Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sinn und Nutzen eines Fahrradhelmes
RS-USER-Medi-Fischi
02.08.2008, 18:52
Auch überzeugte Helmträgerin. Mein Helm ist wirklich gut eingestellt. Sitzt gut drückt nirgenst. hab ihn bis jetzt nie gebraucht. Wie soll man Kindern erklären, warum sie einen helm tragen sollen, wenn man selbst nicht mit gutem Beispiel voran geht?
Ich bin von dem Nutzen überzeugt.
RS-USER-skyrock
02.08.2008, 20:24
Die meisten Argumentationen gegen Helme beruhen auf Berechnungen, dass sie nahezu nichts bringen, wenn man unangespitzt mit 30km/h gegen einen Brückenpfeiler fliegt. Das ist absolut korrekt.
Nur sind die meisten Unfälle keine solchen, sondern bei Glatteis und niedriger Geschwindigkeit vom Rad gefallen, über Straße gegen Bordsteinkante gerutscht, rückwärts auf Hinterkopf gefallen, über Motorhaube geflogen etc. Und hier kann mir keine Berechnung der Welt belegen, dass ein guter Helm bei solchen Unfällen keinen Vorteil bringt.
In der Sicht behindert ein guter Helm null, unbequem ist er auch nicht, und wenn ich ihn nicht mitnehmen will, schließe ich ihn halt mit an...in x Jahren hat ihn noch keiner geklaut, und wenn doch, dann kauf ich mir halt einen Neuen, so what. "Gut" bei Stiftung Warentest kostet heute auch nur noch 30€!
RS-USER-opus
02.08.2008, 23:05
Original geschrieben von Bärentöter
Das mit der Frisur ist ein hochgradiger Schmarrn...und leicht polemisch... ...gar nicht mal so sehr.
Du hast für dich den Entschluß gefasst, keinen Helm zu tragen. Bei all den Fakten und Argumenten, die wir in diesem Thread zusammengetragen haben, war aber bislang nur ein einziges gegen den Helm, was in irgendeiner Weise, wenn auch für vernünftige Menschen nicht überzeugend, so doch zumindest nachvollziehbar gewesen wäre und das war die Eitelkeit von Blaulicht 65. Ich habe lediglich nachgefragt, weil wir für die ablehnende Haltung noch kein anderes Argument hatten, ich habe die nicht unterstellt, dass es so sei.
Ein ausgemachter Schmarrn ist nämlich eigentlich nur das hier:
Original geschrieben von Bärentöter
der Helm behindert, z.B. beim Kopfwenden und sich umschauen, gerade Kinder mit geringerer Koordinationsfähigkeit, deswegen ist er für mich nur eine trügerische Sicherheit.
... darauf wollen wir auch nicht herumreiten, das ist einfach nicht so. Auch bei Kindern nicht (verwechsel das bitte nicht mit Motorradhelmen).
Und was die Fahrradhelme angeht:
Original geschrieben von Bärentöter
Da geht es allenfalls um Commotio oder nicht Commotio oder um Platzwunde oder nicht Platzwunde, die habe ich dann halt am Kinn.
Aber wenn es um die Wurst, also um Verletzungen geht, die mein langfristiges Wohlbefinden oder gar um mein Leben gefährden, ist der Helm halt nicht hilfreich. würde ich dem nicht widersprechen. Aber auch eine Commotio zu vermeiden, wäre für mich ein Grund, Helm zu tragen.
Letztlich ist das aber die Entscheidung von jedem einzelnen und du mußt dich dafür auch ganz bestimmt nicht rechtfertigen.
Mir stellt die Sache sich jetzt so da:
Wir wissen jetzt,
-dass es Fahrradunfälle gibt, die so schwerwiegend sind, dass der Helm nichts mehr retten kann.
- dass er in den meisten Unfällen (den Standardsituationen) eine Verminderung der Unfallfolgen bewirken kann.
- dass es möglicherweise seltene Fälle gibt, wo der Helm eine Verschlimmerung der Verletzungen bewirkt.
