Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Pflegepraktikum - was durftet ihr tun?
Original geschrieben von Nobby
Gleich am ersten Tag hat mich die "nette" Stationsleitungs-Schwester darauf hingewiesen, dass ich noch nicht mal die Klingel am EKG-Monitor ausklicken darf, da ich ja "noch nicht examiniert" bin. Wär ja noch schöner wenn jeder Praktikant mit null Vorbildung den Alarm beim Kammerflimmern wegdrückt, weil ihn das Gepiepse nervt und er denkt, es sei der gleiche Alarm wie die letzten 10 Mal.
Enthusiasmus und Eifer in allen Ehren, aber eine Ausbildung ersetzen die nicht.
Original geschrieben von Nobby
Abschliessend noch so viel: Habe wärend meines Zivildienstes 4 Wochen im KH Praktikum gemacht, und ich kann dir nur eine chirurgische Intensivstat. ans Herz legen.... das geht auch eher nicht, denn soweit ich weiß soll das Pflegepraktikum auf einer Bettenstation erfolgen und nicht auf Intensiv.
Abgesehen davon halt ich auch nicht allzuviel davon, mit null Vorkenntnissen auf ne Intensivsation zu gehen, wo Leute mit 20 Krankheiten auf einmal rumliegen.
Da is man ja gleich vollends durcheinander...
Heinz Wäscher
15.06.2003, 20:28
na...20 versch. KH haste auf peripheren Stationen erst recht
oder man geht auf ne gefäßchirurgie, da haste die magischen 5
Varizen
Carotisstenosen
Bifs
Bypässe
Amputationen
Varizen, Carotisstenosen, Bifs, Bypässe, Amputationen
Alles was ich davon verstehe ist Bypässe & Amputationen! Außerdem finde ich Abwechslung gut. Wenn ich auf Ortho 50 VKBs hab und 10 Beinbrüche ist das doch eher langweilig.
Heinz Wäscher
15.06.2003, 20:44
also anfangs fand ich Chirurgie auch viel besser, weil man sich konkret was unter ner Fraktur vorstellen kann
Für Innere brauchste schon Vorkenntnisse
Original geschrieben von Heinz Wäscher
na...20 versch. KH haste auf peripheren Stationen erst rechtAber von denen interessieren Dich höchstens zwei, die behandlungsbedürftig sind.
Auf Intensiv wischst Du gleichzeitig, der Ateminsuffizienz mit Azidose, dem Nierenversagen, der Herzinsuffizient mit Hypotonie, der Anämie, der Pneumonie, der Peritonitis und dem HWI hinterher.
Wenn Du da nicht wenigstens ein bisschen Ahnung, dann kapierst Du ja gar nicht mehr, welche Maßnahme jetzt für welche Krankheit da ist - und soviel Zeit haben die Ärzte da auch nicht, um Dir das alles zu erklären.
Pünktchen
15.06.2003, 21:33
Original geschrieben von Nobby
Gleich am ersten Tag hat mich die "nette" Stationsleitungs-Schwester darauf hingewiesen, dass ich noch nicht mal die Klingel am EKG-Monitor ausklicken darf, da ich ja "noch nicht examiniert" bin..
Sagt mal, da geht mir grade mal die Hutschnur hoch.....als unlernte Kraft sich mal eben hinstellen und meinen die Oberschwester sagt das aus Boshaftigkeit zu dir :-??? ...denkt hier grade mal jemand mit...Ihr habt wirklich keine Ahnung und von heute auf morgen lernt sich so was nicht :-(
Braunülen legen, Blut abnehmen, Spritzen, etc. dar ich auch (noch?) nicht machen.
hab ich schon mal gesagt und betone es gerne wieder, das sind nicht deine Aufgaben....das lernst du eigentlich in deiner Famulatur!!!
Sebastian1
15.06.2003, 21:41
Alarm am Monitor ausdrücken als Pflegepraktikant mit Null Vorkenntnissen? Tz, Vorstellungen haben manche Leute. :-???
Echt, Leute, ihr macht da ein Pflegepraktikum, man kann und soll sich ja gerne auch für seinen späteren ärztlichen Bereich interessieren, aber in diesem Praktikum gehts um Pflege. Und nicht um "Platz-da-ich-rette-jetzt-mal-eben-alle".
