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RS-USER-Katrina
19.03.2009, 08:05
[QUOTE]Original geschrieben von Rettungszwergin
[B]Da möchte ich Dir widersprechen. Wissenschaftlicher Fortschritt ist eigentlich eine Entdeckung, diese erfolgt meist zufällig.
Moin, Rettungszwergin. Muss mal fragen, wievielen Wissenschaftlern Du das schon persönlich gesagt hast: Wissenschaftlicher Fortschritt entsteht meist durch zufällige Entdeckung. Probier´s mal...
Wissensch. Fortschritt ist das Ergebnis gezielter Forschung. Die Voraussetzung zu allererst: Geld. Forschung ist teuer. Jemand möchte etwas erfahren oder erforschen lassen. Manchmal soll nur Wissen und Verständnis, manchmal ein Produkt mit bestimmten Eigenschaften o.a. entstehen. Und dann kommt ein Riesenhaufen Kleinarbeit, Rechnerei, Experimentiererei, Dokumentation, Prototypen usw.
Wenn heute ein Zufall dabei ist, ist der schon längst nicht mehr zufällig, sondern bis ins Kleinste vorbereitet.
Bis später...K.
RS-USER-Katrina
19.03.2009, 17:24
(...kannst ja diagonal lesen, Rabiata, wenn Dir jetzt was bekannt vorkommt....)
Ich muss vielleicht mal erklärend vorausschicken, dass ich mich gar nicht mit der nat.wass. Medizin schwertue. Rettungszwergin, ich unterscheide da zwischen "der Medizin" und unserem Gesundheitswesen (einschließlich der akademischen und nicht akademischen Ausbildungen.)
Ohne diese nwMedizin, wäre ich nicht geboren, dafür früh gestorben. Wenn ich eine Blasenentzündung habe, bin ich ganz flott beim Arzt. Meine Kinder habe ich impfen lassen. Diese nwMedizin hat mich zwanzig Jahre mit Patienten (einem Einkommen) versorgt. Jetzt versorgt sie mich mit Labor und Bildern. In meiner Familie, Bekanntenkreis, im Team der Op.-Schule (bin als Assi noch immer da): Mediziner (nennen sich übrigens selbst schon mal "Schulmediziner".)
Lange Rede, kurzer Sinn: Bin weitgehend überzeugt von ihr.
Das Gesundheitssystem wage ich allerdings in manchen Punkten zu kritisieren. Und sehe mich in bester Gesellschaft zahlreicher Ärzte und Angehöriger anderer "Medizinalfachberufe".
Eine dieser Schwächen des derzeitigen Ges.wesens: Es gibt eine große Anzahl von Menschen, für die es keine angemessene medizinische Versorgung gibt.
Gut für mich, denn einige davon landen ja so bei mir.
Ich könnte mich also zufrieden geben und nicht weiter diskutieren....
Aaaaber......., ich hab da ein kleines Anliegen: Meine Patienten.
Und das ist so: Die Menschen kommen zu mir, egal, ob ihr Arzt die Op. akzeptiert, oder nicht. Zu ihrem Arzt müssen sie hin und wieder. (Sonst behandel ich sie auch nicht.) Ist der Arzt jemand, der die op. Medizin akzeptiert (oder schätzt), sind alle zufrieden. Akzeptiert er sie nicht (oder lehnt sie ab), hat mein Patient ein Problem: Er wird dem Arzt nicht sagen können, dass er in op. Behandlung ist. Er verschweigt es, mitunter lügt er. Nicht gut!
Ob der Patient sich in diesem Konflikt wiederfindet, oder nicht, hängt allein von der Einstellung seines Arztes ab.
Darum bin ich sehr daran interessiert, dass dieser versteht, dass es keine Konkurrenz gibt, sondern eine Chance für seinen Patienten.
Es gibt Ärzte, die sind "pro" - und welche, die sind "contra".
Ihre Ausbildung gleichermassen naturwissenschaftlich.
