PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Burschenschaften



Seiten : 1 [2]

DoktorW
03.06.2003, 15:48
Original geschrieben von Pünktchen
Was denn für Pferdchen? Für was steht denn das? Ich fühl mich grade schrecklich dumm :-((


Ich vermute mal: Ralph Lauren-Hemden tragende Schönlinge...


guckst Du hier (http://www.polo.com)

gruß
W

Rugger
03.06.2003, 16:30
Original geschrieben von DoktorW
Ich vermute mal: Ralph Lauren-Hemden tragende Schönlinge...Richtig, W.! Was würde ich nur ohne Dich machen?!

R.

Rugger
03.06.2003, 16:39
Original geschrieben von Mike_ Alexander
Negative Presse gibt es immer durch einige Verbindungen die als negativ Beispiel durchaus zu werten sind. Aber allgemein gilt, immer erst den einzelnen Bund betrachten und dann den Verband.Hast ja recht... Aber einerseits interessiert es mich jetzt nicht wirklich brennend, zum anderen passt halt doch vorzüglich in so manches vorgefertigtes Bild. Und Du musst mir halt irgendwo nachsehen, daß ich mich nicht permanent über die neuesten Entwicklungen der deutschen Burschenschaften informiere... Es gibt einfach Sachen, die mir wichtiger sind.
Vielen Bünden die in der DB sind geht das Verhalten anderer Mitglieder auch auf den Zeiger, nur was ist dort die Alternative, austreten und den Verband abdriften zu lassen oder selbst die Initiative zu ergreifen.Tja, schwierig. Ich würde ja eher dazu tendieren, die Idioten in der DB zu isolieren, und selber vielleicht der NDB (heisst doch so?!) beizutreten. Aber das ist nun wirklich etwas, daß andere zu entscheiden haben.
Am besten erst mal die Leute kennen lernen und dann entscheiden ob sie was taugen oder nicht, danach kann jeder seine persönliche Meinung ändern oder bestätigt sehen.Hast wiederrum vollkommen recht. Bloß ist es mir bislang nicht gelungen, bei den "klassischen" Burschis jemanden zu finden, der mir auf Anhieb sympathisch gewesen wäre... Nicht das ich es unbedingt drauf anlegen würde, zugegeben. Liegt vielleicht doch auch irgendwo an dem zum Teil latent elitären Heidelberg. Aber wie schon erwähnt, habe ich schon auch Freunde, die in einer Verbindung sind. Muß ja nicht zwangsläufig was schlagendes, farbentragendes sein...

Rugger

Pascal
03.06.2003, 16:47
@ Mike_Alexander

Wo bist du denn Aktiv?

DoktorW
03.06.2003, 16:59
Original geschrieben von Rugger
Richtig, W.! Was würde ich nur ohne Dich machen?!

R.

Dich mit Christina amüsieren :-D

Mike_ Alexander
04.06.2003, 15:47
An Pascal

Burschenschaft Hilaritas Stuttgart, Vorsitzende Burschenschaft der Deutschen Burschenschaft im Geschäftsjahr 2002/2003
www.hilaritas.de
An Rugger

wir haben uns zum Handeln entschlossen und damit bis jetzt sehr gute Erfahrungen bemacht.

Übrigens die Frankonia Heidelberg ist eine sehr gute Verbindung.
Mein Contra war ein Frankone.

an alle anderen:

Danke für die Zustimmung
Jeder soll selbst entscheiden was er tut, wer Zeit und Intresse hat der kann sich seinen zu ihm passenden Bund suchen, wer kein Intresse und keine Zeit hat, der läßt es eben bleiben. Und alle leben friedlich und froh bis ans Ende ihrer Tage.


Gruß

Mike Hv!

Pascal
16.06.2003, 08:42
Hab das Flugblatt das ich oben schon mal erwähnt habe endlich gefunden. Viel Spaß beim Lesen.





Studentenverbindungen:
Deutsche Avantgarden - gestern wie heute?

Lieber ein Geschwür am After
Als ein deutscher Burschenschafter!

