Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Was wäre ein Leben ohne Privatpatienten?
saddamski
12.01.2008, 10:52
Ähmm..musst du eine Chefarztbehandlung nicht extra unterschreiben?
Ich weis nicht wie es bei Notfällen ist, aber als ich im Krankenhaus war hätte ich unterschreiben müssen, dass ich eine Chefarztbehandlung möchte.
Habe nämlich auch eine Rechnung vom Chefarzt bekommen ohne dass meine Einwilligung vorlag. Ganz davon abgesehen, dass der Chefarzt auch nichts gemacht hat, wurde die Rechnung storniert.
RS-USER-Pyro
12.01.2008, 16:32
Als Privatpatient entdeck ich immer wieder lustige Dinge auf meinen Rechnungen. Ich habe mich schon daran gewöhnt, dass sich die Arbeitsbedingungen in meinem Mund lt. Zahnarztrechnung nicht mit dem Blick in den Spiegel decken.
Aber die aktuelle Rechnung hat mich in eine tiefe Glaubenskrise gestürzt:
"Ärztliches Honorar 220,55. Davon 25% Minderung nach §6a Abs 1 GOÄ"
Seit wann gibt es den Rabatt im Krankenhaus? Buy 2, get 1 free? Wenn sie last minute ein Bett auf der ICU buchen, bekomen sie das CT zum Vorzugspreis? :confused:
RS-USER-Linda
13.01.2008, 11:08
Unterschreiben? Sowas mußte/durfte ich nie. Ich fänds ja schön, wenn ich auf die Art etwas Einfluß auf den Arzt hätte, ich will mich ja gar nicht immer vom Chef behandeln lassen. Kleines Kindheitstrauma. saddamski, hast Du evtl. eine GKV mit privater Zusatzversicherung?
saddamski
13.01.2008, 11:10
Nö. Central.
RS-USER-pille
05.02.2008, 20:09
Original geschrieben von saddamski
Ähmm..musst du eine Chefarztbehandlung nicht extra unterschreiben?
Ich weis nicht wie es bei Notfällen ist, aber als ich im Krankenhaus war hätte ich unterschreiben müssen, dass ich eine Chefarztbehandlung möchte.
Moin,
ich kann dann mal Umgekehrtes berichten:
Heute die mittlere Tochter hochfiebernd mit unklarer Symptomatik vom HA in die nächste Kinderklinik eingewiesen worden, wo sie nach einer kleinen Voruntersuchung durch eine Assistenärztin auch stationär aufgenommen wurde.
Meine Frau fuhr zum Mittag wieder nach Hause (sind ja noch mehr Kinder zu versorgen). Dazwischen keinerlei Rückmeldungen des KH.
Am Nachmittag zu Zweit gegen 16.30h erneut das KH angefahren (einfache Strecke 35km), um mal den Stand der Dinge zu erfahren.
Nachdem wir uns kurz im Schwesternzimmer gemeldet haben, mit der Bitte, wir wären als Erziehungsberechtigte eingetrudelt & ein zuständiger Mediziner möge uns doch mal die Lage erläutern, verging über eine Stunde & es passierte NIX...
Da wird dann auch der geduldigste Privatpatient ein wenig ungeduldig und auf Nachfrage im Arztzimmer, wo 3, aktuell den Dienst aufgenommen habenden, Ärzte, incl. einer liquidationsberechtigten OÄ, herumsaßen bekomme ich zur Antwort (von der OÄ):
"Es täte ihr leid, das sei Sache des CA, mit mir über das Kind zu reden, er hätte sie ja schließlich untersucht..."
Okay, CA oder nicht, ist mir bei Kindern seit jeher wurscht & wurde auch NIE als ausschließlich exklusiv zu behandeln so hinterfragt / angekreuzt.
Ich hab' ihr ja auch gleich gesagt, daß mich das herzlich wenig interessiert, WER mir sagt, was das Kind hat. Hauptsache diensthabender Mediziner (& damit mein Ansprechpartner).
Aber wenn die diensthabende Stationsärztin (dazu noch OÄ) nicht mal in der Lage ist, Befunde durchzureichen (nur um ihrem Chef nicht vorzugreifen) für zumindest ja durchaus besorgte Eltern, die seit 7h auf Ergebnisse warten, dann finde ich das auch ein bischen mau.
Denn die (Verdachts-)Diagnose stand ja offensichtlich mit auf dem Bogen...
Die OÄ meinte dazu lediglich: "Naja, die Entzündungswerte sind ein bischen hoch, den Rest besprechen Sie am besten nachher mit dem Chef..."
