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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Umfrage: Cannabislegalisierung



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harlekyn
06.08.2003, 09:03
Zum Thema Rezept:
klar bekommt man Medikamente zum größten Teil nur mit Rezept und das ist auch gur so. Man stelle sich die, meiner ansicht nach eh ein wenig panische deutsche Gesellschaft vor, wenn sie sich "frei" Antibiotika kaufen können! Wirkt das Zeug denn langsam nicht mehr so gut, weil es zu oft ohne Grund verschrieben oder nicht bis zum "Ende" genommen wird?
Die letzte Werbung von Bayer hat mir schon Angst gemacht. Die bitten jetzt Kopfschmerztabletten in Schachteln an, die stark an bonbons erinnern. So die kleine Medizin für zwischendurch. Ich bin der Ansicht man sollte erst dann was nehmen wenn man es braucht und es nicht mehr ohne geht!


Zum Thema Legalisierung:

Wie schon gesagt wurde. Warum erstens was verbieten, dass man eh nicht auch nur Ansatzweise kontrollieren kann und was auch den Deutschen Staat nicht wirklich bedroht. Hanfkonsumenten sind in der Regel bei Genuss weder aggressiv, noch begehen sie großartig Straftaten in diesem Zusammenhang (Beschaffungskriminalität), wenn man jetzt mal von dem Fahren unter Hanfeinfluß absieht. Auch ist die Gefahr daran zu sterben meines Wissens nach nicht so groß. Vergleicht man das zum Beispiel mit Alkohol, muß man sagen, dass der die schlechtere Wahl wäre. Man wird davon unter umständen Aggressiv, waghalsig und die gefahr sich zu erbrechen und zu asspiriren, dürfte allein da man ja schon durch den Alk viel mehr im Magen hat auch bedeutent höher sein.
Die Leute die darüber entscheiden was legal und was nicht ist, und besonders die Eltern der Konsumenten dürfte abschrecken, das sie mit Kannabis keine Erfahrung haben. Sie wissen, das wenn man genug getrunken hat, einem schlecht ist, man umfällt und dann einfach aufhört zu trinken. Bei der "Droge" wissen sie nicht wie das läuft, was passiert, weil sie es ja nie selber erlebt haben und man auch im privaten Umfeld eher nichts davon hört.
Diese Tatsache und das es mir eben nicht gefällt nicht Herr meiner Sinne und mir selbst zu sein, schreckt mich davon ab, soetwas zu konsumieren! Aber auch genauso von dem Genuß von Alk.
Wenn man Regeln wie bei dem Alkoholgenuss einführt, denke ich wäre man in derSache einen großen Schritt weiter. Inoffiziel ist es doch eh schon legal, oder wer schehrt sich noch darum, ob man was raucht oder nicht, solange man nicht Auto fährt und angehalten, oder man in aller Öffentlichkeit dabei gesehen wird! Der Schutz der Bevölkerung ist erstens eh nicht mehr gewährleistet. Zweitens wird die Bevölkerung vor etwas geschütz, das alles in allem wesentlich ungefährlicher ist als Alkohol. Man muß eben die Beratung weiter ausdehnen und das wäre auch ohne die Legalisierung von Cannabis angesagt. Wenn ich an die letzte Kirmes und an die besoffenen 13jährigen denke...

:-party

Rugger
05.09.2003, 17:28
Habe mir gestern mal den Beitrag in "Kontraste" zu Gemüte geführt, auf den Milz hingewiesen hat...

MannMannMann, wenn Staatsanwälte, Richter, Forscher und sogar der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei mit guten Argumenten für die Legalisierung des Konsums plädieren, dann sollte das unserer Regierung endlich mal zu denken geben...!!! Immerhin hat unser jetziger Innenminister zu oppositionellen Zeiten einen derartig gelagerten Gesetzesentwurf eingebracht, von dem er jetzt leider nichts mehr wissen will... (Gut, das der Mann äußerst wandlungsfähig ist, ist ja mittlerweile hinreichend bekannt...). Es wird jedenfalls endlich Zeit, daß unsinnige Strafverfahren nicht mehr begonnen werden und die durch die Ermittlung unsinnig beschäftigten Polizisten anderen, sinnvolleren Tätigkeiten zugeführt werden!

Rugger

milz
12.09.2003, 14:37
Nur um den scheinbaren Widerspruch zwischen 94000 Cannabisdelikten (Kontraste-Bericht) und meiner Angabe von knapp 140000 aufzulösen:
94000 bezieht sich wohl auf reine Besitzdelikte.