Worin unterscheiden sie sich?
Warum kann man sich mit manchen sehr gut austauschen, während man bei anderen auf völliges Unverständnis stößt?
Das würd ich gern wissen...
Bis bald...
Schwester Rabiata
19.03.2009, 18:43
Original geschrieben von Katrina
Es gibt Ärzte, die sind "pro" - und welche, die sind "contra".
Ihre Ausbildung gleichermassen naturwissenschaftlich.
Worin unterscheiden sie sich?
Warum kann man sich mit manchen sehr gut austauschen, während man bei anderen auf völliges Unverständnis stößt?
Ich mchte obiges mal "umschreiben:
Es gibt Heilpraktiker, die sind "pro" - und welche, die sind "contra" bezüglich der naturwissenschaftlichen Medizin/Schulmedizin.
[Die Ausbildung ist uneinheitlich, die Prüfung für alle gleich. Zumindest im Schriftlichen]
Worin unterscheiden sie sich?
Warum kann man sich mit manchen sehr gut austauschen, während man bei anderen auf völliges Unverständnis stößt?
*************
Ich bin zB in den Augen einiger Heilpraktiker/innen eine schlechte Heilpraktikerin.
Weil ich selbst noch in ärztlicher Behandlung bin.
(Die HardCore-Heilpraktiker gehen nur und ausschließlich zu Kollegen!)
Weil ich während eines MS-Schubs auch einer Cortisonhochstoßtherapie nicht abgeneigt bin....
Weil ich Patienten zu Ärzten schicke - anstatt dran rum zupraktikern.
Weil mich die (ich bleib jetzt mal bei dem Wort!) schulmedizinischen Befunde und Arztbriefe interessieren und ich sie lesen will.
Toleranz ist das Zauberwort.
So wie ich bereit bin mich mit diesen Dingen auseinanderzusetzen, Erfahrungen zu sammeln, so wünsche ich mir ein paar mehr Ärzte.
Einer unserer Oberärzte zog mich immer auf mit meiner "Quacksalbermedizin".
Seit es bei dem Enkelkind gewirkt hat ist er viel ruhiger geworden. ;)
Ablehnen ist einfach - sich damit auseinanderzusetzen verlangt da schon mehr.
Und Fehleinschätzungen zuzugeben - noch mehr!
Rabiata,
sehr erfreut über das Niveau dieses Threads
Schwester Rabiata
19.03.2009, 19:09
Für die Neugierigen:
Hier gehts zum Download der aktuellen Heilpraktikerprüfung vom 18.03.09
http://www.kreawi.de/downloads/heilpraktiker-pruefungen.html
Könnt Ihr ja mal euer Wissen testen ;)
45 richtige Antworten braucht man um zur mündlichen Prüfung zugelassen zu werden.
Dort kann alles gefragt werden, was dem Amtsarzt so einfällt.
Meine Themen damals waren:
- Dengue- und Lassa-Fieber
- Was kann man sich auf einer Thailandrundreise einfangen?
- Hep A
- Borreliose und FSME
- Gewichtsreduktion
- Einsatz von Insulinanaloga im Kleinkindalter
Es handelt sich nicht um eine Prüfung in Naturheilkunde!
Der Amtsarzt will feststellen ob man eine Gefahr für die Volksgesundheit darstellt.
Seltsamerweise erzählt jede HP-Schule dass unter Krankenschwestern, Pflegern, RAs und RSs die meisten "Durchfaller" sind.
Allerdings sind die, die ich kenne (wie ich auch) im ersten Anlauf durchgekommen.
Und bei einer Durchfallquote bis zu 80% (je nach Gesundheitsamt) ist das schon eine Leistung. :D
Rabiata
RS-USER-Bärentöter
19.03.2009, 22:55
o.k., die Fragen finde ich gut.
Für jemand, der aufs Volk losgelassen wird und von dem die Leute meinen, er habe Ahnung von Medizin, ist das o.k.