(die Verschiebung der KoPlaWu von Stirn nach Kinn betrachte ich hier mal als unerheblich)
Somit ist der Fahrradhelm unbedingt zu befürworten. Und das war es, was ich letztlich wissen wollte (auch für den Fall, dass jemand mal meinen fachlichen Rat sucht).
Was jeder einzelne aus diesem Wissen für sich jetzt macht, ist, wie gesagt, seine eigene Angelegenheit und geht mich nichts mehr an.
RS-USER-Bärentöter
02.08.2008, 23:25
ich bleibe dennoch bei meiner Meinung.
Bei Bagatellunfällen hilft der Helm, aber da geht es um nicht lebensgefährliche, oder bleibende Schäden erzeugende Traumata, wenn es um Leben und Tod geht, hilft er null komma garnichts.
Ich trenne das deutlich von Sicherheitsgurten oder Motorrad-Integralhelmen. DIE sind sinnvoll! Fahrradhelme aus Schaumstoff sind und bleiben modischer Schnickschnack!
Steinigt mich dafür, wenn Ihr wollt...
Bei dieser Steinigung werde ich übrigens keinen Fahrradhelm tragen... :D ;)
Original geschrieben von Bärentöter
ich bleibe dennoch bei meiner Meinung.
Bei Bagatellunfällen hilft der Helm, aber da geht es um nicht lebensgefährliche, oder bleibende Schäden erzeugende Traumata, wenn es um Leben und Tod geht, hilft er null komma garnichts.
Ich trenne das deutlich von Sicherheitsgurten oder Motorrad-Integralhelmen. DIE sind sinnvoll! Fahrradhelme aus Schaumstoff sind und bleiben modischer Schnickschnack!
Steinigt mich dafür, wenn Ihr wollt...
Bei dieser Steinigung werde ich übrigens keinen Fahrradhelm tragen... :D ;)
Da bin ich mir nicht so sicher, lieber Bärentöter!
Ich betreue unter anderem einem Mann, der eigentlich Epileptiker ist. Eigentlich- denn jetzt ist er Appaliker. Grund war nicht ein Status, sondern der Sturz auf dem Boden aufgrund eines plötzlichen Anfalls. Er ist nicht besonders groß-vielleicht 1,70. Er hatte natürlich keinen Helm auf- hat er damit nie gerechnet.
Egal- beim Fahrrad fahren, Inline-Skaten etc. kommen zur Fallgeschwindigkeit noch höhere horizontale Kräfte ins Spiel- ich mag nicht glauben, das Fahrradhelme da nicht schützen!
Wenn Fharrdadhelme aus Schaumstoff nicht nützen- wie dann?
RS-USER-opus
03.08.2008, 00:23
Original geschrieben von Bärentöter
ich bleibe dennoch bei meiner Meinung. Das sei dir, wie zugesagt, gegönnt. Wenn du deine Meinung hast, brauchst du dich durch Fakten ja nicht irritieren zu lassen.
Ich verstehe sie zwar nicht, da du eigentlich nichts genannt hast, was diese Folgerung irgendwie nachvollziehbar machen würde, aber, egal, mußt du ja auch nicht.
Ich finde nur, einiges an deine Argumentation müßte auch dir selber auffallen:
Original geschrieben von Bärentöter
Bei Bagatellunfällen hilft der Helm, aber da geht es um nicht lebensgefährliche, oder bleibende Schäden erzeugende Traumata, wenn es um Leben und Tod geht, hilft er null komma garnichts.
Warum, zum Beispiel, betrachtest du nur diese zwei Extremsituationen, Bagatelle oder sicherer Todesfall?
Was ist mit den 99% der Unfälle dazwischen? Da, wo der Helm wirklich nützt? Zum Beispiel weil du statt der Commotio eben nur einen Brummschädel davonträgst.
Natürlich bringt mich die Gehirnerschütterung (meist) nicht um, aber wenn ich sie vermeiden kann, werde ich das doch tun.