Das BKA schreibt:
"Die Zahl der registrierten Cannabisdelikte beläuft sich im Berichtsjahr (2002) auf 139.082 und stellt eine Steigerung um 6 % dar. Mehr als die Hälfte der in der PKS registrierten Rauschgiftdelikte betreffen Cannabis."
Quelle: http://www.bka.de/lageberichte/rg/2002/b_aktuelle_tendenzen.pdf

Weitere Einzelheiten siehe angehängte Graphik.
Quelle: http://www.bka.de/lageberichte/rg/2002/f_anhang.pdf

(Man beachte die Steigerungsraten in der "Cannabis-Kriminalität" zw. 1993 und 2002!)

hobbes
12.09.2003, 15:43
Original geschrieben von harlekyn
Vergleicht man das zum Beispiel mit Alkohol, muß man sagen, dass der die schlechtere Wahl wäre. Man wird davon unter umständen Aggressiv, waghalsig und die gefahr sich zu erbrechen und zu asspiriren, dürfte allein da man ja schon durch den Alk viel mehr im Magen hat auch bedeutent höher sein.


Diese Zeilen beweisen einmal mehr, dass die Gesellschaft eben für eine Legalisierung nicht reif ist. Wenn selbst Mediziner der Verharmlosung von Cannabis nicht müde werden, die Gefahren nicht zu kennen scheinen oder diese argwöhnig verleugnen. Eine Legalisierung käme nur dann in Frage, wenn eine offene, transparente und ehrliche Aufklärung und Prophylaxe für jedes Schulkind und alle Jugendlichen, wie auch Erwachsenen, umgesetzt würde. Davor sind wir weit entfernt.

Die immer mehr geäusserten Bedenken von Lehrern, Psychiatern und Psychologen werden in den Wind geschlagen. Die Droge Cannabis ist längst verpolitisiert worden - was ohnehin eine Absurdität darstellt.

Die Voraussetzungen für einen "gesunden" Umgang mit Cannabis sind denkbar schlecht.

Eine Legalisierung ist deshalb gefährlich, weil sie denjenigen, welche Cannabis verharmlosen scheinbar recht gibt und Cannabis mit einer Botschaft von "Harmlosigkeit" und "Genussmittel" der Bevölkerung anpreist. Da ist leider der Status quo (auch wenn der Vollzug des Verbotes nicht gewährleistet ist) die bessere Alternative.

:-meinung

Hellequin
12.09.2003, 16:13
Muss hobbes recht geben.
Die Frage ist ja nicht nur was ich konsumiere,
sondern auch wie und wann. Bsp. ein Gläschen
Rotwein hat gesunheitsfördernde Wirkung; wenn
daraus aber ne Flasche wird oder der Konsum vor
dem Autofahren stattfindet dann ist genau das
Gegenteil der Fall.
Leider traue ich auch nicht allen meinen Mitbürgern
zu, verantwortungsvoll damit umzugehen.

Kontrollierte Abgabe bei medizinischer Indikation :-dafür

Allgemeine Freigabe :-dagegen

Es gibt ja nun mal kein Recht auf Rausch!

milz
12.09.2003, 17:03
Noch 2 Ärzte, die Cannabis "verharmlosen":
Dr. Günther Jonitz (http://www.aerztezeitung.de/docs/2001/02/20/032a0704.asp) (Man beachte den Kommentar!)
Dr. med. Nedelmann (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=24785)

Und noch etwas zum Thema Scheinheiligkeit am aktuellen Beispiel:
Reaktion der CSU auf den Münchner Hanftag (http://www.cannabislegal.de/neu/index.htm#2003-09-03-by)

Und im Übrigen spreche ich dieser Art der Drogenpolitik solange jegliche Glaubwürdigkeit ab, solange sie es zulässt,
-daß sich Kinder ungehindert am Automaten Zigaretten kaufen können,
-daß sich schon 16jährige legal besaufen dürfen,
-solange Alkoholproduktion und Tabakanbau staatlicherseits subventioniert werden und
-solange für Alkohol* und Tabak** legal geworben werden darf.
Wenn in der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich irgendwo Drogen verharmlost werden, dann doch hier!!! :-meinung

*geschätzte 42.000 Tote pro Jahr in Dtl.
**geschätzte 110.000 Tote pro Jahr in Dtl.