Den Rest? Welchen Rest? Meiner Frau wich sichtlich die Farbe aus dem Gesicht...
Daraufhin hat sie sich doch überlegt, daß der Verlauf des Ganzen nicht irgendwie glücklich war und ist erst mal losmarschiert (!) (kein Telefon, nein körperliche Bewegung), ihren Chef zu holen...
Ich find' man kann's auch übertreiben mit dem "privaten" Gedöns, auch aus ärztlicher Sicht...
Es sind nicht immer nur die Patienten...
:rolleyes:
TheSpike
05.02.2008, 21:44
Natürlich ist die selbst losgezogen, war doch die eleganteste Art und Weise sich aus dem Staub zu machen...^^
RS-USER-pille
01.04.2008, 07:54
Moin...
zum Thema 2-Klassen Medizyn heute im Kölner Stadtanzeiger:
http://www.ksta.de/html/artikel/1206878687579.shtml
Der daraufhin interviewte (und für seine ansonsten eher etwas abstrusen GKV-Sparideen bekannte) SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert "auskömmliche" Honorare, auch für die Behandlung von Kassenpatienten:
LAUTERBACH: Wir brauchen die gleichen Honorarsätze für gesetzlich und privat Versicherte, um den Anreiz einer Bevorzugung auszuschalten. Das darf aber nicht zu Honorarkürzungen durch die Hintertür führen. Die Ärzte sollen keine Einbußen erleiden. Einheitliche Honorare müssten deshalb höher liegen als die heutige Kassenvergütung.
Damit liegt er natürlich voll im Trend der Zeit,
wie die 8% "mehr" im ÖD ja zeigen (sollen)....
Ich glaube, diese Aussage ist mit Frau Ministerin Schmidt NICHT abgesprochen...
:rolleyes:
naja, ich halte es zumindest für möglich, denn wenn statt 20% (geschätzt) der Patienten 100% Patienten mehr Geld als ein heute ein Kassenpat. in die Praxis schleppen, dann muß das ja nicht auf dem Niveau der heutigen 20% liegen...
chrissitier
01.04.2008, 11:41
Original geschrieben von pille
Ich glaube, diese Aussage ist mit Frau Ministerin Schmidt NICHT abgesprochen...
Nein, aber sie ist vernünftig.
Dass in einem solchen Fall entweder die Gebühren steigen, oder aber die ges. Kassen aus irgendeinem Steuertopf bezuschusst werden müssten, ist auch klar.
Ein gutes Gesundheitssystem kostet Geld. Punkt. Ist so.
Und wenn wir dem bürokratischen Irrsinn Herr werden würden, dann wäre unseres eines der besten der Welt... ich fang schon wieder an, mich aufzuregen :o
RS-USER-pille
01.04.2008, 12:20
Original geschrieben von chrissitier
Nein, aber sie ist vernünftig.
Und wenn wir dem bürokratischen Irrsinn Herr werden würden
Moin,
die Erfahrung lehrt, daß derartige Aussagen aus GKV_Funktionärssicht regelmäßig nicht vernünftig sind, sondern dem Proporz dienen (sollen).
Zu häufig widersprechen sie anderen Äußerungen aus dem gleichen Hause:
Ich darf an dieser Stelle mal an eine Aussage von Frau Schmidt aus dem Herbst erinnern, die, auf die gleiche Problematik des Artikels zielend, die Idee ins Feld führte, die "Attraktivität" der "Privaten" durch Beschneidung der GOÄ auf "Kassenniveau"
"abzusenken".... -> das genaue Gegenteil!
Eine Aussage, die sie bei den Medizinern nicht grade beliebt gemacht hat.
Den bürokratischen Wahn zu entfliehen, taten wohl auch diejenigen, die letzte Woche aus dem (noch ungeöffneten) Faß "Gesundheitsfonds" zurückgetreten sind:
http://www.handelsblatt.com/News/Politik/Deutschland/_pv/_p/200050/_t/ft/_b/1408578/default.aspx/eklat-um-gesundheitsfonds.html
Morbi-RSA ---> Unwort des jahres 2008
Original geschrieben von chrissitier
ich fang schon wieder an, mich aufzuregen :o
*chrissitier mal ein paar METOPROLOLSUCCINAT rüberschiebt*
:)
Ich mach das ganze verlogene Gewäsch um Kostensenkung & Umverteilung incl. über einem Dutzend an Reformen & Reförmchen nun seit 20 Jahren mit...
Mich schreckt da mittlererweile nix mehr.
