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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Getroffen: Streifenwagen und NEF



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RS-USER-emergency doc
26.07.2008, 10:43
Also mal ehrlich Leute.. Wer keine Differenzierung der Einsatzarten vornimmt ist echt ein Idiot. Handschlag drauf.
Wenn mich ein RTW zur Schmerztherapie bei Schenkelhalsfraktur nachfordert dürfte jawohl klar sein, daß nicht so geheizt wird, wie bei potentiell lebensbedrohlichen Situationen (Nein, ich meine NICHT "N.A. Altersheim XYZ")
Wer zu jedem Einsatz völlig undifferenziert mit Vmax hinjagt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er nicht mitdenken kann. Zumindest wenn ich als Beifahrer dabei sitze, werd ich ihm was husten!

RS-USER-Brummel
26.07.2008, 13:50
@ Bärentöter: ja, BMA ist die Brandmeldeanlage und damit ist die Feuerwehr schuld :D

RS-USER-pille
26.07.2008, 14:17
Original geschrieben von emergency doc
Wenn mich ein RTW zur Schmerztherapie bei Schenkelhalsfraktur nachfordert dürfte jawohl klar sein, daß nicht so geheizt wird,
........
Wer zu jedem Einsatz völlig undifferenziert mit Vmax hinjagt, muss sich die Frage gefallen lassen, ob er nicht mitdenken kann. Zumindest wenn ich als Beifahrer dabei sitze, werd ich ihm was husten!

Nö,

auch hier gilt die Verhältnismäßigkeit der Mittel:
wenn Du (oder die Leitstelle) der Meinung bist, das wäre "subakut", zumal hier ja schon deutlich klarere Aussagen über die Verhältnisse am EO möglich sind, dann entfällt IMHO die Grundlage der Sonderechtsfahrt und es geht auf Anweisung des NA mit normaler Fahrt zum Patienten.
-> Haftung ist bei Dir

Es gibt in der gesetzlichen Definition keine Grundlage für langsame oder schnelle Sonderrechtsfahrten, sprich, auf dem Boden der Tatsachen angekommen:

Da gilt: "Wenn höchste Eile geboten ist..."
unter Beachtung der Sorgfaltspflicht...bla bla...

Wenn keine höchste Eile geboten ist, fährt man(n) normal.

Aber ein Fahrer kann auch bei Meldungen die die höchste Eile² rechtfertigen würden, nie schneller fahren, wie es die Umgebung oder sein Schutzengel hergibt.
Da kann auch das Umgekehrte eintreten, nämlich der fromme Wunsch nach Vmax und der Einbremsung im Stau.

("Rettungsgasse? Nie gehört")

Auch hier gelegentlich zu beobachtende Zwischenstufen (am unangenehmen Stau mit Blaulicht vorbei, danach die Lampen aus) sind im Definitionssinne unzulässig.

Der Fahrer muß immer sehr differenziert (nämlich der Verkehrs- und Eigengefährdungslage risikominimierend) fahren....

Insofern sind Einlassungen beifahrerseitig höchst unwillkommen:
Erweist sich der Fahrer als offensichtliches Verkehrsrisiko, wird die Sonderrechtsfahrt auf Anweisung abgebrochen, da es bekanntermaßen keinen Sinn macht, eher, als der ansich aufzusuchende Patient zu sterben.

Nörgelt der Beifahrer zu sehr und erweist sich wiederum als sinnlos konzentrationsstörend (weil selber nur Radfahrer), kann der Fahrer hier auch als risikominimierend die Sonderrechtsfahrt abbrechen.
Haftung für die Folgen, oder Folgen für die Haftung: schwierig...

saddamski
26.07.2008, 16:40
Ich seh es so wie der emergency doc.
Wer zwischen den Einsatzstichworten nicht differenziert und immer alles gibt, sollte sich mal Gedanken dazu machen ob das wirklich in einem Verhältnis steht.

Fragt doch mal bei der Polizei nach, wie die zu einer normalen Schlägerei fahren oder zu einer Schlägerei wo es heißt, das da Polizisten angegriffen werden.