MfG

hobbes
12.09.2003, 20:17
Original geschrieben von milz
Noch 2 Ärzte, die Cannabis "verharmlosen":
Dr. Günther Jonitz (http://www.aerztezeitung.de/docs/2001/02/20/032a0704.asp) (Man beachte den Kommentar!)
Dr. med. Nedelmann (http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?id=24785)

Und noch etwas zum Thema Scheinheiligkeit am aktuellen Beispiel:
Reaktion der CSU auf den Münchner Hanftag (http://www.cannabislegal.de/neu/index.htm#2003-09-03-by)

Und im Übrigen spreche ich dieser Art der Drogenpolitik solange jegliche Glaubwürdigkeit ab, solange sie es zulässt,
-daß sich Kinder ungehindert am Automaten Zigaretten kaufen können,
-daß sich schon 16jährige legal besaufen dürfen,
-solange Alkoholproduktion und Tabakanbau staatlicherseits subventioniert werden und
-solange für Alkohol* und Tabak** legal geworben werden darf.
Wenn in der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich irgendwo Drogen verharmlost werden, dann doch hier!!! :-meinung


MfG

Als Konsequenz hieraus müsste die Frage doch lauten: wollen wir Fehler bei anderen "Drogen" wiederholen oder wollen wir aus diesen Fehlern lernen?? Zudem ist die mit Cannabis verbundene Gefahr nicht so offensichtlich wie bei Alkohol und weit weniger bekannt als bei Tabak. Die schleichende Gefahr eines amotivationnellen Syndroms und der dauernden Zudrohnung, der Entwicklung von schizophrenie-ähnlichen Negativsyndromen werden erstens geleugnet und sind weitgehend unbekannt in der Bevölkerung. Hinzu kommt, dass der Altersschnitt der Cannabis-Konsumenten verdammt tief liegt. Die Aufklärung und Prävention ist trotz aller vermeintlichen Anstrengungen bei Cannabis besonders schlecht. Ergo sollten Probleme mit Tabak und Alkohol zusätzliche Warnlichter gegen die Liberalisierung einer weiteren Droge darstellen.

:-meinung

milz
12.09.2003, 22:15
Das Hauptargument für eine Legalisierung/Entkriminalisierung ist auch nicht die vermeintliche "Harmlosigkeit"!
Cannabiskonsum hat Risiken, wie alles im Leben.

Der entscheidende Punkt ist:
Das Verbot hält niemanden vom Kiffen ab, wie man (nicht nur) den Zahlen in der BKA-Graphik oben entnehmen kann. Der Markt wird flächendeckend bedient und wer keinen Dealer findet kann sich seine Droge zuhause unter Kunstlicht großziehen. Und wenn ein Kiffer schizophren oder psych. abh. wird, dann wird er's, mit Verbot und ohne Verbot, eben wegen besagter Ineffizienz dieser repressiven Präventionsstrategie.
Da kann das BtmG noch so edel in seinem Anspruch sein!
Es ändert nichts dran!

Wenn ich darf, dann prognostiziere ich, daß die gegenwärtige Regelung die nächsten Jahre so bestehen bleibt und sich die Droge (dessen unbekümmert) weiter etabliert.
Die Aufhebung der Prohibition kommt zwangsläufig irgendwann. Wo das Geld für solche Späße besonders knapp wird, wie zB. hier (http://www.taz.de/pt/2003/07/29/a0192.nf/text), vielleicht noch etwas eher.

MfG

hobbes
13.09.2003, 11:55
Cannabis hat eben nicht nur Risiken wie alles im Leben. Die Gefahren sind tiefgründiger und wurden bisher selbst von Fachkräften unterschätzt. Der Konsum wird durch die Bannalisierung und Verleugnung der Gefahren, durch eine lächerliche oder inexistente Aufklärung gefördert - dies ist unabhängig vom rechtlichen Status - da gebe ich dir recht.

Aber ich habe zwei Vorbehalte:

1) Legalisieren kann man ein Produkt nur dann, wenn klar ist um was es sich handelt, d.h. Wirkungen und Nebenwirkungen aufgezeigt, aufgeklärt und ALLGEMEIN bekannt sind. Ansonsten kann kein Politiker hierüber entscheiden. Dieses Faktum ist heute gerade nicht gegeben.

2) Ist es falsch, Cannabis nun noch ausdrücklich das Siegel "staatlich geprüft und für gut befunden" aufzudrücken durch eine Liberalisierung. Die Signalbotschaft ist grundfalsch und verheerend.

