PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Die andere Seite....



Schwester Rabiata
09.05.2009, 05:41
Hab jetzt meinen OP-Termin (Arthroskopie, Meniskussanierung, laterales release), in einem Krankenhaus in einer anderen Stadt, wo mich niemand kennt :rolleyes:

Irgendwie ist es ja schon ein komische Gefühl so auf der anderen Seite zu sein...

Wie geht es euch mit solchen Situationen?
Halt mal selbst im OP zu liegen anstatt nur Patienten dort abzugeben?

Ich versuch ja schon immer den Job nicht anmerken zu lassen - aber das geht schon bei der Anamnese schief, wenn mir zu viele "Fachausdrücke" rausrutschen. :grins:


Rabiata

RS-USER-Claudi
09.05.2009, 10:03
Ich versuch ja schon immer den Job nicht anmerken zu lassen - aber das geht schon bei der Anamnese schief, wenn mir zu viele "Fachausdrücke" rausrutschen. :grins:

Ja, versuch ich auch immer - ohne Erfolg...
Spätestens wenn die 2. detaillierte kritische Frage kommt, höre ich: "Sind sie irgendwie vom Fach?"

Lügen tu ich dann auch nicht. Übrigens hab ich den Eindruck, dass "Leute vom Fach" besser und umfangreicher informiert und "vorsichtiger" behandelt werden.

Ich persönlich lieg ganz gern mal auf der anderen Seite und lass mich betüddeln.
Außerdem kann man mit den unbekannten Kollegen schön rumblödeln.

So Banane wie eine Freundin bin ich aber nicht. Die hat sich ne offene Revison im Fuß in Spinaler machen lassen und hat im Op verkündet: "So, und schön laut sprechen, damit ich alles mitbekomme...." :grins:

Schwester Rabiata
09.05.2009, 14:54
Zumindest geht die Aufklärung schneller und der Orthopäde war sichtlich froh, dass er nicht bei Adam und Eva anfangen musste :-)

Betüdeln lassen liegt mir absolut nicht :-(

Naja...am Montag hab ich nen Termin in der Anästhesiesprechstunde, mals ehen was da so kommt.

Rabiata

Blaulicht-shaolin
09.05.2009, 16:01
Ich bin letztes Jahr am Ulnaris-Nerv operiert worden.
Naja, ich wurde auch sehr schnell "entlarvt" weil mir zu viele Fachbegriffe rausgerutscht sind. Hatte aber tatsächlich den Vorteil besser behandelt zu werden.
Am lustigsten war das Gesicht der Gasfrau als sie meinte: und jetzt müssen wir uns nur noch über die Narkoseart einig werden. Darauf kam bei mir ein blitzschnelles: "abschiessen und aufschnorcheln"!:cool:
Sie meinte darauf grinsend: ich hätte es mir denken können, ihr Sanis seid doch alle gleich ;) (damit war sowohl die Wortwahl gemeint als auch meine Feigheit von einer lokalen). Ich lass mir doch nicht am Schlüsselbein in irgendwelchen Nerven rumstochern um danach doch nix sehen zu dürfen!:eek:
Und die Leute der Einleitung und im Aufwachraum waren auch supernett!:love:
War ewig lang ralle von der Narkose und wollte ständig ohne meinem Kreislauf aufstehen. Ausserdem weiss ich jetzt dass mein Körper kein Dipi mag bzw. es einfach ignoriert (3 Ampullen und noch ´ne ordentliche Ladung irgendwas anderes - Mann war ich breit:cool::scotty: ...die Schmerzen hatte ich zwar danach immer noch, aber es war mir sowas von Hupe :D

Schwester Rabiata
09.05.2009, 16:31
Lokale kommt für mich auch nicht in Frage!

Nach den ganzen LPs hab ich a) keine Lust auf noch mehr Stocheleien an meiner WS und b) machen die bei ambulanten OPs eh nur Vollnarkosen.

Jetzt muss ich schon mal den Aufklärungsbogen ausfüllen - und gleich ein Zusatzblatt reinlegen, weil ich meine ganzen Zipperleins und Vorgeschichten nicht in diese winzigen Zeilen bekomm *lach*
Sieht dann direkt wieder gut aus....


Rabiata

RS-USER-Katrina
09.05.2009, 18:45
Wann ist denn Termin, Rabiata?
Wegen Daumendrücken für Deinen Reinigungseinsatz im und ums Knie...

Auf "der anderen Seite" sind meine Erfahrungen unterschiedlich, je nachdem, ob mein Beruf bekannt war, oder nicht. Tatsächlich ist die Aufklärung ausgerechnet besser gewesen, wenn bekannt. Möglicherweise hat es auch mit Zufall zu tun, dass ich mir manchmal wie ein Idiot vorkam, wenn man mich als Laien betrachtete. Mein Glück bisher: war nur selten persönlich auf der anderen Seite...

Eins ist aber eindeutig: Die Situationen, bei denen der Einsatz von Rettungskräften für (meist) meine Kinder oder mich nörig waren, waren immer sehr positiv. Hierbei hatte ich nie dieses seltsame Gefühl, "aufpassen" zu müssen (wie manchmal im Krankenhaus). Zum Rettungsdienst hatte ich Vertrauen. Und das lag eindeutig an diesen Leuten. Sind irgendwie anders drauf...(flexibler? wacher? weiß nicht wie - anders eben).

Schwester Rabiata
09.05.2009, 18:54
Am Mittwochnachmittag, ich schätze mal so gegen 14 Uhr bin ich fällig.

Ja, ist schon lustig wenn die auf einmal so umständlich (für uns) anfangen drumrum zu reden. :)

Bis auf die Situation bei Juniors Geburt hatte ich eigentlich immer das Gefühl gut betreut zu werden. Da wars ja schon an der Grenze zur Fahrlässigkeit. :mad:

Aber so lange ich noch mitreden kann, ist das schon in Ordnung.

