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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Organisation der Apothekenbestellung



christian1978
27.07.2010, 08:46
Ich möchte bei uns auf Station die Apothekenbestellung etwas strukturierter gestalten. Erschwerenderweise ist es eine ZNA (d.h. sämtliche Fachrichtungen mit deren entsprechenden Medis) was den Medischrank, bei nicht adäquater Einschränkung der Bestellung ins bizarre anschwellen lässt. Es ist für mich jedes mal das Grab, wenn ich aus dem Frei komme und erst mal eine halbe Apothekenkiste aussortieren und zurück schicken muß. Leider denken manche Kolleginnen es ist sicherer eine Tablette, welche zufällig nach einem Jahr mal wieder gebraucht wurde gleich in Klinikpackungsgröße zu bestellen. :-keule
Dummerweise ist es aber auch nicht umsetzbar die Bestellung allein zu erledigen...
Hat jemand von Euch einen guten Tip für mich? Bzw. wie löst Ihr bei Euch dieses Problem?

Knusperriegel
27.07.2010, 09:21
Ich habe einige Jahre eine ZNA geleitet und kenne die Problematik!

Einerseits desinteressierte KollegInnen, andererseits gleichgültige Chefärzte und einen bornierten Apotheker.

Zunächst einmal:
gibt es bei Euch einen ärztl. Leiter ZNA?
Wenn ja: was sagt dieser dazu oder sitzt er das Thema aus?

Gerade jetzt - Duisburg lässt grüssen - eignet sich das Thema doch wg. der aktuellen Problematik hervorragend als grundsätzliches Thema.

Eine grundlegende Lösung war damals bei mir nicht erstellbar, aber zumindest ein erheblich aufgestockter Vorrat an Medikamenten für einen MANV (z.B. VEL, Analgetica/Sedativa/Narkotica, Antidote...)
Es gelang mir, den Apotheker (wir hatten die Apotheke im eigenen Haus) davon zu überzeugen, daß er eben nicht ständig erreichbar war (es war zu der Zeit, als Handy's noch als Spielzeug für Börsenmakler galten:eek:) und seine uns gegenüber garantierte Eintreffzeit von 60 min. in einer solchen Situation unzumutbar sei.
Mein Entgegenkommen bestand darin, die ohnehin regelmässige Überprüfung der Arzneimittel durch die Klinikapotheke in kürzeren Intervallen zu akzeptieren.
Kein einziges gelagertes Präparat verfiel jemals.

Fallobst
27.07.2010, 16:21
Ach viel schlimmer als das mal was fehlt... das kann man von der NachbarITS leihen, sind doch die Bestellungen die jenseits von gut und böse sind, so das man das Gefühl bekommt das der 30jährige Kollege mindestens 2 Weltkriege erlebt haben muss...

Am schönsten ist es, wenn dann noch ein oder zwai (:D) Feiertage anstehen... dann muss für den EINEN Hämofilter mal schnell eine Europalette HF-Lösung bestellt werden.. und genug Ringer für ein Jahr :-keule

Unsachgemäße Bestellungen sind glaube ich überall ein Problem :heul:

christian1978
29.07.2010, 09:38
oh ja, die Bestellung für den Fall einer eintreffenden Apocalypse kenn ich... Es ist mir unbegreiflich, was sich in manchen Gehirnen bei der Bestellung abspielt! Zum 1.8. gehen die Bestellungen immerhin nur noch mit namentlicher Kennung. Es soll ja nicht zum Pranger werden, aber vielleicht kann man so ja Einzelne rauspicken und diese direkt ansprechen. Wir können 3 x die Woche bestellen, aber für genau diese Tatsache scheint die Ohr - Hirn - Schranke ein unüberwindliches Hindernis zu sein :heul:.
Habt Ihr irgendein System, dass zumindest mal 99% kapieren? ...keine Ahnung, sowas wie ein Fach pro Medikament, so dass garnicht erst eine 2. Schachtel bestellt werden kann? Oder irgendetwas ähnliches?

RS-USER-DocMezzoMix
29.07.2010, 09:53
Wir sind zwar keine ZNA aber eine nicht wirklich kleine Rettungswache mit Aussenwachen und wir hatten das selbe Problem.

Wir haben einfach im Rahmen von QM die Sollzahl auf dem Bestellzettel vermerkt.
So weiß jeder das maximal 30 Ampullen Glucose da sein sollen und bestelt nur noch bis dieser Bestand da ist. Es sind alle Medikamente die benötigt werden aufgeführt. Wenn es Sonderwünsche geben sollte, können diese ja aufgeführt werden.

Klar hat man immer mal wieder einen der es übertreibt, aber im Gesamten lässt sich mit so einem Formular viel Arbeit einsparen.
(Falls der Apotheker zickt, er spart sich viel Arbeit mit Retouren wegen Fehlbestellungen)

Kammerflimmer-Küken
30.07.2010, 15:17
Die Problematik kenne ich nur zu gut.
Wir haben hier auch einen Soll-Stand und auf diesen ist aufzufüllen und nicht mehr.

Medikamente die zwar vorrätig sein müssen aber nur alle Schaltjahre gebraucht werden, werden mit MHD in einen Kalender eingetragen, der zur großen Besprechung am 1. eines Monats kontrolliert wird.