- Wer kennt ihn nicht, den alten Sponti-Spruch? Auf den ersten Blick eine treffende Parole, ist es doch eine schlichtweg widerwärtige Vorstellung Teil eines jener Kollektive sein zu müssen, innerhalb derer eine penibel einzuhaltende Hackordnung gilt, Sexismus und Homophobie großgeschrieben werden, man sich auf Kommando betrinkt und - teilweise - auf Befehl versucht, sich gegenseitig mit altertümlichen Hiebwaffen auf den Schädel einzudreschen - wo also die Gemeinschaft alles ist und der Einzelne demzufolge nichts. Einfach eklig. So eklig wie das besagte Ekzem, das ständig zwickt und zwackt, das immer juckt und reizt, egal ob man steht, sitzt oder geht, und gegen das in der Regel nur eines hilft, nämlich sich die Bobbes-Ritze ein paar Tage lang ordentlich mit giftiger Kortison-Salbe vollzuschmieren.

So ganz passt der Spruch dann doch nicht, denn es zwingt einen ja niemand, dort mitzumachen. Und es ist auch nicht die Tatsache, dass Frauen generell nicht, und "Nichtdeutsche" zumindest in vielen dieser Clubs nicht mitmachen dürfen, die zu kritisieren wäre, denn auch reaktionärste Burschenschaften, wie z.B. die hiesige Germania, verfügen heutzutage nicht selten über einen "Vorzeigeausländer", der jedenfalls dann mithauen und -saufen darf, "wenn er kulturell reinpasst" (O-Ton eines Gießener Schmiss-Germanen); außerdem haben sich ja die Frauen inzwischen emanzipiert und eigene Verbindungen gegründet. Wäre aber auch ganz schön bescheuert, eine Demokratisierung solcher Strukturen einzufordern: Die Zwangsverheiratung des Papstes fordert ja auch kein vernünftiger Mensch.

"Lieber ein Geschwür..." greift jedoch vor allem deshalb nicht, weil die Burschenschaften und Corps in erster Linie nicht etwa eklig sind, sondern vor allem - und das durch und durch - deutsch - und das ist ein Unterschied ums Ganze. Ihre bloße Fortexistenz erinnert daran, dass die Alliierten ihren Job nicht zu Ende gemacht haben, Deutschland eben nicht zerschlagen, also den Insassen jenes nationalen Kollektivs, das Auschwitz zustande gebracht hat, nicht die ausschließliche Wahl gelassen haben, Amerikaner, Engländer, Franzosen oder Sowjetbürger zu werden.

Dass das deutsche Hochschulwesen inklusive der deutschen Studentenschaft schon weit vor 1933 die Avantgarde des deutschen Faschismus ausmachte, hatte die US-amerikanische Militäradministration nach 45 immerhin erkannt. Deshalb blieb beispielsweise die für ihren besonders braunen Ruf bekannte Gießener Universität nach Kriegsende zunächst geschlossen und deshalb kam damals überhaupt die Idee der Reeducation auf. Das Burschenwesen freilich konnte in den Nachkriegsjahren schnell wieder entstehen. Schon an der damaligen Burschenschaftsgeschichtsschreibung hätte man allerdings ablesen können, dass dort, wo Deutsche sich als Deutsche zum Kollektiv zusammenschweißen, die Projektion stets die Reflexion ersetzen muss.

Dass es die urburschenschaftliche Bewegung war, in deren vermeintlich liberale und progressive Tradition man sich in Verbindungskreisen so gerne stellt, die 1817 auf der Wartburg schon die Grenzen jedes deutschen Liberalismus definierte, indem sie die Herstellung der Nation als Nation ohne Juden feierlich einforderte, darüber kann man in verbindungsstudentischen Selbstdarstellungen bis zum heutigen Tage ebenso wenig lesen, wie über die Tatsache, dass es nach der Reichsgründung von 1871 in erster Linie die Burschenschaften waren, die dem Antisemitismus qua Agitation und Propaganda in Deutschland zu intellektueller Akzeptanz verhelfen sollten. Eher wird man in derlei Broschüren lesen, dass das Verbindungswesen von den Nazis zerschlagen worden, ja gar, dass man selbst Opfer gewesen sei.

