Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Synkope
RS-USER-Katja
15.07.2008, 04:02
Ja, klingt so...
(und nach einem Satz warme Ohren, wenn der NA kommt...)
Original geschrieben von gnuff
was wird das hier? Ein CIRS-Puzzle?
:D :D
Maulwurff
15.07.2008, 11:57
Zum Zugang wir haben es bei den schlechten Venenverhälnissen und mehreren Versuchen belassen, da wirs ja nicht weit bis zur Klinik hatten und keine Zeit verstreichen lassen wollten. Oder legt ihr jeden Zuagng während der Fahrt?
Auto steht, NEF kommt, hats ja nicht weit, wir stehen fast in der Krankenwageneinfahrt des KH´s.
Wir haben einen dritten Mann mit auf dem Auto, der kümmert sich um Vorbereitung von Intubation und Medis.
Was könnten wir alles brauchen?
Paddels liegen, er schnauft nicht mehr und flimmert. Guedel toleriert er,
Mein Kollege versuchts jetzt noch mal mit nem Zugang, sticht noch mehrmals, aber dann erfolgreich. Zugang liegt. Ringer läuft.
Die Anwendung des Präkardialen Faustschlag hatte Erfolg. Wir brauchen nicht schocken. Er sprang wieder in einen Sinusrythmus über. Er machte die Augen auf und schaute mich an. Den Guedel entfernten wir. Er konnte mich deutlich verstehen,antwortete mir und ich fragte ihn, ob er was bemerkt hätte, wie er sich jetzt fühlt? Ihm wäre etwas schmurrig. Er hatte nix bemerkt. Kurze Zeit später beobachtete ich wie er erneut flimmerte und in eine Asystolie über ging. Er schnaufte nicht mehr, wir reanimierten kurzzeitig erfolgreich. Er machte wieder die Augen auf, sprach mit uns. Da der NA noch auf sich warten ließ, bekam er jetzt 0,5mg Atropin zur Kreislaufstabilisierung.
Wo bleibt der NA eigentlich zu Fuß ist man schneller, als erst ins NEF zusteigen.
Der Patient ist jetzt ansprechbar, Kreislauf stabil RR 100, HF 60/min,
Der Patient ist komplett versorgt, jetzt darf der Doc zur Tür reinschauen.
PS:
Achso nix mit "Sinusbradykardie" schönes Wort aber bei der Frequenz großer quatsch... danke Katja, Oder er hat dann doch zuviel Metoprolol im Tee :D Und uns nix davon gesagt.
RS-USER-Blaumeise
15.07.2008, 18:30
Original geschrieben von Maulwurff
PS:
... nix mit "Sinusbradykardie" schönes Wort aber bei der Frequenz großer quatsch...
sorry, wenn ich mich da einmische, aber wie meinst du das??
Beziehst du den Satz auf Katjas Aussage "Und wenn jemand plötzlich einfach so eine Hf von 30 hat und dabei einen Sinusrhythmus (?), dann ist das schon sehr ungewöhnlich. " Ihre Frage war eben, ob er während dieser 30er Frequenz auch wirklich im Rhythmus war... (brady ist er ja ... ) - das würde dann also heissen, er war "natürlich" zu dieser Zeit arrhythmisch...
... oder meins du "Sinusbradykardie" bei einer 60er Frequenz (welche er "jetzt" hat) sei "grosser Quatsch" ??
lg
RS-USER-emergency doc
15.07.2008, 20:05
Ähm... also ich hab jetzt gar nix hier verstanden... Seid ihr noch in der Kneipe oder schon im RTW? und warum haltet ihr in der Einfahrt zur Klinik an? Da kann man die paar hundert Meter doch noch weiter fahren.
Achja, wie reanimiert ihr bei einer Asystolie "kurzfristig erfolgreich"?