Grüße

Dragon82
30.07.2010, 22:09
Hm, leider kenn ich die Abläufe auf einer ZNA nicht, daher kann ich nur allgemein etwas dazu sagen.

Der einfache Weg, ist - wie schon gesagt - für jedes Medikament einen Soll-Bestand festzulegen. Das hat normalerweise einen erstaunlichen Effekt, da jeder eine Zahl zur Orientierung hat und sich in der Regel daran hält.

Wenn man etwas grösser aufziehen möchte, kann man eine entsprechende Lagerverwaltung mit Mindest-, Soll- und Meldebestand aufbauen. Die Frage ist hier, wer ist alles involviert, gibt es Möglichkeiten für PC-basierte Lösungen (ich könnte da was in Excel oder Access bauen - wenn Du da was brauchst, schreib mir eine PN), oder einfach einen Ordner/Whiteboard, in dem eingetragen wird? Wie gesagt, leider kenne ich die Umstände nicht. Aber bei etwas mehr Info mach ich mir gerne Gedanken.

Grüße

dragon46
(des Teufels Lagerverwalter)

krumel
01.08.2010, 13:53
Wir hatten das mal im Rahmen eines Kombiprojektes zusammen mit den Pflegemanagementleuten durchdacht, ein ähnliches System wird grade in einer Erprobungsstation ins SAP integriert.

Es gibt für jeden Artikel eine Soll Bestandsliste (darüber darf nur mit Begründung und Genehmigung eingelagert werden) sowie eine Bestellschwelle.. (z.B. müssen 25 Ringer da sein, wenn weniger als 10 Ringer da sind wird nachbestellt.)
Die Bestellung erfolgt per Barcode bei Entnahme der letzten Einheit oberhalb der Bestellschwelle.

Die Sachen die man jetzt nicht im Tagesgeschäft braucht sind farblich gesondert gekennzeichnet (z.B. grünes Barcodelabel) müssen bei jeder Entnahme registriert werden, derjenige der die Bestellung dieser Artikel einräumt registriert die Ablaufdaten der Artikel im System, es erfolgt eine eigenständige Meldung vor Ablauf bzw. zu einem festgesetzten Termin (um z.B. Medikamente rotieren zu lassen)

Bestimmte Medikamente (Zytostatika, BTM, usw.) sind mit anderen Barcodes in die Fächer einsortiert und erfordern ebenfalls das Scannen des Barcodes und direkt danach das Eintragen der notwendigen Angaben.

Sobald Testergebnisse da sind kann ich da auf Wunsch auch mehr Berichten.

christian1978
02.08.2010, 10:58
Danke dragon! Aber das muß nicht sein! Ausserdem ist es bei manchen meiner Kolleginnen bereits zu viel verlangt den PC neu zu starten... Du verstehst. Ich denke, dass es am ehesten auf eine schwarz-auf-weiß-Liste raus laufen.
Ach und Krumel, dass wäre ein Traum und die absolut beste Lösung, aber ich denke nicht das die Geschäftsleitung auch nur einen Cent investieren würde :heul:

krumel
02.08.2010, 12:11
Macht der Geschäftsleitung klar, was der Status quo kostet und was sie damit innerhalb eines Jahres sparen kann...
(Alternativ sammelt und ladet jemanden ein - z.B. mich- der ihnen das erklärt)

Dragon82
04.08.2010, 20:09
Nach einigem Nachdenken sind mir folgende Lösungen eingefallen:

EDV-Papier-Lösung: Die Bestände werden über ein System verwaltet. Für die Kollegen stehen Papierlisten zur Verfügung, die jedoch immer im System nacherfasst werden. Leider ein hoher Aufwand.

Semi-EDV-Papier-Lösung: Alle Präparate werden inkl. der Soll- und Mindestbestände in einer Liste erfasst und ausgedruckt zum reinen Bearbeiten der Bestände per Schreibbrett.

Physische Lagerkontrolle: Jedes Medikament wird in einem extra Sichtlagerkasten gelagert (gibts für kleines Geld im Baumarkt). Mittels verschiedener Farben kann man in Kategorien einteilen. Die Kästen beschriftet man mit Infos über das jeweilige Medikament und den Mindest-/Soll-Bestand (evtl. noch den Ist-Bestand mit einem abwischbaren Stift).

KISS-Liste: Es wird eine Liste mit den Medikamenten, Soll- und Mindestbeständen gedruckt und dient zur Information bei Nachbestellungen. Aufgrund des geringen Aufwandes zum Testen geeignet.

KISS-Lager: Im bestehenden Lager werden bei jedem Medikament die o. g. gut sichtbar angebracht. Geringer Aufwand, jedoch eine schnelle Möglichkeit, sich über die nötige Bestellmenge zu informieren.


Mein Verdacht ist, dass die abgehobenen Bestellungen erfolgen, da einfach kein Richtwert da ist. So macht jeder, was er für richtig hält. Mit aushängenden Informationen würde sich das IMHO ändern. Von ein paar Unverbesserlichen mal abgesehen...

Grüße

dragon46

christian1978
31.08.2010, 23:22
Dragon für deine ideen! Leider kam ich erst jetzt dazu mich hier wieder umzuschauen!
Sind ein paar interessante Ansätze dabei!
Gruß Christian