Letztendlich entscheidet aber natürlich immer der Fahrer wie er fährt.
Wenn man es gut findet immer mit voller Power zu fahren...

RS-USER-pille
26.07.2008, 17:08
Original geschrieben von saddamski
Fragt doch mal bei der Polizei nach, wie die zu einer normalen Schlägerei fahren oder zu einer Schlägerei wo es heißt, das da Polizisten angegriffen werden.

Letztlich hinkt der Vergleich genauso... es gibt hier keine Ausnahme von der Regel.

Die Erwartung, auch als Nichtpolizeiangehöriger, schnellstmöglich Hilfe zu erfahren und die dem §35 entsprechend zeitnah zu erhalten, ist nun mal gesetzlich festgeschrieben.

In der Anordnung der Sonderrechte durch die Leitstelle ist auch die Weisung enthalten, sich dem Einsatzort schnellstmöglich (unter Beachtung...) zu nähern.

Wo gibt es da was zu differenzieren?...

Alle anderen privaten Abwägungen sind vor allem eins: privat
und im Erklärungsfall sind ausschließlich privat vorgetragene Mutmaßungen der Annahme, daß es sich um einen minderschweren Einsatz handeln könnte, ganz dünnes Eis.

Allenthalben würde ich dann höchstens sagen, "es war viel Verkehr", als Erklärung der langen Anfahrt

RS-USER-Rettungsziege
26.07.2008, 18:28
Dämliche heizen oder nicht heizen Diskussion.

Wie wäre es damit, bei Soderrechten so zu fahren, wie es sich gehört?!
Egal, ob es z.B. nun die alte Frau oder das kleine Kind mit Schmerzen ist.
Ich glaub mal, dass beide ein Anrecht auf die gleich Qualität und Schnelligkeit der Behandlung haben.

Beim Thema "Notfall Altersheim" kann ich im Umkehrschluss auch sagen:
"Ach, das wird sowieso nur 'ne hysterische Mutter sein."

Ich hab auf dem Fahrzeug ganz bestimmt nicht zu bestimmen, wer wichtiger ist
und dem Patienten nützt es rein garnichts, wenn ich mir den Hals abfahre.

exzivisau
26.07.2008, 18:32
Eigentlich sollte der Post nicht zum gegenseitigen zerfleischen anregen......

saddamski
26.07.2008, 19:07
pille, Sonderrechte können von der Leitstelle nur freigegeben, nicht angeordnet werden.

Letztendlich habe ich auch nicht geschrieben, dass man mit Sonderrechten gemütlich durch die Gegend tuckern soll. Aber auch bei Sonderrechten gibt es unterschiedliche Fahrstile.

Wer z.B. als Brandschutz RTW zur Einsatzstelle rast, wie bei einer Kinderrea, darf das ja gerne tun.
Ich tue es nicht.

RS-USER-emergency doc
26.07.2008, 19:32
Original geschrieben von Rettungsziege

"Ach, das wird sowieso nur 'ne hysterische Mutter sein."


Ist es ja auch häufig ... :grins:

RS-USER-Katja
27.07.2008, 05:09
Original geschrieben von Rettungsziege
Dämliche heizen oder nicht heizen Diskussion.

Das war glaube ich nie die Diskussion in diesem Thread - geheizt wird nicht, zumindest nicht, wenn man in dem Job alt werden will.
Aber alle Neutralität vorgehalten werdet ihr mir doch nicht ernsthaft erzählen, daß ihr nicht einen Tuck schneller fahrt (und das muß nicht mal bewußt sein), wenn die Adresse der eigene Nachbar ist oder sonst etwas, was einen am Kern trifft... falls doch schlage ich die Bewerbung auf einen der einschlägigen Superheldenposten vor :D
Das jeder vernünftig fährt, setze ich einfach mal voraus. Wer nicht vernünftig fährt, fährt ohne mich.