Und wenn ich eine Gehirnerschütterung habe und ohne Helm ein veritables SHT hätte erwarten können, dann hat sich der Helm doch auch gelohnt. Und diese Beispiele hatten wir hier, du kannst doch nicht behaupten, dass es sowas nicht gibt.
Original geschrieben von Bärentöter
Ich trenne das deutlich von Sicherheitsgurten oder Motorrad-Integralhelmen. DIE sind sinnvoll! Fahrradhelme aus Schaumstoff sind und bleiben modischer Schnickschnack!
Dass der Motoradhelm mehr abhält, weß ich, das muß er auch, da hier ganz andere Geschwindigkeiten auftreten. Dass beide Helme eine Schutzwirkung haben, der eine mehr, der andere weniger, nimmt dieser Trennung aber irgendwie die Berechtigung.
Mit einem Motorradhelm hättest du freilich auch auf dem Fahrrad eine höhere Schutzwirkung, jedoch auch die Einschränkungen in der Beweglichkeit und im Gesichtsfeld (die du dem Fahrradhelm nachsagen wolltest), weswegen dies wieder an Sinn verliert.
Original geschrieben von Bärentöter
Steinigt mich dafür, wenn Ihr wollt...
Bei dieser Steinigung werde ich übrigens keinen Fahrradhelm tragen... :D ;) Och nöööö, dann ist es ja so schnell vorbei.
RS-USER-Katja
03.08.2008, 03:56
As requested: Die Literatur aus pubmed
Ist alles schon zwei, drei Jährchen alt, mindestens, so daß man davon ausgehen kann, daß die Qualität der Helme eher noch zugenommen hat (zumindest meine Helme sind besser zu geringeren Preisen).
Singapore Med 2006 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16645684?ordinalpos=1&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsP anel.Pubmed_DiscoveryPanel.Pubmed_Discovery_RA&linkpos=2&log$=relatedarticles&logdbfrom=pubmed)
BMJ 1994 (ordinalpos=1&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsP anel.Pubmed_DiscoveryPanel.Pubmed_Discovery_RA&linkpos=3&log$=relatedarticles&logdbfrom=pubmed)
Health Promote Int. (ordinalpos=1&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsP anel.Pubmed_DiscoveryPanel.Pubmed_Discovery_RA&linkpos=4&log$=relatedarticles&logdbfrom=pubmed)
J Trauma 1992 (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1474633?ordinalpos=5&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsP anel.Pubmed_RVDocSum)
J Pediatric Surgery (http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9498409?ordinalpos=2&itool=EntrezSystem2.PEntrez.Pubmed.Pubmed_ResultsP anel.Pubmed_RVDocSum)
... und für den Rest müßt ihr selbst suchen.
Kurzzusammenfassung: Alle sind pro Helm, man muß ihn nur richtig benutzen.
RS-USER-emergency doc
03.08.2008, 20:15
Also das "Motorradhelm"-Argument hat doch genau dieselben Schwächen, die dem Fahrradhelm vorgeworfen werden.
Bei Tempo 200 zerteilt es Dich in mehrere Stücke, und dann ist egal, ob im Schädel kein Blut ist.
Ich möchte zu dem Argument, es gehe ja "nur" darum, ob es ein einfaches SHT mit Commotio sei oder eben doch nur ein Brummschädel den Artikel von Kolodziejczyk aus dem aktuellen Unfallchirurgen zitieren:
Bis zu 38% der Patienten mit einem einfachen SHT zeigen computertomografisch fassbare intracranielle Verletzungen.
D. Kolodziejczyk
"Das einfache Schädel-Hirn-Trauma - Diagnostische Fallen und Komplikationen"
Der Unfallchirurg 2008.111:486-492; Springer Medizin Verlag 2008
RS-USER-Katja
03.08.2008, 20:22
Original geschrieben von Bärentöter
Bei Bagatellunfällen hilft der Helm, aber da geht es um nicht lebensgefährliche, oder bleibende Schäden erzeugende Traumata, wenn es um Leben und Tod geht, hilft er null komma garnichts.