Anspruch und Wirklichkeit des Sozialsystems, auch für die breite Masse, läßt sich doch am besten durch eine Gegenüberstellung der Aussage von Norbert Blüm Ende der 80er zur heutigen Zeit darstellen:
"Die Rente ist sicher...." :o
RS-USER-Katja
01.04.2008, 18:05
Original geschrieben von pille
Ich find' man kann's auch übertreiben mit dem "privaten" Gedöns, auch aus ärztlicher Sicht...
Es sind nicht immer nur die Patienten...
:rolleyes:
Nö: Mein Favorit ist immer noch der ältere Herr, der auf die obligatorische Frage, ob er von meinem Chef behandelt werden möchte, sagte: "Ach, Frollein, wissens, ich nehm lieber wen, der das jeden Tag macht. Ich bin doch nicht wahnsinnig!" :-p
(dabei ist mein Chef im Gegensatz zu einigen anderen, die ich kennen lernen durfte, ein wirklich guter Anästhesist, was ich ihm dann auch gesagt habe)
Und wenn ich gefragt werde, verweise ich immer freundlich darauf, daß in meinem Vertrag "freie Arztwahl" steht, was NICHT heißt, daß ich den Chef nehmen muß, sondern mir im Rahmen der Vernunft wen aussuchen kann.
Aber was Du da beschreibst, spiegelt den sogenannten Ordinarientod wieder - das sind die armen Mitmenschen, an die nur die Chefs randürfen und die dann keine Hilfe vom Fußvolk bekommen, weil es sich nicht traut... :rolleyes:
RS-USER-pille
01.04.2008, 23:34
Original geschrieben von Katja
Aber was Du da beschreibst, spiegelt den sogenannten Ordinarientod wieder - das sind die armen Mitmenschen, an die nur die Chefs randürfen und die dann keine Hilfe vom Fußvolk bekommen, weil es sich nicht traut... :rolleyes:
Moin,
sowas Ähnliches habe ich mir schon gedacht...
Ich hab ja in meinem Leben schon so einiges auf Notfallaufnahmestationen (o.ä.) erlebt, aber wenn's das eigene Kind ist, dann wird diese Darstellung eines Cunctators doch irgendwie handlungsbedürftig...
Mein "verhältnismäßig" leichtes Aufbegehren führte ja zu den hektischen Reaktionen...
Vielleicht bleiben ja beim nächsten Mal die Hände NICHT in den Hosentaschen...
;)
BTT:
Frau Schmidt hat die Wartezeitpraxis bereits im Augst 2006 kritisiert, da lagen ihr die ersten Rohergenbisse, der sich auf das Thema beziehenden Studie, offensichtlich bereits vor...
http://www.focus.de/politik/deutschland/fachaerzte_aid_113191.html
damals, wie beschrieben, von ihr noch mit Kürzungen in der GOÄ versehen, wohingegen heute "nachgelegt" werden soll ...
Warum wohl...?
RS-USER-pille
03.04.2008, 20:51
Aus aktuellem Anlaß:
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/19/0,1872,1021235,00.html
um 22.15
KleinerPinguin7779
08.04.2009, 10:53
Original geschrieben von Pyro
Als Privatpatient entdeck ich immer wieder lustige Dinge auf meinen Rechnungen. Ich habe mich schon daran gewöhnt, dass sich die Arbeitsbedingungen in meinem Mund lt. Zahnarztrechnung nicht mit dem Blick in den Spiegel decken.
Aber die aktuelle Rechnung hat mich in eine tiefe Glaubenskrise gestürzt:
"Ärztliches Honorar 220,55. Davon 25% Minderung nach §6a Abs 1 GOÄ"
Seit wann gibt es den Rabatt im Krankenhaus? Buy 2, get 1 free? Wenn sie last minute ein Bett auf der ICU buchen, bekomen sie das CT zum Vorzugspreis? :confused:
Das war eine Krankenhausrechnung, oder?? Ärzte, die im Krankenhaus behandeln unterliegen einer Gebührenminderungspflicht, das heisst sie müssen von ihrem Honorar mindestens 15% abziehen.... Das WARUM habe ich leider nicht mehr im Kopf, müsste ich nachfragen... Hat glaube ich etwas damit zu tun, das das Krankenhaus ja auch noch einen Pflegesatz berechnet und sozusagen das Material für den Doc stellt und er die KH-Geräte benutzt, was er dir selber nicht in Rechnung stellen darf- darum Abzug von seiner Rechnung und Satz von KH :-)
RS-USER-emergency doc
08.04.2009, 11:44
§ 6a Gebühren bei stationärer Behandlung
(1) Bei vollstationären, teilstationären sowie vor- und
nachstationären privatärztlichen Leistungen sind die nach
dieser Verordnung berechneten Gebühren einschließlich
der darauf entfallenden Zuschläge um 25 vom Hundert zu
mindern. Abweichend davon beträgt die Minderung für
Leistungen und Zuschläge nach Satz 1 von Belegärzten
oder niedergelassenen anderen Ärzten 15 vom Hundert.
