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Morbus X
06.06.2010, 11:38
100% O² - Beatmung? Hat nicht gereicht?

RS-USER-gnuff
06.06.2010, 20:53
Ein Hilfsmittel das mir schon mehr als einmal den Arsch gerettet hat und das meiner Meinung nach auf keinem Intubationswagen oder NEF/RTW fehlen darf ist ein Eschmann-Stab, simpel und unschlagbar günstig...

Eine andere Möglichkeit ist der Airtraq (http://www.airtraq.com/airtraq/portal.portal.action) ein "Einweg-Videolaryngoskop", günstig und idiotensicher, ich habe es selbst getestet und sogar ich habe es auf Anhieb hingekriegt....

Fallobst
07.06.2010, 13:37
Was ist ein Eschmann stab? Kann man das mit einem Cook-Stab vergleichen?

RS-USER-gnuff
07.06.2010, 19:05
Was ist ein Eschmann stab? Kann man das mit einem Cook-Stab vergleichen?

Ein Eschmann-Stab ist ein überlanger Führungsstab für die Intubation, kürzer und dünner als ein COOK (den ich sehr unhandlich finde). Das Vorgehen ist folgendermassen gedacht: normale Laryngoskopie (ggf.mit McCoy) nd dann den Eschmnnstab da platzieren wo mann die Trachea vermutet. Hat man Glück, kann man mit der leicht gebogenen, etwas flexiblen Spitze die Knorpelspangen "ertasten". Ist man der Meinung man hat den Stab in der Trachea, kann man den Tubus "auffädeln" und quasi in Seldinger-Technik intubieren...

es ist komischerweise sehr schwer ein gutes Bild zu finden...

RS-USER-emergency doc
07.06.2010, 19:48
Ich habe umintubiert, weil ein Larynxtubus für mich kein gesicherter Atemweg ist, und gerade bei massiv adipösen Patienten, wo ich eventuell etwas mehr Druck für die Beatmung aufwenden muss, IMHO die Gefahr für eine Magenüberblähung zu groß ist. Es ist halt nur so, daß ein Larynxtubus hilft, wenigstens etwas Luft in den Patienten zu kriegen, wenn man ihn mit 10 Personen ein Treppenhaus hinunterschlört...
Ausserdem hatte ich noch einige Minuten Zeit, bis der Hubschrauber landete...:grins:

Rettungshasi
07.06.2010, 20:31
100% O² - Beatmung? Hat nicht gereicht?

Beziehst du dich auf die Notwendigkeit zur Umintubation?
Oder ist mir etwas ganz Entscheidendes entgangen und dein oben genannter Vorschlag hilft bei einer Hyperkapnie?

leuchtreklamefahrer
08.06.2010, 05:56
] ein "Einweg-Videolaryngoskop", günstig und idiotensicher, ich habe es selbst getestet und sogar ich habe es auf Anhieb hingekriegt....

Bei der Anwednung stimme ich dir zu, der Preis von 50 Euro aufwärts schockt schon den ein oder anderen Rettungsdienst-Betreiber...

RS-USER-gnuff
08.06.2010, 11:42
Bei der Anwednung stimme ich dir zu, der Preis von 50 Euro aufwärts schockt schon den ein oder anderen Rettungsdienst-Betreiber...

Und wieso bitte? €50,- ist für einen Gegenstand den ich nur im absoluten Notfall (konventionelle Intubation nicht möglich) verwende ein Schnäppchen. Was kostet denn eine Einmal-Larynxmaske oder ein Larynxtubus? Es gibt mit Sicherheit Einsparpotential bei jedem RD, aber das sind doch wirklich Peanuts...

Morbus X
08.06.2010, 16:50
Beziehst du dich auf die Notwendigkeit zur Umintubation?
Oder ist mir etwas ganz Entscheidendes entgangen und dein oben genannter Vorschlag hilft bei einer Hyperkapnie?

Nun, also meines Wissens nach gilt für eine Hyperkapnie:
a) Die Menge an Kohlendioxid die der Körper produziert und
b) Die Menge die ganz normal "abgeatmet" wird.
Hält sich normalerweise die Waage und 50 finde ich jetzt noch nicht soooo bedrohlich bzw. ist mit einer 100%-Beatmung zu beherrschen...
Aber die Erklärung vom Doc reichte mir schon.

RS-USER-skyrock
08.06.2010, 18:16
[...] bzw. ist mit einer 100%-Beatmung zu beherrschen...
Aber die Erklärung vom Doc reichte mir schon.

O2 und CO2 sind zwei verschiedene Baustellen, eine Hyperkapnie bei ausreichender Oxygenierung lässt sich nicht durch Änderung der FiO2 beeinflussen, sondern durch Verbesserung der Ventilation (Druck, Frequenz, I:E-Verhältnis...)

Fallobst
08.06.2010, 20:14
Ja wobei ein CO2 von 50 bei uns noch keinen kalte Füße bekommen lässt...

RS-USER-Daniel1979
08.06.2010, 20:36
Ja wobei ein CO2 von 50 bei uns noch keinen kalte Füße bekommen lässt...