Hutschnur wieder zusammennähend,
Sebastian
ich bin 2 wochen auf der privaten-betten-station unfallchirugie/urologie,
ich darf pflegen, scheißarbeiten machen
endoskopien ansehen, 1 prostata radikale anschauen , spülung ansehen, darf bei allen verbänden und soweiter dabei sein, alles fragen, röntgenbilder mit den ärzten besprechen
also ganz oke alles
Heinz Wäscher
16.06.2003, 19:25
Hey!
Das klingt doch klasse!
Genieß das Praktikum und sammel fleißig Erfahrung.
So viel dürfen andere Praktikanten oft nicht sehen!
Huiuiui, da habe ich aber was losgetreten :-notify
Erstmal:
Ich bin nicht ganz ohne Ausbildung, sondern war im Zivildienst im RD tätig. Das ich den Alarm bei Kammerflattern/flimmern, Asystolie, etc. nicht ohne vorherige Nachfrage einfach so wegdrücke ist doch klar.... was ich aber nicht verstehe, ist wieso die Krankenschwestern/pfleger das dann alle ausschalten dürfen...das mag jetzt hochnäsig, arrogant, und was weiss ich nicht alles klingen aber folgendes habe ich festgestellt: Von denen weiss auch nicht jeder Bescheid!! Bei etlichen Fragen (z.b. Trigeminus, zu den Ableitungen, usw.) kam einfach nur die Antwort: "Kein Plan!! Könnte man ja mal ne Fortbildung mitmachen...."
Also daher verstehe ich das nicht so ganz.
Was die Intensivstation betrifft: Laut der mir vorliegenden Infos vom LPA darf man das auf jeder Station machen, ausser in Ambulanzen oder in Funktionsuntersuchungen, da hier keine Pflege vorkommt.
So, da jetzt sowieso einige Leute alles falsch verstehen, dürft ihr mich gerne zerreissen :-top
Greetings,
Heinz Wäscher
16.06.2003, 20:16
Original geschrieben von Nobby
was ich aber nicht verstehe, ist wieso die Krankenschwestern/pfleger das dann alle ausschalten dürfen
...weil sie evtl ne Einweisung in med. Geräte genossen haben und es zufälligerweise ihr Job ist...!?
wäre doch im Rahmen des möglichen..
neenee...hier geht was ...*kopfschüttel*
Original geschrieben von Nobby
Ich bin nicht ganz ohne Ausbildung, sondern war im Zivildienst im RD tätig. Das ich den Alarm bei Kammerflattern/flimmern, Asystolie, etc. nicht ohne vorherige Nachfrage einfach so wegdrücke ist doch klar.... Und darfst Du im RD (als Rettungshelfer?) Alarme einfach wegdrücken, ohne daß jemand der vertiefte Ahnung davon hat sich das vorher angesehen hat?
Hoffentlich nicht.
Und wieso solltest Du es jetzt auf Station auf einmal dürfen?
Original geschrieben von Nobby
was ich aber nicht verstehe, ist wieso die Krankenschwestern/pfleger das dann alle ausschalten dürfen Die haben ein Examen und können deshalb für ihre Handlungen zur Verantwortung gezogen werden. Genauso können sie für DEINE Handlungen, da Du ihnen zur Aufsicht unterstellt bist, zur Verantwortung gezogen werden.
Du bist sicherlich nicht der erste, der ankommt: "Ich war im Rettungsdienst - ich kann das" - und Du kannst darauf wetten, daß vor Dir wenigstens einmal einer dabei war, bei dem man da drauf nicht viel geben konnte...
Original geschrieben von Nobby
aber folgendes habe ich festgestellt: Von denen weiss auch nicht jeder Bescheid!! Bei etlichen Fragen (z.b. Trigeminus, zu den Ableitungen, usw.) kam einfach nur die Antwort: "Kein Plan!! Könnte man ja mal ne Fortbildung mitmachen...."
Also daher verstehe ich das nicht so ganz.Doof wenn die das nicht wissen, aber nicht Dein Problem.
Nach dem Motto: "Hier hat eh keine ne Ahnung, dann kann ich ja auch noch wild rumdoktorn, das macht dann ja nix" läuft das nicht.
Vielleicht sollte man sich mal überlegen dass man da als Praktikant arbeitet und sämtliche Vorerfahrung rechtlich nicht zählt! Aus rechtlicher Sicht darf man auch nicht waschen und Blutdruck messen, was ich persönlich aber o.k. finde, denn damit gefährdest du nicht Leib und Leben des Patienten.