Katjas Skepsis bezog sich auf den Ausdruck "Sinusbradykardie". Bei einer Frequenz von 30 ist es extrem unwahrscheinlich und nur unter bestimmten Umständen möglich, daß die Erregung vom Sinusknoten kommt, und nicht ein Ersatzrhythmus vorliegt.
Irgendwie hab ich den Gesamtablauf in diesem Beispiel nicht ganz geschnallt...
RS-USER-blacksheep
15.07.2008, 20:19
Original geschrieben von emergency doc
"kurzfristig erfolgreich"?
Irgendwie hab ich den Gesamtablauf in diesem Beispiel nicht ganz geschnallt...
Zu 1: Ich interpretier das als kurze Zeit reanimieren, dass zum Erfolg führt.
Zu 2: Vermute mal, dass sie da selbst auch nicht so den Überblick hat.
RS-USER-Elektro-Dengel
15.07.2008, 20:55
Original geschrieben von Maulwurff
PS:
Achso nix mit "Sinusbradykardie" schönes Wort aber bei der Frequenz großer quatsch... danke Katja, Oder er hat dann doch zuviel Metoprolol im Tee :D Und uns nix davon gesagt.
Ja wie jetzt?? Bei dem SR sollte man sich aber schon sicher sein (wie schon von anderer Seite gesagt, bei der Frequenz nicht grad wahrscheinl)! Denn auch wenn ich hier durchaus auch eine Situation sehe, in der man auch ohne Approbation pharmakologisch gegen die Bradykardie intervenieren sollte, so sollte man schon wissen was man da tut. Ein höhergradiger AV-Block (z.B. mit Ersatzrythmus) wäre nämlich schon mal das Aus fürs Atropin (und für "meinen" RTW, denn da hab ich kein Alupent drauf)
RS-USER-Elektro-Dengel
15.07.2008, 20:59
Im übrigen:
Wenn man es mal nüchtern betrachtet, eigentl. kein allzu komplexer Fall. Nach einer der substanziellsten Untersuchungen des "primary survey", nämlich der Pulskontrolle sind wir im Algorithmus "Bradykardie" und müssen uns mittels EKG nur noch zwischen schmalem und breitem Kammerkomplex entscheiden. Das schnelle switchen in und aus dem VF-Algorithmus wiederum ist rettungsdienstliches Handwerkzeug, das jeder im Schlaf beherrschen sollte!
Grüße
Der CIRS-Dengel ;-)
Maulwurff
06.09.2008, 14:16
Gut ist zwar lange her. Der Monat Juli war für mich der stressigste überhaupt vielleicht hatte ich einfach keinen klaren Kopf für die Sache.
Also nochmal langsam zusammenfassend. Ein Fehler meinerseits der Patient hatte eine Bradyarrythmie. Ich hab in meiner Umzugskiste meine Notizen wieder gefunden und da stands schwarz auf weiß. Sorry war alles ganz schön stressig in der Letzen Zeit.
Aber jeder verdient ne zweite Chance also kurz mal das wichtigste zusammengefasst. Das sollte keine CIRS Geschichte werden, ich fand das Notfallbild interessant.
Wir finden einen 60 jährigen Patienten liegend in der Gaststätte vor. Er klagte über Schwindel und Unwohlsein während einer Kegelpartie. Er musste das Spiel abbrechen weil ihm schwarz vor Augen wurde.
Dann musste er sich hinlegen und die Rettung wurde gerufen.
Aktuell: Puls 50/min
RR 105/70
EKG: Brady arrythmie 30/min
SPO2: 97%
BZ 160mg/dl
im RTW: RR 95/60
Puls 40/min
der Patient gibt keine Schmerzen an, kaltschweißig,blaß, kein Fieber, der Patient friert,
PA: Nichtraucher, sportlich, nicht adipös, nimmt keine Medikamente ein,kein Diabethes m.bekannt, Bandscheibenvorfall, keine Allergien, Trinkverhalten normal letze Mahlzeit zu Mittag vor 2 Stunden, er heute noch nix getrunken außer ein Bier,
Wetter: sonnig um die 35°C
FA: keine Erkrankungen in der Familie bekannt
Maßnahmen:
keinen i.v. Zugang an beiden Armen misslungen, O2 über Brille läuft, Klebe- Paddels kleben
wir melden Zn Synkope, Bradykardie an und fahren ins 5min entfernte Krankenhaus. Mittem im Gespräch und 500m vor der Krankenwageneinfahrt kollabiert der Patient.