Ob ich mit dem NEF zur BMA eine halbe Minute früher oder später da bin, macht keinen echten Unterschied, da ich eh draußen warten muß, bis die Blauhosen das Gebäude für irgendwas freigeben. Ich renne da sicher nicht einfach so rein...

RS-USER-Rettungsziege
27.07.2008, 11:36
Original geschrieben von Katja
Aber alle Neutralität vorgehalten werdet ihr mir doch nicht ernsthaft erzählen, daß ihr nicht einen Tuck schneller fahrt (und das muß nicht mal bewußt sein), wenn die Adresse der eigene Nachbar ist oder sonst etwas, was einen am Kern trifft...

Schneller fahren als sonst nicht unbedingt.

Trotzdem geht einem in so einer Situation schon der Ar*** etwas auf Grundeis.
Ich hatte so eine Situation zum Glück bisher nur einmal
und ich muss sagen, dass ich mir die wildesten Szenarien ausgedacht hab.

krumel
27.07.2008, 12:20
nur als Anmerkung: In Italien ist im Rahmen dieser Diskussionen verboten dem Piloten eines RTH das Einsatzstichwort mitzuteilen, damit dieser nicht "um ein Kind zu retten" mehr Risiko eingeht. Gesetzlich...

RS-USER-Rettungsziege
27.07.2008, 13:13
Richtig so!

RS-USER-DoktorW
27.07.2008, 14:11
Richtig finde ich das gar nicht, im Gegenteil. Man sollte sich im Vorfeld bei der Anfahrt durchaus ein paar Gedanken machen zu dem, was auf einen zukommt! Da profitiert der Patient mehr davon als wenn man plötzlich von etwas total überrascht wird! Mir ist schon klar, dass Meldungen häufig nicht mit dem realen Bild übereinstimmen aber ich hätte es schon gerne gewusst, wenn mich z.B. Schusswaffengebrauch oder so was an der E-Stelle erwartet!

RS-USER-Rettungsziege
27.07.2008, 14:59
Schusswaffengebrauch ist auch wieder eine ganz andere Sache.
Genauso ist es nicht schlecht, wenn man vorher weiß, dass es zu 'ner Messerstecherei geht.

Es mag vielleicht gut sein, dass der Arzt weiß, was für ein Notfallbild ihn erwarten könnte.
Aber an für sich finde ich es nicht schlecht, wenn der Pilot / Fahrer es nicht weiß
und somit garnicht erst in Versuchung kommt, ein unnötiges Risiko einzugehen.

RS-USER-Katja
27.07.2008, 15:16
Original geschrieben von Rettungsziege

Aber an für sich finde ich es nicht schlecht, wenn der Pilot / Fahrer es nicht weiß
und somit garnicht erst in Versuchung kommt, ein unnötiges Risiko einzugehen.
Mein Fahrer ist mein Rettungsassistent, den interessiert auch, was uns erwartet.
Nochmal: Keiner sagt was von hirnlos durch die Gegend brettern, denn jedem Retter mit zwei kommunizierenden Gehirnzellen ist klar, daß es keinem hilft, wenn wir auf der Strecke bleiben.
Und wenn mein RTH-Pilot sagt, daß das Unwetter zu stark zum fliegen ist, dann ist das unabhängig von der Einsatzmeldung, der will seine Familie ja auch wiedersehen. Das ist hier in den USA ggf. anders, wo private (Rettungs)Organisationen teils Prämien ausloben für den, der noch fliegt... da würden mich keine 10 Pferde reinkriegen, aber das sollte bei jedem zum Selbstschutz gehören.

Aber dieser "ich bin heiliger als du"-Ansatz, daß jeder Einsatz gleich angefahren wird, den kann ich nicht glauben. Keiner, der das schon länger als drei Wochen macht, fährt zu jedem Einsatz gleich. Ist mir zumindest noch nicht passiert, und ich bin bestimmt mit vielen verschiedenen NEF-Lenkern diverser Organisationen unterwegs gewesen.

