabei hat er ständig in seinen nichtvorhandenen Bart gesäuselt:"Vorsichtig, vorsichtig, Eto senkt die Vorlast, nicht dass mir der RR noch weiter absackt!"

Und noch was zur ST-Hebung:

Der ist nicht zwangsweise immer gleich ein HI nachzusagen. Erst recht nicht, wenns nur die Paddelableitung is, und schon gar nicht ohne Ausdruck. Was ich schon an Hebungen aufm Display gesehen hab, die sich allesamt mit nem kurzen Ausdruck wieder in Luft auflösten...!
Zudem gibts noch andere Bilder, die zu ner ST-Hebung führen können, vorbestehende Schenkelblöcke zum Beispiel.

Rescuerambo
09.11.2007, 13:14
Sicher, die ST Hebung ist aber die ganze zeit da, aufm ausdruck , und in veränderter form auch auf dem später im RTW geschriebenen 12 Kanal

RS-USER-Elektro-Dengel
09.11.2007, 14:28
Original geschrieben von Rescuerambo
Sicher, die ST Hebung ist aber die ganze zeit da, aufm ausdruck , und in veränderter form auch auf dem später im RTW geschriebenen 12 Kanal

OK, überredet! Also der Doc hat den guten schlafen gelegt und intubiert, Rea medis stehen bereit, Katecholamine nach gusto des Studierten haben wir auch in Bereitschaft. ASS und Heparin sparen wir uns bei V.a. SHT und unklare innere Verletzungen, nehm ich mal an? Wie tief is der eingentlich gefallen. Ergibt der Bodycheck noch was? Prellmarken? Hämatome?
Der Neurostatus erscheint bisher eher unspektakulär. Trotzdem würd ich die Pupillen öfers mal kontrollieren und mir noch den Reflexstatus anschauen! Babinski? Beatmungstechnisch vermeiden wir hohe Spitzendrücke und hyperventilieren milde (schadet nicht bei ACS und kommt gut bei SHT).

Dann mal langsam Land gewinnen und schnell ein Haus der Max.versorgung (CT, Neuro,Neurochir., Coro) anfahren.
Es kommt zwar traumatologisch wahrscheinl. nicht viel bei raus, aber trotzdem darf man das mal als Schockraum Trauma / Chestpain anmelden.

RS-USER-blacksheep
09.11.2007, 17:24
Mir war irgendwie als ob Hyperventilation out wär ...

RS-USER-apoplex
09.11.2007, 18:36
Original geschrieben von blacksheep
Mir war irgendwie als ob Hyperventilation out wär ...

Meine ich auch - wenn, dann allerhöchstens kontrolliert (also zumindest Kapnometrie, besser BGA) und auch nur, wenn tatsächlich ein Hirndruck vorliegt (kann hier nicht von ausgegangen werden) - Prophylaktisch nicht.

RS-USER-Elektro-Dengel
09.11.2007, 18:39
Original geschrieben von blacksheep
Mir war irgendwie als ob Hyperventilation out wär ...

Nett, dass du´s erwähnst! Ich hab kurz nach dem Post nochmal nachgelesen, allerdings nur in meinem ITLS-Buch, in dem sonst ne Menge Schund drinsteht, aber das is ein anderes Thema.

Dort wird die Meinung vertreten, dass die agressive Hyperventilation von Haus aus kontraindiziert ist (gut, das is jetzt nicht wirklich neu) und eine milde Hyperventilation nur noch bei Einklemmungszeichen indiziert ist, da hier dringend eine ICP-Senkung auch auf Kosten der Perfusion von Nöten ist. Dann solle auch bei einer Besserung der neurol. Symptome wieder normoventiliert werden. Ich für meinen Teil stelle mir allerdings die Frage, wie ich präklinisch eine Einklemmung sicher von einem anderen Prozess unterscheiden soll. Von daher sehe ich eine milde Hyperventilation, auch prophylaktisch und natürlich immer unter kritischem Monitoring von SpO2 und etCO2 als durchaus indiziert. Wenn mir jemand ne Studie vorlegt, die das Gegenteil beweist, lasse ich mich natürlich auch gerne eines besseren belehren!

RS-USER-emergency doc
09.11.2007, 20:53
Hmmm... also meine Arbeitsdiagnose wäre HI mit kardiogenem Schock und darauf folgend der Sturz. Anfahren würde ich eine Klinik mit CT und Katheterplatz. Ansonsten: ITN, stabilisieren, Stiff... hätt ich auch gemacht.
Paddles hätte ich auch nicht geklebt, ich hab lieber die Bügeleisen in der Hand... Ausserdem hätte ich als erstes darauf bestanden, daß der Automat abgeschaltet wird! Ich kann AED und Halbautomaten nicht ausstehen...

Rescuerambo
09.11.2007, 21:35
Naja,

2 Ärtze 3 Meinungen... :D

Transport : Blau ins nächste KH mit Maximalversorgung...


