Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : RTW/NEF: Luftnot im Altenheim
RS-USER-Brutus
27.02.2011, 14:15
dürft Ihr das in Notkompetenz?
Ansonsten, wie immer von Dir, schönes Fallbeispiel!
@ED und Wolke: danke, daß ihr auch so denkt.
Och, ich denke als Facharzt für Anästhesie darf ich das. :D Kam wahrscheinlich nicht so rüber, dass wir auch schon am Start waren... Ich hatte ja vorher schon gesagt, dass die Rettungsassis alles nicht invasive getan haben und dann aggressiv zugewartet haben bis wir ankamen. Sie selber hätten eh keine Opiate an Bord gehabt. DAS habe ich bisher nur in einem kleinen Ort im Ruhrpott erlebt. Da wollte ich eine Morphin bei ACS haben und kaum gesagt kam der Griff in die unterste Schublade und die Morphin wurde aufgezogen...
RS-USER-Brutus
27.02.2011, 14:35
Die Idee mit dem Absaugen der oberen Atemwege ist gut und darf nicht vergessen werden!
Hier zeigt sich eine Problematik der Ausbildung in der Altenpflege:
Der Unterricht des "Absaugens" wird in den Ausbildungsschulen oft "vergessen" (die dort tätigen Unterrichtskräfte können es oft selbst nicht und denken nicht daran, diese Stoffproblematik einfach an eine Honororkraft zu vergeben).
Ebenso sind die PraxisanleiterInnen in den pfleg. Einrichtungen hier oft nicht "fit".
Ebenso gibt es oft eklatante Mängel beim Wissen um eine adäquate Sauerstoffgabe.
Der (gesetzlich vorgegebene) Mangel an Pflegefachkräften führt dann oft zu den merkwürdigsten schriftlichen Handlungsanweisungen der Heimbetreiber an seine MitarbeiterInnen.
O.K. Kurz noch was zum Absaugen und Sauerstoffgabe:;
Absaugen kann man versuchen, allerdings darf man eins nicht vergessen: beim sogenannten Death Rattle / Todesrasseln liegt die Ursache meist im Schleim in der Trachea, der vom Patienten nicht mehr adäquat abgehustet werden kann und daher immer von oben nach unten "geatmet" wird. Hier wird ein absaugen eher schwierig sein, da man meistens doch nicht in die Trachea kommt. Beim Absaugen des Rachens erwischt man meist nicht die Ursache und setzt im schlimmsten Fall nur noch ein paar Kontaktblutungen und Läsionen, die selbst wieder zu einer vermehrten Sekretproduktion führen. Selbst wenn man die Ursache erwischen sollte, schleimen die Patienten meist innerhalb kürzester Zeit wieder zu. Sinnvoll wäre in einem solchen Fall zum Beispiel Anticholinergika, da zumindest ein Teil der Patienten darauf anspricht. Oder aber man nimmt den Patienten die Luftnot und die Angst durch potenten Opiate und erklärt den Angehörigen und Pflegenden, dass dieses Rasseln zum Sterbeprozess dazugehört und die Patienten im allgemeinen keine Luftnot dabei haben.
Sauerstoffgabe: Natürlich müssen die Masken auch richtig benutzt werden, und da sollte ein adäquater O2-Fluß auch eingestellt werden. Allerdings sollte man bei Patienten mit einer palliativen Situation auch beachten, dass die Luftnot nicht mit O2 verschwindet. Hier kommt die Wirkung eher vom Kopf, ich kriege Sauerstoff, da muss die Luftnot ja auch besser werden.
Wenn die Luftnot aber z.B. durch Morphin behandelt ist, merken die Patienten meist sehr schnell, dass die Maske nur stört (trockener Rachen / Mund) und brauchen den Sauerstoff nicht mehr. Wir haben das in der Palliativ immer so gehandhabt: Wenn die Patienten trotz ausreichender Dosis MO noch O2 verlangt haben, haben sie ihn auch bekommen. Schlafende oder subjektiv beschwerdefreie Patienten haben wir so aufgeklärt, dass sie es nicht mehr wollten...
RS-USER-Küchenhexe
27.02.2011, 16:33
Tja, da hier anscheinend wirklich so langsam die Lichter ausgehen, muss ich mich wohl mal da anmelden. Obwohl ich ja hier so lange wie möglich bleiben wollte...
Nur weil man "drüben" mal schaut, muß man hier ja nicht vor dem endgültigen "Lichter aus" verschwinden!;)
Freiwillig ziehe ich hier auch nicht aus.:grins:
RS-USER-Bärentöter
27.02.2011, 19:03
Och, ich denke als Facharzt für Anästhesie darf ich das.
da mach' ich mal eine Ausnahme!
Ne, das ging halt vorher nicht draus hervor...
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