Ich werde die Tage mal mein Ergebnis probieren und posten...
RS-USER-Küchenhexe
19.03.2009, 23:41
Wow, und das von Dir? Ich bin beeindruckt... ;)
Schwester Rabiata
20.03.2009, 03:47
@Bärentöter
Und aufgepasst, die haben wieder Fangfragen dabei :cool:
Da kann ein Buchstabe eines Wortes, den man überliest, über richtig und falsch entscheiden...
Rabiata
RS-USER-Katrina
20.03.2009, 10:52
Ahhhhrrrg! Schmerz, Pein, F...
Habe jetzt zum ersten Mal einen Test dieser Art gemacht.
42r : 18f ! Fett durchgefallen.
Das Genick gebrochen hat mir v.a. Blut, Blutzellen / Infektion,Desinfektion und oberpeinlich: Diabetes.
Na, drum sitz ich ja dann wieder in der Schulbank.
Gibt´s noch mehr solcher Tests? Findet sich doch bestimmt einiges im net, oder?
Was für Bücher empfiehlst Du für die Prüf.Vorb., beste Rabiata?
Das fängt ja gut an...
Zu multiple-choice gibt es so einen treffenden Cartoon von Calvin&Hobbes:
1. Bild; Calvin sitzt in der Schule vor seinem Prüfungsbogen und schwingt eine großspurige Rede dieser Art: "Multiple-choice! Großartig, wundervoll, einfach! Jeder Satz ist entweder reine und strahlende Wahrheit - oder niederträchtige, infame Lüge!!! Entweder - oder...! Kein Mittelweg!"
2. Bild; Er guckt sich das Blatt genauer an.
3. Bild; Er wirft eine Münze.
Schwester Rabiata
20.03.2009, 15:54
18 Fehler - geht doch noch! :-)
Isolde Richter: Lehrbuch für Heilpraktiker
Ist so der "rote Faden" des Prüfungsstoffes
Elvira Bierbach: Naturheilkunde Heute
Die "Bibel" der HPas
Eignet sich gut zum Nachlesen
Ansonsten halt Fachliteratur nach Bedarf.
Ich hab vieles benutzt, was eigentlich fürs Medizinstudium gedacht ist.
So von wegen Untersuchungstechniken usw
Schick mir mal ne Emailadresse per PN, dann mail ich dir die originalprüfungen der letzten Jahre
Zum Üben der Fragetechnik wunderbar geeignet, man gewinnt auch einen Überblick wo es noch Lücken gibt.
Rabiata
RS-USER-Katrina
21.03.2009, 17:00
Leichter verschaffe ich mir den Überblick, wo es keine Lücken gibt... - aber das denkt man ja immer.
Vielen Dank für Deine praktische (und auch sonst) Hilfe, Mail-Adresse kommt...
RS-USER-Katrina
22.03.2009, 18:47
Original geschrieben von Bärentöter
aber es gibt "vernünftig = rational nachvollziehbar"
und alles andere ist Glauben!
Das sehe ich ganz ähnlich, Bärentöter und liebe Rettungszwergin.
Aaaber...
Es gibt Bereiche, die durchaus rational nachvollziehbar sind, sie werden nur nicht nachvollzogen, weil sie schwierig oder komplex sind oder nicht im medizinischen"mainstream" liegen.
Statt dessen werden sie so behandelt, als gebe es sie nicht. Oder in eine Kategorie verschoben, in die sie nicht gehören.
Man sollte nicht ein "DAS ist nicht rational nachvollziehbar" mit einem "ICH kann das nicht nachvollziehen" verwechseln.
Wenn ein Physiker mir etwas aus der höheren Physik erzählt, muss ich sagen: Ich kann´s nicht nachvollziehen (entweder, weil ich einfach zu beschränkt bin (möglich), oder, weil mir die nötigen Physikkenntnisse fehlen (bestimmt).)