Was ich noch weiß:

Der Mann ist Patient des Scheffs von meiner Mutter und durch sie weiß ich, dass er im wachkoma in einem Pflegeheim liegt...
Kommentar seiner näheren Angehörigen: "Hätten die ihn im Rathaus bloß sterben lassen"

War wohl schon zu lange ohne ausreichend Sauerstoff geweßen...
Mich hats ehrlich gesagt gewundert, dass er so lange noch einen eigenen Kreislauf hatte, bis er angefangen hat zu flimmern. Waren minimum 12 Minuten, nach dem Sturz, und doch einige Minuten ohne Sauerstoff bei der deutlich ausgeprägten Zyanose...

RS-USER-DocMezzoMix
09.11.2007, 22:22
Original geschrieben von Rescuerambo

Der Mann ist Patient des Scheffs von meiner Mutter und durch sie weiß ich, dass er im wachkoma in einem Pflegeheim liegt...
Kommentar seiner näheren Angehörigen: "Hätten die ihn im Rathaus bloß sterben lassen"

..

Den richtigen Moment zum Aufhören zu finden ist das Problem:rolleyes: Weil anders herum, aufhören und damit (evtl.) noch 20Jahre gesundes Leben verhindern?

Rescuerambo
10.11.2007, 07:41
Ist halt nur schlecht, wenn es keine Patientenverfügung gibt...

RS-USER-apoplex
10.11.2007, 09:16
Außerdem senkt die Hyperventilation den Hirndruck, indem der Gefäßdurchmesser verringert und somit die Durchblutung vermindert wird - quasi das, was wir in einer Post-Reanimationssituation gar nicht brauchen können.

@ Elektro-dengel:
Besser als Studien sind empfehlungen der Fachgesellschaften. Hier (zu finden unter www.leitlinien.net --> neurochirurgie --> SHT

Die Hyperventilation kann bei erhöhtem Hirndruck und akuter Gefahr einer transtentoriellen Herniation für einen kurzen Zeitraum hilfreich sein. Sie bewirkt über eine Vasokonstriktion eine Verminderung des intrakraniellen Blutvolumens und damit eine meist vorübergehende ICP-Senkung. Eine prolongierte Hyperventilation kann aber zu einer schlechteren Gewebsperfusion und damit zu nachteiligen Ergebnissen führen. . Sie sollte daher [b]nur in begründeten Ausnahmefällen angewandt werden.

Und ein begründeter Ausnahmefall ist z.B. eine im CT gesicherte bevorstehende Einklemmung ber erhöhtem ICP (oder im Rettungsdienst deutliche Hinweise auf ein intracerebrales Geschehen wie sich entwicklende Pupillendifferenz, Krämpfe ...) - nicht aber die prophylaktische Hyperventilation nach Treppenkullern.

RS-USER-gonzo
10.11.2007, 09:22
moin rambo

was hättet ihr auch anders machen sollen als anzufangen wenn ihr noch einen kreißlauf findet und er warm ist?

das sowas auch für den pat. und angehörige böse enden kann wissen wir alle, wir können auch nur nach besten wissen und gewissen handeln.:(

RS-USER-Elektro-Dengel
10.11.2007, 17:56
Original geschrieben von apoplex
@ Elektro-dengel:
Besser als Studien sind empfehlungen der Fachgesellschaften. Hier (zu finden unter www.leitlinien.net --> neurochirurgie --> SHT


OK, überzeugt ! :D

Rescuerambo
11.11.2007, 23:04
Original geschrieben von gonzo
moin rambo

was hättet ihr auch anders machen sollen als anzufangen wenn ihr noch einen kreißlauf findet und er warm ist?

das sowas auch für den pat. und angehörige böse enden kann wissen wir alle, wir können auch nur nach besten wissen und gewissen handeln.:(

ich weiß,

iss halt nur scheiße, wenn amn sowas gesagt bekommt :o

Er ist letzte Woche im pflegeheim verstorben, wurde mir vorhin zugetragen

Intensivling
14.11.2007, 15:32
Original geschrieben von Elektro-Dengel
Dort wird die Meinung vertreten, dass die agressive Hyperventilation von Haus aus kontraindiziert ist (gut, das is jetzt nicht wirklich neu) und eine milde Hyperventilation nur noch bei Einklemmungszeichen indiziert ist, da hier dringend eine ICP-Senkung auch auf Kosten der Perfusion von Nöten ist. Dann solle auch bei einer Besserung der neurol. Symptome wieder normoventiliert werden. Ich für meinen Teil stelle mir allerdings die Frage, wie ich präklinisch eine Einklemmung sicher von einem anderen Prozess unterscheiden soll. Von daher sehe ich eine milde Hyperventilation, auch prophylaktisch und natürlich immer unter kritischem Monitoring von SpO2 und etCO2 als durchaus indiziert. Wenn mir jemand ne Studie vorlegt, die das Gegenteil beweist, lasse ich mich natürlich auch gerne eines besseren belehren!

Keine Studie, aber aus meinem Alltag heraus ... wir haben das bis vor ca. 6 Monaten eigentlich immer gehabt und gemacht, aber der Nutzen ist mehr als fraglich. Also milde Hyperventilation bei v.a. Hirndruck oder so ist absolut OUT !!! .. vor allem präklinisch da man keine BGA machen kann um zu kontrollieren wo man steht !