Bei einem schweren SHT (siehe Ausgangspost) würde ich bei einem endtidalen Co2 von 50mmHg (arteriell dann wahrscheinlich eher 60) nicht nur kalte Füße sondern auch massive Schweißausbrüche bekommen.

Ob ich allerdings jemanden den ich initial nicht intubiert bekommen habe wenige Minuten bevor der RTH mit einem vieleicht doch etwas erfahrenerem Airway-Manager kommt den zumindest die Oxygenierung sichernden Larynxtubus rausziehen würde weis ich auch nicht sicher.

RS-USER-Shalimah
08.06.2010, 21:07
Vergiss das mal mit dem erfahrenen Airway-Manager auf dem RTH.
Das stimmt nicht immer. Es gibt Gegenden, da ist der RTH gleichwertig zum NEF. Da kann es dir passieren, dass du nen Notarzt bei seinem allerersten eigenen Einsatz erwischst.
Oder aber es fliegen dort nur Unfallchirurgen. Da kommen dann beim Intubieren so Sprüche: Lagekontrolle...brauchste doch nicht machen, siehst doch, dass der Tubus beschlägt... (mir mit Christoph 9 so ergangen)

leuchtreklamefahrer
09.06.2010, 12:54
Und wieso bitte? €50,- ist für einen Gegenstand den ich nur im absoluten Notfall (konventionelle Intubation nicht möglich) verwende ein Schnäppchen. Was kostet denn eine Einmal-Larynxmaske oder ein Larynxtubus? Es gibt mit Sicherheit Einsparpotential bei jedem RD, aber das sind doch wirklich Peanuts...

Ich stimme dir doch bezüglich des Geräts absolut zu. Es gibt jedoch durchaus Rettungsdienst-Bereiche, die "alte LT's" ohne Absaug-Lumen, Thomas-Hiolder etc jahrelang fordenr müssen, um dann grünes Licht dafür zu bekommen. Die 1000 Euro für die Aufrüstung aller Rettungsmittel mit dem Airtraq sind da einfach nicht drin....

Fallobst
09.06.2010, 18:36
Einen Thomas-Holder benötigt doch echt keiner... wir pappen braunes Pflaster (ca 5cm breite) auf Tapete (das weiße Pflaster das nur aus Klebefläche besteht) und schneiden in die Mitte einen ca 1cm breiten Streifen raus, ein streifen über die Oberlippe, ein streifen unter die Unterlippe, den Streifen in der Mitte um den Tubus... hält immer (außer bei Bärten... aber wenn es ums Leben geht muss der Bart halt weichen!)

RS-USER-emergency doc
09.06.2010, 20:33
Ob ich allerdings jemanden den ich initial nicht intubiert bekommen habe wenige Minuten bevor der RTH mit einem vieleicht doch etwas erfahrenerem Airway-Manager kommt den zumindest die Oxygenierung sichernden Larynxtubus rausziehen würde weis ich auch nicht sicher.

Ich würde mich mit knapp 300 präklinischen Inubationen, darunter viele schwierige mit Noneck etc. schon als erfahrenen "Airwaymanager" bezeichnen. Ausserdem: Wenn ich den Tubus nicht reinkriege, kann ich ja immer noch auf den Larynxtubus zurückgreifen. Ich seh jetzt irgendwie dein Problem nicht.

RS-USER-emergency doc
09.06.2010, 20:34
Oder aber es fliegen dort nur Unfallchirurgen


KLISCHEE!!!!! 5 Euro in die Klischeekasse, aber flott!!!:-keks

RS-USER-Elektro-Dengel
09.06.2010, 21:32
Einen Thomas-Holder benötigt doch echt keiner... wir pappen braunes Pflaster (ca 5cm breite) auf Tapete (das weiße Pflaster das nur aus Klebefläche besteht) und schneiden in die Mitte einen ca 1cm breiten Streifen raus, ein streifen über die Oberlippe, ein streifen unter die Unterlippe, den Streifen in der Mitte um den Tubus... hält immer (außer bei Bärten... aber wenn es ums Leben geht muss der Bart halt weichen!)

Schön, damit hast du eigentl. schon genug Argumente FÜR einen Thomas-Holder geliefert. Zeitraubendes Pflaster-Origami und nervige Vollbärte!!!

RS-USER-Shalimah
09.06.2010, 23:13
KLISCHEE!!!!! 5 Euro in die Klischeekasse, aber flott!!!:-keks

Leider hat sich in 9 Jahren im Einzugsbereich von Christoph 9 dieses Klischee nur allzuoft bestätigt.

krumel
10.06.2010, 00:13
KLISCHEE!!!!! 5 Euro in die Klischeekasse, aber flott!!!:-keks

Nichts gegen dich, aber ich kenne leider auch genug (luft wie bodengebundene zugebrachte) Kollegen von dir, die dieses Klischee jeden Tag aufs neue erfüllen.. Ehrlich gesagt sogar die Mehrheit. Von daher: Klopf dir gleich drei Mal auf die eigene Schulter;)
:-blush