Dass in zahlreichen Universitätsstädten Korporierte in vollem Wichs Seit' an Seit' mit SA, SS und den anderen ganz normalen Bürgern standen, als man im Frühjahr 1933 - in expliziter Anlehnung an das Wartburgfest - Bücher ins Feuer warf und damals schon symbolisch anzeigte, was man künftig mit ihren Verfassern sowie allen anderen, die man zur "jüdischen Rasse" zählte, zu tun gewillt war, und dass der deutsche Ungeist zuvor schon jahrzehntelang in verbindungsstudentischen Kreisen keinesfalls zuletzt heranreifte, bevor es den Nationalsozialisten gelang, ihn in den Rang eines nationalen Projektes zu heben, darüber wird selbstverständlich geschwiegen.

Inzwischen - spätestens aber seit dem letzten Sommer - weiß man in den USA: 'Educating Fritz has failed' und Deutschland schwört Rache für die am 8. Mai 1945 erfahrene Demütigung. Als der amtierende Bundespräsident Johannes Rau vor wenigen Tagen, genauer gesagt am 09. Mai, bei der zentralen Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an eben jene Bücherverbrennungen von vor 70 Jahren in aller Öffentlichkeit eine seiner Predigten hielt, konnte er es nicht unterlassen, auch mahnende Worte über die aktuellste Gegenwart zu verlieren: "Ich finde das erschreckend, und ich bin besonders besorgt darüber, dass die Verfolgung von Schriftstellern nach dem 11. September 2001 weltweit zugenommen hat. Darum bin ich der Meinung, dass wir immer wieder darauf hinweisen müssen, dass auch im Kampf gegen Terrorismus nicht alle Mittel erlaubt sind." - Wenn heute also etwas in der Welt geschieht, das mit der Bücherverbrennung von 1933 vergleichbar scheint, dann ist es, so der ranghöchste Deutsche, der US-amerikanische war on terrorism.

"Wir" haben dagegen aus der Geschichte gelernt. So wie jene Verbindungsstudenten, die vor kurzem bei einer Gießener Veranstaltung zum Thema "Burschenschaften als Avantgarden des Faschismus" sich um einen stadtbekannten Neonazi scharten und davon sprachen, man müsse diese "läppischen 12 Jahre", bzw. den "Schlamassel", in den Deutschland damals hineingeraten sei, doch endlich einmal ruhen lassen. Schließlich hätten die anderen ja auch Dreck am Stecken, man denke nur an die USA und den von ihr begangenen Völkermord an den amerikanischen Ureinwohnern.

So offen, wie man dies in der Gießener Dresdensia-Rugia oder aber in zahlreichen anderen in der DB organisierten Burschenschaften aussprechen kann, sagen es der Rau, der Fischer oder Schröder nicht. Und doch ist man auch in der Mitte der Gesellschaft stolz auf Old Europe und die Bewältigung der eigenen Vergangenheit, so stolz wie die Burschen, die sich in der Tradition des bürgerlichen Liberalismus wähnen und doch nie Anderes ausplaudern, als die Wahrheit über den deutschen Liberalismus, der immer schon antibürgerlich und darum antiemanzipatorisch war.

Wenn Neonazis wie der Bundesvorsitzende des NPD-Jugendverbandes JN, Stefan Rochow (Gießener Dresdensia-Rugia) und seine Burschen/ Kameraden zur Jagd auf "Zecken" oder andere als "unproduktiv" Ausgemachte ansetzen und "Ignatz Bubis ab ins Gas!" rufend durch die Straßen ziehen, so wie im letzten Jahr nach einem Besäufnis bei der Germania geschehen, dann exekutieren sie nichts anderes als das, was mit jedem neuen Gesetz, das Rot-Grün oder zuvor Kohl erlassen haben, verkündet wird: Schuld an der Misere des Standorts sind diejenigen, die nicht mit anpacken, sich nicht ein- und unterordnen wollen. Wer an seine eigenen Interessen denkt, ist da schon verdächtig.

