Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Rauchfrei in die OP
RS-USER-Elektro-Dengel
07.02.2009, 12:06
Original geschrieben von Bärentöter
Aber es nur dem Raucher, die in der öffentlichen Wahrnehmung ja sowieso gleich nach Kinderschändern und Islamisten kommen, zu verweigern, ist eben doch eine Diskriminierung.
Dabei sollte er eigentl. gleich an Nr. 1 stehen, denn der volkswirtschaftl. Schaden, den er anrichtet, ist bestimmt höher als bei Kinderschändern und Islamisten!
Siehste, Töter, ich kann auch polemisieren, wenn ich will!:o
RS-USER-Autolyse
07.02.2009, 12:14
Deine Vergleiche hinken. Der Radfahrer, der in einen Unfall verwickelt wird und keinen Helm trägt erhöht zwar seine Gefahr, jedoch geht die Gefährdung regelmäßig von anderen aus. Vergleichbar wäre es nur, wenn sich der Raucher ausschließlich unter anderen Rauchern aufhielte und das passive zum aktiven Rauchen veränderte. Dies ist aber nicht der Fall, vielmehr wird die Gefährdung hier mit Wissen und Wollen herbeigeführt und nicht durch die Fahrlässigkeit.
RS-USER-Häuptling weiße Wolke
07.02.2009, 20:36
Original geschrieben von Elektro-Dengel
Dabei sollte er eigentl. gleich an Nr. 1 stehen, denn der volkswirtschaftl. Schaden, den er anrichtet, ist bestimmt höher als bei Kinderschändern und Islamisten!
Ist das wirklich so?
Ich stelle mal folgende Thesen auf:
1. Die Tabaksteuer ist eine wichtige Einnahmequelle des Staates.
2. Raucher haben eine deutlich geringere Lebenserwartung und entlasten somit die Rentenkasse.
3. Am teuersten für die Krankenkassen sind die multimorbiden alten Menschen, Raucher sterben meist an Lungen-Ca oder Myokardinfarkt/anderen Gefäßerkrankungen, geht beides relativ schnell und ist vergleichsweise günstig im Ableben. ;)
Ich habe es mittlerweile aufgegeben, meine Patienten zu missionieren und zum Aufhören mit dem Rauchen zu bewegen. Ich sag Ihnen einfach: Wenn Sie was für sich tun wollen, dann sollten Sie mit dem Rauchen aufhören. Wenn Sie was für mich tun wollen, dann mögen sie gerne weiter rauchen.
Solange Nikotin eine legale Droge ist, kann man nicht wirklich jemand einen Vorwurf machen, wenn er raucht, oder? Ganz so unrecht hat Bärentöter da nicht. Wenn man auf der einen Seite auf die Einnahmen durch den Tabakhandel nicht verzichten will, kann man auf der anderen Seite nicht schimpfen, wenn man im Gesundheitswesen höhere Kosten hat. Grundsätzlich begrüße ich jedoch jeden Vorstoss in Richtung Raucherentwöhnung. Aber warum macht man es nicht so, dass Raucher z.B. in der Warteliste nach vorne kommen können, wenn sie mit dem Rauchen aufhören. Also nicht bestrafen sondern motivieren.
Ach ja, ich bin übrigens überzeugter Nichtraucher.
RS-USER-opus
07.02.2009, 21:34
Original geschrieben von Häuptling weiße Wolke
Ist das wirklich so?
Ich stelle mal folgende Thesen auf:
1. Die Tabaksteuer ist eine wichtige Einnahmequelle des Staates.
2. Raucher haben eine deutlich geringere Lebenserwartung und entlasten somit die Rentenkasse.
3. Am teuersten für die Krankenkassen sind die multimorbiden alten Menschen, Raucher sterben meist an Lungen-Ca oder Myokardinfarkt/anderen Gefäßerkrankungen, geht beides relativ schnell und ist vergleichsweise günstig im Ableben. ;)
...also, das ist eine Berechnung, mit sehr vielen Unbekannten. Um's noch komplizierter zu machen, dürfen wir noch mit berücksichtigen, dass rauchende Berufstätige statistisch eine höhere Krankenrate (also mehr Fehltage) haben und im Durchschnitt eher gesundheitsbedingt aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Das belastet die Rentenkasse wieder.
Ich schätze, dass das ziemlich ausgeglichen ist (jedenfalls nicht unbedingt nur ein sozialverträgliches Frühableben). Dem Finanzminister wäre es sicherlich am liebsten, wenn der Zigarettenverkauf ungebremst weiterginge, die Leute das Zeug aber nicht rauchen würden.
Original geschrieben von Häuptling weiße Wolke
Ich habe es mittlerweile aufgegeben, meine Patienten zu missionieren und zum Aufhören mit dem Rauchen zu bewegen. Ich sag Ihnen einfach: Wenn Sie was für sich tun wollen, dann sollten Sie mit dem Rauchen aufhören. Wenn Sie was für mich tun wollen, dann mögen sie gerne weiter rauchen.
Für einen Arzt das vernünftigste Statement, was du da geben kannst. Wenn der Leidensdruck nicht hoch genug ist, kommt man nicht von einer Sucht weg. Gegen den Willen geht da nichts.