Und zum Alarm wegdrücken: Es hat schon einen Grund warum der Pat. am Monitor liegt, und ich bin mir sicher du erkennst nicht ohne entsprechende Ausbildung WARUM der der Alarm losging. Wenn der Pat. nämlich nur 1 Monitorlänge asystolisch ist, ist das für den Pat. und den Arzt enorm wichtig und du hast es nicht erkannt. Und dann????
Christoph_A
17.06.2003, 08:11
Also, jetzt muß ich da auch mal ein bißchen was sagen-ich hab mir das ein paar Tage angeschaut und kann mich manchmal über einige Leute nur wundern. Hackt doch nicht immer auf den "Kleinen" rum,das is ja Wahnsinn. Nobby hat sich etwas mißverständlich ausgedrückt und das Wegdrücken einer EKG-Warnung ist nicht grade Praktikantenaufgabe,keine Diskussion, aber was hier abgeht nervt mich an: Die Schwestern haben nämlich zu 90% auch keine Ahnung von EKGs und vielen anderen medizinischen Dingen,auch wenn sie das gerne behaupten. Ich habe auf ner Kardio lange genug ( 2Famulaturen und 1/2 Jahr Dr.arbeit) gearbeitet, um das adäquat beurteilen zu können. EKG-Alarme drückt nur,aber auch nur der Arzt weg, und wenn das nicht der Fall ist "rauchts" auf gut bayerisch gesagt gewaltig in der Hütte. Und wenn ich hier Vorkliniker sehe,die sich auf einmal als die großen,erfahrenen Praktiker hinstellen und kleine Pflegedienstler rundmachen kann ich eh nur lachen. Sammelt erst mal selber klinische Erfahrungen,bevor ihr sie anderen verwehrt oder euch herablassend über sie äußert, besonders diejenigen,die hier sonst immer rumnölen,wie schlimm alles inner Vorklinik doch is!
So,fertig geschimpft.
Pünktchen
17.06.2003, 09:21
@christoph_A
Ich mag nicht schimpfen....aber ich hab aber noch kurz was zu sagen...
Beurteil keine Menschen die du nicht kennst!
Zum Alarmewegdrücken auf einer Kardiologie muss ich sagen, hier auf der Kinderkardiologie gingen ständig Alarme und man durfte auch keinen wegdrücken (weder Schwester/Praktikant usw.). Aber manchmal wurde es halt gemacht, wenn es eindeutig warum die Alarm losgeht. Und ich bin immer noch der Meinung zu sagen es ist nicht Praktikantenaufgabe, dies zu tun. Wieso tust du eigentlich alle Schwestern grade mal zu Monitoridioten abstempeln? Ich denke, jeder verantwortungsvolle Mensch weiß, was er machen darf und was nicht. :-)
Christoph_A
17.06.2003, 14:57
Moment,mein Freund,Du hast hier Leute abgeurteilt,die Du nicht kanntest,nicht ich! Ich stemple niemanden zu einem Monitoridioten,ich weiß nur zu gut,was jemand durchschnittlich kann und was nicht-und EKG-Interpretationen stehen,soweit ich informiert bin jedenfalls nicht im Ausbildungskatalog für Pflegeberufe. Das ist keine Abqualifizierung sondern eine reelle Feststellung. Ich bin auch nicht grad der Stationsverwaltungsprofi,deshalb laß ich davon auch die Finger, genauso wie "verantwortungsvolle" Pflegekräfte die Finger von ärztlichen Dingen lassen, denen ihr Ausbildungsstand nicht gewachsen ist!
Und ich halte es immer noch für nicht grade verantwortungsbewußt,auf einen Pflegepraktikanten einzudreschen,der einen Fehler in seiner Ausdrucksweise gemacht hat. Aber mit den Wölfen heulen tun ja einige Leute hier besonders gerne ;-)
Heinz Wäscher
17.06.2003, 15:09
Was regt Ihr Euch eigentlich so über das EKG-Monitoring auf?
Fakt ist, daß Pflegekräfte eine techn. Einweisung in med. Geräte erhalten müssen, um sie überhaupt bedienen zu dürfen.
Und das ist auch richtig so!
Wenn eine Schwester nun keine Ahnung hat von dem Gerät, es aber dennoch bedient, deutet dies auf einen großen Fehler seitens mangelnder Weiterbildung (ob nun von Arbeitgeber- oder nehmerseite lasse ich dahingestellt) hin und ist ein Fall für das Qualitätsmanagement.