Ausgenommen von der Minderungspflicht ist der Zuschlag
nach Buchstabe J in Abschnitt B V des Gebührenverzeichnisses.
RS-USER-Shalimah
06.08.2009, 15:51
Kommentar einer Kollegin, die als Notärztin zu einem Pat. Mit akutem Koronarsyndrom gerufen wurde
Pat.: Frau Doktor, ich bin aber privat versichert
NÄ: Macht nix, wir nehmen sie trotzdem mit.
Im PJ hab ich in der chirurgie Nachtdienste mitgemacht. Eine Familie kam mit ihrem ca. 12jährigen Sohn, der von der Leiter seines Hochbettes abgerutscht war und sich den Knöchel gebrochen hatte. Uhrzeit, irgendwann zwischen 2 und 3 Uhr morgens. Der Assistenzarzt hat den kleinen untersuchen wollen. Das Kind hatte heftige Schmerzen. Allerdings durfte er den Jungen nicht anfassen, der Chef sollte kommen. Also mussten wir tatsächlich den Chefarzt aus dem Bett klingeln, der allerdings eine gute Stunde zu fahren hatte.
Nach ca. 15 min hörte man laute Diskussionen aus dem Behandlungsraum, schließlich verließ der Vater wutschnaubend die Ambulanz. Als der Kollege nachsehen wollte, was los war, meinte der 12jährige:
Mein Vater ist weg, jetzt können sie sich um meinen Fuß kümmern.
Zur Vorgeschichte: Wir fahren ab und zu für Kollegen in einer Benachbarten Stadt Krankentransport wenn grade viel los ist. Die Kollegen besagter Stadt sind dafür bekannt Autos zu verwenden die ... auf dem aktuellen Stand der Technik der Steinzeit sind. Wir bekommen den Auftrag mit dem neuesten Auto (keine 2000 km runter, es blitzt und blinkt) zu einer Privatpraxis zu fahren und dort 2 Patienten aufzunehmen und die dann zurück ins Krankenhaus zu fahren.
Wir holen also beide Patienten ab (beide mit akutem NIX). Beide im Pelzmantel, teure Handtaschen, die sprichwörtliche Rolex am Arm..
Diese beschweren sich immer noch lauthals über die Kollegen, deren uraltes Auto (Zitat: Damit hat man mich im Krieg auch durch die Gegend gefahren) über die Sitze etc... wie man das denn Privatpatienten antuen könnte.
Mein Kollege nur ganz trocken: "oh, jetzt sind wir mit dem Auto für Kassenpatienten hier." und zeigt auf unser nagelneues Auto. "Aber wenn sie darauf bestehen müssen wir das Auto nochmal tauschen"
Daraufhin gabs nur konsternierte Blicke und wohltuendes Schweigen.
RS-USER-emergency doc
06.08.2009, 20:28
...Allerdings durfte er den Jungen nicht anfassen, der Chef sollte kommen.
Also ich hab für sowas noch nie den OA oder gar den CA gerufen. Im Dienst bin ich der Chef der Ambulanz, wem das nicht passt, der kann ja gerne bis 8:00 warten, wenn der Regeldienst losgeht und der Chef da ist, wird sich allerdings ggf. auf eine Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung und Nötigung gefasst machen können.
:-meinung
RS-USER-Küchenhexe
06.08.2009, 20:47
Nach ca. 15 min hörte man laute Diskussionen aus dem Behandlungsraum, schließlich verließ der Vater wutschnaubend die Ambulanz. Als der Kollege nachsehen wollte, was los war, meinte der 12jährige:
Mein Vater ist weg, jetzt können sie sich um meinen Fuß kümmern.
Was mal wieder beweist, daß Eltern nicht notwendigerweise mehr im Hirn haben als ihre Kinder...:grins::D:D:D
Knusperriegel
06.08.2009, 21:06
Was mal wieder beweist, daß Eltern nicht notwendigerweise mehr im Hirn haben als ihre Kinder...:grins::D:D:D
Da sind nur die Versprechungen der privaten Versicherung drin...höchstens noch die zu zahlenden monatl. Beiträge
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