Allerdings sollte das Bewußtsein ruhig etwas weiter verbreitet sein, dass das zwanghafte Rauchen bereits eine behandlungswürdige Krankheit ist.
Original geschrieben von Häuptling weiße Wolke
Solange Nikotin eine legale Droge ist, kann man nicht wirklich jemand einen Vorwurf machen, wenn er raucht, oder? Ganz so unrecht hat Bärentöter da nicht. Nein, Bärentöter hat hier (mal wieder) völlig Unrecht, denn er übersieht, dass es bei der Massnahme, über die wir hier reden, nicht darum geht, mal wieder Raucher zu diskriminieren, weil das gerade Spaß macht oder weil die so stinken.
Es geht darum bei bestimmten aufwändigen Operationen den Outcome zu verbessern. Dass diese Zusammenhänge bestehen hat gnuff belegt und damit ist die Idee gut und berechtigt, zumal den Betroffenen sogar Hilfestellung beim Entzug geboten wird.
Original geschrieben von Häuptling weiße Wolke
Wenn man auf der einen Seite auf die Einnahmen durch den Tabakhandel nicht verzichten will, kann man auf der anderen Seite nicht schimpfen, wenn man im Gesundheitswesen höhere Kosten hat. [...] Tja, die Tabaksteuer ist liebes Kind des Bundesfinanzministers, das Gesundheitswesen Sache der Gesundheitsminister der Länder... Das ist nicht dasselbe.
Aber das ist mal wieder ein anderes Problem.
RS-USER-Brummel
08.02.2009, 09:03
Ich habe jetzt leider die Modellrechnung nicht zur Hand, aber ich kann mich erinnern, dass rein Rechnerisch gesehen, die Tabaksteuer vollständig durch andere Belastungen (Fehltage, Frühberentnung, Raucherkrankheiten) mehr als aufgefressen wird. Man bezahlt somit "nur " die selbst verursachten kosten. Ich gebe allerdings zu, dass hier das frühere Ableben und die damit verbundene Entlastung der Rentenkasse evtl nicht gewürdigt wurde.
RS-USER-gnuff
08.02.2009, 10:20
Original geschrieben von Brummel
Ich gebe allerdings zu, dass hier das frühere Ableben und die damit verbundene Entlastung der Rentenkasse evtl nicht gewürdigt wurde.
Das ist doch spätestens dann totaler Quatsch, wenn man den Kollateralschaden, sprich die Schäden, die durch Passivrauchen entstehen, mit einberechnet. Allerdings bin ich mir sicher, dass die Tabaksteuer schon für die defekten Raucher nicht ausreicht, egal wann die sterben.
RS-USER-Bärentöter
08.02.2009, 12:34
Original geschrieben von opus Nein, Bärentöter hat hier (mal wieder) völlig Unrecht, denn er übersieht, dass es bei der Massnahme, über die wir hier reden, nicht darum geht, mal wieder Raucher zu diskriminieren, weil das gerade Spaß macht oder weil die so stinken. [/B]
es geht mir nicht darum, daß hier die Raucher diskriminiert werden, sondern daß NUR die Raucher diskriminiert werden.
Entweder es werden alle Gruppen benachteiligt, die bewußt ihre Gesundheit schädigen, dazu gehören auch Patienten, die ihre Medikamente nicht schlucken (meine Schwiegermama war grad wieder im Krankenhaus, 130kg, Diuretika nimmt sie nicht etc.), Alkoholiker, Skifahrer (wo ist bitte der Gesundheitseffekt des Skifahrens zu sehen???), Fette, etc., oder eben nicht.
Aber die Raucher zu verteufeln ist gerade probat und modern.
Nichtraucher können noncompliant sein bis zum gehtnichtmehr, aber denen wird alles verziehen. Dem Alkoholiker baut man eine neue Leber ein, toll, wenn er abstinent bleibt, hat er ja eine gute Prognose.
PS: die meisten Patienten, die eine Hüft-TEP bekommen, konnten vorher nicht mehr laufen, und können es danach sowieso nicht mehr. Aber das nur am Rande.
RS-USER-Hoffi
08.02.2009, 12:41
Original geschrieben von Bärentöter
wo ist bitte der Gesundheitseffekt des Skifahrens zu sehen???
Skifahren ist Sport und stärkt somit den Körper, so lange man sich nicht von Ministerpräsidenten oder anderen über den Haufen fahren lässt.
Auch hier gilt, wie bei jeder anderen Sportart auch, in Maßen, die eigenen Grenzen kennend, ist der Sport gesund.
RS-USER-gnuff
08.02.2009, 12:56
Original geschrieben von Bärentöter
...die meisten Patienten, die eine Hüft-TEP bekommen, konnten vorher nicht mehr laufen, und können es danach sowieso nicht mehr. Aber das nur am Rande.
ich frage mich, wie man es schafft zu tippen ohne zu denken...
RS-USER-emergency doc
08.02.2009, 20:54
Original geschrieben von Bärentöter
PS: die meisten Patienten, die eine Hüft-TEP bekommen, konnten vorher nicht mehr laufen, und können es danach sowieso nicht mehr. Aber das nur am Rande.
Sorry, aber wie viele Hüft-TEPs hast Du schon operiert? Ich kenn das ganze ein bisserl anders...
:rolleyes:
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