Rabiata

Caromi
01.06.2009, 22:23
Grias eich zsammen

Es wird mir eine Freude sein, euch die Dunkle Seite meiner Erfahrungen mitzuteilen, geht im mom leider nicht da mich der Router ständig rauswirft

Zu Kollegin Rabiata nehme ich an das es sich um einen Sulcus U. sich dreht???, ich wünsch dir viel Erfolg, denn etwas in dieser Art erwartet mich diesen Sommer auch noch

Lg Caromi

Knusperriegel
02.06.2009, 11:33
Sowohl ich, meine Frau und wir beide zusammen im Interesse des Kindes haben immer Wert darauf gelegt, wissen zu lassen, daß wir zum "System" gehören.

Gründe:
bessere, präzise Aufklärung, m.E. bessere (im Sinne von genauerer) Behandlung, Behandlung wirklich nur durch Fachpersonal und nicht durch Praktikanten auf der Suche nach Menschen, wo "man" mal was ausprobieren kann.
Teilweise die Möglichkeit, sich Anästhesisten/Operatuere selbst aussuchen zu können (bitte nicht mit Chefarztwahl verwechseln!!!).
Ausnahmeregelungen bei Besuchszeiten etc.

Bei der Aufklärung gilt es dann aber auch rechtzeitig einzugreifen, wenn das "Fachchinesisch" bestimmter med. Disziplinen zuletzt vor vielen-vielen Jahren gelernt wurde und eben nicht mehr auf dem aktuellen Stand sein kann.

Selbstredend gilt, daß dies kein Freifahrtschein für das Ausnutzen der Möglichkeiten ist und hieraus keine Benachteiligung anderer Patienten entsteht!
Es bedeutet im Gegenzug auch, sich im Rahmen der Möglichkeiten zu engagieren.
Bsp: im Lokal erwarte ich, daß mir das Essen an den Tisch gebracht und von dort auch wieder abgeholt wird.
Als "Aufstehpatient" empfinde ich die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, mein Essenstablett selbst zu tragen, denn Pflegepersonal hat mehr zu tun wie Geschirr herum zu tragen - und bei mir als Patient dient es diversen Prophylaxen.

Caromi
02.06.2009, 11:59
Servus zusammen

Ein paar Jahre Unfallchirurgie prägen das Leben, aber was erzähle ich euch..............
Nachdem ich diverse Berufe gelernt habe, und zum Schluss auch mein Ex ablegte, wollte ich in die weite Welt raus, und hängen blieb ich für fast 4 Jahre im Canadischen-Busch, fand ich einfach nur geil, vom Schnupfen bis zur Schussverletzung, doch fast vor dem Ablauf meines Visums, passierte mir ein Missgeschick, ich wollte ein scheinbar verendetes Stinktier vor der Veranda wegräumen, biss mich dieses Mistvieh-----------grrrrrrr, Wunddesinf-Salbenverband, und fertig, soweit sah es super aus, auch noch 3 Tage später als ich endlich wieder in Frankfurt war.
Dann kamen die Arttypischen Anzeichen einer Phlegmone zum Vorschein aufm Flughafen, hab mich nach der Flaughafenambulanz umgefragt um raus zu finden an wen ich mich mit dieser Verletzung in FF/M am besten wenden könne???, lassen sie uns mal drauf schauen!, danach das Typische Ausfragen wg-Impfungen etc------------logo, wo ists passiert? Haines Junction/ Youkon, Bissverletzung Stinktier-----------wie bitte?, sorry meinte nicht sie, es war ein Stinktier, gut Frau S., es sieht übel aus, die beste Adresse ist die BGU/ Friedberger Ldstr.
Bingo mehr wollte ich nicht wissen.
Dort damals angekommen, wurde mir erstmals wieder bewusst ich befinde mich in der Bürokratischen Zivilisation, nachdem dies erledigt war wartete ich fast 3 Std bis ich dran kam.
Als allererstes sagte ich mir selbst: Behersche dich!.
Anschluss wieder die leidige Anamese, Verband runter, und der ehrenwerte Herr, rief einen Handchirurgen dazu, der war weniger zimperlich und drückte auf das Ödem, fragte: tuts weh? Ich: schaun sie mich an, ich bin stoned, (ich hab mich logischerweise voher eingedeckt und es als Insulin nebst Pass, deklariert), was haben sie genommen? Ich? ja Sie? etwas wirksames: 1/2 Amp.-Dipi+1-0-1 Meziocillin, ahja sie sind vom Fach, ne ich bin Arbeitslos.
Tch sie müssten hier bleiben wg.- einer operativen Revesion; Ok mein Schneiderlein.
Die einzige von all den Ehrenwerten Damen und Herren die dahinter kamen was ich bin war die OP-Pilotin am Gashahn, die so loylal war mich nicht zu outen, denn wir kannten uns aus meinem früheren Arbeitsverhältniss.
Ich hatte meinen Spass und das nicht zu knapp, 5 Tage lang, auf die Zunge beissen sind zwar verdammt hart, aber ein Geistiger Genuss obersten Ranges, doch führte diese Verletzung dazu das ich aus dem geliebten Beruf ausschied, und nur noch meinen Dienst bei der Bergwacht verrichte.

Lg C

Caromi
02.06.2009, 12:06
Das ist doch klar Knusperriegel

wir sehen es doch oft genug das sich manche Patienten wie im Hotel fühlen, ungeachtet von den ernsten Fällen, und wenn du dann denen gegenüber noch was sagst, du gleich der-Die "Dumme" bist