Deine Meinung werde ich Dir nicht nehmen ;) Aber Dir ist klar, daß Bagatellunfälle durchaus zu bleibend und/oder lebensgefährlichen Schäden führen können, nehme ich an.
Der Helm ist sinnig für Bagatelltraumen und für die Unfälle des täglichen Lebens. Den freak accident des herabstürzenden Jumbos wird er nicht abfangen, ebenso wenig den Zusammenstoß mit dem Porsche mit 150km/h in der Innenstadt oder den Sturz in die Wildbachklamm, denn da stirbt man schlicht an anderen Dingen als "nur" am SHT. Wenn wir das als Maßstab nehmen wollten, dürfen wir aber morgens gar nicht mehr aus dem Bett kommen.
Während Motorradhelme (da ist übrigens auch Schaumstoff drin...) zwar eine höhere Schutzwirkung auch im Gesichtsteil haben, haben sie durch das höhere Gewicht bei schlechter Nackenmuskulatur (lies als "Der GelegenheitswochenendbeischönemWetterbiker") auch einen höheren Anteil an Traumen der HWS als die viel leichteren Fahrradhelme.
Daß ein Helm risikofreudigere Fahren hervorruft, kann ich so nicht echt bestätigen. Die, die im normalen Straßenerkehr fahren, als ob außer ihnen keiner unterwegs wäre und also ob Vorfahrt in ihr Vehikel eingebaut sei, tragen meiner Beobachtung nach meist eher keinen Helm (und fahren genau so bescheiden Auto, Inlineskates, Tretroller...). Aber dafür habe ich keine Studie :)
RS-USER-Bärentöter
03.08.2008, 21:39
endlich mal Fakten. Danke Katja!
Ich werde jetzt dennoch keinen Helm tragen, aber ich werde darauf drängen, daß Tochterkind einen aufsetzt.
Sind wir damit o.k.?
RS-USER-Hoffi
04.08.2008, 07:53
Original geschrieben von Bärentöter
endlich mal Fakten. Danke Katja!
Ich werde jetzt dennoch keinen Helm tragen, aber ich werde darauf drängen, daß Tochterkind einen aufsetzt.
Sind wir damit o.k.?
Was für ein Vorbild... Man sollte seinen Kindern das vorleben, was man auch von ihnen verlangt, ansonsten macht man sich unglaubwürdig.
RS-USER-Bärentöter
04.08.2008, 20:09
Original geschrieben von Hoffi
Was für ein Vorbild... Man sollte seinen Kindern das vorleben, was man auch von ihnen verlangt, ansonsten macht man sich unglaubwürdig.
Du hast keine Kinder, gell?
RS-USER-opus
04.08.2008, 20:36
Original geschrieben von Bärentöter
Du hast keine Kinder, gell?
Um das zu wissen, braucht man keine.
(Ich hab' ein Kind)
RS-USER-emergency doc
04.08.2008, 20:56
Original geschrieben von opus
Um das zu wissen, braucht man keine.
Um zu wissen, daß Hoffi keine Kinder hat?:confused:
RS-USER-Hoffi
04.08.2008, 22:31
Original geschrieben von Bärentöter
Du hast keine Kinder, gell?
Nein, ich hab keine Kinder, aber ich weiß, dass man etwas Vorleben muss, um bei Kindern etwas zu erreichen. Zumindest habe ich diese Erfahrung in meiner Tätigkeit als Jugendleiter gemacht - gerade auch bei Helmen. Kein Kind zieht einen Helm an, wenn es die Teamer nicht auch als Vorbilder machen.
Der Altnoob
04.08.2008, 22:40
Ist es nicht allgemein so, dass der, der etwas vermitteln will, dieses auch selbst vorleben bzw. vormachen können soll? Ich lasse mich nur ungern von Leuten kritisieren, die das, was sie bemängeln, selbst nicht leisten können, wollen oder selbst schon geleistet haben...:D
Und ja, wir setzen (schon bevor unser Sohn zur Welt kam) Fahrradhelme auf - sonst würde ich es von meinem Sohn auch selbst nicht verlangen.
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