Froschkönig
13.09.2003, 12:12
Original geschrieben von milz
Man beachte die Steigerungsraten in der "Cannabis-Kriminalität" zw. 1993 und 2002!

Wobei Kriminalstatistiken immer ein anzweifelnswertes Beispiel sind.Gibt´s mehr delikte oder werden mehr aufgedeckt ?

milz
13.09.2003, 15:37
Original geschrieben von Froschkönig
Wobei Kriminalstatistiken immer ein anzweifelnswertes Beispiel sind.Gibt´s mehr delikte oder werden mehr aufgedeckt ? Prinzipiell hast Du Recht (,obwohl ich persönlich der Polizei diese Leistungssteigerung nicht zutrauen würde. ;-) )
Im BKA-Bericht wird allerdings auch die Konsumnachfrage beleuchtet, die sich dabei auf Untersuchungen der BzgA beruft.

Zitat:
"Cannabis ist die am häufigsten von Jugendlichen und Erwachsenen illegal konsumierte Droge. Die 12-Monats-Prävalenz von Cannabis bei den 18- bis 59-Jährigen liegt bei 6 % in West- und bei 5 % in Ostdeutschland. Das heißt, dass etwa
3,4 Millionen Menschen in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert haben. Dieser Wert ist seit der letzten Erhebung im Jahr 1997 um eine Million angestiegen.
...
Mehr als ein Viertel (26 %) der bundesdeutschen Jugendlichen im Alter von 12 bis 25 Jahren hat bereits Erfahrung(en) mit Cannabis."
http://www.bka.de/lageberichte/rg/2002/c_konsum_nachfrage.pdf

(Hab grad nichts besseres! :-lesen)

Nachtrag:
"Die jüngste Repräsentativerhebung (BZgA 2001; Kraus/Augustin 2001) zum Gebrauch psychoaktiver Substanzen bei Jugendlichen und Erwachsenen zeigt eine deutliche Steigerung der Prävalenz des Cannabiskonsums. Unter den 12 bis 25- Jährigen haben heute bereits 26 % Erfahrungen mit Cannabis gemacht; 1993 waren es 16% . Während alle anderen illegalen Drogen eher konstante Werte im Zeitverlauf aufweisen, hat sich die herausragende Rolle von Cannabis im Spektrum der illegalen Drogen in den vergangenen Jahren noch verstärkt."
Quelle: Fr. Caspers-Merk (hier (http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/themen/praevention/drogen/2386_2392.cfm))

milz
14.09.2003, 14:59
Original geschrieben von milz
Und im Übrigen spreche ich dieser Art der Drogenpolitik solange jegliche Glaubwürdigkeit ab, solange sie es zulässt,
-daß sich Kinder ungehindert am Automaten Zigaretten kaufen können,
-daß sich schon 16jährige legal besaufen dürfen,
-solange Alkoholproduktion und Tabakanbau staatlicherseits subventioniert werden und
-solange für Alkohol* und Tabak** legal geworben werden darf.
Wenn in der Bundesrepublik Deutschland tatsächlich irgendwo Drogen verharmlost werden, dann doch hier!!! :-meinung

*geschätzte 42.000 Tote pro Jahr in Dtl.
**geschätzte 110.000 Tote pro Jahr in Dtl.
Nun hat man dem noch ein Sahnehäubchen verpasst:
Bundesregierung klagt gegen EU-Tabakwerbe-Verbot (http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID2296670_REF4,00.html)

(Zitat von Frau Caspers-Merk (Drogenbeauftragte) an anderer Stelle :
"Auf europäischer Ebene streiten wir für Einschränkungen im Bereich der Tabakwerbung." und
"Ist die derzeitige Drogenpolitik glaubwürdig? Ich meine ja. Allerdings nur wenn konsequent gehandelt wird." (Quelle (http://www.bmgs.bund.de/deu/gra/aktuelles/reden/d/index_2880.cfm)))

Aber anscheinend ist das dann kein "falsches Signal an die Jugend", keine "verheerende Botschaft" und keine "Verharmlosung von Suchtmitteln"!?

Auf der einen Seite zerrt man im Namen des Volkes massenhaft harmlose Leute wegen Nichtigkeiten vor Gericht, stempelt sie zu Kriminellen ab, verletzt sie in ihren "eigentlich" gesetzlich verbürgten Grundrechten (je nach Sachlage Hausdurchsuchung, Leibesvisitation, Verhör, Drogentest), verbaut ihnen u.U. mit Einträgen ins polizeil. FZ die Zukunft und auf der anderen Seite wird so ein Miserere geliefert. :-(

Ich finde diese Doppelmoral, die Unverfrorenheit, mit der sie präsentiert wird und die Arroganz, die dahinter steht mit Verlaub gesagt zum Kotzen!

milz
31.10.2003, 19:58
Nun gut.
Da die Mehrheit in diesem Forum die Kriminalisierung von Kiffern als sinnvolle und effektive Präventionsmaßnahme ansieht, wäre prinzipiell zu überlegen, ob dies nicht auch für härtere, gefährlichere Drogen zutreffen könnte.
In Anbetracht der alamierenden Zahlen von etwa 42000 Alkoholtoten und über 110000 Tabaktoten pro Jahr in Dtl. (Vgl. ca. 0 Cannabistote pro Jahr.) kann man einen Handlungsbedarf auch schwerlich abstreiten, der sich gemäß der Logik der Prohibitionsbefürworter in diesem Forum zwangsläufig in einem Verbot der bislang legalen Drogen Alkohol und Tabak niederschlagen muß.

Natürlich muß dann Verdachtsfällen mittels Hausdurchsuchungen, Personenkontrollen, Verhören etc. nachgegangen werden. Kriminelle Biertrinker müssen sich dann bei Verstößen vor Gericht verantworten und die ganz Unverbesserlichen stecken wir in den Knast. Analog wie bei Cannabis.

Im Folgenden noch ein paar Zitate aus diesem Thread zur Veranschaulichung:

Wer legalen Alkohol fordert, der sollte sich auch für die Aufhebung der Rezeptierpflicht für Medikamente gleichen Gefährdungspotentials einsetzen. Es macht überhaupt gar keinen Sinn (und hat keine Logik), dass ich meine Antibiotika nur auf Rezept erhalte und gleichzeitig darf ich rezeptfrei Schnaps trinken und meine Körper wie meine Psyche, v.a. jedoch meine gesellschaftliche Integration wie auch die Kognitionsfähigkeit zerstören.

Grund für ein gesetzliche Verbot ist wohl aber der Schutz solcher Personen, die nicht in der Lage sind die Folgen des Konsumes selbst abzuschätzen. Und derer sind viele. Besonders dann, wenn Alkohol zu einer Modeströmung und zu Livestyle verkommt.

Ich sehe nicht ein, weshalb nun unbedingt dafür gesorgt werden muss, dass sich diese tolle Drogen noch weiter ausbreiten soll. Dafür gibt es überhaupt keinen Bedarf. Wenn mir ein persönliches statement erlaubt ist: es ist Zeit, dass in Deutschland wieder mal seriös gearbeitet wird, die Wirtschaft wieder mutig und zukunftsorientiert auf Vordermann gebracht wird und nicht dafür, dass sich alle Bürger mit Alkohol zudröhnen und in eine kollektive lethargisch-depressive Stimmung verfallen.

Diese Zeilen beweisen einmal mehr, dass die Gesellschaft eben für die Legalität von Alkohol nicht reif ist. Wenn selbst Mediziner der Verharmlosung von Alkohol nicht müde werden, die Gefahren nicht zu kennen scheinen oder diese argwöhnig verleugnen.
Siehe auch den "Seid Ihr schon besoffen?"-Thread und andere Aussagen über dicke Schädel und Semesterparties diesem Forum.

Die Voraussetzungen für einen "gesunden" Umgang mit Alkohol und Tabak sind denkbar schlecht.

Die Legalität ist deshalb gefährlich, weil sie denjenigen, welche Alkoholika verharmlosen scheinbar recht gibt und Bier mit einer Botschaft von "Harmlosigkeit" und "Genussmittel" der Bevölkerung anpreist. Da ist leider ein Verbot (auch wenn der Vollzug des Verbotes nicht gewährleistet ist) die bessere Alternative.


Muss hobbes recht geben.
Die Frage ist ja nicht nur was ich konsumiere,
sondern auch wie und wann. Bsp. ein Gläschen
Rotwein hat gesunheitsfördernde Wirkung;
Irrtum (http://www.aok.de/bund/news/news_detail.php?id=1532).


...wenn daraus aber ne Flasche wird oder der Konsum vor
dem Autofahren stattfindet dann ist genau das
Gegenteil der Fall.
Leider traue ich auch nicht allen meinen Mitbürgern
zu, verantwortungsvoll damit umzugehen.
Kontrollierte Abgabe bei medizinischer Indikation - Ja
Allgemeine Freigabe - Nein
Es gibt ja nun mal kein Recht auf Rausch!
Eben.

Es ist falsch, Alkohol und Tabak nun noch ausdrücklich das Siegel "staatlich geprüft und für gut befunden" aufzudrücken durch eine geduldete Legalität. Die Signalbotschaft ist grundfalsch und verheerend

(Ich habe mir allerdings erlaubt, das böse Wort Cannabis durch legale Alternativen zu ersetzen. Ich hoffe, die quotierten Personen nehmen mir das nicht übel. :-music )


Ich glaube, alle die das Cannabisverbot als unabdingbar erachten, werden mir hier zustimmen:
Alkohol und Tabak müssen verboten werden. :-top
Wir brauchen keine Drogen.

Froschkönig
31.10.2003, 20:06
Du kämpfst da aber einen tapferen kampf...milz ;-)
Über Sinn und Unsinn läßt sich ja gut debattieren, wie man hier sieht, aber aus aktuellen Anlaß:

Diese neuen Warnhinweise auf zigarettenschachteln sind ja fast schon Sammlungswürdig...mein Highlight :

"Rauchen macht sehr schnell abhängig : Fangen Sie gar nicht erst an"....das bewirkt bestimmt was :-D

auf Platz 2 :

"Rauchen verursacht bösartigen Lungenkrebs"

....muß mal meinen Patho Prof anschnauzen, daß er mir den gutartigen bisher verschwiegen hat...:-D :-D

milz
31.10.2003, 20:16
Original geschrieben von Froschkönig
Du kämpfst da aber einen tapferen kampf...milz ;-)
Kennst das ja, man entwickelt sich weiter... vom Saulus zum Paulus halt. ;-)

Aufschneider
03.11.2003, 21:21
moin,

ja, doch, genau das ist es, dieser Scheißkostenfaktor, was das kostet, die Hunde zu schulen & die Polizisten & die Leute hochzunehmen und die Juristen, von denen pro Verfahren ja mindestens gleich drei beschäftigt sind uswusw für dieses lächerliche rumgekiffe!
Außerdem haben statistisch so um die 30% schon mal gekifft, am besten sollten sich alle gleichzeitig selbst anzeigen.
Mein Gott, lasst halt die Kiffer kiffen und blöd grinsen dabei, die die wirklich Schaden verursachen (& mir in der Chirurgie auf die Nerven gehen) sind die Besoffenen die mit immer gleichen bescheuerten Kommentaren unddiesen behämmerten end-loden Diskussionen nachts um halb 4 meinen, sich in der Notaufnahme produzieren zu müssen.

Legalisieren, fette Steuer drauf und Schicht is.

Froschkönig
03.11.2003, 21:26
Original geschrieben von Aufschneider
moin,

ja, doch, genau das ist es, dieser Scheißkostenfaktor, was das kostet, die Hunde zu schulen & die Polizisten & die Leute hochzunehmen und die Juristen, von denen pro Verfahren ja mindestens gleich drei beschäftigt sind uswusw für dieses lächerliche rumgekiffe!

Klar......abgesehen von meiner Denkweise übers kiffen, sind DIESE argumente doch eher angreifbar...denn Hunde&Personal&Juristen sind genauso für Kokain, Heroin etc...verantwortlich...oder wollen wir das jetzt auch legalisieren und keiner hat´s mitbekommen ????

Aufschneider
03.11.2003, 21:35
neee, Hunde können meines Wissens nach immer nur eine oder zwei Drogen und ein Polizist, der grade Kiffer verhört kann nicht gleichzeitig Koksern hinterher (man kann "kokser" auch mit "Kinderficker", "Dealer", "Waffenhändler", "Vergewaltiger", "Steuerhinterzieher" ersetzen)

milz
09.11.2003, 13:56
@ Froschkönig

Über Sinn und Unsinn läßt sich ja gut debattieren, wie man hier sieht,
Wie hast'n das eigentlich gemeint?

Alles wird gut
09.11.2003, 15:02
Wenn die Argumente schwammig werden helfen wohl nur noch knallharte Fakten und Bildchen!!! :-))
(ich bin mir der zynischen Komponente, dass heute der 9.11. ist, sehrwohl bewusst! :-D )