In die Kategorie "Glauben" wird Vieles geschoben, was dort nicht hingehört. Es gehört nicht dorthin, weil es durchaus rational nachvollziehbar ist. Das kann nur nicht jeder, wenn die nötige Kenntnis fehlt - oder aber die Bereitschaft.
Ich verstehe nix von höherer Physik. Dennoch behaupte ich nicht, sie sei nichts als Glauben.
Dementsprechend finde ich es niemals "vernünftig", wenn jemand eine Methode oder eine therapeutische Maßnahme auf "Glauben" reduziert, bloss weil er davon nix versteht.
Es ist sogar unvernünftig.
Als Therapeutin muss ich sowieso nicht glauben. Ich weiss ja, was und weshalb ich etwas tue. Für Glauben ist da kein Platz.
Für den Patienten liegt die Sache anders. Dieser hofft und glaubt in der Tat. Dieser Glauben äußert sich in einer positiven Einstellung, in Offenheit, Vertrauen.
Diese positive Einstellung ist nicht gegenstandslos.
Sie hat im Organismus anatomische Strukturen für ihre Entstehung und Regulation in verschiedenen Hirn- und ZNS-Anteilen, Transportwege (nervös, vegetativ und humoral), physiologische Wirkungen (auf und in jede/r Zelle, also Stoffwechsel). Einfach ausgedrückt.
Weil das so ist, und weil man damit gezielt umgehen kann, stimmt auch dieser immer wieder zitierte plakative Satz: Der Glaube heilt.
Eine gute Sache wegzuwerfen oder abzuwerten, nur weil man sie nicht versteht, ist kein Zeichen von Vernunft.
Das war das "Wort zum Sonntag",
schöööönen Abend noch...
Rettungszwergin
22.03.2009, 20:26
Ich habe jediglich eine medizinhistorisch abgeleitete allgemein gültige Definition angeboten. Mir ist es relativ wurscht, was andere wie sehen oder.
RS-USER-Katrina
23.03.2009, 08:47
Original geschrieben von Rettungszwergin
Ich habe jediglich eine medizinhistorisch abgeleitete allgemein gültige Definition angeboten. Mir ist es relativ wurscht, was andere wie sehen oder.
Oh ja, ich mein es auch nicht bös! Und den Begriff der "naturwissenschaftlichen Medizin" habe ich gern angenommen, verwende ihn zukünftig auch ausserhalb.
Danke also, ehrlich. :)
(Habe Dich am Anfang der poast mitangeredet, weil Du eben "da" bist - fand es höflicher. Und natürlich wegen des "Amen" (Zustimmung).)
An dieser Stelle, Rettungszwergin:
Was Du da studierst, scheint mir, muss ein spannendes interessantes Fach sein. Da treffen sich sicher alle Wissenschaften mit den Philosophien ihrer Zeit, und das multikulti. Ein Riesengebiet. Was macht "man" berufstechnisch damit, nach dem Studium?
Hach, man müsste einfach mehr Zeit haben..., oder sich weniger in irgendwelchen Foren rumtreiben...
Einen guten Start in die neue Woche, Dir und allen anderen...K.
RS-USER-Katrina
23.03.2009, 11:41
Malsonefrageamrande...
....kann man diesen thread eigentlich auch umbenennen? Immer prangt da so fett mein Name... Rettungszwergin hat das liebenswürdigerweise eingerichtet; vielleicht - da ja immer mal Neue dazukommen - in eine allgemeinere Begrüßungsplattform umwandeln?
Oder so? :confused:
Gruß, K.
Rettungszwergin
23.03.2009, 11:51
Also eigentlich kann sich jeder in einem eigenen Begrüssungs- und Vorstellungsthread den anderen präsentieren. Daher ist das Dein Thread.
In der MedGeschichte treffen vor allem Historiker, Ethiker und Mediziner aufeinander. Und Forschungsarbeit gibt es genug.
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