In der Krise haben die Deutschen noch immer zusammengefunden. So auch jetzt. Sie wissen es (zum Glück) nur noch nicht. Die Nazis und Völkischen unter den Korporierten plaudern nur das offen aus, was alle denken: Schuld sind die Strippenzieher, die Finanzhaie, die Aus-länder, die Arbeitsunwilligen, kurz: die Schmarotzer. Dies gilt gleichermaßen für die deutsche Perspektive auf "den Rest der Welt". Wenn Entwicklungshilfeministerin Wieczorek-Zeul am Tage der Befreiung des Irak davon spricht, dass nun das irakische Volk noch von den Besatzern zu befreien sei, dann sagt sie nichts anderes als das, was Rochow und seine historischen Vorbilder immer schon forderten: Deutschland komme die Aufgabe zu, die Völker von der "mammonistischen Weltherrschaft" zu befreien.

In dem Maße, in dem die Deutschen ihre eigene Vergangenheit exterritorialisieren, bricht sich immer unverhohlener und in einem Jargon, der dem historischen Original immer ähnlicher wird, das Programm Bahn, das einmal für tausend Jahre bestimmt war.

Rochow und andere Nazis mögen mit ihren Phrasen und ihrem Handeln abermals Avantgarde sein. Der Mitte gefällt das jedoch (noch?) nicht, es muss ja schließlich alles seine Ordnung haben. Radau ist offiziell nicht gefragt, das zeigte schon der Aufstand der Anständigen. Und wer will schon was mit NPD-Funktionären zu tun haben? Das Problem liegt tiefer und heißt Deutschland.
Gegen Deutschland

Und andere Widerwärtigkeiten

Für den Kommunismus

Heinz Wäscher
16.06.2003, 09:42
Original geschrieben von Pascal


Für den Kommunismus

ah ja...welch erstrebenswertes Ziel ... :-sleppy

Feuerblick
22.11.2003, 22:14
Wow! Ich bin grad über den Chat hier im Thread gelandet und muß ehrlich sagen, daß mich entsetzt, wofür ich zwangsweise einmal pro Semester Geld (und das nicht gerade wenig) lassen muß. Ja spinnt denn unser AStA????
Mag ja alles sein, mit den rechten Tendenzen, aber so verallgemeinern und solche Sprüche ablassen quasi im Namen der Studentenschaft Gießens, das geht einfach nicht!! Und dann auch noch mit solchen - mit Verlaub - bescheuerten Argumenten! Nee, also mir ist grad kotzübel!!

Ich hab ja auch so meine Vorurteile gegenüber Burschenschaften (auch wenn ich nach der Lektüre dieses Threads das etwas differenzierter sehe), aber ich kenne inzwischen (mit dir, Pacal) schon zwei Burschenschaftsmitglieder und die waren beide so normal oder unnormal wie alle anderen Studis auch. Und keine Spur von Ausländerfeindlichkeit, rechtem Gedankengut etc.

Mein Tipp (wie auch schon vorher von jemandem geschrieben): Man muß nicht unbedingt verstehen, warum jemand Mitglied sein möchte, man muß auch nicht alles gutheißen, was die Burschenschaften an Einstellungen und Ritualen haben, aber letztlich zählt doch die Persönlichkeit des Einzelnen. Wenn derjenige für mich in Ordnung ist, dann ist mir völlig wurscht, was er nebenher so tut!

Blickchen

Pascal
24.11.2003, 10:01
Original geschrieben von Feuerblick
..., aber letztlich zählt doch die Persönlichkeit des Einzelnen. Wenn derjenige für mich in Ordnung ist,..

Mist dann hab ich wohl doch verlohren.

Mike_ Alexander
24.11.2003, 10:47
Ich dann wohl auch!!

Feuerblick
24.11.2003, 15:11
*weglach* Na, wenn ihr meint... :-))

Kackbratze
24.11.2003, 16:02
Zurück zum Faltblatt:

Falls man mal auf die Idee kommt und der Asta dezent mitteilt, dass man sowas scheixxe findet und die mit den Semestergebühren doch etwas anderes machen sollten....


ist man auch gleich ein.....




(wollt ihr mal raten?)........




Richtig, dabei bin ich der letzte der zu solchen Nassbirnen gehört.
Egal ob Verbindung oder Nazi.