@ Christoph
es ist nicht die Aufgabe der Pflegenden, ein EKG zu beurteilen, dafür gibts Ärzte
Pünktchen
17.06.2003, 18:16
Erstens hab ich Ricos Antwort, in der er eine ähnliche Meinung hat, später gelesen und zweitens wollt ich nur meiner Meinung Ausdruck verleihen...von "Eindreschen" sollte da wohl keine Rede sein....und ich glaube ich hab, daß schon richtig verstanden, was Nobby sagen wollte....und trotzdem denke ich auch wenn man als RD auf ne Station kommt, ist man neu und kann nicht alles und ist auch so zusagen ne ungelernte Kraft und wenn das nicht so wäre, dann könnten sie dich ja gleich als Pfleger und Schwester einstellen bzw arbeiten lassen.
Uff, hätte ich doch besser nichts geschrieben... :-notify
@ Christoph_A: Danke, du scheinst verstanden zu haben wie ich das meinte!!
Also, um hier mal alle Klarheiten zu beseitigen:
1. Habe ich das EKG seit dem ersten Tag höchstens mal wieder schief von der Seite angeguckt...
2. Mag zwar jeder von den Schwestern/Pflegern eine Einweisung in die BEDIEHNUNG des Gerätes gehabt haben, aber das bedeutet doch nicht das auch alle etwas von den angezeigten EKG Bildern verstehen, oder???
3. Die Regelung das nur Ärzte es bedienen ist nicht durchführbar, da diese schlicht und einfach zu selten da sind
4. Denke ich das die Lage bei der Anzeige (Elektroden ab) eindeutig ist, und man es selbst einem Praktikanten zutrauen dürfte dies dann auch gleich zu korrigieren (beim Blick auf den Patienten dürfte dann auch gleich auffallen ob wirklich die Elektrode ab ist, oder z.b. eine Asystolie vorliegt). Dazu siehe aber Punkt 1.
5. Komisch ist nur, dass auf der Station noch andere Praktikanten rumlaufen, die das ausschalten dürfen....obwohl sie gar keine Ahnung davon haben....
Das man, wenn man im RD gearbeitet hat allwissend ist, wollte ich nicht ausdrücken.
Das man nicht gleich alles kann ist auch selbsverständlich, sonst müsste ich ja nicht studieren sondern könnte gleich anfangen diagnosen zu stellen, etc. Ich will hier auch keine Leute/Berufsgruppen schlecht machen, sondern wollte nur meine Erlebnisse aus den ersten paar Tagen beisteuern, da ja irgendwer mal wissen wollte wie es so woanders ist, oder etwa nicht?? Das größte Problem war eigentlich nicht WAS gesagt wurde, sondern WIE und in welchem Ton...aber das ist ne andere Geschichte....
So, sollte ich noch mehr unverständliches von mir gegeben haben, kann ich das gerne noch mal überprüfen!!
Greetings,
Nobby
Peter Artz
17.06.2003, 23:17
...alles wollen und nichts können :-))
nein Spaß bei Seite...
es kommt schon wirklich darauf an wie man sich anstellt und welche Schwester/Pfleger man so vor sich hat.
Wenn man gut mit dem Pflegeteam auskommt lassen die einen als "Arztanwaerter" sicherlich auch mal mit den Ärzten oder den ÄiPs mit ziehen (Wenn diese denn Zeit & Lust haben).
Blutabnehmen, Braunüle legen ist vielleicht drin (aber wohl höchst selten).
Direkt pflegerisch bleibt leider net wirklich viel übrig. Das Problem ist halt, rechtlich darfst du halt nichts.
Du darfst nicht mal nen Pat. füttern der unter "Schluckbeschwerden und/oder Schluckeinschränkungen" leidet. Und Injektionen etc. (Vorbereitung, Durchführung, Nachbereitung) schon garnicht - aber das ist das ganze halt rechtlich... ich sagte: finde einfache ne nette Schwester /nen netten Pfleger und versuche dich gut darzustellen.
Ich habs in meiner Ausbildung schon ganz heftig unterschiedlich erlebt:
Ich hatte zuvor einen Einsatz auf einer Inneren, durfte Infusionen/Injektionen alleine, selbständig vorbereiten und anhängen sowie dokumentieren. Das ganze drei Monate lang. In dem Prozedere bin ich mir halt auch sicher auch im Umgang mit Perfusoren, Infusomaten etc.
Dann habe ich gewechselt auf eine Kinderstation mit Kindern zw. 3 und 18 Jahren. Und: NIchts!! Obwohl ich Oberkurs war durfte ich nicht mal eine Infusion richten geschweige denn abstöpseln...
:-peng
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