Wir fordern NA nach, Reanimation begonnen, INT ist vorbereitet, Zugang liegt, 500ml kristalloide Infusion laufen,
der Patient flimmert die Analyse läuft und während der Analyse springt der wieder in einem Sinusrhythmus über und hat auch wieder Puls, öffnet die Augen und ist ansprechbar, der Patient war keine zwei Minuten bewusstlos. Dann unterhält er sich wieder mit uns und kollabiert erneut. Im EKG zeigt sich eine Asystolie. Wir reanimieren 30:2 1mal und der Patient öffnet erneut die Augen und im EKG zeigt sich ein Sinusrhythmus 58/min. Der Patient bleibt ansprechbar, RR 100/70mmHg, Puls 50/min,
Der NA trifft ein.
Vorm Notarzt gibt der Patient jetzt Rückenschmerzen an, aber die schiebt er auf seine Bandscheiben.
So und nun?
Falls ich noch was vergessen hab, einfach sagen.
Liebe Grüße der Maulwurff
RDPfleger
15.09.2008, 15:06
Also ich hab zwar noch nicht allzuviel Erfahrung, aber am WE haben wir auch einen Patienten reanimieren dürfen (beobachteter Kreislaufstillstand durch ambulanten Pflegedienst), der den ganzen Tag Rückenschmerzen hatte.
Ich tippe deshalb dort und hier im Fall auch mal auf n Hinterwandinfarkt, den er bis lange Zeit kompensiert hatte, bis es nicht mehr ging.
Des weiteren tippe ich im Fallbeispiel hier mal auf eine Störung in der Reizweiterleitung, da der AV-Knoten ja noch hin und wieder was tut, der Sinusknoten aber nicht, wenn man sich die Frequenzen anschaut.
Wobei dann eigentlich eine EKG-Veränderung im Bereich der P-Welle sichtbar sein müsste oder?
Keine Ahnung, aber gibt es einen Zusammenhang zwischen Hinterwandinfarkt und nem ausgefallenem Sinusknoten? Wenn ja, wo ist der Zusammenhang / das "Zusammenspiel"?
RS-USER-Katja
15.09.2008, 17:28
Original geschrieben von RDPfleger
Keine Ahnung, aber gibt es einen Zusammenhang zwischen Hinterwandinfarkt und nem ausgefallenem Sinusknoten? Wenn ja, wo ist der Zusammenhang / das "Zusammenspiel"?
Aber ja! Die Hinterwand wird über die A. coronaria dextra versorgt, aus der in der Regel die den Sinusknoten versorgende Arterie abgeht. Daher sind bradykarde Rhythmusstörungen beim Hinterwandinfarkt lästig häufig...
RDPfleger
15.09.2008, 18:20
Original geschrieben von Katja
Aber ja! Die Hinterwand wird über die A. coronaria dextra versorgt, aus der in der Regel die den Sinusknoten versorgende Arterie abgeht. Daher sind bradykarde Rhythmusstörungen beim Hinterwandinfarkt lästig häufig...
Und wieder was dazugelernt. Vielen Dank Katja.
RS-USER-apoplex
15.09.2008, 18:31
Ein höhergradiger AV-Block (z.B. mit Ersatzrythmus) wäre nämlich schon mal das Aus fürs Atropin (und für "meinen" RTW, denn da hab ich kein Alupent drauf)
Statt Alupent geht auch Suprarenin, das wird der RTW ja wohl haben. Vergleiche:
http://www.erc.edu/download_gl.php?d=5
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