E.E.Gal
27.07.2008, 15:28
Dann oute ich mich mal mit dem Zeitlassen...

es Gab einen Alarm, Einsatzstelle lag für mich auf dem Weg zur Unterkunft, also schon mal im vorbeifahren Lage sondiert. KRKL mit seinem Spielzeug da gesehen (kurz nach dem alarm waren für mich nur 5 Min. dahin), also "KRKL schnell an der Einsatzstelle im Dienstauto (muß der AFAIK erst holen) -> kann nur ne Übung sein " (der betont auch immer, wenn man Ihn zu seiner Präsenz vor Ort befragt (normalerweise bei Übungen), das er bei ner realen Lage in den KV fährt und da Hintergrund dienst leisten will....) .
Ergebnis: "Nur" flott gemacht, das man hinkam (also Risiko minimiert, NICHT gebummelt) war doch ne reale Lage und der stand mittendrin und hat IMHO durch seine gegenwart Leute von der Arbeit abgehalten... (muß man eigentlich an ner einsatzstelle allen möglichen generellen Kram klären ?)

Die Betroffenen/Patienten haben es übrigens gut überstanden

RS-USER-emergency doc
27.07.2008, 20:32
Original geschrieben von Rettungsziege
Es mag vielleicht gut sein, dass der Arzt weiß, was für ein Notfallbild ihn erwarten könnte.
Aber an für sich finde ich es nicht schlecht, wenn der Pilot / Fahrer es nicht weiß
und somit garnicht erst in Versuchung kommt, ein unnötiges Risiko einzugehen.

Wie soll das denn gehen?

krumel
27.07.2008, 20:39
Wie bereits angesprochen: Es handelt sich ja beim Piloten nicht um medizinisches Personal.

Von daher finde ich die Regelung auch gar net mal so doof.
Weil eben dieser "heiliger als du" Ansatz gilt auch umgekehrt: Welcher Pilot ist wirklich so 100% professionel und unemotional das er z.B. beim Stichwort "Kinderea" nicht unterbewusst doch mehr geben würde als bei "Sekundärtransport zeitunkritisch".

Das sowas auf den bodengebundenen RD mit seiner "Dual Use" Funktion des "Fahrers und medizinischem Personals" nicht umsetzbar ist, ist auch klar.

(Das das medizinische Personal wissen muss was abgeht steht hier-zumindestens für mich- ja gar nicht zur Diskussion)

RS-USER-pille
27.07.2008, 21:20
Original geschrieben von saddamski
pille, Sonderrechte können von der Leitstelle nur freigegeben, nicht angeordnet werden.
Wer z.B. als Brandschutz RTW zur Einsatzstelle rast, wie bei einer Kinderrea, darf das ja gerne tun.
Ich tue es nicht.

Moin,
Danke für die Aufklärung...allerdings ändert das nichts an der Weisung, dem § 35 folgend, den Einsatzort schnellmöglich zu erreichen...
ohne dabei zu Rasen, resp. das Risiko zu erhöhen.


Original geschrieben von Katja

Aber alle Neutralität vorgehalten werdet ihr mir doch nicht ernsthaft erzählen, daß ihr nicht einen Tuck schneller fahrt (und das muß nicht mal bewußt sein), wenn die Adresse der eigene Nachbar ist oder sonst etwas, was einen am Kern trifft...

Das gleicht in gewisser Weise nach der Frage, wie die Polizei zur Schlägerei fährt, ob es sich dabei um Kollegen in Not oder eben "nur" die bekannte Kneipe handelt.

Wie schon gesagt, offiziell differenziert wird da nicht, aber unbewußt, völlig richtig, nimmt man womöglich einen riskanteren Fahrtstil in Kauf.

Allerdings, genau da beginnt die Grauzone.

meine Erfahrungen, allerdings schon länger zurückliegend: im Wissen um einen "heiklen" Einsatz zu fahren, ist man automatisch eher am Limit/oder überschreitet womöglich den Punkt der Vermeidung unnötiger Risiken.

Das "Normalprogramm" wird da risikoarm abgewickelt, aber immer noch zügig & gesetzeskonform.

Vielleicht einigen wir uns darauf...

:peace: